Hallo zusammen,
lange habe ich mich hier nicht mehr rumgetrieben aber nun brauche ich noch mal Rat was meinen Bonsai angeht.
Ich habe ihn in diesem Frühjahr zum ersten Mal komplett pinziert, um die Feinverzweigung zu fördern, was auch zunächst hervoragend geklappt hat. Über all an den Pinzierten Stellen hat er in der Folge doppelt ausgetrieben und in den letzten Monaten ist er ziemlich gut und schnell gewachsen. Nun hatte ich vor ein paar Tagen zunächst allen Neuaustrieb auf ein neues Blattpaar zurückgeschnitten und mich anschließend noch zu einem Teilblattschnitt entschieden, um die Feinverzweigung in der Krone weiter voranzubringen und vor allem ein paar der unteren Äste in Vergleich noch etwas zu stärken, da ich dort keinen Blattschnitt vorgenommen habe.
Dabei ist mir nun aber sehr deutlich aufgefallen, dass der Neuaustrieb überwiegend sehr lange Internodien gebildet hat. Ich würde sagen zu etwa 90% zu lang, um wirklich etwas damit anfangen zu können. Nun bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich damit weiter verfahre. Soll ich nun einfach alle neuen zu langen Internodien ebenfalls entfernen und auf einen Neuaustrieb an den Stellen hoffen, wo der Erstaustrieb dieses Jahr begonnen hat?
Ich hänge gerne noch weitere Bilder an, wenn das hilft.
Beste Grüße und vielen Dank schon mal im Voraus,
Malte
Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
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- Krone - Zu lange Internodien - Gelber Trieb wurde ganz früh im ersten Austrieb entfernt
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Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Hallo Malte,
Die langen Internodien wären in der für eine Feinverzweigung in der Tat nicht zu gebrauchen. Ich würde mit dem Schnitt bis zum Herbst warten und den Baum dann komplett durcharbeiten. Die Knospen, die sich danach im Frühjahr bilden und austreiben, sind dann nicht ganz so stark.
Pinzieren und kompletter Blattschnitt sind zwei Techniken die eigentlich nicht zusammen passen.
Pinzieren ist vor allem eine Technik für reife Bäume bei dem man den Status quo erhalten will. Man hält die Internodien kurz und möchte nur einen Austrieb (eben die zwei ersten Blätter).
Dazu wird in einem sehr frühen Austriebsstadium, sobald sich das erste Blattpaar öffnet und die Triebspitze mit einer Pinzette greifbar ist, der Trieb ausgebrochen. Das Ergebnis sollte sein, dass sich das erste Internodium sehr kurz bleibt und nicht weiter treibt. Das sollte es dann auch für das Jahr gewesen sein. Der Baum soll nun ganz normal in den Blattachseln Knospen entwickeln , die im nächsten Jahr wieder austreiben.
Wenn der Baum zu dicht ist, schneidet man im Frühsommer (also jetzt) die Blätter. Man kann ein Blatt des Blattpaares komplett entfernen und das zweite Blatt (wenn es groß ist) zur Hälfte abschneiden. Solange an dem Trieb noch ein Blatt bleibt, treibt er nicht wieder aus. (die meisten zumindest, falls doch Austrieb kommt sofort wieder pinzieren)
Diese Schnittvariante verhindert das im inneren Bereich der Krone Zweige absterben unds evtl auch schlafende Knospen erwachen. An den inneren Zweigen macht man natürlich keinen Blattschnitt und meist werden sie auch nicht pinziert, weil sie eh keine langen Internodien bilden.
In dem Moment, in dem du an einem Trieb beide Blätter komplett entfernst, wird der Baum einen zweiten Austrieb machen, wenn du den nicht wieder sofort pinzierst, bekommst Du lange Internodien…
Bei Deinem Baum finde ich aber, das es noch zu früh ist “auf Feinverzweigung“ zu gehen. Du solltest eher zum Ziel haben zunächst eine gute Struktur der primären und sekundären Äste zu haben.
Die langen Internodien wären in der für eine Feinverzweigung in der Tat nicht zu gebrauchen. Ich würde mit dem Schnitt bis zum Herbst warten und den Baum dann komplett durcharbeiten. Die Knospen, die sich danach im Frühjahr bilden und austreiben, sind dann nicht ganz so stark.
Pinzieren und kompletter Blattschnitt sind zwei Techniken die eigentlich nicht zusammen passen.
Pinzieren ist vor allem eine Technik für reife Bäume bei dem man den Status quo erhalten will. Man hält die Internodien kurz und möchte nur einen Austrieb (eben die zwei ersten Blätter).
Dazu wird in einem sehr frühen Austriebsstadium, sobald sich das erste Blattpaar öffnet und die Triebspitze mit einer Pinzette greifbar ist, der Trieb ausgebrochen. Das Ergebnis sollte sein, dass sich das erste Internodium sehr kurz bleibt und nicht weiter treibt. Das sollte es dann auch für das Jahr gewesen sein. Der Baum soll nun ganz normal in den Blattachseln Knospen entwickeln , die im nächsten Jahr wieder austreiben.
Wenn der Baum zu dicht ist, schneidet man im Frühsommer (also jetzt) die Blätter. Man kann ein Blatt des Blattpaares komplett entfernen und das zweite Blatt (wenn es groß ist) zur Hälfte abschneiden. Solange an dem Trieb noch ein Blatt bleibt, treibt er nicht wieder aus. (die meisten zumindest, falls doch Austrieb kommt sofort wieder pinzieren)
Diese Schnittvariante verhindert das im inneren Bereich der Krone Zweige absterben unds evtl auch schlafende Knospen erwachen. An den inneren Zweigen macht man natürlich keinen Blattschnitt und meist werden sie auch nicht pinziert, weil sie eh keine langen Internodien bilden.
In dem Moment, in dem du an einem Trieb beide Blätter komplett entfernst, wird der Baum einen zweiten Austrieb machen, wenn du den nicht wieder sofort pinzierst, bekommst Du lange Internodien…
Bei Deinem Baum finde ich aber, das es noch zu früh ist “auf Feinverzweigung“ zu gehen. Du solltest eher zum Ziel haben zunächst eine gute Struktur der primären und sekundären Äste zu haben.
Viele Grüße
Christian
Christian
Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Hallo Christian,
danke erst mal für deine ausführliche Antwort.
Als Reaktion auf deine Anregungen habe ich mal wieder entwas mehr zum Pinzieren nachgelesen und ich glaube nun dort einen Fehler gemacht zu haben oder ich war nicht konsequent genug. Ich habe den ersten Austrieb ganz früh ausgeknipst. Vielleicht zu früh. Was ich damit bewirkt habe ist, dass an den Stellen, wo gerade ein Trieb am sprießen war, dieser direkt durch zwei Triebe ersetzt wurde, was im Sinne der Verzweigung wunderbar funktioniert hat. Ich habe dazu das Bild aus meinem ersten Beitrag noch mal aktualisiert und einen gelben Trieb eingezeichnet, wo ich ihn noch als "Knospe" entfernt habe. Die beiden zu langen Internodien an den Seiten des pinzierten sind daraufhin gesprossen. Somit, so wirkte es zumindest sehr, habe ich anstatt des einen Triebes nun zwei bekommen und die Verzweigung verdoppelt. Deinem Post entnehme ich, dass ich diese neuen Austriebe nun wie in dem Bild im folgenden verlinkten Beitrag hätte pinzieren sollen; und zwar so, dass ein bisschen neues Internodium stehen bleibt, was somit kürzer bleibt. Ich habe wohl dann doch beim ersten Mal zu viel entfernt. Bzw. wenn ich noch mal so drüber nachdenke hatte ich an den Stellen eigentlich gleich schon drei Knospen und habe einfach die mittlere komplett entfernt, um die zwei seitlichen zu fördern und direkt eine 1-2 Verzweigung zu erhalten.
