Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Joseph Conrad
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Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Joseph Conrad »

Hallo zusammen,

in der neuen Bonsai art Nr.131 ist ein Pflege Schema für Pinus densiflora die japanische Rotkiefer enthalten.
Diese Baumart wird bei uns eher weniger oft gepflegt. Dafür aber umso mehr die deutsche Waldkiefer Pinus sylvestris, die alle japanischen Meister sehr interessant finden. Da für unsere Kiefer bisher nicht so ein eindeutiger Text veröffentlicht wurde , frage ich mich, was wir von der Rotkiefer für die Pflege unserer Waldkiefer lernen können.
Im warmen Japan bringt es die P. densiflora auf zwei sichere Austriebe. Unsere ihr sehr ähnliche P. sylvestris dagegen in Deutschland nur auf einen sicheren Austrieb. Vielleicht in Japan auch zwei ? In der Bonsai art heißt es, man solle die im vergangenen Jahr gewachsenen Zweige (wohl der zweite Austrieb ) im Februar ! auf die Hälfte kürzen. Dies ginge bei uns in Deutschland im Freiland wohl kaum. Ende April werden die Kerzen der nach diesem Rückschnitt gebildeten Knospen schon wieder pinziert ! Das wäre für Deutschland auch wieder zu fix. Anfang Juli werden die neuen ( bereits pinzierten ?) Triebe am Ansatz heraus geschnitten. Das würde unsere Waldkiefer auch nicht so ohne weiteres schadlos vertragen. Dann bilden sich wieder Knospen die im August selektiert werden und erneut Kerzen schieben. Im Februar des nächsten Jahres würden diese dann halbiert. Der Kreislauf schließt sich.
Viel Stoff zum nachdenken wenn man sich für Kiefern begeistert.
Was denkt ihr darüber ?
Warum übernimmt man in einer deutschen Bonsai Zeitschrift kommentarlos Artikel aus Japan ?

Liebe Grüße
Joseph
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achim73
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von achim73 »

Warum übernimmt man in einer deutschen Bonsai Zeitschrift kommentarlos Artikel aus Japan ?
das frage ich mich auch. mit diesen informationen kann hier zu lande niemand etwas anfangen, im gegenteil - wenn ein anfänger das liest, wird er höchstwahrscheinlich seinen baum eher umbringen als irgendwo hin zu kommen.
Gruss, Achim
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bonsaimike
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von bonsaimike »

>Warum übernimmt man in einer deutschen Bonsai Zeitschrift kommentarlos Artikel aus Japan ?

Ja, solche Artikel sind leider total sinnfrei! Beobachte das seit Jahren und verstehe es auch nicht, warum in einer Fachzeitschrift nicht auf unser Klima eingegangen wird!
Das gleiche Problem ist mit "Blödsinn" von anderen abzuschreiben ohne dass man einen Plan hat...

Ein weiser bonsaimeister hat mir mal gesagt: "Es gibt Leute die machen Bonsai und es gibt welche die schreiben darüber".

Schönen Sonntag!
LG Mike

P.S. akamatsu kannst gleich wie kuromatsu behandeln, nur mit dem Vorteil, dass die akamatsu viel besser mit unserem kälteren Klima zurecht kommt.
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Anja M.
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Anja M. »

Joseph Conrad hat geschrieben: Was denkt ihr darüber ?
Warum übernimmt man in einer deutschen Bonsai Zeitschrift kommentarlos Artikel aus Japan ?

Liebe Grüße
Joseph
Hallo Joseph,

einer Antwort von Seiten entsprechender Kreise konnte ich entnehmen, daß erwartet wird, ein engagierter Bonsaianer setzt sich hin und experimentiert, wenn die Artikel nicht eindeutig und die Angaben unvollständig sind.....

Das mag bei jemandem mit einem Dutzend Sämlingen sicher machbar sein, mit einem hochwertigeren gekauften Baum - ich weiß nicht.

Es gibt nicht nur in unserem Forum hinweise darauf, daß erfahrenen Leute über Bäume in unserem Klima zu berichten wüßten. Das Interesse ist aber wohl nicht sehr ausgeprägt dies auch in entsprechende Artikel zu fassen. Was hat ein Hobbybonsaianer auch davon? Da müßten dann die Redakteure selbst aktiv werden und zur Feder greifen. Vor einiger Zeit war der Versuch einer Kooperation zwischen einer Zeitschrift und diesem Forum angedacht worden. Das ist aber wohl im Sande verlaufen, weil die Früchte nicht von allein auf den Teller trullern wollten.

