Rotbuche

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Tomsai 92
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Re: Rotbuche

Beitrag von Tomsai 92 »

Hans Peter hat geschrieben:Mittlerweile muß ich zugeben, daß ich froh bin, den alten Ballen fast aufgelöst zu haben. Es gibt kein verdichtetes Substrat mehr-

Der neue Wurzelballen hat sich so stark entwickelt, daß ich fast in Versuchung geraten bin, den Baum schon dieses Jahr
umzutopfen, weil sich der Wurzelballen stark nach oben drückt und das Substrat total durchwurzelt hat.
Ich gebe dem Baum aber noch ein weiteres Jahr Zeit für die Entwicklung bis zum nächsten Umtopftermin.
Das klingt super, damit sollte der Baum wohl überm Berg sein. Mit dem Umtopfen würde ich auch noch ein Jahr warten und dieses Jahr die Energiereserven des Baumes weiter auffüllen.
Ferry hat geschrieben:Die Buche als eine Spezies, welche sich sehr leicht abmoosen lässt, verkraftet den starken Rückschnitt an den Wurzeln sehr gut.
Das kann ich sowohl aus konventioneller Baumschulsicht in unseren klimatischen Breiten wie auch durch etliche gelesene Erfahrungsberichte von Bonsaianern absolut nicht bestätigen.
Insbesondere auf den späten Wurzelschnittzeitpunkt ab dem Mausohrstadium der Knospen reagieren Fagus sehr kritisch verglichen mit anderen Gehölzen. Die Sensibilität von Faguswurzeln wird in Pinneberger Baumschulkreisen als ein Sonderfall unterrichtet.
Bei meinem ehemaligen Baumschulbetrieb habe ich ca. Mitte Mai 2014 mehrere hundert verschulte Fagus-Heister sowie Carpinus-Heister bei gleichzeitigem starkem oberirdischen und unterirdischen Schnitt getopft obwohl das Mausohrstadium bereits überschritten war. Mein Vorgesetzter (seniler cholerischer 85jähriger Seniorchef) wollte es mir nicht glauben, dass es sich bei den Fagus nicht mehr lohnt..."Ach wat, das wächst schon!!!"...
→ das Ende vom Lied: Die Carpinus waren fast ausnahmslos und ohne große Wuchsdepressionen angewachsen, während fast 50% der Fagus die gleiche Prozedur nicht überlebten und der Rest leichte bis sehr starke Wuchsdepressionen aufwies und nicht verkaufsfähig wurde...


Bei sehr guter Pflege lässt sich zwar bei Buchen oft noch der Baum retten aber den zahlreichen mitlesenden (Pflege-)Anfängern würde ich einen starken Rückschnitt von Buchenwurzeln dringendst abraten.


Schöne Grüße
Tom
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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Danke Tom für deine sehr interessanten Informationen.

Gruss
Hans Peter
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Norbert_S
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Re: Rotbuche

Beitrag von Norbert_S »

Ich kann Tom nur beipflichten.
Gerade diese Erfahrung war es, im ersten Anlauf nicht zuviel zu machen.
Ich erachte es als sehr wichtig, viele Feinwurzeln zu behalten. Es ist besser die Wurzeln zu selektieren und diese nicht zu stark einzukürzen - zumindest beim Frühlingsumtopfen.

Jürg hat uns hier ja auch Bilder seiner Vorgehensweise mit spätherbstlichen umtopfen gezeigt und diesen Zeitraum als den besser geeigneten beschrieben.
Da ich selber leider keine Rotbuche pflege und Jürgs Ergebnisse überzeugen, würde ich seinen Ratschlägen in der Pfege folgen.
Norbert

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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Nachdem was ich hier aktuell von Tom und aus den Dokumentationen von Jürg herauslesen konnte, werde ich die
Rotbuche dieses Jahr im Spätherbst umtopfen.

Gruß

Hans Peter
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