Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Heute bin ich eine Abmoosung angegangen, die ich schon lange auf der Agenda hatte. Der Mutterbaum ist eine Eiche, keine Ahnung welche Sorte, ich kenne mich mit Eichen leider nicht so gut aus. Gibt es jemand, der auf Basis der zugegeben schlechten Bilder die Sorte bestimmen kann? Es gibt ja viele pessimistische Stimmen, was das Abmosoen von Eichen angeht. Trotzdem möchte ich es versuchen, da ich denke, dass sich der Baum hervorragend eignet und, sodenn es glückt, ein wirklich toller Bonsai entstehen könnte. Auch scheint das Risiko, dass der Mutterbaum schaden nehmen könnte, eher gering, da dieser wie wild aus altem Holz auszutreiben vermag. Nachdem ich mich ein bisschen eingelesen habe, fand ich heraus, dass es bei Eichen wohl sehr wichtig ist, den Ringschnitt in 10cm Breite zu schneiden, da der Baum die Stelle sonst schnell überwallen würde. Nun, das sah dann ganz schön nackt aus
. Drückt mir die Daumen, dass es klappt. Ich stelle mich mal darauf ein, mehrere Jahre warten zu müssen, bis da was passiert, bis dahin kontrolliere ich fleissig und halte Euch auf dem Laufenden.
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holgermueller
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Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Ob dass was wird? Ich glaub es ehrlich gesagt nicht.
bin aber mal gespannt. Gruß Holger
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Lieber Holger
Hast Du schon schlechte Erfahrungen gemacht?
Hast Du schon schlechte Erfahrungen gemacht?
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holgermueller
- Beiträge: 945
- Registriert: 04.12.2012, 23:30
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
nein, aber in der grösse hab ich noch nie gehört, oder gesehen, dass eine Abmoosung funktioniert hat, hast du "nur" bis zum Kambium geschnitten oder weiter? es schaut aus, als hättest Du den Baum fällen wollen? Gruß
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Die Eiche hat ja naturgemäß eine recht dicke Borke, daher der Eindruck, ich hätte mich im Splintholz verirrt. Nene hab das Kambium weggeschabt und nicht mehr.
Zuletzt geändert von BenBonsai am 04.05.2014, 19:02, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Mit dieser Erwartung liegst du wahrscheinlich richtig. Zum Glück hast du den ganzen Sommer Zeit dir Gedanken zu machen wie du die Abmoosstelle vor Frost schützt.BenBonsai hat geschrieben:Ich stelle mich mal darauf ein, mehrere Jahre warten zu müssen, bis da was passiert, ...
Die erste Abmoosung die ich überhaubt versucht habe war an einer Eiche. Bis zum Herbst hatte sich ein kräftig Kallusring gebildet aber keine einzige Wurzel also habe ich alles wieder eingepackt und den Winter über am Baum belassen. Im nächsten Frühjahr war der Ast den ich abmoosen wollte tot Kallus und Rind im Abmoosbereich waren nur noch Matsch. Die Wahrscheinlichkeit, dass das am Durchfrieren des Moospackets lag ist recht hoch.
Gruß Ralf
Mors est quies viatoris
Fines est omnis laboris
Fines est omnis laboris
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Ralf
Lieben Dank für Deinen hilfreichen Beitrag. Mir war nicht bewusst, dass die "Überwinterung" der Abmossstelle derart kritisch ist. Bei meinen bisherigen Abmoosungen an einem Ahorn ging dies schadlos über die Bühne. Möglicherweise sind Eichen da zickiger. Hmmm, da muss ich mal über die Bücher gehen, wie ich das hinkriege, dass die Abmoosstelle nix abbekommt. Hab keinen Strom an der Stelle, sonst wären Heizkabel wohl ganz gut. Stromlose Alternativen?
Lieben Dank für Deinen hilfreichen Beitrag. Mir war nicht bewusst, dass die "Überwinterung" der Abmossstelle derart kritisch ist. Bei meinen bisherigen Abmoosungen an einem Ahorn ging dies schadlos über die Bühne. Möglicherweise sind Eichen da zickiger. Hmmm, da muss ich mal über die Bücher gehen, wie ich das hinkriege, dass die Abmoosstelle nix abbekommt. Hab keinen Strom an der Stelle, sonst wären Heizkabel wohl ganz gut. Stromlose Alternativen?
