Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Hallo zusammen ich wollte mal fragen ob ich meine Bäume in einem mobilen foliengewächshaus Überwintern kann. Es ist rund rum verschlossen ( mit Reißverschluss ) hat nur ganz unten einen Spalt zur Lüftung. Gruß Kiro
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Hallo,
den größten Fehler den machen kannst, ist im Winter die Sonne drauf scheinen lassen ohne zu lüften!
Ist dein Gewächshaus dauerhaft im Schatten wird es gehen. Einen Dreispitz oder Feuerdorn wirst du in einem ungeheiztem GW aber trotzdem nicht sicher über den Winter bringen. Höchstens du könntest aufgrund deines Wohnorts, Temperaturen unter -5 Grad ausschließen.

den größten Fehler den machen kannst, ist im Winter die Sonne drauf scheinen lassen ohne zu lüften!
Ist dein Gewächshaus dauerhaft im Schatten wird es gehen. Einen Dreispitz oder Feuerdorn wirst du in einem ungeheiztem GW aber trotzdem nicht sicher über den Winter bringen. Höchstens du könntest aufgrund deines Wohnorts, Temperaturen unter -5 Grad ausschließen.
Zuletzt geändert von AlexDuerr am 13.12.2015, 15:15, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße Alex

Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Hallo Kiro,
wenn Du unter der Suchfunktion rechts oben "Foliengewächshaus" eingibst, bekommst Du eine ganze Menge Infos zu diesem Thema.
Gruß, Sanne
wenn Du unter der Suchfunktion rechts oben "Foliengewächshaus" eingibst, bekommst Du eine ganze Menge Infos zu diesem Thema.
Gruß, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
(Zitat von Gisela V.)
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Danke werde mal nachschauen
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Achtung! Das Nachfolgende soll keine Empfehlung sein sondern nur ein Erfahrungsbericht!
Ich überwintere meine Dreispitz generell draußen ohne Gewächshaus. Sie werden windgeschützt, am Boden gestellt. Direkt unter den Bonsaitischen. An allen Seiten ein Holzverschlag, etwa 20 cm hoch. Weidenlaub am Boden ca. 5 cm, dann Baum mit Schale rein und den Rest mit Laub auffüllen so dass nur noch der Stamm rausschaut. Klappt eigentlich ganz gut. Ist aber eine Frage der Abhärtung.
Zu bedenken gilt hier auch: Ich wohne in der Nähe von Graz also sehr viel südlicher als die meisten der Forumsteilnehmer hier. Das Klima ist sicher deutlich milder als in großen Teilen Deutschlands!
Ich habe letztes Jahr aber einige Bäumchen verloren... die standen aber alle in einem Frühbeet. Der Grund war aber eher meine ungeschickte Bewässerungstaktik. Nie am Abend gießen wenn Nachtfröste wahrscheinlich sind. Und weniger als man möchte.
Ich überwintere meine Dreispitz generell draußen ohne Gewächshaus. Sie werden windgeschützt, am Boden gestellt. Direkt unter den Bonsaitischen. An allen Seiten ein Holzverschlag, etwa 20 cm hoch. Weidenlaub am Boden ca. 5 cm, dann Baum mit Schale rein und den Rest mit Laub auffüllen so dass nur noch der Stamm rausschaut. Klappt eigentlich ganz gut. Ist aber eine Frage der Abhärtung.
Zu bedenken gilt hier auch: Ich wohne in der Nähe von Graz also sehr viel südlicher als die meisten der Forumsteilnehmer hier. Das Klima ist sicher deutlich milder als in großen Teilen Deutschlands!
Ich habe letztes Jahr aber einige Bäumchen verloren... die standen aber alle in einem Frühbeet. Der Grund war aber eher meine ungeschickte Bewässerungstaktik. Nie am Abend gießen wenn Nachtfröste wahrscheinlich sind. Und weniger als man möchte.
Zuletzt geändert von Mechwyn am 14.12.2015, 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Das würde ich gerade für Dreispitzer nicht generell und für überall empfehlen.
"Abhärtung" ist nur sehr begrenzt möglich, die Frosthärte ist im wesentlichen genetisch festgelegt.
