Sternmoos - Pest oder Preziose ?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Andreas Ludwig
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Sternmoos - Pest oder Preziose ?

Beitrag von Andreas Ludwig »

Ich warte ja immer noch auf die schlüssige Studie, die zeigt, das «Sternmoos» (ich rede von Sabina procumbens) a priori schadet. Ich behaupte, als Polster, das man nett zurecht zupft, tut es das gar nicht, im Gegenteil – es reguliert die Oberflächenvedrunstung positiv, reduziert die Sonneneinstrahlung auf dunkle Schütten und ist mit seinen Winzblüten, ähnlich wie korsische Minze, ein gutes Gestaltungsmittel. