Entwicklung einer fetten Bergkiefer

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Ich bin der Ansicht, dass ein guter Baum von allen Seiten glaubwürdig aussehen soll. Das heisst, dass er natürlich wirken soll und nicht irgendwie komisch, hingebogen. Dann wird es auch mehrere Ansichten geben, die gut aussehen.
Ich habe in letzter Zeit oft das 'Problem', dass ich auf eine bestimmte Vorderseite hingearbeitet habe und danach feststelle, dass andere Seiten auch schön sind, oder gar noch besser als die ursprüngliche Vorderseite.
Das ist kein Nachteil. Wie kommt das aber?

Das Gestaltungsergebnis ist Ausfluss des vorgegebenen Materials, des Könnes des Gestalters und der Geisteseinstellung ds Gestalters.
Geisteseinstelung = Bonsai-Philosophie.
Wer denkt, dass er einen BONSAI macht, der wird wie gehabt mit einer einzigen Vorderseite enden, wie der Rest aussieht ist nicht so wiochtig.
Wer denkt, dass er einen BAUM macht, der wird von allen Seiten arbeiten. Der Baum wird möglichst immer natürlich WIRKEN (nicht SEIN). Er wird sicherlich eine oder mehrere bessere Ansichten haben. Aber er muss sich von anderen Seioten her nicht schämen.

Bonsai wurde ursprünglich ausschliesslich für den Zweck gemacht, in einer Tokonoma zu stehen. Da gibt es nur eine Vorderseite. Deshalb klassische Gestaltung.
Wir sehen usnere Bäume NIE in einer Tokonoma und höchst selten in einer Ausstellung. aber wir sehen sie täglich im Garten. Da sind sie oft von Haus aus von vielen Seiten zu betrahten. Oder sie werden all zwei Wochen gedreht und man sieht sie zwangsweise von allen Seiten.
Jednefalls bin ich de Meinung, dass es and er Zeit ist, mit der Ansicht aufzuräumen, dass ein Bonsai nur ein Seite haben soll. Ein Bonsai ist eine dreidimensionale Skulptur, die von allen Seiten vernünftig assehen soll, aber durchaus eine Schokoladenseite hat. Sage ich jetzt einfach so!

Bei mir finden sich natürlich auch Bäume, die sich von der Seite schämen müssen. Das sind noch die Reste einer trüben traditionellen Vorzeit, als ich noch BONSAI gestaltet habe, oft sogar noch im traditionellen Stil von Japan 1960. Wie es eben gelehrt wurde und immer noch gelehrt wird.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Walter Pall hat geschrieben:Bei mir finden sich natürlich auch Bäume, die sich von der Seite schämen müssen. Das sind noch die Reste einer trüben traditionellen Vorzeit, als ich noch BONSAI gestaltet habe, oft sogar noch im traditionellen Stil von Japan 1960. Wie es eben gelehrt wurde und immer noch gelehrt wird.
Es SEI dir ENTSCHULDIGT. :wink:
Walter Pall hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, dass ein guter Baum von allen Seiten glaubwürdig aussehen soll. Das heisst, dass er natürlich wirken soll und nicht irgendwie komisch, hingebogen.
Auch ich finde es schrecklich, dass sehr viele (nicht alle!) Gestalter - vor allem Demonstratoren - in den wenigen Stunden einer Demo & nur der Effekthascherei wegen :!: :shock: , aber auch beim Gestalten ihrer Bäume zu Hause - einen Baum ganz einfach so zurecht "wurschteln" / biegen, dass er zumind. von der gewählten Vorderseite einigermaßen gut aussieht.
Das WILL das Bonsaivolk scheinbar. :? Und deshalb gibt es diese Demos auf allen Ausstellungen / Bonsai-Veranstaltungen.
Meines Erachtens kannst du diese Demos vergessen, denn dem nicht ganz so erfahrenen Bonsaianer wird damit nur suggeriert, dass man in wenigen Stunden ein respektables Endergebnis erzielen kann. Und das ist ABSOLUTER BLÖDSINN. Es geht einfach nicht.
Einen guten Baum *zu entwickeln* dauert Jahre, oft mehr als ein Jahrzehnt und auch noch länger. Und das ist auch so in Ordnung.

