Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

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tree-worker
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Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von tree-worker »

Hallo Bonsaianer,

ich möchte euch heute die Entwicklung meiner europäischen Lärche (Larix decidua) zeigen. Wie man den Fotos entnehmen kann, habe ich die Pflanze, mit Erlaubnis des Försters, im Oktober 2010 aus einem Wald ausgegraben. Die Pflanze war seiner Zeit geschätzte 3 Jahre alt und hat sich meiner Meinung bis heute sehr schön entwickelt. Leider musste ich feststellen, dass die gedrahteten Äste sehr lange benötigen, um in der gestalteten Position zu verbleiben. Nach Abnahme des Drahtes hat sich teilweise die Stellung der Äste wieder verändert. Die Drähte befanden sich für ca. 1,5 Jahre an dem Baum. Früchte hat der Baum dieses Jahr auch gebildet (4 St.).
Alter: ~7 Jahre
St.-:Ø: ~2,5 cm
Höhe: ~60 cm
IMG_0206ok.jpg
IMG_0871ok.jpg
IMG_1842ok.jpg
IMG_1843ok.jpg
IMG_1724ok.jpg
Wer Lust hat, kann seine Meinung mitteilen.

Viele Grüße und allen ein frohes Neues Jahr!
Jörg
Frage an die Forumgemeinde: Kann mir jemand mitteilen, wo man die folgende Jungpflanze kaufen kann: Ulmus parviflora var. suberosa oder Ulmus minor var. suberosa oder Ulmus carpinifolia suberosa (Merkmal: korkrindiger Stamm/Äste). Bzw. hat jemand Erfahrung, wie es sich mit dem Ulmensterben/Pilz bei dieser Sorte verhält?
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Thorsten1504
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Thorsten1504 »

Hallo,

soweit ich weiß wird die Zelkova Nire auch als Korkrindenulme bezeichnet.
(Verbessert mich, wenn ich mich irre!!! :) )
Schau mal beim Sponsor, der hat auf jedenfall welche als Pre Bonsai.

Gruß

Thorsten *wink*
Kanna
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Kanna »

Hi

Immer wird gesagt, dass eine Lärche ein bestimmtes Alter haben muss um Zapfen zu bilden. Mit dieser Lärche scheint das ja dann nicht übereinzustimmen.

Die Bildung von Zapfen muss also eine andere Ursache haben. Vielleicht kann hier mal einer Licht ins Dunkel bringen.

In einer Baumschule hat man mir mal gesagt, dass die Bildung von Zapfen eher auf einen mehr oder weniger schlechten Zustand der Pflanze zurückzuführen ist. Die Pflanze will mit der Bildung von Früchten demnach ihr Überleben sichern. Je mehr Zapfen desto schlechter geht es ihr demnach.

Ob das nun stimmt, weiß ich nicht. Allerdings macht das für mich schon Sinn. Es kann ja nicht sein, das keine einzige Lärche von mir keine Zapfen bildet und die sind hundert prozentig alt genug dafür. Ich warte jedes Jahr vergeblich darauf.


Du sprichst noch an, dass das Draht 1,5 Jahre an der Pflanze bleiben kann ohne das es einwächst. Da fällt mir sofort die Nährstoffversorgung ein. Deine Lärche bekommt wohl viel zu wenig Stickstoff. Wenn ich das Draht bei meinen Lärchen so lange dran lassen würde, wäre es nicht mehr wieder zu finden.

Du hast noch erwähnt das die Äste bei deiner Pflanze nicht in der Position bleiben in der Du sie gedrahtet hast. Das kann auch an der Biegung selbst liegen. Wenn es nur sanfte züge sind, die die Äste oberflächlich nicht arg beschädigen, dann kann es gut möglich sein das die Äste nicht in der gedrahteten Position bleiben.
Bei großen Biegungen müssten sie eigentlich dort bestehen bleiben. Da das Draht nicht einwächst, kann ich das sonst nur noch auf die Nährstoffversorgung zurückführen. Biegungen in den Ästen ergeben Wunden, die geschlossen werden müssen. Wenn nicht genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen, dann konzentriert sich die Pflanze eher auf was anderes, als die kleinen Wunden zu verschließen.