Bleibt der Erkenntnisgewinn aber auch die Frage offen, wie ich jetzt konkret weiter verfahre. Soll ich nun die neuen Internodien, die ja nicht zu gebrauchen sind, nun sofort noch wieder entfernen und auf einen Neuaustrieb an den Stellen hoffen, wo ich am Anfang dieses Jahres den ersten hatte?
Zur Entwicklung dieses konkreten Baumes: Meines erachtens ist dieser Teil der Krone schon so weit, dass ich gut an der Feinverzweigung arbeiten und vor allem darauf achten kann, dass keine zu langen Internodien entstehen. Das wiederspricht doch nicht der Entwicklung der unteren Äste oder doch? Ich spiele auch noch mit dem Gedanken die Sekundärkrone etwas abzusetzten, um den Knubbel eines entfernten Krähennestes loszuwerden. Das wird aber ein Schnitt ins sehr alte Holz, den ich dann im nächsten Frühjahr machen würde.
Was meints du mit komplett durcharbeiten und warum im Herbst und nicht im kommenden Frühling? Die Knospen, die sich dann im kommenden Frühjahr bilden sind nicht ganz so stark, weil sie sich dann erst und nicht schon in diesem Jahr bilden können?
Wenn ich jetzt schon den Rück- und Blattschnitt gemacht habe könnte ich doch nun auch direkt noch die zu langen Internodien entfernen und den Neuaustrieb richtig pinzieren. Somit hätte ich zumindest eine neue und brauchbare Verzweigung von diesem Jahr.
Beste Grüße,
Malte
danke erst mal für deine ausführliche Antwort.
Als Reaktion auf deine Anregungen habe ich mal wieder entwas mehr zum Pinzieren nachgelesen und ich glaube nun dort einen Fehler gemacht zu haben oder ich war nicht konsequent genug. Ich habe den ersten Austrieb ganz früh ausgeknipst. Vielleicht zu früh. Was ich damit bewirkt habe ist, dass an den Stellen, wo gerade ein Trieb am sprießen war, dieser direkt durch zwei Triebe ersetzt wurde, was im Sinne der Verzweigung wunderbar funktioniert hat. Ich habe dazu das Bild aus meinem ersten Beitrag noch mal aktualisiert und einen gelben Trieb eingezeichnet, wo ich ihn noch als "Knospe" entfernt habe. Die beiden zu langen Internodien an den Seiten des pinzierten sind daraufhin gesprossen. Somit, so wirkte es zumindest sehr, habe ich anstatt des einen Triebes nun zwei bekommen und die Verzweigung verdoppelt. Deinem Post entnehme ich, dass ich diese neuen Austriebe nun wie in dem Bild im folgenden verlinkten Beitrag hätte pinzieren sollen; und zwar so, dass ein bisschen neues Internodium stehen bleibt, was somit kürzer bleibt. Ich habe wohl dann doch beim ersten Mal zu viel entfernt. Bzw. wenn ich noch mal so drüber nachdenke hatte ich an den Stellen eigentlich gleich schon drei Knospen und habe einfach die mittlere komplett entfernt, um die zwei seitlichen zu fördern und direkt eine 1-2 Verzweigung zu erhalten.
Bleibt der Erkenntnisgewinn aber auch die Frage offen, wie ich jetzt konkret weiter verfahre. Soll ich nun die neuen Internodien, die ja nicht zu gebrauchen sind, nun sofort noch wieder entfernen und auf einen Neuaustrieb an den Stellen hoffen, wo ich am Anfang dieses Jahres den ersten hatte?
Zur Entwicklung dieses konkreten Baumes: Meines erachtens ist dieser Teil der Krone schon so weit, dass ich gut an der Feinverzweigung arbeiten und vor allem darauf achten kann, dass keine zu langen Internodien entstehen. Das wiederspricht doch nicht der Entwicklung der unteren Äste oder doch? Ich spiele auch noch mit dem Gedanken die Sekundärkrone etwas abzusetzten, um den Knubbel eines entfernten Krähennestes loszuwerden. Das wird aber ein Schnitt ins sehr alte Holz, den ich dann im nächsten Frühjahr machen würde.
