Nichts für ungut, aber in der heutigen Welt kann man es sich eigentlich kaum noch erlauben, nicht Englisch zu können. Da würde ich gerade jüngeren Menschen dringend empfehlen, es noch zu lernen. Kurse, Lerncassetten etc. gibt es dafür ja genug.
Das Problem für Buchautoren in Sachen Bonsai ist, dass Bonsaibücher - vor allem in deutscher Sprache - meist nur in relativ geringen Stückzahlen verkauft werden und sich daher für die Verlage nicht besonders lohnen (In der Weltsprache Englisch ist das schon etwas besser). Wenn die Autoren keinen Verlag gewinnen können, bleibt nur der Vertrieb im Eigenverlag und das bedeutet selbst eine gewisse Investition zu Beginn. Und da dann das Buch nicht über den normalen Buchhandel läuft, man muss sich selbst um den Verkauf kümmern. Insofern wird so mancher Bonsaifachmann, der eigentlich eine Menge Wissen zu vermitteln hätte, von einem Buchprojekt Abstand nehmen.
Mit der Bonsai-Art haben wir schon manches Mal überlegt, ob wir dieses oder jene gute Bonsaibuch in deutscher Übersetzung herausbringen sollten. Die Chefs haben sich aber nur im Falle des Totholzbuchs von Francois Jeker darauf eingelassen und investiert. Das ist zum Glück ein Erfolg geworden und hat sein Geld in angemessener Zeit hereingebracht. Aber es ist immer ein Risiko!
Werner Busch hat in meinen Augen ein großes, umfangreiches, gutes Buch für einen günstigen Preis gemacht und diesen Preis hat die Werbung natürlich erst ermöglicht. Wenn man mal vergleicht, was so manches viel kleinere, dünnere Bonsaibuch kostet, ist der Preis wirklich günstig.
Absolut gesehen beurteilt natürlich jeder alle Preise an seinem persönlichen Budget, aber das kann man wahrlich nicht den Leuten ankreiden, die ein solches Buch herausbringen und damit keinen Verlust, sondern möglichst sogar einen bescheidenen Gewinn machen möchten.
Ein paar kleine Fehler habe ich auch hier und da im Buch gefunden, aber das lässt sich fast nie vermeiden, gerade bei umfangreicheren Werken in der ersten Auflage.
Oberflächlich finde ich Werner Buschs Buch auch nicht, es kommt in den meisten Dingen kurz und prägnant auf den Punkt, was ich ganz wohltuend finde. Wie umfangreich (und teuer) hätte das Buch sonst werden sollen. Wer manches genauer wissen will, kann ja auch hier im BFF nachlesen oder fragen.
Die Fotos zeigen tatsächlich manches Mal, vor allem bei ungewöhnlichen Arten, keine reifen Bonsai. Die dürften in vielen Fällen allerdings auch Mangelware in Deutschland sein. Bildbände mit reifen Bonsai herkömmlicher Arten gibt es genug auf dem Markt.
Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es auch in Sachen Bonsaibuch nicht.
LG, Heike