Warum wird das nie öffentlich angesprochen :?: :roll:
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CKAINZ
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Beitrag von CKAINZ »

Das bedeutet ja, dass, wenn Walter oder Wolfgang von "optimaler Vorderseite" schreiben, eine Schokoladenseite zum Fotografieren gemeint ist, weil der derzeitige Stand der Technik noch keine Rundumsicht erlauben.
Mit anderen Worten: Ein Foto kann den Gesamteindruck einer Gestaltung NIE wiedergeben. Das bedeutet aber auch, dass Bäume, die in Zeitschriften oder auf geposteten Fotos super rüberkommen, in der Realität dann auch entäuschen können.
Vielleicht sind deshalb preisgekrönte Bonsais auf Fotos nur schwer einzuordnen (Da hätte man rein vom Foto her einem anderen den Vorzug gegeben). Andererseits verstehe ich Walter so, dass eben die ausgezeicheten (mit einem Preis) Bäume nur von einer Seite beurteilt werden.
Das soll keine Diskussion über Bewertungskriterien werden. Ich glaube auch, dass man Bonsai für sich selbst machen sollte.
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mohan
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Beitrag von mohan »

Wolfgang hat geschrieben:Auch ich finde es schrecklich, dass sehr viele (nicht alle!) Gestalter - vor allem Demonstratoren - in den wenigen Stunden einer Demo & nur der Effekthascherei wegen :!: :shock: , aber auch beim Gestalten ihrer Bäume zu Hause - einen Baum ganz einfach so zurecht "wurschteln" / biegen, dass er zumind. von der gewählten Vorderseite einigermaßen gut aussieht.
Das WILL das Bonsaivolk scheinbar. :? Und deshalb gibt es diese Demos auf allen Ausstellungen / Bonsai-Veranstaltungen.
Meines Erachtens kannst du diese Demos vergessen, denn dem nicht ganz so erfahrenen Bonsaianer wird damit nur suggeriert, dass man in wenigen Stunden ein respektables Endergebnis erzielen kann. Und das ist ABSOLUTER BLÖDSINN. Es geht einfach nicht.
Einen guten Baum *zu entwickeln* dauert Jahre, oft mehr als ein Jahrzehnt und auch noch länger. Und das ist auch so in Ordnung.

Warum wird das nie öffentlich angesprochen :?: :roll:
Ich meine zwar nicht, dass ich hier großartig mitreden kann, möchte dieses eine aber doch loswerden.

Ich schätze das Bonsaivolk NICHT so ein, dass es das WILL, es wird vielmehr so sein, dass ihm (vorwiegend) nichts anderes dieser Art geboten wurde.
Und weil wir ja wissen dass Bonsaianer ein süchtiges Volk sind, nehmen sie natürlich ALLES an Event und Darstellung was sie kriegen können.
Daraus ergibt sich scheinbar der Trugschluss, sowas gefalle der Mehrheit!

Keine Ahnung warum, das bisher nie öffentlich besprochen wurde, aber das können wir ja jetzt ändern :idea:
Markus Fortmeier
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Beitrag von Markus Fortmeier »

Hallo,

ich möchte Wolfgang eindeutig zustimmen, daß es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, dauert bis ein Bonsai entwickelt ist. Ich denke die Demos spiegeln einen Trend der in allen Lebensbereichen zu erkennen ist: Schneller - größer! Wer hat heute noch die Geduld einen Baum aus Samen oder Stecklingen zu ziehen? Hierzu finden sich im Forum nur wenig Beiträge. Und warum? Weil es den meisten einfach zu lange dauert... Es geht viel schneller (augenscheinlich) aus einem riesen "Yamadori" oder einer Baumschulpflanze auf einer Demo in 3 Stunden ein eindrucksvolles Ergebnis abzuliefern. Aber ist das wirklich die Essenz der Bonsaigestaltung? Nach einer Demo entsteht eigentlich kein Bonsai, sondern nur eine vorgestaltete Rohpflanze. Dies soll keine Diskussion werden, sondern gibt nur mein Empfinden wieder. Auch ich kann mich dem nicht voll verschliessen, ist es nicht toll in 5 Jahren aus einem Yamadori einen tollen Bonsai zu gestalten, als aus einem Samen/Steckling in 20 Jahren? Jedoch liegt nicht hierin auch ein wenig der Geist der Bonsaikunst?

