Neuling Vorstellung mit Fragen

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Sebastian_K
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Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Sebastian_K »

Hallo, ich wollte mich erstmal vorstellen, mein Name ist Sebastian, bin 31 Jahre alt und lebe momentan im Sauerland. Als Hobby ziehe ich unter Anderem diverse exotische Pflanzen (Jackfrucht, Zimtapfel, Mangos). Hier ist es aber so, dass das Ziehen der Pflanzen aus dem Samen das spannendste ist aber danach leider nicht mehr allzu viel zu tun ist. Deshalb suche ich jetzt Pflanzen an welchen ich dauerhaft arbeiten kann. Bonsais scheinen mir dazu wie geschaffen.

Zum Einstieg habe ich mir Literatur von Horst Stahl (Bonsai - Vom Grundkurs zum Meister) und von Helmut Rüger (Bonsai aus heimischen Bäumen selbst gezogen) besorgt und gelesen. Hier im Forum habe ich auch schon gestöbert und diverse Youtube Videos angeschaut.

Erstmal zum Fragebogen:
Hast du schon Erfahrung mit Bonsai
[ ] Ja – seit
[X] Nein

Welchen Bonsai hast du und wie lange, ist der Name des Bonsai bekannt?
[ ] Indoor
[X] Outdoor
2 x Carpinus betulus, Hainbuche, 2 Jahre, Jungpflanze
1 x Acer ginnala, Feuerahorn, 2 Jahre, Jungpflanze
1 x Acer palmatum, Jap. Ahorn, 4 Jahre, Prebonsai

Wo steht dein Bonsai
Lieder haben wir keinen Garten dafür aber eine große (35qm) Süd-West Terrasse. Die Bäume stehen momentan auf einem Tisch an der Hauswand.

Herkunft des Bonsai (Fachhandel, Baumarkt, Supermarkt, Geschenk)
Baumschule Enger

Welches Substrat ist im Topf
Torf-Bimskies-Vulkanton-Rindenhumus

Hast du den Baum schon mal umgetopft ?
Habe die Pflanzen aus den sehr kleinen Plastikbecher in große Schalen (23x10cm) umgetopft

Welchen Dünger verwendest du (flüssig, fest, ist der Name bekannt?) momentan keinen, da Herbst

Wie ist dein Gießverhalten (wie oft? Wie lange bleibt dein Substrat feucht/nass evtl. Fingerprobe? gießen oder tauchen) gieße momentan 2tägig

Hat die Schale mindestens ein Wasserabzugsloch?

[X] Ja
[ ] Nein

Jetzt habe ich natürlich noch ne Menge Fragen:
Meine größte Sorge ist momentan wie ich die Pflanzen gut über den Winter bekomme. Ich habe schon über diverse Ansätze gelesen. Ich habe jetzt drei konkrete Ideen.
1. Eine Idee wäre die Pflanzen unter den Tisch welcher an der Hauswand steht zu stellen, vielleicht noch eine Styroporplatte drunter und mit Folie rundum abhängen. Hier habe ich aber etwas Angst, dass durch die Sonnenstrahlung sich das ganze doch massiv aufheizen könnte und so die Pflanzen in der Winterperiode gestört werden und austreiben. Oder ich lasse die Vorderseite des Verschlags offen?!?

2. Eine andere Idee wäre die Pflanzen mit Schale in größere Kübel mit Substrat zu setzen (habe mehrere 65l Kübel in denen ich normalerweise Gemüse züchte) um so eine bessere Isolation der Wurzeln zu erreichen.

3.Oder ich lasse sie einfach so auf dem Tisch an der Hauswand stehen weil ich mit meine Sorgen übertreibe ;-)

Und noch weitere Fragen:
Als Anfänger juckt es mich jetzt natürlich etwas in den Fingern.
Da der Winter naht war mir klar, dass ich nicht sehr viel unternehmen kann mit den Bäumchen. Ich habe jetzt gegenläufiges gelesen was den Gestaltungsschnitt anbelangt. Wann darf ich nun die Ahorne schneiden (habe sowohl gelesen, dass sie direkt nach dem Abwurf der Blätter beschnitten werden dürfen oder aber im Frühling. Was ist nun richtig? Zu den Hainbuchen habe ich Spätwinter gelesen. Drahte ich grundsätzlich (wenn ich es machen würde) direkt nach einem
Gestaltungsschnitt?

Ich höre jetzt erstmal auf zu schreiben sonst artet das noch aus und freue mich auf eure Anregungen und Kommentare.

