Hallo Fachforum,
einer meiner Indoors macht mir ziemlich Sorgen. Es handelt sich (nach meiner Vermutung) um eine Kirschmyrthe die ich seit Frühjahr habe. Umgetopft (moderater Wurzelschnitt) wurde er im Frühjahr, das Substrat besteht aus Mix Akadama, Lava und "handelsüblicher" Bonsaierde. Sie stand während des Sommers draussen und trieb kräftig, weshalb ich mich im September entschlossen hatte, sie noch vor dem Winter umzugestalten (Großhändlerware und damit aus meiner Sicht verbesserungswürdig).
Ende Oktober habe ich sie nach drinnen geholt und sie steht nun an einem Fenster zur Südseite inklusive Pflanzenlampe 12h am Tag auf einem Balkonuntersetzer mit bewässertem Blähtonbett. Im Raum werden es zwischen 18 und 22 Grad. Die Heizung unter dem Fensterbrett habe ich nur auf Frostschutz stehen, heizt also kaum.
Seit ca 3 Wochen scheint der Baum zu kränkeln. Neuaustriebe (nach der Umgestaltung) trocknen einfach ein, ebenso verliert der Baum immer mehr ausgewachsene Blätter. Die Blätter trocknen von der Spitze her zurück. Ein befreundeter Bonsai-AK Kollege vermutet dass ich den Baum zu feucht gegossen habe. Daraufhin habe ich meine Gießgewohnheit umgestellt auf max 1x die Woche nach Bedarf. Der Baum wird mehrfach täglich mit Wasser übersprüht.
Da ich anfangs auf ein Pilzproblem getippt hatte hatte ich bereits 2x mit 1 Woche Abstand Aliette gesprüht. Bevor der Baum in die Wohnung geholt wurde, hatte ich zudem gegen Ungeziefer gesprüht (Spruzit). Ungezieferbefall (z.B. rote Spinne) ist nicht zu sehen - hier habe ich bereits leidvolle Vorerfahrungen. Die weißen Flecken auf den Fotos sind keine Schildläuse - wir haben hier in der Gegend sehr hartes Wasser (=Kalk).
Ich bin inzwischen etwas ratlos, denn der Baum erholt sich einfach nicht.
Noch nicht versucht habe ich den Folientrick - habe Bedenken falls es sich tatsächlich um einen Pilz handelt - und das feuchte Klima würde die Situation meiner Meinung nach eher verschlechtern.
Habe auch noch ein paar Mittelchen / Dünger zur Auswahl die ich aber erst mit euch abklären wollte.
- Waldleben
- Superthrive
- PK Dünger
- NPK Flüssig 7-6-5
- Biogold
Was ist eurer Meinung nach das Problem ? Substrat ist locker und Luftdurchlässig. Wurzelschaden ? Sicherheitshalber Notumtopfen ?
Freue mich über eure Meinung / Tipps zur Rettung.
Grüße,
Tho
Indoor schwächelt (Kirschmyrthe?)
Re: Indoor schwächelt (Kirschmyrthe?)
Hallo Tho,
das sieht mir sehr nach Trockenschaden aus. Kirschmyrten sind da sehr heikel.
Die Reaktion auf zu wenig Wasser sieht man an trockenen, ausgewachsenen Blättern (werden von der Spitze her fahlgrün und trocken und fallen bei leichter Berührung oder auch schon von alleine ab) und eingetrockneten Neutrieben. Kleine Ästchen vertrocknen eventuell ganz.
Trifft nach Deinen Fotos genau zu. 1 x Gießen pro Woche ist ganz sicher zu wenig.
Zu naß sieht anders aus. Triebe werden von den Spitzen her braun, Äste sterben ganz ab.
Übrigens mögen Kirschmyrten keinen Kalk. Kalkarmes Wasser wäre deutlich besser für Sie, und Besprühen mit kalkigem Wasser schadet auch mehr als es nützt.
Mach mal den Test mit einem Tauchbad, und zwar dann, wenn Du meinst, es wäre noch zu früh zum Gießen. Du wirst sicher bemerken, wie kräftig es blubbert und um wieviel schwerer die Schale nach dem Tauchen ist.
Viel Erfolg beim Gesundpflegen!
das sieht mir sehr nach Trockenschaden aus. Kirschmyrten sind da sehr heikel.