Ich hab nur ein paar recht Junge Kiefern und mich nicht wirklich reingekniet, aber diesen Kreislauf wird man bei hiesigen Kiefern wohl auf 2 Jahre ausdehnen müssen.
73 Anja
Joseph Conrad
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Joseph Conrad »

Hallo Anja,

da ich Fan von Kiefern und Japan bin kaufe ich trotzdem oft die Bonsai art. Gerade die authentischen Techniken finden mein
Interesse. Ich sehe mich als engagierten Bonsaianer und habe mir vielerlei Techniken der Kiefernkultur angeeignet und unserem Klima angepasst oder verworfen..
Das ist ja auch der Hauptreiz für mich. Gekaufte Bäume eher weniger bis gar nicht.
Ich knie mich schon ordentlich rein um meine Waldkiefern zu "richtigen" Bonsai heranwachsen zu lassen.
Zum Glück ist es ja auch keine Raketentriebwerkstechnologie die man dabei studieren muss. :lol:
Ein mehr oder weniger grüner Daumen hilft da schon.

PS: Ein "hochwertiger gekaufter "Pinus sylvestris Bonsai von Benavente kostet zum Beispiel erheblich mehr als ein vielleicht sogar "besserer" japanischer Import Kuromatsu. Mehrere tausend Euro. Es kann also nicht an der geringeren Wertschätzung der Waldkiefern in Europa liegen, das es keine hochwertigeren Kultur Anleitungen gibt. Oder die wenigen etablierten europäischen Bonsaimeister wie Benavente, Stemberger, Frisoni halten ihre Pflege geheim. Wie früher die Japaner die ihre.




Liebe Grüße
Joseph
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camaju +
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von camaju + »

Hallo Joseph,

kennst du diesen Beitrag

http://bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?f=52&t=20288
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Ferry
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Ferry »

Hallo Jürgen,
danke für die Verlinkung. Ein sehr guter Beitrag.
LG,
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LG,
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Ferry
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Ferry »

Anja M. hat geschrieben:
Joseph Conrad hat geschrieben: Was denkt ihr darüber ?
Warum übernimmt man in einer deutschen Bonsai Zeitschrift kommentarlos Artikel aus Japan ?

Liebe Grüße
Joseph
Hallo Joseph,

einer Antwort von Seiten entsprechender Kreise konnte ich entnehmen, daß erwartet wird, ein engagierter Bonsaianer setzt sich hin und experimentiert, wenn die Artikel nicht eindeutig und die Angaben unvollständig sind.....

Das mag bei jemandem mit einem Dutzend Sämlingen sicher machbar sein, mit einem hochwertigeren gekauften Baum - ich weiß nicht.

Es gibt nicht nur in unserem Forum hinweise darauf, daß erfahrenen Leute über Bäume in unserem Klima zu berichten wüßten. Das Interesse ist aber wohl nicht sehr ausgeprägt dies auch in entsprechende Artikel zu fassen. Was hat ein Hobbybonsaianer auch davon? Da müßten dann die Redakteure selbst aktiv werden und zur Feder greifen. Vor einiger Zeit war der Versuch einer Kooperation zwischen einer Zeitschrift und diesem Forum angedacht worden. Das ist aber wohl im Sande verlaufen, weil die Früchte nicht von allein auf den Teller trullern wollten.

Ich hab nur ein paar recht Junge Kiefern und mich nicht wirklich reingekniet, aber diesen Kreislauf wird man bei hiesigen Kiefern wohl auf 2 Jahre ausdehnen müssen.
Anja,

absolut richtig. Gelegentlich machen meine 'Sylvestris' Kiefern im August einen zweiten Austrieb; der ist aber viel schwächer als der erste und den rühre ich nicht mehr an.

-------------------
Hallo Joseph,

Du hast recht. Hinweise auf die Abhängighkeit des Wachstums vom Klima fehlen. Ich erinnere mich, daß die Bonsai Art Redaktion einige andere Artikel mit solchen Hinweisen ergänzt hat.

Ich selbst habe viel aus der Bonsai Art gelernt und jede Ausgabe gelesen. Mit ich meinen eigenen 'Sylvestris' Kiefern weiß ich umzugehen. Da habe ich meine eigene Erfahrung gemacht und auch viel von erfahrenen Bonsai-Freunden gelernt. Auch das Forum bietet viel Hilfe und Anregungen.

LG,
F.
LG,
F.
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Anja M.
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Anja M. »

Joseph Conrad hat geschrieben:Hallo Anja,

da ich Fan von Kiefern und Japan bin kaufe ich trotzdem oft die Bonsai art. Gerade die authentischen Techniken finden mein
Interesse. Ich sehe mich als engagierten Bonsaianer und habe mir vielerlei Techniken der Kiefernkultur angeeignet und unserem Klima angepasst oder verworfen..
Das ist ja auch der Hauptreiz für mich.
Das ist deinen hilfreichen Beiträgen auch anzumerken.
Oder die wenigen etablierten europäischen Bonsaimeister wie Benavente, Stemberger, Frisoni halten ihre Pflege geheim. Wie früher die Japaner die ihre.