Ich fände es gut, wenn hierzu noch jemand, mit langer Lärchen-Erfahrung Stellung dazu nehmen mag. So mal meine Worte als Anfänger nicht als Gott gegeben hinzunehmen sind.

Viele Grüße
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Heike_vG
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Heike_vG »

Dass der Draht in eineinhalb Jahren weder einwuchs, noch die gestaltete Form stabil gehalten wurde, ist für mich anhand der gezeigten Fotos überhaupt nicht verwunderlich.
Bitte nicht übelnehmen, aber so wie der Draht angelegt wurde, muss man sich nicht wundern, das war komplett ineffektiv. Das richtige Drahten will gelernt sein und wenn man nicht die Möglichkeit hat, hierfür an Workshops teilzunehmen, sollte man es zumindest in guten Fachartikeln oder Büchern genau studieren und dann in der Praxis üben, vielleicht an abgeschnittenen Ästen aus dem Garten.
Hier lag der Draht überhaupt nicht an den Ästen und dem Stamm an, war also viel zu locker gewickelt, und in willkürlichen Windungen und Winkeln. Das funktioniert so nicht.

Zum anderen hat Kanna nicht unrecht, der Baum hätte in den eineinhalb Jahren normalerweise viel mehr Dickenwachstum machen müssen. Entweder wurden dem Baum nicht die benötigten Wachstumsbedingungen gegeben (Dünger? Sonne?) oder die neuen Triebe wurden zu oft und früh beschnitten, so dass das Wachstum immer wieder gestoppt wurde. Bei einem jungen Baum, der sich noch entwickeln muss, sollte man auf jeden Fall wesentlich mehr Wachstum zulassen!

Jedoch ist Kannas Theorie zu notwendigen Beschädigungen beim Drahten meiner Meinung nach unzutreffend!
Es ist nicht notwendig und auch nicht per se wünschenswert, die gedrahteten Äste und Zweige zu beschädigen! Das Ziel ist im Gegenteil, die Äste und Zweige so geschickt und feinfühlig zu drahten (der Draht muss so angelegt werden, dass die Biegungen halten und die Drahtwindungen an den richtigen Stellen vor Bruch der Äste / Zweige schützen!) und zu biegen (man muss fühlen, wie viel Biegung gefahrlos möglich ist!), dass ihnen möglichst wenig Schaden zugefügt wird.
Bei drastischen Biegearbeiten, die für manche fortgeschrittenen Gestaltungen z.B. an alten Yamadori notwendig sein können, können gewisse Risse in der Rinde und Brüche von Holzfasern vorkommen, die nicht unbedingt zum Verlust des Pflanzenteils führen müssen, mit denen man jedoch umzugehen wissen muss, damit sie keine schlimmen Folgen haben. Nichts für Anfänger.

Stabil wird eine gedrahtete Form dadurch, dass der Baum Dickenwachstum macht, sich neue Holzschichten (Jahresringe!) bilden und außen um die alten herumlegen, während der Draht die Form vorgibt. Das kann je nach Baumart, Alter und Wachstum nach wenigen Wochen (Laubbäume im Frühjahr), einigen Monaten oder auch erst nach zwei- drei Jahren (alte, reife Nadelbäume) dauern.

LG, Heike
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Kanna
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Kanna »

Danke für die Ausführlichkeit Heike.

Das die Pflanze Dickenwachstum macht ist klar. Allerdings macht sie dies ja rund um den ganzen Ast, was das Einwachsen des Drahtes ja zeigt.

Meine Herangehensweise ist vielleicht etwas merkwürdig. Ich sehe einen Ast wie einen Baustoff. Durch das Biegen entsteht eine Zug- und eine Druckzone. Die Druckzone wird gestaucht und auf der Seite der Zugzone entstehen Risse. Der Ast wird im besten Fall plastisch verformt. Die Risse müssen ja nicht einmal groß sein. Dies kann sich ja über eine bestimmte Länge der Zugzone verteilen.
Diese Risse verschließt die Pflanze wieder. Durch das nun in den Rissen mehr enthaltene "Material" bleibt der Ast in dieser Position erhalten.
Ich habe das mal höchst professionell *ironie* aufgezeichnet

Hast Du zu der Hypothese der Lärchen-Zapfen noch eine Meinung?