Hier mal mein Prebonsai und meine 3 Jungpflanzen (Vorschlage zur Gestaltung sind willkommen)
Dateianhänge
Acer palmatum
Acer palmatum
Acer ginnala
Acer ginnala
Carpinus betulus Nr.1
Carpinus betulus Nr.1
Carpinus betulus Nr.2
Carpinus betulus Nr.2
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Holger
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Holger »

... also eine Einschätzung aus eigener Erfahrung, was zumindest die Hainbuchen angeht:

Die Überwinterung ist ohne Schnickschnack unproblematisch, wenn man zwei, drei Dinge beachtet:
Dauerregen in der Winterzeit kann schnell ein Problem der hohen Nässe werden, ich stelle meine Bonsai gechützt und muss mir dann nur Gedanken machen, dass das Substrat nicht austrocknet, also mit gewissen Einschränkungen auch Gießen in der Winterzeit.

Sonneneinstrahlung während der Frostperioden ist insbesondere bei jungen Pflanzen schnell ein Todesurteil, da sich der Wurzelbereich in der Schale aufheizt. Ich schattiere mein Regal mit einem Netz, das schützt vor der Sonneneinstrahlung, ohne das Tageslicht vollkommen wegzunehmen und es schützt auch etwas vor trockenem frostigen Wind, der auch nicht zu verachten ist. Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen bei der Hainbuche, zu den anderen beiden kann ich dir leider nichts sagen, da ich sie nicht selber besitze.

Gruß
Holger
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camaju +
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von camaju + »

Hallo Sebastian,

Willkommen im Forum bei den Bonsaiverrückten ;-)

Einen guten Anfang hast du ja gemacht. Sieht soweit alles gut aus. Was das Überwintern betrifft, solltest du deine Bäumchen Sonnen- und Windgschützt stellen. Wie du das anstellst, gibt es diverse Ansätze. Styroportkisten, selbst gebastelte Holzkisten usw. Ich hab z.B. auf meinem Balkon nur ne Folie als Windschutz. Da hat fast jeder sein eigene Vorgehensweise. Egal wie, wichtig ist, das du problemlos das Susbtrat zwecks Gießkontrolle überprüfen kannst.

Was den Gestaltungsschnitt betrift, solltest du bis zum Frühjahr warten und erstmal schauen, das du alles über den Winter bringst, ist schwer, ich weiß :lol:

Ich weiß nicht was du schon gelesen hast. Zum Anfang wäre der Beitrag von Norbert sinnvoll

http://bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?f=6&t=41125

und über den Winter kannst du dich hier durchwühlen

http://bonsai-fachforum.de/bff_fw_index.php

Viel Spaß bei diesem schönen Hobby
Gruß Jürgen *wink*

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Sebastian_K
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Sebastian_K »

Danke für die ersten Tipps.
Habe gerade die Pflegekalender gefunden...genial *daumen_new*
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Andreas M.
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Andreas M. »

Bitte noch drauf achten das bei langanhaltenden Minutsgraden der Topf plus substrat nicht einfriert . dann sollte das alles kein Problem werden.
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Heike_vG
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Heike_vG »

Bei Dauerfrost frieren sie zwangsläufig früher oder später durch, wenn man kein Kalthaus mit Frostwächter hat.
Für die hier gezeigten Baumarten braucht man es aber noch nicht unbedingt und der Aufwand steht in keinem Verhältnis, das lohnt sich erst, wenn man mehr, weiter entwickelte Bonsai und empfindlichere Arten hat.
Die Jungpflanzen haben ihre großen Töpfe noch nicht durchwurzelt und haben frisches, durchlässiges Substrat, da sind keine Verluste durch den Frost zu befürchten, solange die bereits besprochenen Schutzmaßnahmen gegen Sonne und Wind gut greifen.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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camaju +
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von camaju + »

Heike_vG hat geschrieben:Bei Dauerfrost frieren sie zwangsläufig früher oder später durch, wenn man kein Kalthaus mit Frostwächter hat.
So ist es. Dann muss man eben aufpassen, wenn / wann die Pötte aufgetaut sind, ob man evtl. gießen muß. Solange alles nicht ganz aufgetaut ist, bitte nicht gießen. Auch kein warmes Wasser draufkippen (war alles schon da) ;-)
Gruß Jürgen *wink*

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Holger
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Holger »

camaju hat geschrieben:
Heike_vG hat geschrieben:Bei Dauerfrost frieren sie zwangsläufig früher oder später durch, wenn man kein Kalthaus mit Frostwächter hat.
So ist es. Dann muss man eben aufpassen, wenn / wann die Pötte aufgetaut sind, ob man evtl. gießen muß. Solange alles nicht ganz aufgetaut ist, bitte nicht gießen. Auch kein warmes Wasser draufkippen (war alles schon da) ;-)

... leider hast Du recht... aber es gibt ja auch vernünftige Tipps: Wenn Schnee da ist, Substrat mit Schnee bedecken - wenn es antaut reicht es als Feuchtigkeitsversorgung.

