Hallo Stefan,
im letzten Winter hatte ich einen ähnlichen Fall zu "verarzten".
Meinen großer Ficus retusa hatte ich nicht rechtzeitig vor dem ersten Frost in Haus holen können, weil das Ding einfach allein nicht zu wuppen ist und ich nicht rechtzeitig einen kräftigen Helfer auftreiben konnte. Also hat er einen erheblichen Frostschaden erlitten, alle Blätter wurden schwarz.

- die Hälfte der Blätter sind schon abgeschnitten
Als sich auch nach ein paar Wochen keine Erholung abzeichnete, habe ich alle Blätter entfernt. Der Baum stand dann den ganzen Winter in einem ungeheizten Baum bei etwa 10°C - keinerlei Austrieb.

- so stand der Baum den ganzen Winter bei ca. 10 °C
Schießlich schnitt ich Stück für Stück die Äste zurück, um zu sehen, wo noch Grün war: in den Ästen war keins mehr. Ohne viel Hoffnung kratzte ich an ein paar Stelllen etwas Rinde vom Stamm, um ggf. etwas Grün zu finden. Es schien noch etwas da zu sein, also bleib der Baum stehen.
Im Frühjahr (ich glaube es war schon April) wollte ich den Baum schon aufgeben. Da entdeckte ich mehrere winzige Spitzen, die aus den von dir auf dem Foto gezeigten Stellen kamen. Daraus haben sich (letztlich aus etwa 20-30 Stellen) im Laufe des Sommers über 50cm lange Triebe entwickelt, meistens 2 bis 4 aus je einer dieser Knospen.
Lange Rede kurzer Sinn: ich denke, du hast Grund zur Hoffnung für deine Stümpfe.
Die Knete kannst du wohl entfernen, da die Neuaustriebe eh am Stamm und nicht oben an der Schnittstelle erscheinen werden.