Lindenstumpf

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
MerschelMarco
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Lindenstumpf

Beitrag von MerschelMarco »

Ein neues Projekt.
Ausgangspunkt war eine Laubholzanpflanzung die gerade durchforstet wurde. So war es kein Problem da einige Pflanzen auszugraben, die Waldarbeiter waren froh, da genau die Pflanzen, die für mich interessant waren ohnehin der Motorsäge zum Opfer gefallen wären. Andererseits waren die Bäume nicht unbedingt vielversprechend. Einige hatten einen guten Wurzelansatz, aber bedingt durch die dichte Pflanzung keinerlei Stammverjüngung.
Die Zeit mit Ende September war auch nach den allgemeinen Kriterien des Ausgrabens suboptimal. Nichts desto trotz grub ich drei Rotbuchen und eben dies Linde aus. Alle vier Bäume wurden radikal auf Stumpf geschnitten und wurden Im Anschluss ins Feld gesetzt. Erstaunlicherweise überlebten alle 4 Bäume das Ausgraben, was mich etwas grübeln läßt.

2012 holte ich den Baum aus dem Garten und setzte ihn in eine Trainingsschale.

Jetzt zwei Jahre später kann ich doch einigermaßen verblüfft zurückschauen.


Viele Grüße,
Marco
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Der Baum im Feld, nicht wirklich toll
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frisch ausgegraben und zusammengestutzt, auch nicht toll
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Frühjahr 2012, frisch aus dem Feld
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erneut zusammengestutzt
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favorisierte Vorderseite
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Größenvergleich
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etwas ausgeputzt und gedrahtet
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reiner.e
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von reiner.e »

Hallo Marco,
tolle Entwicklung in der kurzen Zeit *daumen_new*
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Norbert_S
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Norbert_S »

Ein Anblick der Freude bereitet und Vorfreude auf zukünftige Bilder aufkommen lässt, Marco.

Deine Bedenken hinsichtlich des Ausgrabungstermins teile ich nicht, zum Glück ist die Linde meiner Meinung.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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Mac Best
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Mac Best »

Na aber hallo...der macht doch eine gute Figur. Da hat sich die Mühe mit eigentlich unbrauchbarem Material gelohnt. Wenn die Wurzel auf der linken Seite da irgendwann nicht mehr wie ein Tausendfüßler hochkrabbelt, hast du da eine glaubwürdige Linde. Zeig doch mal bitte die anderen Seiten, ob da die Stümpfe auch so gut passen...

Gruß, Tobi
Sich von Konsumgeilheit und Medialer Dauerbeschallung verführen zu lassen, liegt in den eigenen Händen, wer mitmacht, PECH GEHABT !!!
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Ferry
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Ferry »

Hallo Marco,

konsequent durchgeführt! So sieht eine Linde aus. *daumen_new*

Wenn es mein Baum wäre, würde ich es ohne den rechten Ast versuchen. Eine vernarbte, überwallte Schnittstelle am Stamm würde dazu passen.

Viele Grüße,
F.
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#linde-28.10.14_1web.jpg
LG,
F.
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Jürg Stäheli
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Jürg Stäheli »

Hallo Marco
Wenn ich das erste Bild anschaue, denke ich - nie! aber auch gar nie! gibt es daraus etwas Gescheites. Dass die Bäume überlebt haben, wundert mich nicht, aber was du in der kurzen Zeit daraus gemacht hast, wundert mich sehr. Die Linde hat ja schon eine starke Ausstrahlung, so richtig nach Linde. Die möchte ich unbedingt wieder sehen.
Liebe Grüsse
Jürg
MerschelMarco
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von MerschelMarco »

Mac Best hat geschrieben: Wenn die Wurzel auf der linken Seite da irgendwann nicht mehr wie ein Tausendfüßler hochkrabbelt, hast du da eine glaubwürdige Linde. Zeig doch mal bitte die anderen Seiten, ob da die Stümpfe auch so gut passen...

Gruß, Tobi
Tobi, mit der Wurzel bin ich mir noch unschlüssig. Soll sie bleiben als Charaktermerkmal oder fällt sie doch noch? Wenn man die zwischenräume mit Moos ausstopft sieht das gleich wesentl. gefälliger aus, ebenso wenn die Wurzel noch altert. Ich weiss es noch nicht was ich da tue.
Die Rückseite ist keine Alternative. Die Stümpfe wurden so angelegt, das sie von der Vorderseite möglichst gut kaschierbar sind, entsprechend sind sie von der Rückseite voll einsehbar. Außerdem gibt es da ein Problem mit einer großen Wurzel, die an der Schnittstelle einen mächtigen Kallus gebildet hat. Der wird zwar bearbeitet, aber der Fehler wird wohl nie richtig behebbar sein.
Norbert_S hat geschrieben: Deine Bedenken hinsichtlich des Ausgrabungstermins teile ich nicht, zum Glück ist die Linde meiner Meinung.
Manchmal irrt man sich doch wirklich gerne :-D
Ferry hat geschrieben:
Wenn es mein Baum wäre, würde ich es ohne den rechten Ast versuchen. Eine vernarbte, überwallte Schnittstelle am Stamm würde dazu passen.