Gruß
Holger
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Sebastian_K
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Sebastian_K »

Vielen Dank für die hilfreichen Antworte.
Um es zusammenzufassen ich werde meine Pflanzen wind- und sonnengeschützt überwintern und zwar so, dass eine Feuchtigkeitskontrolle des Substrates möglich ist.
In meinem Fall werde ich die Pflanzen in eine Kiste stellen und diese unter einen Tisch an die Hauswand und noch eine Folie davor, das dürfte wohl hoffentlich ausreichend Schutz bieten. Ich weiß, ich übertreibe etwas, selbst bei so günstigen, jungen Pflanzen einen solchen Aufwand zu betreiben. Aber ich würde die nur sehr ungern verlieren.

Zum Schneiden der Pflanzen. Ich werde wohl bei den Ahornbäumchen, wie im Pflegekalender vorgesehen, im November schneiden und die Hainbuchen im Früfrühling. Arg viel werde ich eh nicht dran machen und dann im Frühjahr voll einsteigen. So wie ich mich kenne, werde ich mir noch ein paar Bäumchen nächstes Jahr im Frühling zulegen.

Ach noch ne Frage:
Zu den Werkzeugen: Soll ich mir ein Komplettset zulegen (wenn ja, welches) oder lieber die Werkzeuge nach und nach nach Bedarf kaufen? Ich brauche ja momentan noch nicht wirklich viel und Gartenstandardequipment habe ich bereits.

Noch eine ;-):
Was den Draht betrifft bin ich auch etwas unsicher. Ist spezieller Bonsaidraht notwendig oder tut es auch Draht aus dem Baumarkt? Wenn ja was für ein Draht (Qualität) ist für einen Anfänger zu empfehlen?
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Holger
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Holger »

Hallo,

beim Draht würde ich zu Bonsai-Draht tendieren, wenn du dir einmal dünnen Draht für feine Äste und etwas groberen Draht für stärkere Äste besorgst, kommst du eine ganze Weile damit aus.

An Werkzeug tun es für den Anfang zwei Dinge, eine Schere für feine Äste und Blätter und eine Konkavzange für gröbere Arbeiten. Für den Anfang reicht natürlich die einfache Ausführung, wenn du mehr Geld investierst hast Du gleich eine bessere Qualität und länger was davon. Hängt davon ab, wie sicher Du Dir bist, dass Du Dich länger dafür interessierst - wobei das Länger der Haltbarkeit natürlich auch immer von der Pflege des Werkzeugs abhängig ist 8)

Gruß
Holger
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Heike_vG
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Heike_vG »

Sebastian_K hat geschrieben:Vielen Dank für die hilfreichen Antworte.
Um es zusammenzufassen ich werde meine Pflanzen wind- und sonnengeschützt überwintern und zwar so, dass eine Feuchtigkeitskontrolle des Substrates möglich ist.
In meinem Fall werde ich die Pflanzen in eine Kiste stellen und diese unter einen Tisch an die Hauswand und noch eine Folie davor, das dürfte wohl hoffentlich ausreichend Schutz bieten. Ich weiß, ich übertreibe etwas, selbst bei so günstigen, jungen Pflanzen einen solchen Aufwand zu betreiben. Aber ich würde die nur sehr ungern verlieren.
Das ist ein guter Plan. Die Folie solltest Du offen lassen, wenn kein Frost herrscht.
Sebastian_K hat geschrieben:Zum Schneiden der Pflanzen. Ich werde wohl bei den Ahornbäumchen, wie im Pflegekalender vorgesehen, im November schneiden und die Hainbuchen im Früfrühling. Arg viel werde ich eh nicht dran machen und dann im Frühjahr voll einsteigen. So wie ich mich kenne, werde ich mir noch ein paar Bäumchen nächstes Jahr im Frühling zulegen.
An den Hainbuchen scheint mir erst einmal kaum was dran zu sein, was geschnitten werden müsste.
Was wohl vor allem den Fächerahorn betrifft ist das Schneiden an den Stellen, wo mehr als ein Ast / Zweig an einem Punkt entspringt. Man muss immer auf eine Zweiergabelung zurückschneiden, um Knubbelbildung zu vermeiden.
Sebastian_K hat geschrieben:Zu den Werkzeugen: Soll ich mir ein Komplettset zulegen (wenn ja, welches) oder lieber die Werkzeuge nach und nach nach Bedarf kaufen? Ich brauche ja momentan noch nicht wirklich viel und Gartenstandardequipment habe ich bereits.
Die meisten Komplettsets, die angeboten werden, taugen nichts. Oder sie kosten ein Vermögen und dann sind einige Werkzeuge dabei, die man kaum braucht. Kauf Dir am besten eine vernünftige Zweigschere und eine gute Konkavzange. Beides in der Größe zu Deinen Bäumen passend. Die meisten Leute kaufen viel zu großes Werkzeug, obwohl sie erst einmal nur kleine Bäume haben.
Sebastian_K hat geschrieben:Was den Draht betrifft bin ich auch etwas unsicher. Ist spezieller Bonsaidraht notwendig oder tut es auch Draht aus dem Baumarkt? Wenn ja was für ein Draht (Qualität) ist für einen Anfänger zu empfehlen?
Draht aus dem Baumarkt taugt nichts für Bonsai. Nimm Aludraht aus dem Bonsaifachhandel, der ist leichter zu verarbeiten als Kupfer, gerade wenn man mit dem Drahten noch nicht so geübt ist. Wichtig ist, dass man gleich mehrere Drahtstärken hat, um die jeweils passende benutzen zu können. Zu dick ist genauso sinnlos wie zu dünn.
Vor allem aber: lerne das Drahten richtig! Am besten einen Bonsai-Workshop bei einem guten Händler besuchen. Wenn Dir das nicht möglich sein sollte, lies Dir die Anleitungen hier im BFF-Fachwissen und in Bonsailehrbüchern genau durch und übe das Drahten erst einmal an abgeschnittenen Zweigen aus dem Garten. Nicht gleich unbedarft auf lebende Pflanzen losgehen. Es ist nicht so leicht wie es aussehen mag, schlechte Drahtung ist ineffektiv und kann dem Baum schaden.

