Hallo Herbert,
hier meine Zukunftsvorstellungen für Deinen Ahorn. Wenn´s ganz anders ausgeht, ist es auch ok.
Mit diesem Baum wartet mehr Arbeit auf Dich als während der Laubphase zu vermuten war.
Die anfangs herausgestellte suboptimale Drahtung und deren zu späte Entfernung mit den entsprechenden Drahtnarben stellt mMn kein wirkliches Problem mehr dar, da Stamm und primäre Äste von dieser Misere ja gar nicht betroffen sind. Die Drahtspuren an der Tertiär- und Quartärverzweigung würden mich an der weiteren Arbeit an diesem Baum überhaupt nicht beeinflussen. Wenn betroffene Triebe sich in das Gestaltungskonzept einfügen, würde ich sie bewahren.
Lässt sich mit dem vorhandenen Grundgerüst ein gefälliger Ahorn aufbauen?
ich meine, schon, aber die verzwirbelte Spitze passt nicht wirklich zu einem Fächerahorn , eher zu einem Granatapfel der Sorte Nejikan. Das sind die mit dem Drehwuchs.
Kann dieser Mangel durch Betonung eventuell ein markantes Teil werden, welches den Ahorn unverwechselbar macht und ihn aus einer Masse gleichgearteter und ähnlich gestalteter Ahorne heraushebt? Ich meine, nein!
Jetzt, im laublosen Zustand, war ich verblüfft über sein Aussehen, erinnerte er mich doch stark an meinen Nejikan von 2012.
Die Basis mit ihren Schwüngen an Deinem Ahorn ist attraktiv, kann und soll so bleiben, jedoch die Spitze...brrr...
Was tun?
1. Ahorntypischer Feinzweig- und Triebrückschnitt jetzt
2. Umpflanzen Anfang/Mitte März 16, dabei
3. Wahl einer flacheren Schale, wofür
4. eine Ballenreduktion an der Basis erforderlich ist, falls dieser gesund und gut ausgebildet ist.
5. Je nach Austrieb Rücknahme von störenden Ästen und Trieben in der Peripherie und im Spitzenbereich im Frühsommer, dabei
6. 2-3 Vegetatinsperioden einplanen und
7. Ausschau nach geeigneteten Trieben halten , die die verzwirbelte Spitze à la longue ersetzen können.
Beste Grüsse nach Österreich,
Heiner