Liebe Community,
erst seit 2 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Bonsai. Vor allem Sämlinge haben es mir angetan, weil ich mir Fehler an einem uralten Bäumchen nicht verzeihen könnte.
Folgende Situation : Vor 2 Jahren habe ich u.a. eine Stieleiche angezogen. Als Form habe ich mir für dieses Exemplar frei aufrecht vorgestellt. Jetzt kommt der Klopfer: Ich habe im September die Triebknospe des Hauptstammes abgeknipst. Wie kann ich mir weiteres Längenwachstum vorstellen? Kommt an der abgeknipsten Stelle im nächsten Jahre eine neue Triebspitze, so das dass Höhenwachstum weitergeht? Oder verzweigt er sich von nun an und frei aufrecht hat sich damit erledigt...?
Wie doof ich bin. 2 Jahre gehegt und gepflegt und dann aus Leichtsinn sowas
Diese Eiche hat an der Spitze ein paar Knospen mehr. Davon wird sich entweder eine von allein als neue Tribspitze durchsetzen oder es weren 2 bis 3 oder so neue Triebe nebeneinander ins Rennen gehen.
Im 2. Fall laß die Triebe wachsen und entscheide dich später, evtl auch ein bis 3 Jahre später, welche Stammlinie für deine Gestaltung die passende ist.
Hallo Roschee,
als zusätzliche Anmerkung möchte ich Dich darauf hinweisen, dass Deine Eiche chlorotisch aussieht, also einen Eisenmangel aufweist. Benutze am besten einmal die Suchfunktion zum Thema Chlorose.
Und man sieht auf Deinen Fotos im Hintergrund einen Baum, dessen Erdoberfläche mit flachen Kieseln abgedeckt ist. Das ist sehr ungünstig, weil darunter das Substrat nicht schnell genug trocknet und Du evtl. Probleme durch anhaltende Nässe erzeugst.
LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...
wollt mal Fragen wie es deiner Eiche geht?
Ich habe auch das Projekt Eichensäen gestartet. Bereits letztes Jahr hab ich dazu einen Versuch unternommen aber durch die starken Regenfälle über längere Zeit ist er mir leider ersoffen :/
Aber heuer starte ich einen nächsten Versuch.
Angst zu haben, dass du keine frei aufrechte Form mehr bekommst ist glaub ich überflüssig. Um bei Eichen einen schönen dicken Stamm mit toller Borke zu bekommen, kannst du sie jedes Jahr nachdem die Blätter abgefallen sind stark zurückschneiden. Wiederholst du das jedes Jahr wird der Stamm mit der Zeit deutlich dicker ohne dass du einen riiießigen Baum hast. Die anschließende Kronengestaltung kannst du später vornehmen. Ich habe dazu bei einem Bonsai-Club bei mir in der Nähe einen schönen Beitrag dazu gefunden https://bonsaigraz.com/tag/eiche/
Ich habe einen Baum nach dieser Anzuchtsmethode bereits live gesehen. Sind imposante Dinger mit einem Stammdurchmesser von 20 cm und mehr und einer höhe von etwa 1m.
richtig toll, dass Neulinge -wie ich- hier Unterstützung erfahren. Vielen Dank dafür!
Ich melde mich nochmal zurück mit meinem Eichenbäumchen. Dieses Jahr habe ich gedrahtet um Bewegung in den Stamm zu bringen. Das hat auch m.E. nach ganz gut geklappt. Darüber hinaus habe ich immer wieder zurückgeschnitten, da das Bäumchen aus allen Ecken und Kanten spross, so dass ich Verdickungen und große Schnittwunden vermeiden konnte. Einen ersten Ast habe ich herausgearbeitet, der bis vor 2 Wochen auch vital erschien und 2 pralle Endknospen hatte, deren aufgehen ich eigentlich jetzt erwartet hatte. Leider sind die Knospen aber nunmehr abgestorben und auf den Blättern zeigt sich eine Veränderung (Pilz?). Ich würde mich freuen, wenn mir jemand sagen könnte, was zu tun ist und ob ich mich von dem ersten Ast verabschieden kann.
Vermutlich habe ich das Bäumchen zu oft bearbeitet und es ist jetzt gestresst!? Nächsten Frühling wollte ich es in TPK mit gröberem Substrat setzen. Eine gute Maßnahme bei einer so jungen Pflanze?
mögliche gründe:
- mangelernährung (siehe heike oben)
- zu wenig sonne
- schlechtes verhältnis substrat/wasser/sonne
kann dir aber aus der ferne niemand 100 % beantworten.
bonsai, insbesondere anzucht, hat viel mit ausprobieren und erfahrungen sammeln zu tun.
genereller tipp: mach nicht einen sämling, sondern 10-20. dann kannst du bei den einzelnen verschiedene vorgehensweisen ausprobieren und sehen, was besser und was weniger gut funktioniert.
bei diesem war das ständige schneiden sicher kontraproduktiv.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten" chinesische Weisheit
Ich habe Gott sei Dank mehrere Sämlinge. Wobei der in Rede stehende mein "Meisterstück" werden sollte. Mit dem wollte ich Euch Profis in 10 Jahren neidisch machen. OK, Du darfst jetzt lachen
An zu wenig düngen kann es kaum gelegen haben, denn das habe ich regelmäßig gemacht. Standort ist halbschattig also müsste auch OK sein, zumal die anderen gut gedeihen. Ich vermute ganz stark, dass ich zu viel dran rum gefummelt habe und er dadurch anfällig für Krankheiten ist. Lektion Nummer eins ist damit so oder so gelernt: Nicht zu viel und zu oft am Bäumchen arbeiten.
Meinst Du den habe ich damit gehimmelt oder kommt der nächstes Jahr wieder in die Gänge?