Die Reaktion auf zu wenig Wasser sieht man an trockenen, ausgewachsenen Blättern (werden von der Spitze her fahlgrün und trocken und fallen bei leichter Berührung oder auch schon von alleine ab) und eingetrockneten Neutrieben. Kleine Ästchen vertrocknen eventuell ganz.
Trifft nach Deinen Fotos genau zu. 1 x Gießen pro Woche ist ganz sicher zu wenig.
Zu naß sieht anders aus. Triebe werden von den Spitzen her braun, Äste sterben ganz ab.
Übrigens mögen Kirschmyrten keinen Kalk. Kalkarmes Wasser wäre deutlich besser für Sie, und Besprühen mit kalkigem Wasser schadet auch mehr als es nützt.
Mach mal den Test mit einem Tauchbad, und zwar dann, wenn Du meinst, es wäre noch zu früh zum Gießen. Du wirst sicher bemerken, wie kräftig es blubbert und um wieviel schwerer die Schale nach dem Tauchen ist.
Viel Erfolg beim Gesundpflegen!
Viele Grüße
Günter
AK KARLSRUHE
Treffen jeden 1. Samstag im Monat um 14 Uhr bei BECK-BONSAI
Günter
AK KARLSRUHE
Treffen jeden 1. Samstag im Monat um 14 Uhr bei BECK-BONSAI
Re: Indoor schwächelt (Kirschmyrthe?)
Hallo Tho,
ich habe über Jahre Kirschmyrten und Jabuticabas (beide aus in Südbrasilien gesammelten Samen) erfolgreich gepflegt und sie dann weitergegeben. Allerdings als normale Kübelpflanzen, nicht in der Schale - aber bei dir geht es jetzt ja auch erst mal ums Überleben der Bäumchen.
Sie standen in eher torflastigem Substrat, so eine typische höherwertige Kübelpflanzen- bzw. Zitruserde. Standort war ganzjährig ein (winter-)kühles, helles Treppenhaus, wo sie auch zur Blüte kamen.
Dein Bäumchen würde ich als sofortige Rettungsmaßnahme in ein höheres Gefäß, einen relativ normalen Blumentopf mit so einem o.g., weniger grobem Substrat, dass die Feuchtigkeit besser und gleichmäßiger hält, umpflanzen. Vermeiden würde ich auf jeden Fall trockene Heizungsluft bzw. größere Wärme, ganz gute Erfahrung habe ich generell mit Nordfenstern im Winter gemacht.
Gegossen wurden sie übrigens immer mit (mittel-)hartem Leitungswasser, so empfindlich habe ich sie nicht gefunden.
Gruß,
Stefan
ich habe über Jahre Kirschmyrten und Jabuticabas (beide aus in Südbrasilien gesammelten Samen) erfolgreich gepflegt und sie dann weitergegeben. Allerdings als normale Kübelpflanzen, nicht in der Schale - aber bei dir geht es jetzt ja auch erst mal ums Überleben der Bäumchen.
Sie standen in eher torflastigem Substrat, so eine typische höherwertige Kübelpflanzen- bzw. Zitruserde. Standort war ganzjährig ein (winter-)kühles, helles Treppenhaus, wo sie auch zur Blüte kamen.
Dein Bäumchen würde ich als sofortige Rettungsmaßnahme in ein höheres Gefäß, einen relativ normalen Blumentopf mit so einem o.g., weniger grobem Substrat, dass die Feuchtigkeit besser und gleichmäßiger hält, umpflanzen. Vermeiden würde ich auf jeden Fall trockene Heizungsluft bzw. größere Wärme, ganz gute Erfahrung habe ich generell mit Nordfenstern im Winter gemacht.
Gegossen wurden sie übrigens immer mit (mittel-)hartem Leitungswasser, so empfindlich habe ich sie nicht gefunden.
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
- Bonsai-Kris
- Beiträge: 15
- Registriert: 02.01.2014, 16:01
- Wohnort: 01917 Kamenz
Re: Indoor schwächelt (Kirschmyrthe?)
Hallo Tho,
Schädlings-Befall schließe ich aus. Meiner Meinung nach liegt das entweder am Kalkhaltigen Wasser, oder an einem Standortwechsel. Vielleicht könnte es schon helfen, ihn zu Düngen?
Viele Grüße,
Kris
Schädlings-Befall schließe ich aus. Meiner Meinung nach liegt das entweder am Kalkhaltigen Wasser, oder an einem Standortwechsel. Vielleicht könnte es schon helfen, ihn zu Düngen?
Viele Grüße,
Kris
Auch ein Bonsai täumt von Größe.