Wie gut ein Dreispitzahorn draußen über den Winter kommt, hängt in hohem Maße vom Temperaturverlauf während des Winters und dem Kleinklima in der eigenen Gartenecke ab. Das kann ein paar milde Winter lang tadellos funktionieren, oder in milden Weinbaugebieten oder so, und dann kommt der eine, richtig harte, kalte Winter mit längerem Dauerfrost und alles ist dahin.
Da würde ich mich nicht dauerhaft auf das Glück verlassen und schon gar nicht andere Leute dazu ermuntern, Dreispitzer ungeschützt zu überwintern.
Liebe Grüße,
Heike
"Abhärtung" ist nur sehr begrenzt möglich, die Frosthärte ist im wesentlichen genetisch festgelegt.
Wie gut ein Dreispitzahorn draußen über den Winter kommt, hängt in hohem Maße vom Temperaturverlauf während des Winters und dem Kleinklima in der eigenen Gartenecke ab. Das kann ein paar milde Winter lang tadellos funktionieren, oder in milden Weinbaugebieten oder so, und dann kommt der eine, richtig harte, kalte Winter mit längerem Dauerfrost und alles ist dahin.
Da würde ich mich nicht dauerhaft auf das Glück verlassen und schon gar nicht andere Leute dazu ermuntern, Dreispitzer ungeschützt zu überwintern.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
@ Heike
Na, dann nehme ich meine Empfehlung natürlich sofort wieder zurück... obwohl es ja eigentlich gar keine Empfehlung sondern eine persönliche Erfahrung.
Letztes Jahr gab es bei uns im Jänner über zwei Wochen unter minus 12 Grad.
Meine Bezugsquelle hat sie so aufgezogen. D.h. die standen immer schon im Winter draußen und sind so aufgewachsen. Das meinte ich mit Abhärtung. Vielleicht war es wirklich nur Glück.
Aber um beim Thema zu bleiben: Ein Foliengewächshaus bringt aber da auch nicht wirklich etwas oder? Außer dem Windschutz hat es doch nur den Nachteil dass es sich über den Tag zu sehr aufheizt... oder liege ich hier auch wieder falsch?
Na, dann nehme ich meine Empfehlung natürlich sofort wieder zurück... obwohl es ja eigentlich gar keine Empfehlung sondern eine persönliche Erfahrung.
Letztes Jahr gab es bei uns im Jänner über zwei Wochen unter minus 12 Grad.
Meine Bezugsquelle hat sie so aufgezogen. D.h. die standen immer schon im Winter draußen und sind so aufgewachsen. Das meinte ich mit Abhärtung. Vielleicht war es wirklich nur Glück.
Aber um beim Thema zu bleiben: Ein Foliengewächshaus bringt aber da auch nicht wirklich etwas oder? Außer dem Windschutz hat es doch nur den Nachteil dass es sich über den Tag zu sehr aufheizt... oder liege ich hier auch wieder falsch?
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Hallo Mechwyn,
das ist völlig in Ordnung und auch schön, wenn es bei Dir so bisher geklappt hat. Für die Mitlesenden betone ich es nur gerne extra, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass Dreispitzahorne starken Frost aushalten.
Ich kenne einfach zu viele Leute, die wertvolle Dreispitzahorne verloren haben, weil sie relativ ungeschützt überwintert wurden und der Winter dann doch mal in einem Jahr strenger war als die Jahre zuvor.
Generell ist es auch ein großer Unterschied, ob es sich um junge Pflanzen in größeren Gefäßen handelt, die oft weit mehr Frost vertragen, oder um alte Bäume mit kompakten Wurzeln in engen Schalen.
Ein Folienhaus ist eine gute Sache, denn alleine der Windschutz ist schon wertvoll. Aufheizung muss natürlich vermieden werden, daher empfiehlt sich ein Standort, der zumindest im Winter im Schatten liegt. Bei Frost kann man darin auch einen Frostwächter oder bei einem kleinen Häuschen Grabkerzen o.ä. verwenden.
