Hallo,
vor einer Woche haben wir damit begonnen, die Krone eines Acer palmatum abzumoosen.
Diesen ca. 80cm großen Rohling habe ich vor 2 Jahren aus dem Feld eines Freundes ausgegraben.
Die Qualität des Bildes ist leider nicht so berauschend.
Meine Frage an Euch wäre:
Den Vorjahresaustrieb habe ich zum grössten Teil stehen lassen, weil ich der Meinung bin, dass der Saftfluss
damit erhöht würde. Mein Freund ist der Meinung, dass ich durch die langen Triebe eher das Gegenteil erreiche, und der Baum "kippt".
Welche Tipps könnt Ihr mir geben???
Vielen Dank im Voraus!
Beste Grüße
Ron
Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen.
Hallo Ron,
zur zeit bereite ich aich ein Abmoosung vor, mir wurde von einem Bonsaiprofi geraten die Abmoosung erst zu beginnen wenn die Blätter ausgehärtet sind du beginnst bevor überhaupt ein Blatt am Baum ist ich hoffe das die Gewächshausbedingungen die du hast das ganze unterstützen und der Saftfluss überhaupt bei deinem Baum in gang kommt
Zur Wurzelbildung ist es gut so viel Laub wie möglich zu lassen und ein Schnitt der Blätter erfolgt nach dem Abtrennen.
LG
Mati
Palmaten sind eigentlich nicht schwer abzumoosen. Kommt aber am Ende auf die Varietät an.
Im zweifel kann es dir passieren, daß die Wurzeln bis zum nächsten Jahr auf sich warten lassen. Da hätte die Sorte dann aber auch bei ausgehärteten Blättern auf sich warten lassen.
Triebe oberhalb der Abmoosung zusammen mit ausgebildeten Knospen tun dem ganzen gut, unterhalb würd ich auch nicht ganz ins alte Holz schneiden, aber überflüssige Triebe und solche die zu lang und zu dick zu werden drohen, kannst du ohne Probleme schneiden. Abspannen oder Drahten ist auch kein Problem.
mati hat geschrieben:... mir wurde von einem Bonsaiprofi geraten die Abmoosung erst zu beginnen wenn die Blätter ausgehärtet sind ...
als allg. Tipp ist das sehr gut. Wie wichtig es ist sich daran zu halten scheint von Baumart zu Baumart unterschiedlich zu sein. Letztes Jahr habe ich einen Palmatum Abgemoost bei dem gerade die ersten Blättchen sich zu entfalten begannen. Was völlig ohne Probleme Funktioniert. Dieses Jahr versuche ich einen Morus abzumoosen der pro Tieb schon mehrere Blätter geschoben hat. Diese sind, oder besser waren jedoch noch nicht voll entwickelt (ausgehärtet). Eine Woche nach Beginn der Abmoosung fingen die Blätter oberhalb der Abmoosstell an zu welken unterhalb sieht alles frisch grün, so dass ich Pflegefehler ausschließe. Auch wenn der Verfallsprozess im mom stagniert befürchte ich ein scheitern der Abmoosung.
mati hat geschrieben:Zur Wurzelbildung ist es gut so viel Laub wie möglich zu lassen und ein Schnitt der Blätter erfolgt nach dem Abtrennen.
Die Blätter unterhalb der Abmoosstelle versorgen die alten Wurzeln des Baums entfernst du sie riskierst du den unteren Teil zu verlieren. Ich würde auch alles wachsen lassen und zwar so viel wie irgendwie geht.
Vielen Dank für Eure Antworten!
Hier ein kleines Update:
Der Ahorn hat wunderbar ausgetrieben, ca. 1/3 der Triebe wurden zurückgeschnitten.
Um den Topf mit dem Perlite noch zu erkennen, hab ich dann noch einmal etwas nachgeschnitten.
Wie ich bei Eva nachgelesen habe, kann man nach 3 Monaten mit einem Wurzelballen rechnen.
Mal schauen, wie das Ganze sich weiter entwickelt.
Beste Grüße
Ron
Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen.
Gestern war es nun soweit, nach einer kurzen Kontrolle des Wurzelballens habe ich den oberen Teil der Abmoosung abgenommen.
In eine 23´er Schale getopft, nach einem Rückschnitt bis auf die Basis, hat er jetzt erst mal Zeit zum anwurzeln.
Eine der vielen Baustellen ist dieser Teil:
Diese riesige Scnittstelle überwallt schon sehr schön, jedoch machen mich die schwarzen Stellen etwas nachdenklich.
Reicht es, wenn ich sie noch einmal säubere und dann frische Wundpaste drauflege?
Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus!
Viele Grüsse
Ron
Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen.