Wieso?magenta hat geschrieben:Vielleicht wäre dieser Smilieam Anfang des Beitrages nützlich gewesen..... .
Kolumnen von Frank (I-XXXV)
- Martin_S
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- Registriert: 05.01.2004, 20:26
- Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'
Re: Kolumne von Frank
Beste Grüße
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Re: Kolumne von Frank
Als Ironie konnte ich das gar nicht auffassen, vielleicht auch weil ich jeden Tag mit lieben Bürgern und deren Anfragen zu tun habe und bei meinem Kollegen direkt mitbekomme, was so für Fällantrage mit unglaublich dreisten "Begründungen" eintrudeln.
Die meinen sowas dann tatsächlich ernst!
Zwischen den Zeile kann man man dann immer solche Klassiker raus lesen:
-"Es ist ja schön, das Hamburg so grün ist, aber bitte ohne Baum vor meiner Haustür, da muss ich ja Laub wegmachen und einpaar Stunden im Jahr dafür aufwenden." Ja, wenn das jeder sagen würde...
- "Ich bin gerade erst in die Wohnung/Haus gezogen und möchte das der/die Baum/Bäume gefällt werden, weil die mir alles zu sehr beschatten" - Ja, die Bäume sind min. doppelt so alt wie du und waren auch schon bei der Besichtigung da und haben sich nicht erst danach einfach neben das Haus gestellt....
- "Ich möchte einen freien Blick auf die Alster, also verlange ich das die Gehölze 2-3 im Jahr auf Stock gesetzt werden oder am besten noch ganz verschwinden." - ja, scheiß auf die brütenden Vögel und die lebenden Pflanzen... Was tut man nicht alles für einen freien Blick auf die Alster...
usw.
Dazu noch viele zweifelhafte Vorgänge in Sachen Baumschutz... Irgendwie hat man verpennt, den Leute im Kindesalter die Wichtigkeit der Natur zu erläutern... naja, Geld und Macht und man selbst ist ja immer wichtiger...
Da werden auch schon mal neu gepflanzte Bäume in der Nacht einfach abgesägt...
Die meinen sowas dann tatsächlich ernst!
Zwischen den Zeile kann man man dann immer solche Klassiker raus lesen:
-"Es ist ja schön, das Hamburg so grün ist, aber bitte ohne Baum vor meiner Haustür, da muss ich ja Laub wegmachen und einpaar Stunden im Jahr dafür aufwenden." Ja, wenn das jeder sagen würde...
- "Ich bin gerade erst in die Wohnung/Haus gezogen und möchte das der/die Baum/Bäume gefällt werden, weil die mir alles zu sehr beschatten" - Ja, die Bäume sind min. doppelt so alt wie du und waren auch schon bei der Besichtigung da und haben sich nicht erst danach einfach neben das Haus gestellt....
- "Ich möchte einen freien Blick auf die Alster, also verlange ich das die Gehölze 2-3 im Jahr auf Stock gesetzt werden oder am besten noch ganz verschwinden." - ja, scheiß auf die brütenden Vögel und die lebenden Pflanzen... Was tut man nicht alles für einen freien Blick auf die Alster...
usw.
Dazu noch viele zweifelhafte Vorgänge in Sachen Baumschutz... Irgendwie hat man verpennt, den Leute im Kindesalter die Wichtigkeit der Natur zu erläutern... naja, Geld und Macht und man selbst ist ja immer wichtiger...
Da werden auch schon mal neu gepflanzte Bäume in der Nacht einfach abgesägt...
Gruß, Claudia
- Norbert Jäger
- Beiträge: 323
- Registriert: 03.10.2007, 13:21
- Wohnort: RV
Re: Kolumne von Frank
Claudia....
Grüße
Norbert
Grüße
Norbert
Re: Kolumne von Frank
Hallo,
ich hatte mich bemüht, mit unterschiedlich gewählter Sprache und kompositorischen Mitteln die ambivalente Haltung des Menschen gegenüber der Natur am Beispiel eines Bonsaithemas darzustellen, presste dann das ganze über zwei sich wiederholende, ineinander verschachtelte Motive als Kontrapunkt und Bezugsrahmen mit dem Schlusssatz in fünf Absätze, um zusammen mit der Konkretheit des Inhaltes eine Art prosaischen Haiku-Effekt zu erzeugen und Claudia überliest die Punchline und bemerkt gar nicht, dass sie das kleine Stückchen Literatur hier glatt ausdrucken und in einem Rahmen im Büro aufhängen könnte, damit sie immer darauf zeigen kann, wenn wieder irgendein Idiot einen Baum fällen will.
Dann könnte sie ihm nämlich im wahrsten Sinne des Wortes zeigen, das es nie darum ging, was richtig oder falsch oder rechtens ist, das steht bereits fest, bevor derjenige in die Situation gekommen ist. Es geht für den Idioten dann nur noch darum, sich zu entscheiden …
ich hatte mich bemüht, mit unterschiedlich gewählter Sprache und kompositorischen Mitteln die ambivalente Haltung des Menschen gegenüber der Natur am Beispiel eines Bonsaithemas darzustellen, presste dann das ganze über zwei sich wiederholende, ineinander verschachtelte Motive als Kontrapunkt und Bezugsrahmen mit dem Schlusssatz in fünf Absätze, um zusammen mit der Konkretheit des Inhaltes eine Art prosaischen Haiku-Effekt zu erzeugen und Claudia überliest die Punchline und bemerkt gar nicht, dass sie das kleine Stückchen Literatur hier glatt ausdrucken und in einem Rahmen im Büro aufhängen könnte, damit sie immer darauf zeigen kann, wenn wieder irgendein Idiot einen Baum fällen will.
Dann könnte sie ihm nämlich im wahrsten Sinne des Wortes zeigen, das es nie darum ging, was richtig oder falsch oder rechtens ist, das steht bereits fest, bevor derjenige in die Situation gekommen ist. Es geht für den Idioten dann nur noch darum, sich zu entscheiden …
Grüße, Frank
___________
Ich will nur noch hupen !
___________
Ich will nur noch hupen !
Re: Kolumne von Frank
Hallo,
für mich ist Frank's Kolumne eher eine Liebeserklärung zur Natur und Claudia's Beitrag ein schimpfen gegen die Menschheit.
Frank
Und noch kurz am Rande.
Einen Baum in eine Schale zu pflanzen, ihm unsere momentane Vorstellung von Schönheit aufzuzwängen, ihn seiner Früchte zu berauben und ihn ständig zu schneiden. Das ist nicht natürlich.
für mich ist Frank's Kolumne eher eine Liebeserklärung zur Natur und Claudia's Beitrag ein schimpfen gegen die Menschheit.
Frank
Und noch kurz am Rande.
Einen Baum in eine Schale zu pflanzen, ihm unsere momentane Vorstellung von Schönheit aufzuzwängen, ihn seiner Früchte zu berauben und ihn ständig zu schneiden. Das ist nicht natürlich.
Thorsten
Freund von minorubonsaiblog
Freund von minorubonsaiblog
Kolumne von Frank (II)
(immer dran denken, dass ist eine Kolumne, übertrieben, mit keinerlei Anspruch auf Wahrheit, trifft hoffentlich den Kern und ist zusätzlich vielleicht noch unterhaltend)
Kolumne II: Bonsai-Mythos - Substrat
Bonsai-Neulinge und vielleicht sogar -liebhaber haben ein Problem: sie sind oft keine Gärtner
Und denken deshalb, dass ein Bonsai irgendetwas anderes ist als eine Pflanze.
Aber: jede Pflanze muss zum Weiterleben nur Wachsen, dazu braucht sie Licht, Nährstoffe und Wasser.
Vom Mythos des richtigen Bonsai-Substrates
Was gibt es nicht für eine Streit um das richtige Bonsaisubstrat, da wird gefachsimpelt, Erfahrungen ausgetauscht, Versuchsreihen gemacht. Jede Neu-Bonsaianer fragt fast automatisch sofort nach dem richtigen Stubstrat (kauft doch im bitte im Fachhandel, da ist doch schon Substrat in der Schale drin !). Einer Pflanze und so auch den Bonsais ist es jedoch völlig Wummpe, worauf sie wachsen, solange sie sich festhalten können (damit neue, feine Wurzeln nicht abbrechen) und sie Nährstoffe und Wasser über das Substrat aufnehmen können. Stimmt das alles für die jeweilige Pflanze, wachsen die auch auf einem Blech aus einer Coladose.
Entscheidend ist etwas ganz anderes: jede Bonsaiart braucht seine eigene, spezifische Menge an Wasser und Nährstoffen.
Nährstoffe werden den Bonsais wegen der kleine Schale jedoch nicht aus dem Substrat selbst (ist ja kaum was drin), sondern über Düngung zugeführt, deshalb ist es erst einmal egal, ob man ein nährstoffreiches Substrat oder 100% Styropor nimmt.
Es gibt für das richtige Substrat nur eine Entscheidung, die jeder Bonsailiebhaber treffen muss:
wie und wie oft werde ich düngen und giessen ?
Die Entscheidung des richtigen Substrates ist also dem Giess- und Düngeverhalten des Besitzer anzupassen.
Ich kenne da drei Varianten:
1. wer ein extrem durchlässiges Substrat wählt, kann so oft düngen und giessen, wie er will (und muss das auch), alles, was der Baum nicht braucht, wird unten sofort wieder rauslaufen, der Baum nimmt also nur während des Giessens Nährstoffe und Wasser auf
2. wer nur Nadelbäume oder nur eine Art Laubbaum hat, kann für alle Bäume das gleiche Substrat verwenden und alle gleich oft giessen und düngen
3. wer sehr unterschiedliche Bäume hat (eine Kiefer, einen Ahorn, einen Fünffingerstrauch) muss alle unterschiedlich oft düngen und giessen oder sollte eben ein Substrat wählen, dass die Bedürfnisse der Pflanze dem eigenen Giess-und Düngeverhalten ANGLEICHT
Ersteres ist z.B. die bekannte Methode von Walter Pall. Er wählt ein sehr durchlässiges Substrat mit nur einem sehr geringen Torfanteil und giesst und düngt seine Bäume dauernd und konsequent. Ok, dann muss man nur einen sehr günstigen Dünger finden und unter seinen Bonsaipodesten ein Auffangbecken installieren, damit man das Grundwasser nicht mit dem ganzen überschüssigen Dünger verseucht (oder damit man das Gemisch gleich wieder oben reingiessen kann).
Der zweite Fall ist ja ja eher selten, die meisten Liebhaber werden sowohl Nadel- als auch Laubbäume besitzen, Säufer und Nichtsäufer, Bäume, die eher mehr Dünger brauchen oder die es karg lieben.
Letzteres wird also der Normalfall sein und jetzt gilt es halt zu entscheiden, wie und wie oft man giesst und düngt.
Ist man ein Spezialist, der jeden Baum wirklich jeden Tag 1-3x mal einzeln ansieht, um zu erkennen, ob gegossen werden muss ?
Ist man so gut, dass man am Laub erkennt, ob der Baum Dünger benötigt ?
Giesst man einfach jeden Tag jeden Baum gleich viel, vielleicht sogar automatisch und düngt einfach einmal pro Woche ?
Mal ein kleiner Einschub aus dem normalen Gartenbereich:
kauft man im Gartencenter eine Pflanze, guck man auf den Aufkleber oder Einstecker und liest: aha, brauchts sonnig und trocken. Die Pflanze steckt bereits in sandigem Boden, komischerweise jedoch mit einem recht hohen Humusanteil. Und gleich daneben steht ein Packen mit genau der gleichen Erdmischung. Warum wohl ?
Das ist einfach: wenn die Pflanze das Umsetzen im Garten nicht überlebt, denkt man ansonsten, dass das Gartencenter schlechte Pflanzen verkauft und kauft dort nicht mehr ein. Deshalb soll man gleich das richtige Substrat mitkaufen, und sich erstmal nicht ums Düngen kümmern müssen, der Dünger in dem Humusanteil ist dann für mindestens ein Jahr drin. Einmal angewachsen, holt die Pflanze sich weiteren Dünger schon durch das Wachstum der Wurzeln selbst. Und diese spezielle Pflanze, die man gerade in der Hand hält, ist halt eine, die Staunässe an den Wurzeln nicht verkraftet und trotzdem schnell wächst und viele Nährstoffe braucht, im Topf sind deshalb wahrscheinlich ein nährstoffreicher Humus mit ein bisschen Kies oder Sand.
Oder man kauft eine Pflanze, die fast ausschliesslich in Lehm steckt. Gut, die braucht halt dauernd Wasser.
Grossen Bäumen im Garten ist das alles zumeist ziemlich schnuppe, die haben einen riesigen Wurzelballen und lassen die Wurzeln halt wachsen, wenn sie neue unterirdische Areale mit Dünger erschliessen müssen. Oder haben Pfahlwurzeln, um direkt im Grundwasser zu stehen.
Bonsais haben aber kleine Schalen, die auch nicht dem artbezogenen Wachstum des Wurzelballens angepasst sind (Eichen müssten dann ja in eine Kaskadenschale). Und in den viel zu kleinen Schalen muss man jetzt nur noch dafür sorgen, dass der Baum mit einem selbst klarkommt.
Nunja ...
- das mit dem "Festhalten" ist bei Bonsai egal, alle Bäume werden sowieso in der Schale festgedrahtet
- man will nicht gross darüber nachdenken, wie man giesst. Im Winter vielleicht einmal pro Woche, Frühling und Herbst vielleicht einmal pro Tag und im Sommer, wenn es richtig heisst ist, vielleicht zwei- bis dreimal pro Tag (je nach Standort), aber noch komplizierter ? Ne danke ...
- dauernd Dünger anzusetzen ist auch doof, also will man während der Wachstumsperiode vielleicht einfach einmal pro Woche düngen
Daraus ergibt sich:
- das Wichtigste vorneweg: jedes Substrat ist richtig, wenn man damit gute Erfahrungen gemacht hat
- man muss wissen, was man für eine Pflanze hat, wie trocken oder feucht sie es mag, wie oft sie Wasser braucht, ob sie auch mal komplett abtrocknen kann oder nicht, wie viel Dünger sie braucht und wie oft und PASST dann einfach das Substrat entsprechend der Durchlässigkeit und des Nährstoffanteils so an, dass man darüber die Bonsais an das eigene Giess- und Düngeverhalten angleicht
- ein Humusanteil ist sinnvoll, wenn man in gleichen Abständen düngen will
- für Nadelbäume nimmt man ein eher nicht so durchlässigeres Substrat
- für Laubbäume nimmt man ein durchlässigeres Substrat
- Säufer, die auch stark wachsen, wie z.B. ein Fünffingerstrauch bekommen deutlich mehr Humusanteil
- Säufer, die nicht so stark wachsen, bekommen auch deutlich mehr Humusanteil, aber dann z.B. eher Kokosfasern, damit nicht überdüngt wird
- gegossen wird, wenns oben trocken aussieht und bis es unten rausläuft
- will man sein Giessverhalten noch länger strecken können, weil man das giessen auchmal vergiesst, nimmt man einen Anteil eines Substrates dazu, dass sehr lange Wasser speichert, muss dann aber seine Bonsai schonmal vor Regen schützen, wenn es wochenlang schüttet
- die Bestandteile sind aber beliebig durch andere Substrate, wie Bonkoko, Blähton, Styropor und was-weiss-ich-schon auszutauschen
Ergo:
Das Problem sitzt immer vor dem Baum.
Überschüssiges Wasser fliesst im "richtigen" Substrat so schnell ab, wie der Baum es braucht, damit die Wurzeln nicht faulen.
Gutes Substrat speichert so lange Wasser, bis man wieder giesst.
Gutes Substrat erzeugt ein Düngerdepot, wenn man nicht so oft düngt.
Oder:
Man nimmt ein total durchlässiges Substrat ohne Humusanteil und düngt und giesst bis zum Abwinken …
Ich habe fertig. Diskussionen oder Streits über das richtige Substrat hoffentlich auch irgendwann ...
Kolumne II: Bonsai-Mythos - Substrat
Bonsai-Neulinge und vielleicht sogar -liebhaber haben ein Problem: sie sind oft keine Gärtner
Und denken deshalb, dass ein Bonsai irgendetwas anderes ist als eine Pflanze.
Aber: jede Pflanze muss zum Weiterleben nur Wachsen, dazu braucht sie Licht, Nährstoffe und Wasser.
Vom Mythos des richtigen Bonsai-Substrates
Was gibt es nicht für eine Streit um das richtige Bonsaisubstrat, da wird gefachsimpelt, Erfahrungen ausgetauscht, Versuchsreihen gemacht. Jede Neu-Bonsaianer fragt fast automatisch sofort nach dem richtigen Stubstrat (kauft doch im bitte im Fachhandel, da ist doch schon Substrat in der Schale drin !). Einer Pflanze und so auch den Bonsais ist es jedoch völlig Wummpe, worauf sie wachsen, solange sie sich festhalten können (damit neue, feine Wurzeln nicht abbrechen) und sie Nährstoffe und Wasser über das Substrat aufnehmen können. Stimmt das alles für die jeweilige Pflanze, wachsen die auch auf einem Blech aus einer Coladose.
Entscheidend ist etwas ganz anderes: jede Bonsaiart braucht seine eigene, spezifische Menge an Wasser und Nährstoffen.
Nährstoffe werden den Bonsais wegen der kleine Schale jedoch nicht aus dem Substrat selbst (ist ja kaum was drin), sondern über Düngung zugeführt, deshalb ist es erst einmal egal, ob man ein nährstoffreiches Substrat oder 100% Styropor nimmt.
Es gibt für das richtige Substrat nur eine Entscheidung, die jeder Bonsailiebhaber treffen muss:
wie und wie oft werde ich düngen und giessen ?
Die Entscheidung des richtigen Substrates ist also dem Giess- und Düngeverhalten des Besitzer anzupassen.
Ich kenne da drei Varianten:
1. wer ein extrem durchlässiges Substrat wählt, kann so oft düngen und giessen, wie er will (und muss das auch), alles, was der Baum nicht braucht, wird unten sofort wieder rauslaufen, der Baum nimmt also nur während des Giessens Nährstoffe und Wasser auf
2. wer nur Nadelbäume oder nur eine Art Laubbaum hat, kann für alle Bäume das gleiche Substrat verwenden und alle gleich oft giessen und düngen
3. wer sehr unterschiedliche Bäume hat (eine Kiefer, einen Ahorn, einen Fünffingerstrauch) muss alle unterschiedlich oft düngen und giessen oder sollte eben ein Substrat wählen, dass die Bedürfnisse der Pflanze dem eigenen Giess-und Düngeverhalten ANGLEICHT
Ersteres ist z.B. die bekannte Methode von Walter Pall. Er wählt ein sehr durchlässiges Substrat mit nur einem sehr geringen Torfanteil und giesst und düngt seine Bäume dauernd und konsequent. Ok, dann muss man nur einen sehr günstigen Dünger finden und unter seinen Bonsaipodesten ein Auffangbecken installieren, damit man das Grundwasser nicht mit dem ganzen überschüssigen Dünger verseucht (oder damit man das Gemisch gleich wieder oben reingiessen kann).
Der zweite Fall ist ja ja eher selten, die meisten Liebhaber werden sowohl Nadel- als auch Laubbäume besitzen, Säufer und Nichtsäufer, Bäume, die eher mehr Dünger brauchen oder die es karg lieben.
Letzteres wird also der Normalfall sein und jetzt gilt es halt zu entscheiden, wie und wie oft man giesst und düngt.
Ist man ein Spezialist, der jeden Baum wirklich jeden Tag 1-3x mal einzeln ansieht, um zu erkennen, ob gegossen werden muss ?
Ist man so gut, dass man am Laub erkennt, ob der Baum Dünger benötigt ?
Giesst man einfach jeden Tag jeden Baum gleich viel, vielleicht sogar automatisch und düngt einfach einmal pro Woche ?
Mal ein kleiner Einschub aus dem normalen Gartenbereich:
kauft man im Gartencenter eine Pflanze, guck man auf den Aufkleber oder Einstecker und liest: aha, brauchts sonnig und trocken. Die Pflanze steckt bereits in sandigem Boden, komischerweise jedoch mit einem recht hohen Humusanteil. Und gleich daneben steht ein Packen mit genau der gleichen Erdmischung. Warum wohl ?