Liebe Grüße,
Heike
das ist völlig in Ordnung und auch schön, wenn es bei Dir so bisher geklappt hat. Für die Mitlesenden betone ich es nur gerne extra, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass Dreispitzahorne starken Frost aushalten.
Ich kenne einfach zu viele Leute, die wertvolle Dreispitzahorne verloren haben, weil sie relativ ungeschützt überwintert wurden und der Winter dann doch mal in einem Jahr strenger war als die Jahre zuvor.
Generell ist es auch ein großer Unterschied, ob es sich um junge Pflanzen in größeren Gefäßen handelt, die oft weit mehr Frost vertragen, oder um alte Bäume mit kompakten Wurzeln in engen Schalen.
Ein Folienhaus ist eine gute Sache, denn alleine der Windschutz ist schon wertvoll. Aufheizung muss natürlich vermieden werden, daher empfiehlt sich ein Standort, der zumindest im Winter im Schatten liegt. Bei Frost kann man darin auch einen Frostwächter oder bei einem kleinen Häuschen Grabkerzen o.ä. verwenden.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Eine Empfehlung oder auch nur persönliche Darstellung ohne geographische Angabe, Angaben zur Klimazone, Keinklima des Gartens o.Ä.ist gerade für unerfahrene Pfleger sehr gefährlich.
So wird viel zu schnell aus dem "Speziellen" das "Gewöhnliche".
Dreispitzwurzeln vertragen Frost bis -5°C ohne Probleme, bei -7°C in der Garage st mit bei Dreispitz die gesamte Wurzelmasse erfroren und ich musste i Folgejahr mit einen großen Stecking arbeiten.
In der Literatur habe ich in der Schale auch nicht über größere Frosthärten gelesen.
Wie immer man seinen Dreispitz schützt, -5°C sollten nicht überschritten werden.
Hermann Pieper hat über Jahre nur mit einem unbeheizten Gewächshaus gearbeitet und die Schalen der Bäume in Torf abgesenkt. Er hat nicht aus purer Lust auf eine hohe Stromrechnung mit der Belüftung und Beheizung der Folienhäuser angefangen in denen Ahorne & Co überwintern. Die Verluste waren in strengen Wintern einfach zu hoch.
Unbestritten werden in den weitaus meisten Wintern die beschriebenen Maßnahen ausreichen.
Es ist aber noch nicht lange her, dass eine richtig lange und harte Kälteperiode hier im Frühjahr zu massiven "Todesanzeigen" und viel Frust geführt hat.
Nach vorangegangenen 10 Jahren mit deutlich milden Wintern hat das einfach zu falschen Annahmen geführt.
Selbst Hermann Haas, der ja bestimmt kein Neuling im Geschäft ist, hat dutzende Bäume in diesem Winter verloren und auch an Zopfs Posts kann ich mich gut erinnern.
So wird viel zu schnell aus dem "Speziellen" das "Gewöhnliche".
Dreispitzwurzeln vertragen Frost bis -5°C ohne Probleme, bei -7°C in der Garage st mit bei Dreispitz die gesamte Wurzelmasse erfroren und ich musste i Folgejahr mit einen großen Stecking arbeiten.
In der Literatur habe ich in der Schale auch nicht über größere Frosthärten gelesen.
Wie immer man seinen Dreispitz schützt, -5°C sollten nicht überschritten werden.
Hermann Pieper hat über Jahre nur mit einem unbeheizten Gewächshaus gearbeitet und die Schalen der Bäume in Torf abgesenkt. Er hat nicht aus purer Lust auf eine hohe Stromrechnung mit der Belüftung und Beheizung der Folienhäuser angefangen in denen Ahorne & Co überwintern. Die Verluste waren in strengen Wintern einfach zu hoch.
Unbestritten werden in den weitaus meisten Wintern die beschriebenen Maßnahen ausreichen.
Es ist aber noch nicht lange her, dass eine richtig lange und harte Kälteperiode hier im Frühjahr zu massiven "Todesanzeigen" und viel Frust geführt hat.
Nach vorangegangenen 10 Jahren mit deutlich milden Wintern hat das einfach zu falschen Annahmen geführt.