Was meints du mit komplett durcharbeiten und warum im Herbst und nicht im kommenden Frühling? Die Knospen, die sich dann im kommenden Frühjahr bilden sind nicht ganz so stark, weil sie sich dann erst und nicht schon in diesem Jahr bilden können?
Wenn ich jetzt schon den Rück- und Blattschnitt gemacht habe könnte ich doch nun auch direkt noch die zu langen Internodien entfernen und den Neuaustrieb richtig pinzieren. Somit hätte ich zumindest eine neue und brauchbare Verzweigung von diesem Jahr.
Beste Grüße,
Malte
- bonsaiheiner
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Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Hallo Malte,
mit einem A. palm. "atropurpureum" habe ich ungefähr 20 Jahre lang Erfahrungen gesammelt, bevor ich ihn dann vor Jahren einem geschätzen Forumskollegen weitergegeben habe.
Die Jungpflanzen wurden damals zu Hauf in Gartencentern und Baumschulen angeboten.
Diese spezies hat ihre Besonderheiten:
Der Trieb streckt sich schon ganz enorm während er noch Anfang April von Hüllblättern umgeben ist, sodass es schwierig wird, kurze Internodien zu bekommen. Kräftige Triebe mit entsprechendem Stiel sind schon 3-5 cm llang, während sie sich noch überhaupt nicht geöffnet haben!
Jährliches Pinzieren im April schwächt die Pflanze beim Aufbau enorm, das ist was für die Erhaltung der Feinverzweigung, wurde oben schon erwähnt.
Nach einigen Jahren bin ich drauf gekommen, die Triebe im Herbst, direkt nach dem Blattfall, kompromißlos zurückzuschneiden. Jedenfalls die, mit den zu langen Internodien. Das kostet etwas Überwindung, weil man keine Knospen sieht, aus denen er wieder austreiben soll. Dabei wird vergessen, dass auch an der Basis der Hüllblätter schlafende Knospen sitzen, die aber erst nach kräftigem Rückschnitt zur Bildung angeregt werden.
Bei dieser Methode muss man allerdings aufpassen, dass das Selektieren der sich bildenden Knospen im Frühjahr nicht vergessen wird, sonst gibt´s klobige Verdickungen.
Wie so oft gibt´s keinen Königsweg, die Mitte scheint wieder mal am günstigsten zu sein: Konsequent pinzieren ist sicher nicht gut beim Aufbau, Blattschnitt sollte auch nur bei kräftigen, gesunden Pflanzen durchgeführt werden. Da ist der konsequente Triebschnitt im Herbst , wenn wertvolle Wuchsstoffe wieder in der Pflanze eingelagert wurden, eine schonende Methode.
Beste Grüsse,
Heiner
mit einem A. palm. "atropurpureum" habe ich ungefähr 20 Jahre lang Erfahrungen gesammelt, bevor ich ihn dann vor Jahren einem geschätzen Forumskollegen weitergegeben habe.
Die Jungpflanzen wurden damals zu Hauf in Gartencentern und Baumschulen angeboten.
Diese spezies hat ihre Besonderheiten:
Der Trieb streckt sich schon ganz enorm während er noch Anfang April von Hüllblättern umgeben ist, sodass es schwierig wird, kurze Internodien zu bekommen. Kräftige Triebe mit entsprechendem Stiel sind schon 3-5 cm llang, während sie sich noch überhaupt nicht geöffnet haben!
Jährliches Pinzieren im April schwächt die Pflanze beim Aufbau enorm, das ist was für die Erhaltung der Feinverzweigung, wurde oben schon erwähnt.
Nach einigen Jahren bin ich drauf gekommen, die Triebe im Herbst, direkt nach dem Blattfall, kompromißlos zurückzuschneiden. Jedenfalls die, mit den zu langen Internodien. Das kostet etwas Überwindung, weil man keine Knospen sieht, aus denen er wieder austreiben soll. Dabei wird vergessen, dass auch an der Basis der Hüllblätter schlafende Knospen sitzen, die aber erst nach kräftigem Rückschnitt zur Bildung angeregt werden.