Das ist einfach: wenn die Pflanze das Umsetzen im Garten nicht überlebt, denkt man ansonsten, dass das Gartencenter schlechte Pflanzen verkauft und kauft dort nicht mehr ein. Deshalb soll man gleich das richtige Substrat mitkaufen, und sich erstmal nicht ums Düngen kümmern müssen, der Dünger in dem Humusanteil ist dann für mindestens ein Jahr drin. Einmal angewachsen, holt die Pflanze sich weiteren Dünger schon durch das Wachstum der Wurzeln selbst. Und diese spezielle Pflanze, die man gerade in der Hand hält, ist halt eine, die Staunässe an den Wurzeln nicht verkraftet und trotzdem schnell wächst und viele Nährstoffe braucht, im Topf sind deshalb wahrscheinlich ein nährstoffreicher Humus mit ein bisschen Kies oder Sand.
Oder man kauft eine Pflanze, die fast ausschliesslich in Lehm steckt. Gut, die braucht halt dauernd Wasser.
Grossen Bäumen im Garten ist das alles zumeist ziemlich schnuppe, die haben einen riesigen Wurzelballen und lassen die Wurzeln halt wachsen, wenn sie neue unterirdische Areale mit Dünger erschliessen müssen. Oder haben Pfahlwurzeln, um direkt im Grundwasser zu stehen.
Bonsais haben aber kleine Schalen, die auch nicht dem artbezogenen Wachstum des Wurzelballens angepasst sind (Eichen müssten dann ja in eine Kaskadenschale). Und in den viel zu kleinen Schalen muss man jetzt nur noch dafür sorgen, dass der Baum mit einem selbst klarkommt.
Nunja ...
- das mit dem "Festhalten" ist bei Bonsai egal, alle Bäume werden sowieso in der Schale festgedrahtet
- man will nicht gross darüber nachdenken, wie man giesst. Im Winter vielleicht einmal pro Woche, Frühling und Herbst vielleicht einmal pro Tag und im Sommer, wenn es richtig heisst ist, vielleicht zwei- bis dreimal pro Tag (je nach Standort), aber noch komplizierter ? Ne danke ...
- dauernd Dünger anzusetzen ist auch doof, also will man während der Wachstumsperiode vielleicht einfach einmal pro Woche düngen
Daraus ergibt sich:
- das Wichtigste vorneweg: jedes Substrat ist richtig, wenn man damit gute Erfahrungen gemacht hat
- man muss wissen, was man für eine Pflanze hat, wie trocken oder feucht sie es mag, wie oft sie Wasser braucht, ob sie auch mal komplett abtrocknen kann oder nicht, wie viel Dünger sie braucht und wie oft und PASST dann einfach das Substrat entsprechend der Durchlässigkeit und des Nährstoffanteils so an, dass man darüber die Bonsais an das eigene Giess- und Düngeverhalten angleicht
- ein Humusanteil ist sinnvoll, wenn man in gleichen Abständen düngen will
- für Nadelbäume nimmt man ein eher nicht so durchlässigeres Substrat
- für Laubbäume nimmt man ein durchlässigeres Substrat
- Säufer, die auch stark wachsen, wie z.B. ein Fünffingerstrauch bekommen deutlich mehr Humusanteil
- Säufer, die nicht so stark wachsen, bekommen auch deutlich mehr Humusanteil, aber dann z.B. eher Kokosfasern, damit nicht überdüngt wird
- gegossen wird, wenns oben trocken aussieht und bis es unten rausläuft
- will man sein Giessverhalten noch länger strecken können, weil man das giessen auchmal vergiesst, nimmt man einen Anteil eines Substrates dazu, dass sehr lange Wasser speichert, muss dann aber seine Bonsai schonmal vor Regen schützen, wenn es wochenlang schüttet
- die Bestandteile sind aber beliebig durch andere Substrate, wie Bonkoko, Blähton, Styropor und was-weiss-ich-schon auszutauschen
Ergo:
Das Problem sitzt immer vor dem Baum.
Überschüssiges Wasser fliesst im "richtigen" Substrat so schnell ab, wie der Baum es braucht, damit die Wurzeln nicht faulen.
Gutes Substrat speichert so lange Wasser, bis man wieder giesst.
Gutes Substrat erzeugt ein Düngerdepot, wenn man nicht so oft düngt.
Oder:
Man nimmt ein total durchlässiges Substrat ohne Humusanteil und düngt und giesst bis zum Abwinken …
Ich habe fertig. Diskussionen oder Streits über das richtige Substrat hoffentlich auch irgendwann ...
Zuletzt geändert von abardo am 09.08.2016, 12:51, insgesamt 3-mal geändert.
Grüße, Frank
___________
Ich will nur noch hupen !
___________
Ich will nur noch hupen !
Re: Kolumne von Frank (II)
Bei andere Gelegenheit kommt garantiert mal einer - ich hab mal gelesen man kann auch 100& Styropor nehmen - was haltet ihr davon.abardo hat geschrieben: oder 100% Styropor nimmt..
Da möcht ich fast drauf wetten
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Re: Kolumnen von Frank (I+II)
Klar geht das.
Habe mal einen Rest von einer Styrodur-Platte (die ich sonst zum Bogenschiessen verwende) im Garten vergessen. Nach einem Jahr war die nicht nur bemoost, es hatten sich auch schon die ersten Sämlinge mit den Wurzeln reingebohrt.