Liebe Grüße
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Heike_vG
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Heike_vG »

Kanna hat geschrieben:Durch das Biegen entsteht eine Zug- und eine Druckzone. Die Druckzone wird gestaucht und auf der Seite der Zugzone entstehen Risse.

Bei starken Biegungen ist das sicherlich der Fall, wenn ans Limit gegangen wird. Bei "normaleren" Biegungen wird die normale Flexibilität der Äste und Zweige genutzt, die sich ja auch z.B. im Wind biegen, ohne ständig Beschädigungen, Risse und Stauchungen nach allen Seiten zu bekommen.
Kanna hat geschrieben:Die Risse müssen ja nicht einmal groß sein. Dies kann sich ja über eine bestimmte Länge der Zugzone verteilen.
Diese Risse verschließt die Pflanze wieder. Durch das nun in den Rissen mehr enthaltene "Material" bleibt der Ast in dieser Position erhalten.
Wenn das Kambium kleine Risse beim Biegen erhält, so kann das Gewebe wieder wachsen und in der Tat die Risse schließen. Ohne Dickenwachstum, ohne rundum angelagertes neues Holz, würde die gestaltete Form m.E. aber trotzdem noch nicht unbedingt halten.
Solche Risse, wie Du sie gezeichnet hast, wo das Holz quer bis in die Tiefe gerissen ist, werden vom Baum nicht in dem Sinn mit "neuem Material" geschlossen, da sich im Spalt kein neues Holz bilden kann.

Was ich jedoch schon mal gemacht habe, um einen dicken Ast einer Lärche am Ansatz besser biegen zu können, war dass ich ihn in Längsrichtung an der Oberseite aufgefräst habe. Durch das Entfernen von Holz konnte ich den Ast abwärts biegen wie gewünscht. Die Form hielt relativ bald und seit Jahren wächst jetzt ein Kallus von den Seiten in die gefräste Rinne und wird sie mit der Zeit sicherlich auch verschließen.

Kanna hat geschrieben:Hast Du zu der Hypothese der Lärchen-Zapfen noch eine Meinung?
Meine Meinung ist, dass einige Bäume durchaus früher Zapfen bekommen können als andere, ohne dass sie zwingend in schlechtem Zustand sein müssen. Das ist schon mal von Individuum zu Individuum ganz verschieden, wie im Tierreich und bei den Menschen auch die Geschlechtsreife sehr unterschiedlich früh oder spät eintreten kann.
Ich habe eine kleine Shohin-Lärche, die noch gar nicht alt ist, aber auch schon regelmäßig blüht und einen Zapfen hat. Sie ist garantiert nicht schlecht gepflegt oder zu mager gehalten worden.
Es ist natürlich bekannt, dass Bäume, die am Rande ihres Existenzminimums vegetieren, sich ggf. verstärkt fortpflanzen, um die Art zu erhalten (nicht ihr eigenes Überleben!).
Gewissermaßen hängt es auch hiermit zusammen, dass man, wenn man Blüten und Früchte an Bonsai wünscht, die Triebe nicht zu übermäßig wachsen lässt, denn starkes Triebwachstum lässt auch einen alten Baum evtl. in einen Jugend- und Wachstumsmodus zurückkommen, was der Blüten- und Fruchtbildung entgegenwirkt. Umgekehrt passt es auch weitgehend, dass man den Wachstumsmodus auch einer jüngeren Pflanze durch ständiges Beschneiden zurückfährt und der Baum eher in den Fortpflanzungsmodus kommt.
Natürlich spielen aber auch noch jede Menge andere Faktoren eine Rolle, wie schon erwähnt (Düngung, Standort etc.).
Diese Lärche hier sieht für mich nicht so aus, als wäre sie am Rande des Absterbens, aber ihr wurde aus irgendeinem Grund nicht das Wachstum ermöglicht, das einem jungen Baum auf dem Weg zum Bonsai nützlich wäre.

LG, Heike
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Kanna
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Kanna »

Besten Dank Heike.

Ich hoffe Du nimmst uns diese Diskussion nicht übel Jörg :). Aber ich denke das Du auch davon profitierst.