Selbst Hermann Haas, der ja bestimmt kein Neuling im Geschäft ist, hat dutzende Bäume in diesem Winter verloren und auch an Zopfs Posts kann ich mich gut erinnern.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Wie Norbert schon richtig dargestellt hat, eine Empfehlung lässt sich weder generell, für Klimazonen ein wenig (also subtropisch und temperat haben schon genug Unterschied
) und selbst im Kleinklima nur mäßig geben.
Im Zweifelsfalle sind Empfehlungen nur auf Mikroklimaebene möglich, also genau an der Stelle, wo die Überwinterung stattfinden soll. Das kann eine Hausecke weiter schon wieder ganz anders sein.
Wesentliche Faktoren des Überwinterungsstresses sind wohl zweifelsohne die Temperatur, wobei natürlich einheimische Pflanzen da weniger Probleme haben sollten, als eingeführte aus wärmeren Regionen.
Die Temperatur ist aber nur bedingt der maßgebende Faktor, Dreispitzahorne (Heimat Japan, China Taiwan) werden in Baumschulen durchaus als "gut frosthart" vertrieben (und bei aller Kritik, Leute verarschen kann eine Baumschule auch nur einmal). An ihrem Herkunftsort sind sie von der Küste bis zu 1500 m zu finden.
Schaut man sich die Klimarübe nach FLOHN (basierend auf KOEPPEN) an, so wird man schnell feststellen, dass die Klimate von Mitteleuropa und den Herkunftsländern des Dreispitzers sich ähneln (Cf, d.h. warmgemäßigtes, immerfeuchtes Klima).
/Mod: Links gestört. Bitte keine fremden Bilder direkt einbinden (auch mit Quellenangabe)!
[im g]http://www.klima-der-erde.de/grafiken/koeppen.gif[/img]
[im g]http://www.klima-der-erde.de/grafiken/k ... l_2006.gif[/img]
Quelle: http://www.klima-der-erde.de/koeppen.html
Die Temperatur alleine kann es also nicht sein.
Das hauptsächliche Problem besteht darin, dass ein Bonsai eben in einer räumlich äusserst begrenzten Schale steht. Daraus folgt, dass Bonsaischalen (und auch andere Pflanzengefäße) im Winter durchfrieren können, was an sich noch nicht unbedingt kritisch ist, auch in "freier Wildbahn" kann das Substrat um einen freistehenden Baum komplett einfrieren. Bäume schützen sich vor gefährlichem Einfrieren des Wasserfadens im Xylem durch einen höheren Gehalt osmotisch wirksamer Stoffe (Zucker), wodurch Embolien und Eisbildungen verhindert werden. Dies kann erklären, warum ein plötzlicher, abrupter Frost so schädlich sein kann und wieso sich die Pflanze auf den Winter vorbereiten muss (also vermehrt Zucker aus der Fotosynthese in den Saftstrom überführen).
Was ist also das Problem?
Wesentlich größere Probleme als schier T< -5 °C sind Wind und insbesondere auch ein sonniger Standort bei gefrorenem Ballen. Während Wind eher bei immergrünen (dann aber richtig) Einfluss ausübt (der Wind bläst förmlich die Feuchtigkeit aus dem Baum und kein Wasser kann nachströmen), kann die Sonneneinstrahlung auch im Winter zu empfindlich höheren Temperaturen an der Pflanze führen, wodurch Stoffwechselprozesse wieder in Gang kommen können (vgl. RGT-Regel). Da der Ballen aber noch gefroren ist, kann so die Pflanze elendig verdursten.
Was kann man dennoch generell sagen?
Nun ja, frostunverträgliche Pflanzen sollten frostfrei überwintert werden. Das sind meist tropische Arten, die ihr Laub nicht abwerfen (z.B. Ficus, F**cking-tea und die ganzen anderen potenziellen Indoor-Leichen). So hell wie möglich, erfolgreich wird man das wohl nicht ohne Zusatzbeleuchtung hinbekommen, da ansonsten die Fotosyntheseleistung unter dem Lichtkompensationspunkt bleibt und mehr Energie verbraucht als produziert wird. Ich finde leider die Quelle nicht mehr, aber (abhängig vom Glas natürlich) verringert sich 0,5 m hinter einem Fenster die Lichtmenge um 50%. Da es im Winter ja nun eh schon ziemlich dunkel ist, kann also ohne Dauerbeleuchtung im Winter wohl kein wachsstum stattfinden.