Wenn du die Schale mit Styropor-Krümeln füllst, hast du sogar auch noch die beste Belüftung der Wurzeln. Wie du dann entsprechend der Baumart und der jeweiligen Witterung sowohl eine korrekte Wasser und Düngerzufuhr hinkriegst, ist dann dir überlassen. Styropor und Kokos sollte aber schon ein grösseres "Gies/Dünge-Fenster" öffnen ...
Habe mal einen Rest von einer Styrodur-Platte (die ich sonst zum Bogenschiessen verwende) im Garten vergessen. Nach einem Jahr war die nicht nur bemoost, es hatten sich auch schon die ersten Sämlinge mit den Wurzeln reingebohrt.
Wenn du die Schale mit Styropor-Krümeln füllst, hast du sogar auch noch die beste Belüftung der Wurzeln. Wie du dann entsprechend der Baumart und der jeweiligen Witterung sowohl eine korrekte Wasser und Düngerzufuhr hinkriegst, ist dann dir überlassen. Styropor und Kokos sollte aber schon ein grösseres "Gies/Dünge-Fenster" öffnen ...
Grüße, Frank
___________
Ich will nur noch hupen !
___________
Ich will nur noch hupen !
Re: Kolumnen von Frank (I+II)
Na, ich weiß nicht. Ich stell mir grad einen etwas älteren/größeren Baum vor, In ein Schale (3-4cm hoch) voller Styroporküglechen und viel. ein bisschen windig. Evtl. muss der auch mal getaucht werden ? Stell ich mir recht lustig vor.
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Kolumne III: Man kennt uns schon
Kolumne III: Man kennt uns schon
Bonsai kennt keiner ? Vor fünf Jahren konnte man von Glück reden, wenn das Wort Bonsai rudimentär mit Japan in Verbindung gebracht und nicht für das Gericht Nr. 17 auf der Speisekarte vom Chinesen um die Ecke gehalten wurde. Oder irgendein neues Shopping-Portal. Wenn einer fragte, was man so als Hobby hat, und man dann "Bonsai" sagte, kam eher mal ein: "Ja, so ne Asien-Karre hat ich auch mal. Taugen nix, kriegste keine Ersatzteile für."
Mittlerweile ist Bonsai aber überall bekannt.
Ein paar Beispiele:
Kaufe letztens beim Baustoffhändler: eine 40x40-Terrassenplatte, eine 7x7-Bangkirai-Latte und einen Sack Schüttung und frage dann noch, ob ich die Polygonplatten auch pro Stück kaufen kann.
Der Verkäufer darauf ganz trocken: "Kleine Terrasse oder Bonsai ?"
Das geht auch in der Gärtnerei, wenn man auf den Knien das Nebari beguckt:
Verkäuferin: "Wat machen Sie-n-da ?"
Ich: "Guck mir den Stammansatz an und ob die gepfropft sind oder nicht"
Verkäuferin: "Aber jetzt nich och noch mit den Fingern drin rumpopeln, wa.", wobei Sie mit Ihrem Fingern deutlichst vor meinem Gesicht rumfuchtelte, dass ich schon glaubte, Sie würde das in meiner Nase machen wollen.
Die kannte uns Bonsaianer also auch schon.
Ein Freund von mir hat mal im Winter eine Potentilla in der U-Bahn transportiert, nachdem sein Sitznachbar mit schrägem Kopf ein paar Stationen geguckt hatte, sagte der Typ einfach: "Scheint mir ne Gelbe zu sein. Bei denen musst du aufpassen, die sind viel empfindlicher als die Weissen". In der U-Bahn ! Ohne Blüten ! Nur durch gucken !
Letztens haben wir zwei Bäume von einem Auto ins Andere umgeladen und standen dazu auf einem Parkplatz in der Nähe eines Bahnhofs. Kamen zwei Jugendliche vorbei, während ich gerade einen Baum aus dem Kofferraum holte. Sagte der Eine zu seinem Kumpel: "Ey-der-Baum-ist-voll-schwul-Mann". So in einem Rutsch. So ... einmal Ausmatmen ohne zwischendurch die Lippen zu schliessen.
Frechheit.
Während beide kichernd weiterliefen, überlegte ich noch, was ich ihnen nachrufen sollte.
"Hättest du in Bio aufgepasst, wüsstest du, dass Wacholder hetero sind" wäre eine Möglichkeit gewesen.
Habs dann aber doch nicht gesagt, denn der zweite Baum war, ja genau ...
Eine Eiche. Das Jüngelchen hatte es Bonsai-technisch voll drauf !
Bonsai kennt keiner ? Vor fünf Jahren konnte man von Glück reden, wenn das Wort Bonsai rudimentär mit Japan in Verbindung gebracht und nicht für das Gericht Nr. 17 auf der Speisekarte vom Chinesen um die Ecke gehalten wurde. Oder irgendein neues Shopping-Portal. Wenn einer fragte, was man so als Hobby hat, und man dann "Bonsai" sagte, kam eher mal ein: "Ja, so ne Asien-Karre hat ich auch mal. Taugen nix, kriegste keine Ersatzteile für."