- Pensai_thomas
- Beiträge: 71
- Registriert: 29.04.2014, 19:58
- Wohnort: Konstanz
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Ich sah das Bild 8 und dachte, die Stelle kennste doch, die is in Konstanz. 
Auf Bild 9 sah ich, es ist doch nicht da wo ich dachte...
Aber dann sah ich Du bist aus Konstanz. Passt wohl doch
Viel Erfolg und viele Grüße aus der Nachbarschaft.
Thomas
Auf Bild 9 sah ich, es ist doch nicht da wo ich dachte...
Aber dann sah ich Du bist aus Konstanz. Passt wohl doch
Viel Erfolg und viele Grüße aus der Nachbarschaft.
Thomas
LG Thomas
::: Neu und wissbegierig :::
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Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Hallo Ben, Hallo Bonsaifreunde
Ich wollte mit dem Bericht eigentlich noch eine Wachstumsperiode warten, aber jetzt passt es so schön zu deinem Thema.
Ich habe 2011 eine schöne große Eiche gefunden.
Fett, tolle Borke, einmal abgebrochen, daher tolles natürliches Totholz, Bewegung, Verjüngung, genau was ich mir gewünscht habe.
Sie stand in einem Felsen und war so Bombenfest mit ihm verwachsen, dass es schwer zu erkennen war wo der Baum anfing und der Felsen aufhörte. Unmöglich sie auszugraben, ich entschied mich also fürs Abmoosen.
Im gleichen Jahr habe ich den Baum noch zurückgeschnitten und dann auf 2012 gewartet.
im Mai 2012 habe ich den Baum dann abgemoost.
Mit einem Stechbeitel habe ich auf einem handbreiten Streifen, die mehrere cm dicke Borke abgestemmt. In der Mitte des freien Streifens habe ich einen Kanal gezogen, so breit, dass ein dicker Aludraht hinein passte. Alles in allem habe ich schon ziemlich tief gekratzt, es sah Bens Bild nicht ganz unähnlich.
Unter der freien Stelle habe ich einen schwarzen Plastiksack befestigt, ihn dann richtig prall mit Moos bepackt und über dem freien Rindenstreifen so geschlossen, dass von oben Regenwasser hineinlaufen konnte. Alles mit Tape umwickelt, unten Ablauflöcher gepiekst, kräftig angegossen und ein Stoßgebet gen Himmel geschickt.
Den Baum habe ich dann den ganzen Sommer über nur ein Mal besucht und gegossen, dann war ich erst im November wieder da.
Das Moospaket war dann schon prallvoll mit bleistiftdicken Wurzeln. Ich habe ihn also weiter zurückgeschnitten und Ihn auch zum ersten Mal geknipst. Einen Winterschutz wollte ich mit Noppenfolie und Klebeband sicherstellen. Das hat aber wohl dank neugieriger Wanderer, oder hungriger Waldtiere nicht lange gehalten. Also ohne besonderen Schutz überwintert.
Im Mai 2013 habe ich den Baum dann abgetrennt. Der Moosballen war prall wie ein Fußball mit bleistiftdicken Wurzeln voll. Auf die hier zu sehende Unterseite des Schnittes habe ich anschließend ein Stück Teak Holz geschraubt.
(besserer Stand und schont die jungen Wurzeln) Den Ballen so wie er war habe ich in sehr grobes Substrat (Bims/Blähtonbruch/Holzkohle) gesetzt und das Stück Teak von unten an den Topf geschraubt. Das Ganze sah dann unter anderem so aus: Der Baum ist dann sehr gut angewachsen und hat das ganze Jahr kräftig getrieben.
In diesem Jahr habe ich die Eiche dann erneut aus dem Topf genommen und einen ganzen Abend lang, den Großteil des Mooses aus dem Ballen gepopelt. Das war wirklich Schwerstarbeit, weil die neuen Wurzeln im Plastikbeutel prall eng um den Stamm herum gewunden waren und das liebgewonnene Moos gar nicht mehr hergeben wollten. Es hat mich gefreut zu sehen dass das grobe Substrat schon gut bewurzelt war.