Viele Grüße
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Kathrin
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Kathrin »

Hallo zusammen

Ich finde das auch sehr lehrreich und spannend. Eine Frage hätte ich noch:
Heike, du schreibst, dass du bei starken Biegungen die Äste der Lärchen OBEN anfräst/einschneidest. Was spricht dagegen, das auf der unteren Seite des Astes zu tun? Man biegt ja dann den Ast nach unten..?

Vielen Dank und Gruss
Kathrin
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Heike_vG
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Kathrin,

ich kenne Beispiele, wo das auch funktioniert hat. Aber: der größte Teil des Saftflusses findet den Stamm hinauf und dann auf der Unterseite des Asts statt, deswegen ist das Risiko m.E. größer. Außerdem ist die Gefahr groß, wenn Du auf der Unterseite Holz herausnimmst und den Ast dann herunterbiegst, dass dabei der Ast auf der Oberseite bricht und keine oder zu wenig intakte Saftbahnen erhalten bleiben. Da muss man schon genau wissen, was man tut und wie. Auch hängt es sehr von der Baumart ab, wie viel man riskieren kann.

Hier mal ein paar Bilder von dem Vorgehen bei meiner Lärche.

März 2010. Der dicke, schräg aufwärts weisende Ast ist ein Problem. Auf der Oberseite nahe am Ansatz sitzt auch noch ein Stumpf eines entfernten, dicken Zweigs.
DSCF7327kk.JPG
Der aufgefräste Ast:
DSCF7329k.JPG
DSCF7332k.JPG
In die gefräste Rille wurden parallel Drähte gelegt, dann alles bandagiert und gedrahtet.
DSCF7333kk.JPG
Gute vier Jahre später sieht das so aus:
P1110972kk.JPG
Der Kallus schiebt sich von den Seiten her in die Rille. Lärchen bilden so schnell und kräftig Kallus aus wie kaum eine andere Baumart.
P1120220k.JPG
LG, Heike

P.S. Jörg, wenn dieser Exkurs in Deinem Thread unerwünscht sein sollte, würde ich einen der lieben Mods bitten, ihn abzutrennen. :oops:
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Kathrin
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Kathrin »

Superaufschlussreich, danke Heike *daumen_new*
tree-worker
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von tree-worker »

Hallo an alle Autoren!
Vielen Dank für die zahlreichen und sehr ausführlichen Diskussionen bezüglich meiner Lärche. Es kostet die jeweiligen Autoren ja doch einiges an Zeit, sich so ausführlich mit den Themen zu beschäftigen. Damit hätte ich auch nicht gerechnet, dass über meine Lärche so angeregt diskutiert wird. Vielen Dank!
Anhand der von mir bereits verfolgten aber auch anhand meiner Beiträge merke ich doch immer wieder, dass man das Thema Bonsai sehr kontrovers diskutieren kann und auch auf sehr unterschiedlichem Niveau betreiben kann. Bonsai ist für mich ein Hobby welches mich neben einigen anderen Hobbys u. a. auch Sport/Natur interessiert. Ich beschäftige mich mit den Pflanzen, weil ich Spaß an der Entwicklung des lebendigen Materials/der Pflanze habe, so wie es bei einem Hobby auch sein sollte. Jeder hat ein anderes Zeitkontingent sich mit seinen Hobbys zu beschäftigen. Der „normale“ berufstätige Mensch geht ja zwischendurch auch ab und zu einer geregelten Tätigkeit nach um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen und auch etwas zu den diskutierten Beiträgen sagen:

Zu Punkt 1/Thorsten: Danke für die Info!
Kann mir denn noch jemand einen Tipp geben, welche von den zahlreichen Ulmen eine korkrindige Borke hat, oder ist es wie von Thorsten erwähnt die Zelkova nira/Korkrindenulme, oder doch ggfs. die Ulmus japonica/jap. Ulme oder doch eine der heimischen Ulmen (Ulmus minor/carpinifolia; Sorte Suberosa)?

Zu Punkt 2/Kanna und Heike: Es ist schon richtig, dass der Draht bei meiner Lärche sehr locker angelegt wurde und auch nicht den Vorstellungen der Lehrbücher entspricht. Das eindrahten von Ästen ist für mich persönlich auch eine sehr monotone Beschäftigung die ich nicht gerade interessant finde. Ich hatte mich aber bewusst für eine lockere Drahtung entschieden, augfrund der Tatsache, dass der Draht möglichst lange am Baum verbleiben kann um die gestaltete Form zu stabilisieren (ohne einzuwachsen). Leider hat das hier nicht funktioniert!