Zu Bedenken ist natürlich generell, aus welcher Klimazone der zu Überwinternde stammt. Aber selbst die frosthärtesten sollten "geschützt", also nicht direkt in der Sonne und auch windgeschützt stehen.
Ein Wechsel von Auftauen und Einfrieren ist unter allen Umständen zu vermeiden.
Hab ich was vergesssen? Glaube nicht, soweit.
Im Zweifelsfalle sind Empfehlungen nur auf Mikroklimaebene möglich, also genau an der Stelle, wo die Überwinterung stattfinden soll. Das kann eine Hausecke weiter schon wieder ganz anders sein.
Wesentliche Faktoren des Überwinterungsstresses sind wohl zweifelsohne die Temperatur, wobei natürlich einheimische Pflanzen da weniger Probleme haben sollten, als eingeführte aus wärmeren Regionen.
Die Temperatur ist aber nur bedingt der maßgebende Faktor, Dreispitzahorne (Heimat Japan, China Taiwan) werden in Baumschulen durchaus als "gut frosthart" vertrieben (und bei aller Kritik, Leute verarschen kann eine Baumschule auch nur einmal). An ihrem Herkunftsort sind sie von der Küste bis zu 1500 m zu finden.
Schaut man sich die Klimarübe nach FLOHN (basierend auf KOEPPEN) an, so wird man schnell feststellen, dass die Klimate von Mitteleuropa und den Herkunftsländern des Dreispitzers sich ähneln (Cf, d.h. warmgemäßigtes, immerfeuchtes Klima).
/Mod: Links gestört. Bitte keine fremden Bilder direkt einbinden (auch mit Quellenangabe)!
[im g]http://www.klima-der-erde.de/grafiken/koeppen.gif[/img]
[im g]http://www.klima-der-erde.de/grafiken/k ... l_2006.gif[/img]
Quelle: http://www.klima-der-erde.de/koeppen.html
Die Temperatur alleine kann es also nicht sein.
Das hauptsächliche Problem besteht darin, dass ein Bonsai eben in einer räumlich äusserst begrenzten Schale steht. Daraus folgt, dass Bonsaischalen (und auch andere Pflanzengefäße) im Winter durchfrieren können, was an sich noch nicht unbedingt kritisch ist, auch in "freier Wildbahn" kann das Substrat um einen freistehenden Baum komplett einfrieren. Bäume schützen sich vor gefährlichem Einfrieren des Wasserfadens im Xylem durch einen höheren Gehalt osmotisch wirksamer Stoffe (Zucker), wodurch Embolien und Eisbildungen verhindert werden. Dies kann erklären, warum ein plötzlicher, abrupter Frost so schädlich sein kann und wieso sich die Pflanze auf den Winter vorbereiten muss (also vermehrt Zucker aus der Fotosynthese in den Saftstrom überführen).
Was ist also das Problem?
Wesentlich größere Probleme als schier T< -5 °C sind Wind und insbesondere auch ein sonniger Standort bei gefrorenem Ballen. Während Wind eher bei immergrünen (dann aber richtig) Einfluss ausübt (der Wind bläst förmlich die Feuchtigkeit aus dem Baum und kein Wasser kann nachströmen), kann die Sonneneinstrahlung auch im Winter zu empfindlich höheren Temperaturen an der Pflanze führen, wodurch Stoffwechselprozesse wieder in Gang kommen können (vgl. RGT-Regel). Da der Ballen aber noch gefroren ist, kann so die Pflanze elendig verdursten.
Was kann man dennoch generell sagen?