Sicher sind bei der Aktion einige gute Wurzeln drauf gegangen, sie war aber notwendig um später ein geordnetes Nebari zu erzeugen.
Nach Entwirren des Balles konnte ich auch erkennen dass sich rund um die Abmoosstelle herum ein dicker Kallus Ballen gebildet hatte, aus dem all diese Wurzeln dann entsprangen. Dieser hilft in Zukunft dabei dein Wurzelfuß schön zu verdicken.
Ich hätte sicher noch weiteres Wirrwarr entfernen können, aber ich entschied mich dann dazu den Baum wieder zurück in sein grobes Substrat zu setzen. Mega Flach ist der Ballen jetzt schon, in 2-3 Jahren kommt dann die final ordnende Aktion, und dann natürlich die kontinuierliche Wurzelverbesserung.
Jetzt 2 Monate nach dieser Aktion steht die Eiche wieder voll im Laub und freut sich über die Maisonne.
Ich will mit meinem Bericht keine Blaupause liefern wie eine Abmoosung bei Eichen funktionieren sollte, vielleicht habe ich Glück gehabt, (der Standort war überaus gut geeignet).
Ich möchte nur denen wiedersprechen die sagen: "Eichen sind nicht abzumoosen, kannst de vergessen".
Versuch macht Kluch, bei mir hat es gut geklappt.
Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
Liebe Grüße aus Wiesbaden
Marius
Ich wollte mit dem Bericht eigentlich noch eine Wachstumsperiode warten, aber jetzt passt es so schön zu deinem Thema.
Ich habe 2011 eine schöne große Eiche gefunden.
Fett, tolle Borke, einmal abgebrochen, daher tolles natürliches Totholz, Bewegung, Verjüngung, genau was ich mir gewünscht habe.
Sie stand in einem Felsen und war so Bombenfest mit ihm verwachsen, dass es schwer zu erkennen war wo der Baum anfing und der Felsen aufhörte. Unmöglich sie auszugraben, ich entschied mich also fürs Abmoosen.
Im gleichen Jahr habe ich den Baum noch zurückgeschnitten und dann auf 2012 gewartet.
im Mai 2012 habe ich den Baum dann abgemoost.
Mit einem Stechbeitel habe ich auf einem handbreiten Streifen, die mehrere cm dicke Borke abgestemmt. In der Mitte des freien Streifens habe ich einen Kanal gezogen, so breit, dass ein dicker Aludraht hinein passte. Alles in allem habe ich schon ziemlich tief gekratzt, es sah Bens Bild nicht ganz unähnlich.
Unter der freien Stelle habe ich einen schwarzen Plastiksack befestigt, ihn dann richtig prall mit Moos bepackt und über dem freien Rindenstreifen so geschlossen, dass von oben Regenwasser hineinlaufen konnte. Alles mit Tape umwickelt, unten Ablauflöcher gepiekst, kräftig angegossen und ein Stoßgebet gen Himmel geschickt.
Den Baum habe ich dann den ganzen Sommer über nur ein Mal besucht und gegossen, dann war ich erst im November wieder da.
Das Moospaket war dann schon prallvoll mit bleistiftdicken Wurzeln. Ich habe ihn also weiter zurückgeschnitten und Ihn auch zum ersten Mal geknipst. Einen Winterschutz wollte ich mit Noppenfolie und Klebeband sicherstellen. Das hat aber wohl dank neugieriger Wanderer, oder hungriger Waldtiere nicht lange gehalten. Also ohne besonderen Schutz überwintert.
Im Mai 2013 habe ich den Baum dann abgetrennt. Der Moosballen war prall wie ein Fußball mit bleistiftdicken Wurzeln voll. Auf die hier zu sehende Unterseite des Schnittes habe ich anschließend ein Stück Teak Holz geschraubt.
(besserer Stand und schont die jungen Wurzeln) Den Ballen so wie er war habe ich in sehr grobes Substrat (Bims/Blähtonbruch/Holzkohle) gesetzt und das Stück Teak von unten an den Topf geschraubt. Das Ganze sah dann unter anderem so aus: Der Baum ist dann sehr gut angewachsen und hat das ganze Jahr kräftig getrieben.