Bei dieser Methode muss man allerdings aufpassen, dass das Selektieren der sich bildenden Knospen im Frühjahr nicht vergessen wird, sonst gibt´s klobige Verdickungen.
Wie so oft gibt´s keinen Königsweg, die Mitte scheint wieder mal am günstigsten zu sein: Konsequent pinzieren ist sicher nicht gut beim Aufbau, Blattschnitt sollte auch nur bei kräftigen, gesunden Pflanzen durchgeführt werden. Da ist der konsequente Triebschnitt im Herbst , wenn wertvolle Wuchsstoffe wieder in der Pflanze eingelagert wurden, eine schonende Methode.
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
- ChristianB
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- Registriert: 11.09.2006, 14:15
- Wohnort: Mitten im Ruhrgebiet
Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Hallo Malte,
due solltest unbedingt die Hinweise von Heiner zu den Eigenarten der Sorte beachten!
Pinzieren wäre gewesen, den Trieb nach dem ersten Blattpaar auszuknipsen so dass dieser Trieb nicht mehr weiter wächst.
Die Länge von Internodien hängt von vielen Faktoren ab:
- von der Sorte, wie Heiner ja geschrieben hat. Atropurpureum scheint also, wenn überhaupt , eher für große Bonsai geeignet.
- von der gegebenen Düngermenge, das bezieht sich auch noch darauf wie im Vorjahr gedüngt wurde.
- von der Lichtmenge die der Baum/Zweig abbekommt.
- Von der Reife des Baumes, wenn die Nährstoffe auf viele Triebe verteilt werden müssen, kriegt jeder weniger und die internodien bleiben kürzer,
- vom Zeitpunkt des Pinzierens. (Die Idee dann zu pinzieren, wenn die Internodienlänge passt, funktioniert so auch nicht, da sich die Internodien auch nach dem Ausknipsen des Triebes noch strecken.)
Wahrscheinlich gibt es noch ein paar weiter Faktoren.
Solche Aussagen sind sicherlich unbefriedigend, weil Du Dir vielleicht ein konkretes Rezept für Deinen Baum erwartest. Das kann Dir aber verbindlich niemand geben, weil nur Du alle Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklung deines Baumes haben, kennen kannst.
Wichtig ist das man irgendwann das gefühl für seinen Baum bekommt und ihn dann individuell pflegen kann.
Aber da bist Du m.E. auf einem guten Weg.
Wenn Du deinen Baum im Herbst wieder nackt siehst, schau Dir an, ob die Position und der Winkel der Primär- und Sekundäräste korreket und stimmig ist, das kann man auf dem Foto gar nicht erkennen. Wenn das nicht so ist, wäre das die erste Baustelle. Je nach Ergebnis kannst Du dann Drahten/Spannen und zurück schneiden.
Für mich sieht es so aus, als ob die Äste in der Krone schon viel zu stark sind. Für die Feinverzweigung brauchst Du bestimmt noch 10 Jahre in denen die auch noch immer etwas stärker werden.
Wären dann die Größenverhältnisse zum 1. und 2. Ast noch stimmig?
Zur Stärke der Knospen hat Heiner ja die Antwort schon gegeben
Viel Spass
Schönes Wochenende!
due solltest unbedingt die Hinweise von Heiner zu den Eigenarten der Sorte beachten!
Es scheint also so, daß Du gar nicht pinziert hast, sondern eigentlich nur Knospen selektiert hast.Malte N. hat geschrieben: Ich habe wohl dann doch beim ersten Mal zu viel entfernt. Bzw. wenn ich noch mal so drüber nachdenke hatte ich an den Stellen eigentlich gleich schon drei Knospen und habe einfach die mittlere komplett entfernt, um die zwei seitlichen zu fördern und direkt eine 1-2 Verzweigung zu erhalten.
