Beim folgenden Baum handelt es sich um meinen ersten Bonsai. Ich kümmere mich jetzt seit 6 Jahren um ihn - wobei ich ihn die ersten 3 Jahre nicht gestaltet und "nur" am Leben gehalten habe. Seit mein Interesse an der aktiven Gestaltung gewachsen ist musste der "kleine" für alle ersten Versuche herhalten. Erster Wurzelschnitt. Erste Blattschnitte, Drahten, Spannen... ich hab vieles Falsch gemacht und der Baum hat einige Narben davon getragen, aber Überlebt hat er alles und dieses Jahr trieb er stärker aus als je zuvor.
Jetzt will ich mir aber einige Ratschläge holen, bevor ich wieder mit zu großen Ambitionen ans Werk gehe. Das Moos wird in den nächsten Tagen entfernt. Der Wurzelballen ist bis auf eine Seite ganz gut entwickelt. Dazu kann ich aber Fotos hochladen, wenn er nächstes Jahr umgetopft wird. Die Schale war eher ein Provisorium. Was ich aber stattdessen verwenden soll weiß ich auch noch nicht. Wer also eine Idee hat nur raus damit.
Rückseite:
Seitenansicht:
Vorderseite:
Bei den Grünen Pfeilen will ich mit Spanndraht die starken Äste runter biegen will. Die Roten wo ich die Äste entfernen will. Für jede Anregung wäre ich euch sehr dankbar.
beste Grüße
David
Zuletzt geändert von Fenice am 11.05.2015, 17:18, insgesamt 2-mal geändert.
So habe Heute früh etwas zurück geschnitten, ein paar Äste umgedrahtet und das Moos entfernt. In ca. 2 Monaten werde ich den draht wieder entfernen und schauen wo noch bedarf besteht.
Jetzt wo das Moos auch weg ist, sieht man die oberen Wurzeln. Lediglich auf der rechten Seite (sieht man hier nicht so gut) lässt das zu wünschen übrig. Ich habe gelesen, dass man durch das schneiden ins Holz Wurzelhormone und gut platziertes Moos die Bildung neuer Wurzeln fördern kann, dass aber noch nie ausprobiert. Auch dafür wird der kleine wohl wieder herhalten müssen. Hat jemand von euch mit sowas Erfahrungen gemacht?
Nachdem ich mich jetzt länger hier im Forum durchgelesen habe und mir meine eigenen Erfahrungen gezeigt haben, dass der Ficus an sich ja gut schnittverträglich ist, habe ich mir überlegt, wie man die Form völlig neu aufbauen könnte. Wie weiter oben schon erwähnt habe ich mich die ersten Jahre gar nicht um die Formgebung gekümmert und danach diente der Baum hauptsächlich als Versuchsobjekt für meine ersten Draht- und Stecklingsprojekte. Dabei habe ich vieles Falsch gemacht. Der Draht ist eingewachsen, Äste sind abgestorben und auch mit der oberen Kronen Form bin ich nicht wirklich zufrieden.
Allerdings habe ich noch nie so einen drastischen Rückschnitt durchgeführt und weiß auch nicht wie der Baum darauf reagiert. Hier im Forum haben viele ja positive Erfahrungen damit gemacht, vor allem deswegen weil die angestrebte Form gezielt herangezogen werden kann. Trotzdem habe ich da noch einige Fragen:
1. Ist der Schnitt, so wie ich ihn mir Vorstelle ok, oder sollte er noch etwas weiter unten angesiedelt sein?
2. Der Ficus kennt ja an sich keine Jahreszeiten und hat ja mehrmals im Jahr seine Wachstumsschübe. Besagte Pflanze ist jetzt seit 3 Jahren in seinem Topf und sollte nächstes Jahr umgetopft werden. Sollte ich den Baum gleich mit umtopfen (wenn ich schon so viel vom Astwerk entferne könnte man auch die Wurzeln gleich beschneiden) oder sollte ich Schneiden und in einem Jahr erst umtopfen, da beides zusammen eine zu große Belastung wäre.
3. Aktuell dünge ich mit organischen Dünger"würfeln". Sollte ich die nach einem Schnitt entfernen, weil nicht so viel Bedarf besteht, oder alles so belassen?
mit freundlichen Grüßen
David
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Hallo Fenice,
so ein Ficus ist sicher gutes Übungsmaterial.
Zu deinen Fragen: Man fürchtet hier solche "Schrägvonoben" Aufnahmen. Warum? Auf solchen Fotos erkennt man keine klaren Ast- und Zweigstellungen. Wie soll man zu möglichen Schnitten was sagen, wenn man nicht weiß, wo überhaupt Äste ansetzen?
Lassen sich die jetzt von dir schon gedrahteten Äste denn noch biegen?
Ganz allgemein kannst du bei Ficus viel radikaler schneiden, und bei dem hier solltest du das auch tun. Es muss kein Grün stehen bleiben, der Baum treibt aus "schlafenden Knospen" wieder aus. Nur so bekommst du die Äste in eine sinnvolle Länge.
Gruß,
Stefan
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"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
danke für dein Feedback. Ich habe mich auch mit dem örtlichen Fachgeschäft beraten und das Ergebnis ist wohl ein Kompromiss + ein Blattschnitt an den verbliebenen Ästen. Der Rechte Ast hat seine Blätter behalten, weil ich mir davon ein stärkeres Wachstum des Asts erhoffe (so zumindest habe ich es in diverser Literatur nachgelesen). Nächstes Jahr wird dann endlich umgetopft und ich glaube ich werde diesmal eine flache / ovale Schale benutzen, oder was meint ihr?