In diesem Jahr habe ich die Eiche dann erneut aus dem Topf genommen und einen ganzen Abend lang, den Großteil des Mooses aus dem Ballen gepopelt. Das war wirklich Schwerstarbeit, weil die neuen Wurzeln im Plastikbeutel prall eng um den Stamm herum gewunden waren und das liebgewonnene Moos gar nicht mehr hergeben wollten. Es hat mich gefreut zu sehen dass das grobe Substrat schon gut bewurzelt war.
Sicher sind bei der Aktion einige gute Wurzeln drauf gegangen, sie war aber notwendig um später ein geordnetes Nebari zu erzeugen.
Nach Entwirren des Balles konnte ich auch erkennen dass sich rund um die Abmoosstelle herum ein dicker Kallus Ballen gebildet hatte, aus dem all diese Wurzeln dann entsprangen. Dieser hilft in Zukunft dabei dein Wurzelfuß schön zu verdicken.
Ich hätte sicher noch weiteres Wirrwarr entfernen können, aber ich entschied mich dann dazu den Baum wieder zurück in sein grobes Substrat zu setzen. Mega Flach ist der Ballen jetzt schon, in 2-3 Jahren kommt dann die final ordnende Aktion, und dann natürlich die kontinuierliche Wurzelverbesserung.
Jetzt 2 Monate nach dieser Aktion steht die Eiche wieder voll im Laub und freut sich über die Maisonne.
Ich will mit meinem Bericht keine Blaupause liefern wie eine Abmoosung bei Eichen funktionieren sollte, vielleicht habe ich Glück gehabt, (der Standort war überaus gut geeignet).
Ich möchte nur denen wiedersprechen die sagen: "Eichen sind nicht abzumoosen, kannst de vergessen".
Versuch macht Kluch, bei mir hat es gut geklappt.
Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
Liebe Grüße aus Wiesbaden
Marius
Zuletzt geändert von Kinglouie am 04.05.2014, 22:42, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Hallo Marius
Herzlichen Dank für Deinen hervorragenden Bericht. Das ist wirklich eine tolle Eiche, die Du da zeigst. Du hast offenbar ein geschultes Auge in der Potenzialerkennung
. Es freut mich, dass Dir die Aktion geglückt ist, das macht Mut für mein Vorhaben! Wenn es hinhaut, geb ich ne Runde aus! 
Das mit der verschraubten Holzplatte unten ist ne gute Idee, werd ich mal probieren
Herzlichen Dank für Deinen hervorragenden Bericht. Das ist wirklich eine tolle Eiche, die Du da zeigst. Du hast offenbar ein geschultes Auge in der Potenzialerkennung
Das mit der verschraubten Holzplatte unten ist ne gute Idee, werd ich mal probieren
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Hallo Leute,
dieser Thread entwickelt sich doch schon mal ganz gut!!
Vielen Dank Marius für deinen Beitrag.
dieser Thread entwickelt sich doch schon mal ganz gut!!
Vielen Dank Marius für deinen Beitrag.
Viele Grüße Alex

Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Marius,
super gemacht und ein toler Bericht.
Viel Freude an deiner schönen Eiche.
super gemacht und ein toler Bericht.
Viel Freude an deiner schönen Eiche.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Hallo,
was ist den mit den Abmoos-Versuchen geworden ?
Gruß Olli
was ist den mit den Abmoos-Versuchen geworden ?
Gruß Olli
Mosel-Riesling !
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Das muss Liebe sein
Hab meiner Abmooseiche meine alte Bettdecke spendiert, dass sie auch gut über den Winter kommt. Nächsten Sommer werde ich mal schauen, ob sich schon ausreichend Wurzeln gebildet haben.
- catwoman25
- Beiträge: 121
- Registriert: 14.11.2012, 18:45
- Wohnort: Belgien
Re: Experiment: Abmoosen einer fetten Eiche
Wenn das keine Liebe ist.....
Viel Glück mit Deiner Eiche!
LG
Barbara
Viel Glück mit Deiner Eiche!
LG
Barbara