Viele Grüße,
F.
Ferry, das ist ja jetzt erst mal eine Art Rohentwurf. Der angesprochene Ast passt aus meiner Sicht gut ins Baumdesign, hat aber halt den Makel, dass er sehr jung aussieht.
Das ist eine generelles Problem der "Stumpfmethode". In der Regel werden da junge Bäume zusammengeschnitten, die dan in kurzer Zeit einen alten dicken Baum darstellen sollen. Durch die Schnitte lassen sich Totholzpartien, bzw. Löcher im Stamm nicht vermeiden. Das passt dann optisch überhaupt nicht zusammen. Ein glatter junger Stamm mit Löchern drin sieht eben krank, statt altehrwürdig aus. Das Problem habe ich natürlich auch hier und versuche das zu beheben. Im Vergleich zur Ausgangspflanze, denke ich auch mit Erfolg.
Zum einen lasse ich ich mehr Äste stehen als ich brauche. Die schneide ich dann immer erst ab, wenn die Schnittstellen einen Durchmesser haben, der innerhalb einer/zwei Vegetationsperioden wieder überwallt. dadurch bekommt der Stamm langsam eine Knubbelstruktur mit Verwachsungen die ihn gleich viel älter aussehen lassen. Genauso verfahre ich mit den Adventivknospen, die z.T. am Stamm in großer Zahl auftreten, Die knipse ich aktuell auch nicht gleich ab, sondern lasse die auch erst durchtreiben.
Bei dem angesprochenen Ast werde ich durch gezielte kleine Verletzungen versuchen, den optisch älter zu kriegen. Dann sollten auch so gerade Astpartien bedingt durch die Feldkultur, besser ins Bild passen. Soweit der Plan.

Viele Grüße,
Marco
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Martin_S
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Registriert: 05.01.2004, 20:26
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Martin_S »

Typisch für dich!
Schaut super gut aus.
M
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
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avicenna
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von avicenna »

Prima Entwicklung und wunderbarer Ansatz für eine tolle Entwicklung und Reife über die Jahre. Es zeigt sich immer wieder, und du hast es ja hier so gehandhabt, dass Yamadori eine immens höhere Überlebens-und Vtalisierungschance haben, wenn man sie ins Freiland pflanzt und ihnen Zeit gibt.

saludos
avicenna
Zuletzt geändert von avicenna am 29.10.2014, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Dirk K. aus L.
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Marco!
MerschelMarco hat geschrieben:Alle vier Bäume wurden radikal auf Stumpf geschnitten und wurden Im Anschluss ins Feld gesetzt. Erstaunlicherweise überlebten alle 4 Bäume das Ausgraben, was mich etwas grübeln läßt.

2012 holte ich den Baum aus dem Garten und setzte ihn in eine Trainingsschale.
Wie lange stand die Linde nach dem Ausgraben im Feld? Worauf achtest du bei der Feldkultur (Wässern, Dünger, Boden, Schnitt)?

Ansonsten: Die Verwandlung der Linde ist in der Tat beeindruckend, zumal in der kurzen Zeit.


Grüße, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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SteSt
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von SteSt »

Servus Marco,

da kann man wirklich nur sagen: Alles richtig gemacht! *daumen_new*

Ich denke die Feldkultur ist ein wichtiger Punkt der hier gezeigten Pflanze.
Die Linde kann in kürzester Zeit wieder unmengen an Wurzelmasse bilden, woraus dann die riesige Grünmasse resultiert, die du ja für den ordentlichen Aufbau der Krone oder zumindest der Sekundärstämme benötigst.

Super Bilddoku! :-D


LG Stefan
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gmür
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von gmür »

Superbaum, Gratuliere!!!

Wie sehen den die Rotbuchen aus? Bin auch erstaunt, dass die überlebt haben. Einerseits das Ausgraben im September und anderseits das auf Stumpf zurückschneiden. Aber ja, man lernt nie aus.

Danke fürs zeigen. Sehr spannende Story. Die Linde macht richtig Spass!
Gr¨sse aus der Schweiz
Stefan


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Barbara
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Barbara »

große klasse, Marco!

Da bekommt man gleich die Motivation, das auch mal zu versuchen. Stümpfe gibt es ja genug... :wink:

Die Rotbuchen würden mich auch mal interessieren.

Liebe Grüße,
Barbara
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Frank Abbing
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von Frank Abbing »

Schöner Baum und interessante Ideen zu dessen Alterung. Werde ich selber an meinem Lindenstumpf auch probieren, da ich dort die gleichen "Probleme" habe. :)
Liebe Grüße
Frank *up*
MerschelMarco
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Re: Lindenstumpf

Beitrag von MerschelMarco »

Dirk K. aus L. hat geschrieben:
Wie lange stand die Linde nach dem Ausgraben im Feld? Worauf achtest du bei der Feldkultur (Wässern, Dünger, Boden, Schnitt)?
Dirk, der Baum wurde Ende September 2009 ausgegraben und im Frühjahr 2012 in die Schale gesetzt, war also nur 2 Vegetationsperioden im Feld. Bei der Feldkultur achte ich eigentlich auf nichts besonderes. Der Boden wird hin und wieder gedüngt, gewässert wird bei Bedarf, also im Hochsommer so alle zwei Tage.
Wichtig ist, und das war auch hier der Fehler, dass der erste Austrieb wieder sehr stark zurückgenommen werden muß. Das habe ich versäumt, weshalb ich mich jetzt mit den geraden Stecken da beschäftigen muß. Ansonsten wurde einmal im Jahr zurückgeschnitten, wie auch im Anschluß in der Schale. Eigentlich war geplant den Baum nochmals ins Feld zurüchzusetzen, die enorme Vitalität mach das aber nicht mehr notwendig.

Von den ausgrabenen Rotbuchen hat eine komischerweise das Umschulen nach zwei Jahren nicht gepackt. Die hat ein Spätfrosteinbruch dahingerafft. Die anderen zwei stehen immer noch im Feld, haben sich aber auch sehr gut entwickelt, sind also durchaus mit der Linde vergleichbar. Da sie aber nicht als Besenform gestaltet werden brauche ich deutlich dickeres Anschlußholz, das ist in der Schale nicht machbar. Der gesamte Grundaufbau findet also im Feld statt.

Grüße,
Marco
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