Ich finde meine Lärche hatte Sehrwohl ausreichend Dickenwachstum (St.-Ø: 2010: ~5 mm/St- Ø: 2014: ~25 mm). Im oberen Kronenbereich ist der Draht (trotz lockerer Drahtung) teilweise in Äste hineingewachsen gewesen (Stichwort Apikaldominanz). Ich meine auch meine Lärche sieht vollkommen gesund aus. Dies hat sie auch durch starke Zuwächse in allen Bereichen gezeigt. Seit ca. 2 Jahren kommen im untersten Stammbereich sogar zwei neue Äste.
Bezüglich des Themas Düngung kann man natürlich mehr machen. Ich habe viel mit organischem Streudünger aber auch Flüssigdünger und auch einmal mit Blaukorn gedüngt (eben was gerade da war). Klar, dass Blaukorn sehr sticksotffhaltig ist und nicht gerade für kurzes Triebwachstum bekannt ist. Auf das vielgepriesene japanische Biogold habe ich aufgrund des Preises und meiner bisherigen Erfahrung verzichtet. Ich denke mit heimisch produziertem organischen Dünger in granulierter Form kann man auch sehr gut arbeiten.

Die Ausführungen/Theorien zum Thema Draht/Äste und Verbleib der Aststellungen in der vorgegebenen Form fand ich persönlich sehr interessant, kann aber wahrscheinlich nur von Biologen bzw. Botanikern abschließend beantwortet werden.

Zum Thema massive Gestaltungseingriffe an Pflanzen kann man ja auch unterschiedlicher Meinung sein (Heikes Ausführungen über da Ausfräsen von Kernholz). Ich möchte da nur an den Artikel aus der Zeitschrift Bonsai art 32 erinnern, bei dem ein Mädchenkieferstamm mit Hilfe einer Stichsäge in 5 Substtämmchen aufgespalten wurde. Ich bin der Meinung, dass man die Pflanze so gestalten soll, wie es von der Natur auch möglich ist und nicht wie es durch Technik und druch den Menschen durch massive Einwirkungen machbar geworden ist. Dies ist nicht meine Vorgehensweise mit der Natur umzugehen und das möchte und könnte ich auch nicht tun.

Die Ausführungen von Stefan hören sich für mich plausibel an. Die Pflanzen/Bäume warnen sich ja auch untereinander vor Schädlingsbefall durch spezielle Schutzstrategien (Bildung von Duftstoffen/Nektar um Nützlinge anzulocken und Schädlinge abzuwehren etc.).

Ich hoffe meine Ausführungen werden zu weiteren zahlreichen Diskussionsbeiträgen in dem Bonsai Fachforum beitragen ;-)

Viele Grüße und viel Spaß!
Jörg
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camaju +
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von camaju + »