Gruß

Markus
michael hohner
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Beitrag von michael hohner »

super walter !!!!

du hast den blick und das können .......
du findest den bonsai in dem gestrüpp ;-)
gruss micha

"damit das mögliche entsteht muss immer wieder das unmögliche versucht werden" hermann hesse
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

CKAINZ hat geschrieben:Das bedeutet ja, dass, wenn Walter oder Wolfgang von "optimaler Vorderseite" schreiben, eine Schokoladenseite zum Fotografieren gemeint ist, weil der derzeitige Stand der Technik noch keine Rundumsicht erlauben.
DAS geht schon ...... :wink:

Bild
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

mohan hat geschrieben:Ich schätze das Bonsaivolk NICHT so ein, dass es das WILL, es wird vielmehr so sein, dass ihm (vorwiegend) nichts anderes dieser Art geboten wurde.
Und weil wir ja wissen dass Bonsaianer ein süchtiges Volk sind, nehmen sie natürlich ALLES an Event und Darstellung was sie kriegen können.
Daraus ergibt sich scheinbar der Trugschluss, sowas gefalle der Mehrheit!
Das es nicht ALLE verlangen, ist klar, Monika.
Aber wenn einmal keine Demo auf einer Ausstellung ist, dann schreien alle danach bzw. gibt´s viel Kritik ....... :roll:

Auf der BCD-Ausstellung in Hof (2003) wurde bei einer Demo ein Wacholder nur "an"-gestaltet und nicht *fertig* (klaro, ein Bonsai ist NIE fertig!) gestaltet. - Der japanische Meister wollte damit etwas ganz klar auf den Punkt bringen: dass es bei einer Demo nicht möglich ist, einen Baum komplett zu gestalten ..... - Was glaubst du wurde da von den Besuchern herum gemeckert .............. :?: :roll:
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CKAINZ
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Beitrag von CKAINZ »

Wolfgang hat geschrieben: DAS geht schon ...... :
O.K., Wolfgang natürlich kann man Bilder zusammenhängen. Hast Du super hingekriegt, war aber wahrscheinlich eine Heidenarbeit, oder?

Aber die Rundumsicht ist durch die Bewegung, die man selbst macht bei einem Rundgang bzw die Tiefe mit dem Hintergrund bei Betrachtung "in natura" ganz etwas anderes.
Klar bleiben die techn. Möglichkeiten beschränkt. Obwohl sich da ja viel getan hat (Heute fotografiert ja schon fast kjedes "Handy" digital.

Als ich das geschrieben habe, habe ich mir eigentlich gedacht, du präsentierst dein Apfelbäumchen. (war doch deines, das drehende?)
Gruß, Chris
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

I hob mi scho auskennt, Christian! :wink: :lol:

Der "GIF-Apfel" war von Marguerite.
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Kurt Gagel
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Beitrag von Kurt Gagel »

Das Bild eines Baumes kann nie die Ausstrahlung wiedergeben die der Baum in Natura hat. Um einen Baum richtig zu beurteilen sollte man ihn vor sich haben. Sicher soll ein Bonsai von allen Seiten ansehnlich sein, es wird aber meist nur die Vorderseite und die Seiten sichtbar sein. Die Tiefe einer Gestaltung wird aber Hauptsächlich mit der Gestaltung der Rückseite erzielt. Gerade bei Arbeiten vom Walter kann man dies sehr gut sehen. Es ist nicht damit getan sich die Vorderseite zu suchen, zum gestalten eines Bonsai gehört auch der hintere Teil des Baumes und wie man ihn verwenden kann. Bei einem der Treffen bei Walter, liegt schon länger zurück wurde mal ein Baum vollkommen gedreht, also Hinten wurde Vorne und er sah danach absolut Spitze aus. Kommt halt immer darauf an wie man mit den zur Verfügung stehenden Ästen umgehen kann. Also nicht nur die Ansicht, auch die Tiefenwirkung ist Wichtig!
Gruß Kurt!
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