Nun ja, frostunverträgliche Pflanzen sollten frostfrei überwintert werden. Das sind meist tropische Arten, die ihr Laub nicht abwerfen (z.B. Ficus, F**cking-tea und die ganzen anderen potenziellen Indoor-Leichen). So hell wie möglich, erfolgreich wird man das wohl nicht ohne Zusatzbeleuchtung hinbekommen, da ansonsten die Fotosyntheseleistung unter dem Lichtkompensationspunkt bleibt und mehr Energie verbraucht als produziert wird. Ich finde leider die Quelle nicht mehr, aber (abhängig vom Glas natürlich) verringert sich 0,5 m hinter einem Fenster die Lichtmenge um 50%. Da es im Winter ja nun eh schon ziemlich dunkel ist, kann also ohne Dauerbeleuchtung im Winter wohl kein wachsstum stattfinden.
Zu Bedenken ist natürlich generell, aus welcher Klimazone der zu Überwinternde stammt. Aber selbst die frosthärtesten sollten "geschützt", also nicht direkt in der Sonne und auch windgeschützt stehen.
Ein Wechsel von Auftauen und Einfrieren ist unter allen Umständen zu vermeiden.
Hab ich was vergesssen? Glaube nicht, soweit.
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
- Frank Zappa -
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Vieleicht noch eine Nachfrage, Holger.
Zumindest in den nördlichen Regionen hier bei uns sind die Bäume regelgerecht in die Wnteruhe übergegangen, haben bereits Anfang November einige Tage Frost gehabt.
In den letzten 2,5 Wochen hatten wir hier relativ konstant über 10°C und auch die nächsten beiden Wochen sind Temperaturen voraus gesagt, die im Frühjahr ausreichend sind die Winterruhe zu beenden.
Laufen wir in diesem Jahr Gefahr, dass durch diese längere Zeit relativer Wärme die Winterruhe der Bäume und damit ihre Frosthärte bereits verloren gehen kann?
In diesem Fall müssten ja besondere Überwinterungsvorkehrungen getroffen werden.
Zumindest in den nördlichen Regionen hier bei uns sind die Bäume regelgerecht in die Wnteruhe übergegangen, haben bereits Anfang November einige Tage Frost gehabt.
In den letzten 2,5 Wochen hatten wir hier relativ konstant über 10°C und auch die nächsten beiden Wochen sind Temperaturen voraus gesagt, die im Frühjahr ausreichend sind die Winterruhe zu beenden.
Laufen wir in diesem Jahr Gefahr, dass durch diese längere Zeit relativer Wärme die Winterruhe der Bäume und damit ihre Frosthärte bereits verloren gehen kann?
In diesem Fall müssten ja besondere Überwinterungsvorkehrungen getroffen werden.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Hallo,Mechwyn hat geschrieben:... Ein Foliengewächshaus bringt aber da auch nicht wirklich etwas oder? Außer dem Windschutz hat es doch nur den Nachteil dass es sich über den Tag zu sehr aufheizt... oder liege ich hier auch wieder falsch?
die Bäume in meinem Folienhaus sind nicht nur windgeschützt, sondern auch sonnengeschützt (mit grüner Folie). Da heizt sich nichts auf. Die Temperatur darin ist genau wie die Außentemperatur. Darin überwintere ich seit Jahren u.a. meinen Apfelbaum, Lärche, Rotdorn, japan. Fächerahorn u. a.
Meinen kleinen Dreispitzer (und andere Shohins) habe ich aber sicherheitshalber in einem Extra-Kühlschrank bei ca. +5°C stehen.
Kiro, welche Bäume hast Du konkret vor, im Folienhaus zu überwintern?
Gruß, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
(Zitat von Gisela V.)
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Norbert,Norbert_S hat geschrieben:Vieleicht noch eine Nachfrage, Holger.
Zumindest in den nördlichen Regionen hier bei uns sind die Bäume regelgerecht in die Wnteruhe übergegangen, haben bereits Anfang November einige Tage Frost gehabt.
In den letzten 2,5 Wochen hatten wir hier relativ konstant über 10°C und auch die nächsten beiden Wochen sind Temperaturen voraus gesagt, die im Frühjahr ausreichend sind die Winterruhe zu beenden.
Laufen wir in diesem Jahr Gefahr, dass durch diese längere Zeit relativer Wärme die Winterruhe der Bäume und damit ihre Frosthärte bereits verloren gehen kann?
