heinz leitner hat geschrieben:Mich würde interessieren ob du die Abmosung am Berg auch öfters kontrollieren gehst.
ich experimentiere mit verschiedenen Abmooszeiten (Frühjahr bis Herbst). Um herauszufinden wie die Bäume bei verschiedenen Abmooszeiten reagieren schaue ich mir die Abmoosstelle mehrmals an. Da geht es mir aber nur darum Erfahrung zu sammeln. Im ersten Jahr braucht man nämlich gar nichts tun ausser im Herbst zu kontrollieren ob der Baum schon genügend Wurzeln zum Abtrennen gemacht hat. Wenn nicht - einfach wieder einpacken und im Frühjahr eine neue Schicht Sphagnummoos um die Wurzeln draufpacken. Das deshalb weil sich das Sphagnummoos mit der Zeit zersetzt und die Feuchigkeit nicht mehr so gut hält.
@ Klaus
auch ich finde die Methode einen Baum abzumoosen genial.
Bei uns stehen die Mugos meistens in einer dünnen Humusschicht und darunter ist feiner Schotter. Auf der Suche nach Nährstoffen treiben die alten Bäume ihre Wurzeln sehr weit und es befinden sich zu wenig Feinwurzeln in Stammnähe. Beim Ausgraben wäre daher die Ausfallquote sehr hoch bzw. aufgrund der Größe des Wurzelballens unmöglich.
Ausserdem bleibt die Mutterpflanze am Naturstandort wenn ich nur einen Ast oder Nebenstamm abmoose.
Es ist völlig egal wo du abmoost. Am Stamm oder auch nur den Teil eines Astes. Die Abmoostelle ist manchmal wie bei der 130 Jahre alten Mugo fast am Boden oder sie kann sich wenn ich einen Ast einer großen Mugo abmoose 1 Meter über dem Boden befinden.
Ich hatte heuer einen ziemliche Rückschlag bei der Nachversorgung abgemooster Bäume.
Letztes Jahr im Herbst habe ich 4 schöne alte Mugos abgetrennt. Am Berg macht der Frost den Wurzeln im Sphagnummoos überhaupt nichts aus. Alle Wurzeln des letzen Jahres sind im Frühling wieder aktiv und haben dicke weiße Wurzelspitzen.
Und da kam mein Denkfehler ;-(
Ich dachte ich könnte die Mugos die ich im Herbst abgetrennt habe im Freien überwintern. Mit Argusaugen habe ich täglich die Bäume und vor allem die Knospen und hin und wieder das Kambium kontrolliert. Die Bäume waren im Frühjahr sowas von saftig grün und frisch, dass ich mir vor Freude die Hände gerieben habe. Beim kontrollieren der Knospen habe ich schon Abstand gelassen damit mir die Knopsen beim plötzlichen Austrieb nicht ins Auge springen.
Dann kamen die ersten heissen Tage im April.
Innerhalb von 2 Tagen wurden alle Nadeln gelb und am dritten Tag waren sie braun und die feinen Äste staubtrocken. Tage vorher war das Kambium noch saftig und grün.
Ich kann mir das nur so erklären, dass das Substrat härter durchfriert als das Sphagnummoos am Berg und auch der Auftrauprozess wesentlich länger dauert und dabei die Wurzeln geschädigt werden.
Naja - learning bei doing und ein bissl crying ;-(
Also werden die Bäume jetzt wieder frostfrei überwintert.
ciao
Herbert Aigner