tree-worker hat geschrieben: Ich hoffe meine Ausführungen werden zu weiteren zahlreichen Diskussionsbeiträgen in dem Bonsai Fachforum beitragen ;-)
Hallo Jörg, eine Diskussion über das was du hier schrieben hast, ist evtl. nur für Neulinge ineressant.
Anhand der von mir bereits verfolgten aber auch anhand meiner Beiträge merke ich doch immer wieder, dass man das Thema Bonsai sehr kontrovers diskutieren kann und auch auf sehr unterschiedlichem Niveau betreiben kann. Bonsai ist für mich ein Hobby ........
Wie intensiv du dieses Hobby betreibst, ist ganz alleine dir überlassen.Wie allgemein darüber diskutiert wird, liegt ganz sicher im Auge des Betrachters.
Zu Punkt 2/Kanna und Heike: Es ist schon richtig, dass der Draht bei meiner Lärche sehr locker angelegt wurde und auch nicht den Vorstellungen der Lehrbücher entspricht. Das eindrahten von Ästen ist für mich persönlich auch eine sehr monotone Beschäftigung die ich nicht gerade interessant finde.........
Das wäre für mich schon ein Ansatzpunkt, über die Ernsthafitigkeit nachzudenken, mit der ich diese Hobby betreiben möchte. Je nach dem, wächst dann auch kein Draht ein.
Ich finde meine Lärche hatte Sehrwohl ausreichend Dickenwachstum (St.-Ø: 2010: ~5 mm/St- Ø: 2014: ~25 mm). Im oberen Kronenbereich ist der Draht (trotz lockerer Drahtung) teilweise in Äste hineingewachsen gewesen (Stichwort Apikaldominanz). Ich meine auch meine Lärche sieht vollkommen gesund aus.
Auch diese Ansicht ist ganz alleine dir überlassen, solange niemand deine Lärche im Orginal sieht.
Die Ausführungen/Theorien zum Thema Draht/Äste und Verbleib der Aststellungen in der vorgegebenen Form fand ich persönlich sehr interessant, kann aber wahrscheinlich nur von Biologen bzw. Botanikern abschließend beantwortet werden.
Ob tatsächlich Biologen bzw. Botaniker vonnöten sind, möchte ich doch stark bezweifeln. Das sind Praktiken, genau wie das drahten, die schon einige Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte praktiziert worden sind, auch was Heikes Massnahme betrifft.. Sorry, ist jetzt nicht Böse gemeint, zeigt aber, dass du eigentliche nur ganz wenig Ahnung von der Materie ist.
Zum Thema massive Gestaltungseingriffe an Pflanzen kann man ja auch unterschiedlicher Meinung sein (Heikes Ausführungen über da Ausfräsen von Kernholz). Ich möchte da nur an den Artikel aus der Zeitschrift Bonsai art 32 erinnern, bei dem ein Mädchenkieferstamm mit Hilfe einer Stichsäge in 5 Substtämmchen aufgespalten wurde. Ich bin der Meinung, dass man die Pflanze so gestalten soll, wie es von der Natur auch möglich ist und nicht wie es durch Technik und druch den Menschen durch massive Einwirkungen machbar geworden ist. Dies ist nicht meine Vorgehensweise mit der Natur umzugehen und das möchte und könnte ich auch nicht tun.
Auch das ist wie reine Ansichtssache, darüber wurde hier schon Seitenlang diskutiert. Noch zum Thema Dünger, darüber könnte man Bücher füllen. Es gibt kein Patentrezept. Da mcht jeder für sich über die Jahre seine eigenen Erfahrungen.

Letztendlich wird hier nur versucht, dir zu helfen und entsprechende Ratschläge zu geben. Wie du damit umgehst ........

Darüber eine Diskusion anfangen zu wollen, ich weiss nicht.Wie schon geschrieben, gab es diese schon zur Genüge. Das Rad ist schon erfunden.
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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camaju +
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von camaju + »

hab mal das Thema Holzasche abgetrennt und hier hin verschoben

http://bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?f=8&t=40721
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Heike_vG
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Jörg,

jeder betreibt Bonsai auf seine Weise und das ist auch in Ordnung so. Häufig verändert sich die Einstellung und Arbeitsweise mit wachsender Erfahrung im Laufe der Jahre.

Wenn Dir meine Ausführungen nicht gefallen, so ist das eben so, macht nichts. Vielleicht hat manch anderer ein Stück verwertbarer Information entnehmen können. Dann hat sich meine Tipperei schon gelohnt. :wink:

LG, Heike
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Re: Entwicklung einer Pinaceae/Europäischen Lärche

Beitrag von tree-worker »

Hallo Heike,
da ich nicht Mister Allwissend bin, gefallen mir natürlich deine, wie immer fundierten Beiträge. Ist für mich doch eine Ehre, mit so einem „alten“ Hasen sich hier auf der Plattform auszutauschen ;-) Ich weiß schon zu schätzen, dass sich alle Autoren ehrenamtlich hier betätigen und dass alle Personen unmengen an Zeit für ihr Hobby investieren. Dann will ich mich noch mal ausdrücklich, auch bei dir liebe Heike, bedanken. Ich dachte meine o. aufgeführte Stellungnahme hätte man dies entnehmen können.
Du bist natürlich eine der „Vorsitzenden“ hier im Forum und die Kompetenz in Person. Ich hoffe das reicht des Lobes und bitte dich, dass du weiterhin hier im BFF aktiv bist und den Anfängern und Profis mit Kompetenten Beiträgen zur Seite stehst *daumen_new*
In diesem Sinne, schönen Abend!
Jörg
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