In diesem Fall müssten ja besondere Überwinterungsvorkehrungen getroffen werden.
ich denke, da kann ich dich beruhigen. Es wäre recht chaotisch, wenn sich Pflanzen tatsächlich nur auf die Temperatur als Austriebssteuerung verlassen würden, dann wär das problematisch zu betrachten.
Maßgeblich für den Austrieb (und damit der Beendigung der Winterruhe) ist aber auch die "innere Uhr". Die Uhr misst quasi (das funktioniert über Proteine) die Länge von Tag und Nacht. Ab einer bestimmten Tageslänge wird quasi das Signal zum Austrieb (auch Blüte, Blattbewegung usw.) gegeben.
Da aber alle höheren Lebewesen (also auch Pflanzen und Bäume) recht komplex in Aufbau und Funktionsweise sind, wird nie ein Reiz alleine bestimmend sein.
Ein netter, anschaulicher Vergleich dazu:
Ein Fahrrad ist relativ einfach gebaut und benötigt keine besonderen Kontrollinstrumente oder doppelte Bauteile zur Steuerung.
Im Vergleich dazu sind Jumbo-Jets hochkomplex, Sicherheit wird groß geschrieben, Steuerungen doppelt, Instrumente doppelt, usw.
Um deine Frage schlussendlich zu beantworten:
Wenn ich das ganz konkret beantworten könnte, wüsste ich von heute auf Morgen, womit ich mein Geld verdienen würde
Ich denke, dass die Gefahr wesentlich größer in der Spätfrostzeit ist, wenn die Pflanzen tatsächlich ausgetrieben sind und dann nochmal eine kalte Klatsche kommt. Jetzt würde ich mir da eher weniger Sorgen machen.
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
- Frank Zappa -
Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Hatte ich so erwartet, danke für deine professionelle Bestätigung.
Besonders der Hinweis auf die Spätfröste ist gerade im Hinblick auf die geschützte Überwinterung hilfreich.
Nach Jahren der Beobachtung bin ich ziemlich sicher, dass ein zu warmes überwintern oder zu spätes auswintern ein temperaturabhängiges Hin- und Hertragen der Bäume nach sich zieht um Frostschäden zu vermeiden.
Ich halte es für wichtig, die Bäume noch bevor der Austrieb beginnt wieder auf die Regale zu stellen und dann notfalls in kälteren Nächten mit Vlies abzudecken.
Besonders der Hinweis auf die Spätfröste ist gerade im Hinblick auf die geschützte Überwinterung hilfreich.
Nach Jahren der Beobachtung bin ich ziemlich sicher, dass ein zu warmes überwintern oder zu spätes auswintern ein temperaturabhängiges Hin- und Hertragen der Bäume nach sich zieht um Frostschäden zu vermeiden.
Ich halte es für wichtig, die Bäume noch bevor der Austrieb beginnt wieder auf die Regale zu stellen und dann notfalls in kälteren Nächten mit Vlies abzudecken.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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Re: Überwintern in einem Folien Gewächshaus
Wie gießt man eigentlich in einem Gewächshaus?
Bei einem ungeheiztem natürlich nicht unter 0°. Aber was macht man wenn die Temperaturen so wie jetzt ein wenig über dem Gefrierpunkt herumtümpeln? Rein nach Kontrolle der Feuchtigkeit des Substrats? Also Finger reinstecken und schauen obs noch feucht ist? Bei modernem Substrat finde ich das etwas schwierig.
Draußen ist das etwas simpler. Die Umgebungsfeuchte ist sehr hoch und meistens teste ich das per Finger. Und gießen tu ich, wenns wirklich mal notwendig ist, nur gegen Mittag.
Bei einem ungeheiztem natürlich nicht unter 0°. Aber was macht man wenn die Temperaturen so wie jetzt ein wenig über dem Gefrierpunkt herumtümpeln? Rein nach Kontrolle der Feuchtigkeit des Substrats? Also Finger reinstecken und schauen obs noch feucht ist? Bei modernem Substrat finde ich das etwas schwierig.
Draußen ist das etwas simpler. Die Umgebungsfeuchte ist sehr hoch und meistens teste ich das per Finger. Und gießen tu ich, wenns wirklich mal notwendig ist, nur gegen Mittag.