Mittlerweile ist Bonsai aber überall bekannt.
Ein paar Beispiele:
Kaufe letztens beim Baustoffhändler: eine 40x40-Terrassenplatte, eine 7x7-Bangkirai-Latte und einen Sack Schüttung und frage dann noch, ob ich die Polygonplatten auch pro Stück kaufen kann.
Der Verkäufer darauf ganz trocken: "Kleine Terrasse oder Bonsai ?"
Das geht auch in der Gärtnerei, wenn man auf den Knien das Nebari beguckt:
Verkäuferin: "Wat machen Sie-n-da ?"
Ich: "Guck mir den Stammansatz an und ob die gepfropft sind oder nicht"
Verkäuferin: "Aber jetzt nich och noch mit den Fingern drin rumpopeln, wa.", wobei Sie mit Ihrem Fingern deutlichst vor meinem Gesicht rumfuchtelte, dass ich schon glaubte, Sie würde das in meiner Nase machen wollen.
Die kannte uns Bonsaianer also auch schon.
Ein Freund von mir hat mal im Winter eine Potentilla in der U-Bahn transportiert, nachdem sein Sitznachbar mit schrägem Kopf ein paar Stationen geguckt hatte, sagte der Typ einfach: "Scheint mir ne Gelbe zu sein. Bei denen musst du aufpassen, die sind viel empfindlicher als die Weissen". In der U-Bahn ! Ohne Blüten ! Nur durch gucken !
Letztens haben wir zwei Bäume von einem Auto ins Andere umgeladen und standen dazu auf einem Parkplatz in der Nähe eines Bahnhofs. Kamen zwei Jugendliche vorbei, während ich gerade einen Baum aus dem Kofferraum holte. Sagte der Eine zu seinem Kumpel: "Ey-der-Baum-ist-voll-schwul-Mann". So in einem Rutsch. So ... einmal Ausmatmen ohne zwischendurch die Lippen zu schliessen.
Frechheit.
Während beide kichernd weiterliefen, überlegte ich noch, was ich ihnen nachrufen sollte.
"Hättest du in Bio aufgepasst, wüsstest du, dass Wacholder hetero sind" wäre eine Möglichkeit gewesen.
Habs dann aber doch nicht gesagt, denn der zweite Baum war, ja genau ...
Eine Eiche. Das Jüngelchen hatte es Bonsai-technisch voll drauf !
Zuletzt geändert von abardo am 27.05.2015, 11:05, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße, Frank
___________
Ich will nur noch hupen !
___________
Ich will nur noch hupen !
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sylvan_spirit
- Beiträge: 243
- Registriert: 20.11.2012, 22:22
Re: Kolumnen von Frank (I+II+III)
Hallo Frank,
vielen Dank, hab' mich köstlich amysiert.
Schönen Abend.
Waldgeist.
vielen Dank, hab' mich köstlich amysiert.
Schönen Abend.
Waldgeist.
Kolumne IV: Der Rat der Weisen
Kolumne IV: Der Rat der Weisen
Was ist der grösste Fehler, den Bonsaianfänger machen können ?
Richtig: sich beraten zu lassen.
Der erste Bonsai wird ja oft genug geschenkt oder wird im Baumarkt gekauft oder man sieht mal einen in einem Foyer rumstehen und denkt sich, dass man sowas auch mal haben will. Und dann wird er adhoc mit falscher Pflege und unnötigem Aktionismus zugrunde gerichtet, denkt sich, dass man im Internet fragen könnte und bekommt dann Antworten wie folgende:
"Das ist ein Outdoor, den kannst du draussen überwintern, aber nur wenn es nicht "diese Varietät" ist, den muss du dann soundso schützen, aber nur wenn es nicht schneit und nicht unter X Grad wird, dann machst du lieber das".
"Den kannst du auch kurz mal reinnehmen, aber nur, wenn es noch nicht geforen hatte, dann aber nicht länger als X und nur unter Licht wie folgt".
"Schneid den mal hier" und dann eine Woche später: "aber doch nicht JETZT !".
"Gegen den Befall kannst du das nehmen, ist in Deutschland aber nicht mehr zugelassen, kannst du hier kaufen, mach das dann so, weil eine Anleitung nur auf japanisch beiliegt".
"Du kannst das Substrat nehmen oder wie er hier, der nimmt die Kombination, aber nur bei denen, und dann auch nur in Verbindung mit dem oder lieber so und so".
Und der Ratschlag kommt von jemandem, der seit 20 Jahren keinen Baumarktbonsai mehr hatte, sondern nur erwürdige, alte Bonsai, um die sich seit 50 Jahren professionell gekümmert wurde, der jede kleinste Veränderung sofort erkennt und sanft eingreift.
Was soll ein Anfänger jetzt damit anfangen ?
Gegenbeispiele:
Hier mal ein paar Ratschläge, die ich mir am Anfang gewünscht hätte:
Und dann, dann mach mal was Verrücktes
Was ist der grösste Fehler, den Bonsaianfänger machen können ?
Richtig: sich beraten zu lassen.
