ich habe vor etwa 3 Tagen winzig kleine Biester im Totholzbereich meines Wacholders und Flieders bemerkt. Sie sind noch kleiner als ein Stecknadelkopf und sind sehr schnell. Gestern habe ich dann bei beiden Bäumen das Totholz mit Jinmittel bestrichen. Leider sind heute immer noch welche zu sehen.
Muss ich mir da Sorgen machen?
Sind das Termiten?
Wie werde ich die Viecher wieder los?
Wie häufig sollte man generell das Totholz mit Jinmittel behandeln?
Über hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.
Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
Das sind vielleicht kleine Milben. Die sind überall, zumindest bei mir. Auch auf Deinen "normalen" Bäumen. Die leben halt draußen. Schlimm wäre nur, wenn Du feines Holzmehl finden würdest. Dann nascht jemand am Totholz. Wenn es andere Schadinsekten sein könnten, müsste ein Schadbild erkennbar sein. Geht es dem Baum sonst gut?
In dem Totholz-Buch von Francois Jeker, das ich wirklich herausragend finde, findet man eine Menge Hinweise zum gelassenen Umgang mit Totholz. Wenn die Stelle zu Pilzbefall neigt, würde ich schon nach Bedarf etwas Yinmittel etwas auftragen. Ansonsten lasse ich persönlich verwittern. Erst, wenn es so instabil wird, dass dass der Baum gefährdet ist, nehme ich Holzhärter. Wenn das Totholz natürlich entstanden ist und kein Problem vorliegt, mache ich gar nichts - nichts ist für die Ewigkeit, wenn der Baum alles, was er abschotten kann, abgeschottet hat, warum soll ich dann noch herumbasteln? Wenn es im Zuge einer Bearbeitung enstand, sehr wenig: Wichtig sind da die ersten Schritte bei der "Herstellung" des Totholzes: Totholz darf keine offene Wunde sein, die den Baum erkranken lässt. Bei meinen Yamas, die ich von Karl Thier habe, ist das Holz meistens nur mit Feuer berarbeitet und altert dann ganz normal... Ich mag aber ohnehin nicht diese knochenbleichen Totholzpartien.
Borkenkäfer hat geschrieben:Das sind vielleicht kleine Milben... Auch auf Deinen "normalen" Bäumen. Die leben halt draußen. Schlimm wäre nur, wenn Du feines Holzmehl finden würdest... Geht es dem Baum sonst gut?... Ich mag aber ohnehin nicht diese knochenbleichen Totholzpartien.
Hallo Stefan,
danke für Deine Antwort. Diese Biester habe ich aber nur an den beiden Bäumen mit Totholz gesehen. Holzmehl ist zum Glück nicht zu finden. Ansonsten geht es den Bäumen gut. Die knallig weißen Totholzpartien mag ich auch nicht besonders, deswegen behandele ich diese Bereiche auch nur 2-mal im Jahr mit Jinmittel. Das empfohlene Buch hatte ich auch mal und ärgere mich noch heute, dass ich es weiter verkauft habe.
Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
Liebe Sanne,
es kann etwas ganz Harmloses sein: Vielleicht düngst Du dort organisch und die Viecher haben darin genistet und schlüpfen jetzt alle oder so. Bei mir wimmelt es auch nur so von Krabbelzeugs. Alles, was ich entferne sind Schnecken und Engerlinge...
Ich bin auch kein Entemologe - selbst mit Foto könnte ich die Dinger auf Deinen Bäumen nicht identifizieren. Ich handele jedoch mittlerweile immer erst dann, wenn ich ein Schadbild am Baum erkenne... Außer bei Spritzungen mit Neem. Das mache ich wöchentlich.
Mir hilft, meine Bäume im Normalfall ohne Brille anzuschauen, dann sind sie so schön grün insgesamt. :-) Denn ich bin einfach zu "overprotective". Je intensiver ich einen Baum anschaue, umso schlimmer wird meine Diagnose: Überall sehe ich Pilze und Schadinsekten... Eigentlich ist es aber besser für meine Bäume, wenn ich nicht ständig ein Wässerchen hier und einen Sprühstoß dort setze. Im letzten Jahr war ich beruflich ziemlich beansprucht und habe nur im Dunklen gießen können. Meine Bäume sahen noch nie so gut aus im Herbst...