Pinzieren wäre gewesen, den Trieb nach dem ersten Blattpaar auszuknipsen so dass dieser Trieb nicht mehr weiter wächst.
Die Länge von Internodien hängt von vielen Faktoren ab:
- von der Sorte, wie Heiner ja geschrieben hat. Atropurpureum scheint also, wenn überhaupt , eher für große Bonsai geeignet.
- von der gegebenen Düngermenge, das bezieht sich auch noch darauf wie im Vorjahr gedüngt wurde.
- von der Lichtmenge die der Baum/Zweig abbekommt.
- Von der Reife des Baumes, wenn die Nährstoffe auf viele Triebe verteilt werden müssen, kriegt jeder weniger und die internodien bleiben kürzer,
- vom Zeitpunkt des Pinzierens. (Die Idee dann zu pinzieren, wenn die Internodienlänge passt, funktioniert so auch nicht, da sich die Internodien auch nach dem Ausknipsen des Triebes noch strecken.)
Wahrscheinlich gibt es noch ein paar weiter Faktoren.
Solche Aussagen sind sicherlich unbefriedigend, weil Du Dir vielleicht ein konkretes Rezept für Deinen Baum erwartest. Das kann Dir aber verbindlich niemand geben, weil nur Du alle Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklung deines Baumes haben, kennen kannst.
Wichtig ist das man irgendwann das gefühl für seinen Baum bekommt und ihn dann individuell pflegen kann.
Aber da bist Du m.E. auf einem guten Weg.
Im Herbst, wenn ein Laubbaum gerade die Blätter abgeworfen hat (bzw. wenn man sie abgeschnitten hat) ist der erste Zeitpunkt zu dem man wieder die (neue) Ast und Zweigstruktur sehen kann. Auf den Ästen ist noch ein wenig Saft, so dass sie flexibel sind und sich einfach drahten und biegen lassen. Im Frühjahr ist es schwieriger den richtigen Zeitpunkt zu treffen, bei dem die Äste schon wieder genügend flexibel und die Knospen noch nicht zu weit entwickelt sind. Wenn die schon zu locker sind, verliert man viele beim Drahten.Was meints du mit komplett durcharbeiten und warum im Herbst und nicht im kommenden Frühling? Die Knospen, die sich dann im kommenden Frühjahr bilden sind nicht ganz so stark, weil sie sich dann erst und nicht schon in diesem Jahr bilden können?
Wenn Du deinen Baum im Herbst wieder nackt siehst, schau Dir an, ob die Position und der Winkel der Primär- und Sekundäräste korreket und stimmig ist, das kann man auf dem Foto gar nicht erkennen. Wenn das nicht so ist, wäre das die erste Baustelle. Je nach Ergebnis kannst Du dann Drahten/Spannen und zurück schneiden.
Für mich sieht es so aus, als ob die Äste in der Krone schon viel zu stark sind. Für die Feinverzweigung brauchst Du bestimmt noch 10 Jahre in denen die auch noch immer etwas stärker werden.
Wären dann die Größenverhältnisse zum 1. und 2. Ast noch stimmig?
Zur Stärke der Knospen hat Heiner ja die Antwort schon gegeben
Kannst Du machen, die langen Internodien müssen sowieso weg. Wenn es nicht klappt, wie Du es dir wünscht , velierst Du nichts. (s.o.) Gut wäre, wenn Du es schaffst das Wachstum des Baumes zu kontrollieren. Bei mir neigen die nicht so weit entwickelten Ahorne dazu wie Sau weiter zu treiben und dann entwickeln sich die unschönen Knubbel, wenn man nicht aufpasst. Den Knubbel an der “Sekundärkrone“ kannst/mußt Du jetzt entfernen.Wenn ich jetzt schon den Rück- und Blattschnitt gemacht habe könnte ich doch nun auch direkt noch die zu langen Internodien entfernen und den Neuaustrieb richtig pinzieren. Somit hätte ich zumindest eine neue und brauchbare Verzweigung von diesem Jahr.
Viel Spass
Schönes Wochenende!