Der erste Bonsai wird ja oft genug geschenkt oder wird im Baumarkt gekauft oder man sieht mal einen in einem Foyer rumstehen und denkt sich, dass man sowas auch mal haben will. Und dann wird er adhoc mit falscher Pflege und unnötigem Aktionismus zugrunde gerichtet, denkt sich, dass man im Internet fragen könnte und bekommt dann Antworten wie folgende:
"Das ist ein Outdoor, den kannst du draussen überwintern, aber nur wenn es nicht "diese Varietät" ist, den muss du dann soundso schützen, aber nur wenn es nicht schneit und nicht unter X Grad wird, dann machst du lieber das".
"Den kannst du auch kurz mal reinnehmen, aber nur, wenn es noch nicht geforen hatte, dann aber nicht länger als X und nur unter Licht wie folgt".
"Schneid den mal hier" und dann eine Woche später: "aber doch nicht JETZT !".
"Gegen den Befall kannst du das nehmen, ist in Deutschland aber nicht mehr zugelassen, kannst du hier kaufen, mach das dann so, weil eine Anleitung nur auf japanisch beiliegt".
"Du kannst das Substrat nehmen oder wie er hier, der nimmt die Kombination, aber nur bei denen, und dann auch nur in Verbindung mit dem oder lieber so und so".
Und der Ratschlag kommt von jemandem, der seit 20 Jahren keinen Baumarktbonsai mehr hatte, sondern nur erwürdige, alte Bonsai, um die sich seit 50 Jahren professionell gekümmert wurde, der jede kleinste Veränderung sofort erkennt und sanft eingreift.
Gegenbeispiele:
- es wird immer geraten, dass Indoors im Sommer draussen stehen können. Ich habe gelernt, dass Ficus sehr zickig auf einen Standardwechsel reagieren, lass Indoors doch drinnen, sind doch Indoors
- kein Outdoor-Bonsai stirbt, wenn er im Winter keinen Frost abbekommt
- kein Bonsai stirbt an dem Substrat, in dem er von einer Bonsaischule verkauft wurde
Hier mal ein paar Ratschläge, die ich mir am Anfang gewünscht hätte:
- kaufe Bonsai in Bonsaischulen, suche dir welche, die für dich schon fixfertig aussehen, die dir gefallen, frage den Verkäufer, wo der stehen und wie oft gegossen werden muss und dann mach genau das: lass ihn stehen und gies ihn ab und zu
- kauf dir 10 von solchen Bonsai, damit dir nicht langweilig wird und du auf keinen Fall etwas anderes mit den Bäumen machst, als beim Wachsen zuzugucken
- lese viel, aber mach das nicht mit deinen Bäumen, sondern merke die nur, was man machen kann
- besuche Ausstellungen und suche dir dann Werkzeug, Schalen, Untersetzer, Tische, lerne Fotografieren, beschäftige dich mit 10 Beistellern (die sind einfach): damit du auf keinen Fall etwas anderes mit den Bäumen machst, als beim Wachsen zuzugucken
- bau dir für deine Outdoors ein beheizbares Kalthaus für den Winter
- Umsetzen ist etwas anderes als Umtopfen
- ab dem zweiten Jahr weisst du, was mit deiner Pflege überlebt, dann hol dir von denen noch mehr und fang dann mit Erhaltungsschnitten an, schneide an einem und den anderen von der gleichen Art, lässt du wachsen, vergleiche die beiden dann übers Jahr
- dokumentiere deine Bäume. Fotografiere wo du was geschnitten hast und vergleiche dann im nächsten Jahr, zu was das geführt hat
- nimm mal eine Baumschulpflanze dazu. Falls die erste "Gestaltung" schief geht, wird es dich nicht gleich umwerfen, weil du ja noch andere hast, die du gut versorgt hast
- mach dir dann einen Kalender pro Pflanze, damit du jeden Monat weisst, ob etwas zu tun ist und verbessere den Kalender immer wieder
- geh kein Risiko ein, weder beim Überwintern (Kalthaus !), noch beim Substrat (nimm was die Bonsaischule empfiehlt !), noch bei Zeitpunkten (halte dich strikt an Pflegekalender)
- topfe nicht gleich um, die meisten Bäume überleben einige Jahre in der Erde, in der sie stehen
- es ist normal, dass du mal eine Pflanze killen wirst
- schmeiss weg, was krank ist oder nur "rummickert". Oder pflanz es in den Garten. Das ärgert sonst nur mehr, als du dadurch lernst
Und dann, dann mach mal was Verrücktes
Zuletzt geändert von abardo am 27.05.2015, 11:06, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße, Frank
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Ich will nur noch hupen !
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Ich will nur noch hupen !
Re: Kolumnen von Frank (I+II+III+IV)
abardo hat geschrieben:Kolumne IV: Der Rat der Weisen
Nachfolgendes wäre damals für mich (!) noch ganz hilfreich gewesenabardo hat geschrieben:[*]lese viel [...]
- und stelle dir dabei einen Wecker (oder nutze ein ein anderes geeignetes Mittel), um dich nach einer gewissen Zeit aus der schier unergründlichen Informationstiefe des Forums wieder herauszuholen
LG, Stephan
Re: Kolumnen von Frank (I+II+III+IV)
Hallo Frank,
habe geschmunzelt und hat auch etwas gespiegelt.

habe geschmunzelt und hat auch etwas gespiegelt.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