Oder die wenigen bekannten Bonsaimeister haben Ihren Artikel geschrieben und die Redakteure müßten sich auf die Socken machen und den im stillen Kämmerlein wirkenden eigentlich doch nicht weniger erfahrenen Leuten ihre Erkenntnisse und Geschichten entlocken.
73 Anja
Joseph Conrad
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Joseph Conrad »

Hallo camaju,

ja den Artikel von H. v Meer kenne ich seit langem und finde ihn auch sehr gut. Auch die von H. v. Gunst übersetzten Artikel des amerikanischen Lehrlings von Kimura zu P. sylvestris sind klasse. Es ist also keineswegs so, das es in diesem tollen Forum zu diesem Thema nichts gäbe.

Grüße
Joseph
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Joseph Conrad
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Joseph Conrad »

Meine Waldkiefern haben ihre Kerzen in ihrer Länge für dieses Jahr bereits fast zu Ende geschoben. Das Nadel schieben ist aber im vollen Gange oder setzt gerade erst ein. In der Vorfreude auf den kommenden Schnitt, den ich meist so Mitte Juli vornehme guckte ich noch nach ein paar Infos auf youtube.
Dabei habe ich mir nochmal "Ryan Neill two needel pine care part 2" angeschaut. Dieses Video wurde auch bereits hier im Forum empfohlen. In Part 2 geht es auch um die Waldkiefer P. sylvestris. Neill empfiehlt die Kieferntriebe auswachsen und aushärten zu lassen und sie dann bis auf ein paar Nadelpaare ab zu schneiden. Dies würde die Rückknospung anregen.
Dem stimme ich voll zu. Als Schnittzeitraum nennt er Mitte Mai bis Mitte Juni. Das kann also nicht auf Deutschland bezogen sein.
Wann würdet ihr schneiden ?

Grüße
Joseph
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manuu29
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von manuu29 »

Ich habe meine kiefern (densiflora,thunberghii) ende mai anfang juni geschnitten

Kleine neue knospen sind schon zu sehen *daumen_new*

Gruss manuu
wenn die die reinwollen die die rauswollen nicht rauslassen,können die die rauswollen die die reinwollen nicht reinlassen (ganz logisch oder)
Joseph Conrad
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Joseph Conrad »

Hallo manuu,

das ist schön. Die vielen Sonnenstunden in diesem laufenden Jahr sind wirklich sehr gut für unsere Kiefern. Du schneidest wahrscheinlich so früh weil es japanische Kiefern sind und sie einen sicheren zweiten Austrieb machen ?

Meine nur auf Pinus sylvestris bezogenen Fragen sind ja folgende :

Was macht ein zeitiger Schnitt Ende Mai-Anfang Juni für einen Sinn, wenn P. sylvestris nur einen Austrieb pro Jahr schafft ?
Ryan Neil empfiehlt ja bei P.sylvestris die Triebe aushärten zu lassen. Also erst schneiden wenn die Nadeln geschoben sind und sie bereits zum Energiehaushalt des Baumes beitragen konnten. In dem von ihm im Video genannten Schnittzeitraum kann das bei P. sylvestris in Deutschland aber noch nicht gewachsen sein.
Ist das kein Widerspruch ?

Grüße
Joseph
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blindqvist
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von blindqvist »

Hallo Joseph

Dann wäre ja z.B. bei dieser Kiefer, siehe Bild, der Zeitpunkt zum Schneiden der Triebe noch zu früh, sofern man sich an die Aussage von Ryan hält... !?
Kiefer.jpg
Gruss Bengt
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Ferry
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Re: Betrachtungen zur Pfege zweinadeliger Kiefern

Beitrag von Ferry »

Hej Bengt,

ich schneide die Kieferntriebe erst in ca. einem Monat, d.h. um Anfang bis Mitte Juli herum. Die neuen Nadeln haben dann nahezu ihre volle Länge erreicht.

Die Phontosynthese der Kiefer profitiert durch das Dranlassen der Nadeln während den hellsten und längsten Tagen bis Anfang/Mitte Juli. Nach dem Schnitt bilden sich bis im August/September dann schon die Knospen fürs neue Jahr. Daher soll der Schnitt möglichst vor Ende Juli erfolgen, damit noch ca 2 Monate Wachstumsperiode folgen können.

Es kommt darauf an, was Du erreichen willst. Wenn Du eine supergesunde Kiefer hast und einen Überfluss an Knospen möchtest, dann mußt Du ca. Ende März/Anfang April die Triebe schneiden. Sie bringt dann nochmal einen kompletten Neusaustrieb hervor; das ist aber Streß für die Kiefer.
LG,
F.
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