Viele Grüße
Christian
Christian
Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Hallo zusammen,
vielen Dank Christian und Heiner für eure ausführlichen Stellungnahmen! Ihr helft mir damit sehr weiter. Das zwischen angelesener Theorie und der Praxis oftmals ein großer Unterschied besteht, sieht man mal wieder an meinem ersten Pinzierversuch. Aber ich sollte wieder etwas gelernt haben und das ist ja schon mal mindestens 50% wert.
Es mag auch sein, dass dem Baum auf lange Hinsicht jetzt erst mal noch drastischere Maßnahmen gut tuen würden, da ich aber nicht so viel Platz habe genügend Bäume mit guten Plätzen auszustatten finde ich es zum lernen gerade ganz gut an verschiedenen Stellen dieses Baumes verschiedene Maßnahmen ausprobieren zu können. Somit wird dieser Baum wahrscheinlich nicht mein Meisterwerk aber er hilft mir viel zu lernen.
Eine Frage noch zum drastischen Rückschnitt im Herbst. Ich habe schon oft gehört, dass dies die Gefahr von Frostschäden im Winter erhöht, weil die Wunden nicht genug Zeit haben auszutrocken. Macht ihr euch da keine Sorgen?
Gruß,
Malte
vielen Dank Christian und Heiner für eure ausführlichen Stellungnahmen! Ihr helft mir damit sehr weiter. Das zwischen angelesener Theorie und der Praxis oftmals ein großer Unterschied besteht, sieht man mal wieder an meinem ersten Pinzierversuch. Aber ich sollte wieder etwas gelernt haben und das ist ja schon mal mindestens 50% wert.
Es mag auch sein, dass dem Baum auf lange Hinsicht jetzt erst mal noch drastischere Maßnahmen gut tuen würden, da ich aber nicht so viel Platz habe genügend Bäume mit guten Plätzen auszustatten finde ich es zum lernen gerade ganz gut an verschiedenen Stellen dieses Baumes verschiedene Maßnahmen ausprobieren zu können. Somit wird dieser Baum wahrscheinlich nicht mein Meisterwerk aber er hilft mir viel zu lernen.
Eine Frage noch zum drastischen Rückschnitt im Herbst. Ich habe schon oft gehört, dass dies die Gefahr von Frostschäden im Winter erhöht, weil die Wunden nicht genug Zeit haben auszutrocken. Macht ihr euch da keine Sorgen?
Gruß,
Malte
Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
bis anfang september kannst du bedenkenlos schneiden. und nach dem blattfall dann auch wieder. ja, die schnittstellen sind länger offen, aber pilze usw. auch weniger aktiv bei niedrigen temperaturen. wenn der baum gesund ist, kein problem. dazwischen ist doof, weil der baum dann evtl. in einem warmen herbst bnochmal austreibt, und diese triebe frieren dann oft zurück.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Internodien zu lang - Acer Palmatum Atropurpureum
Super, danke!
Das ist ja schön entspannt und man kann sich am Ende des Jahres gleich schon schön damit beschäftigen, was man man mit dem Baum über den Sommer so angestellt hat
Dann werde ich jetzt als direkte Maßnahme mal die zu langen Internodien direkt wieder entfernen und wenn er dann bald und kräftig wieder austreibt, würde ich es dann noch mal mit dem richtigen und selektiven Pinzieren Versuchen. Im nächsten Jahr wird er dann wahrscheinlich lieber etwas geschont!
Beste Grüße,
Malte
Das ist ja schön entspannt und man kann sich am Ende des Jahres gleich schon schön damit beschäftigen, was man man mit dem Baum über den Sommer so angestellt hat
Dann werde ich jetzt als direkte Maßnahme mal die zu langen Internodien direkt wieder entfernen und wenn er dann bald und kräftig wieder austreibt, würde ich es dann noch mal mit dem richtigen und selektiven Pinzieren Versuchen. Im nächsten Jahr wird er dann wahrscheinlich lieber etwas geschont!
Beste Grüße,
Malte