Neem hilft bei vielen Sachen, ich nehme es für meinem alten Buchs-Yama. So was kann man ruhig im Haus haben. Irgendwann kommen immer mal Schadinsekten.
Ich rate aber zur Gelassenheit, wenn beide Bäume sichtlich gesund sind. Die Experten hier haben aber sicher fundiertere Ratschläge zur Hand. :-)
Ja, Termiten gibt es in Deutschland keine.
Totholz bei Wacholdern ist recht haltbar, da würde ich mir keine Sorgen machen.
Bei Fliedern sieht das anders aus, ihr Totholz wird sich im Laufe der Zeit zersetzen.
Verhindern kann man das nicht, nur verlangsamen.
Jin-Mittel genügt eigentlich wenn es 1x im Jahr aufgetragen wird. Wer die weiße Farbe nicht mag kann es auch verdünnen und Tusche dazu mischen. Es wirkt sehr gut gegen Pilze, Vorteil ist hier die Langzeitwirkung. Gegen Insekten hilft es aber nicht.
Holzhärter konserviert das Holz quasi für die Ewigkeit, aber leider nur das Holz, dass sich wirklich damit vollgesaugt hat.
Darunter fault es weiter. Trotzdem kann die Verwendung sinnvoll sein, z.B. um bestimmte feine Strukturen zu erhalten und den Verfall zumindest optisch für einige Zeit aufzuhalten.
Zusätzlich kann es sinnvoll das Totholz regelmäßig mit BioTreeCleaner zu reinigen, das sollte man nicht vergessen wenn man den Baum damit einpinselt.
@ Hajo und Andreas: Dann bin ich erstmal beruhigt, dass es hier keine Termiten gibt. Ich reinige das Totholz vorher immer nur mit Wasser und einer Zahnbürste, danach verwende ich das Jinmittel. Vielleicht kaufe ich mir noch zusätzlich Holzhärter.
@ Stefan: Mehr Gelassenheit ist ein guter Tipp für mich, ich gerate manchmal zu schnell in Panik.
Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
danke für die beiden Links. Habe eben auch selbst noch gegoogelt und den ersten schon gelesen. Ich hatte ja schon mal solche Viecher an meinem damaligen Feuerahorn, den ich inzwischen verkauft habe. Ich weiß garnicht, ob der Baum noch lebt. Da hatten die Biester damals fast den ganzen Stamm morsch gemacht. Hoffentlich passiert mir das hier nicht wieder.
Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
Also auch wenn es die Tewrmiten inzwichen bis nach Deutschland geschafft haben:
Sanne hat geschrieben:Sie sind noch kleiner als ein Stecknadelkopf und sind sehr schnell.
Diese zwei Punkte sind eher untypisch für Termiten. Die kleinsten Termiten beginne bei ca. 2mm und es geht rauf bis 20mm. Und so arg schnell sind sie nicht, eher wie Ameisen, beständige Krabbler.
Hab grade nur mal den Artikel "Termiten in Bayern" gelesen.
Die wurden in einem Möbelstück aus Peru eingeschleppt und haben im warmen Haus gelebt.
Das gilt doch nicht wirklich, wenn man das so sieht gibt es alles mögliche Getier in Bayern, Vogelspinnen usw., ja sogar Löwen und Tiger!
Im Garten von Sanne gibt es aber sicher keine Termiten.
zum einen lebst du ja nicht in Bayern, zum anderen kann man sich auch durch Unwissenheit auch selbst verrückt machen. Aber zum Glück kann man sich ja dank des www selbst informieren und schlau machen, bevor man vollends in Panik verfällt
Gruß Jürgen
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Ich lebe in Wien. Hört man in der Innenstadt Hufgeklapper, weiß jeder Wiener, dass ein Fiaker kommt. Ein Verschwörungstheoretiker erwartet eine Herde Zebras.
Manchmal ist ein kleines Insekt doch einfach nur ein kleines Insekt...