LG, Heike
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Sebastian_K
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von Sebastian_K »

So, jetzt habe ich mal wieder ein paar Fragen. Da meine Bäume nun die Blätter verloren habe überlege ich mir was ich damit im Frühjahr anstelle. Meine Jungpflanzen werde ich unverändert austreiben lassen. Außerdem werde ich im Frühjahr mir wohl noch ein oder zwei ältere Ahorne zulegen. Um auf den Punkt zu kommen, ich habe ja noch den Fächerahorn Prebonsai. Ich würde dieses gerne im Frühjahr anfangen zu gestallten. Aber wie ich es auch drehe (ich drehe ihn wirklich die ganze Zeit ;-)), ich finde keinen richtigen Ansatz. Der Baum scheint jeden Ast an der falschen Stelle zu haben. Vielleicht habt ihr ja eine gestalterische Grundidee? Ich habe den Baum mal von allen Seiten fotografiert und hochgeladen...
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bonsaiheiner
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Re: Neuling Vorstellung mit Fragen

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Sebastian,
jetzt geht´s also schon so langsam ins Detail und damit kommen auch schon Schwierigkeiten für Leute, die Dir Empfehlungen geben sollen: Am besten wäre es, die Jungpflanze dreidimensional vor sich zu haben, um Dir zu raten.
In dem Buch von H. Stahl gibts doch sicher eine Sparte, bei der Baumpartien besprochen werden, die sich für eine harmonische Weitergestaltung nicht so eignen, also entfernt werden sollen oder andersherum welche Pflanzendetails als ästhetisch wertvoll gelten.
Prima Hinweise dazu gibts auch in dem Thread von zopf über Laubbaumaufbau:

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... baumaufbau

Am Anfang geht´s darum, die Sinne zu schärfen, bevor man sich von Zweigen/Ästen oder gar Baumteilen trennt, damit man erkennt was häßlich ist. Dabei kommt subjektive Empfindung und persönlicher Geschmack ins Spiel. Was für A grottenschlecht ist, findet B gar nicht so übel. Deshalb geht nichts über eine Runde von Gleichgesinnten (Arbeitskreis). Da kann man jede Menge Fragen stellen und ein paar alte Hasen, die immer dabei sind, geben Hinweise, die diskutiert werden, die man annehmen kann, aber nicht muss.
Zu Deinem Ahorn:
Wirklich unschön sind manche Zweige, die als Büschel, also mehrfach aus einer Stelle dem Stamm entspriessen. Auf dem obersten Foto ist das der jüngere Trieb nach links, ziemlich parallel zum Stamm, mit zu langen Internodien. Weiter oben gibts auch noch Partien, die ausgelichtet werden müssen, aber da wäre ich aus den oben genannten Gründen mit Schneide-Empfehlungen vorerst zurückhaltend.
Bei Jungpflanzenrückschnitt wird die Marschroute für die weitere Entwicklung festgelegt und vorschnelles Handeln, ohne Plan,
bringt nicht viel, kann den Baum schnell verhunzen.
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
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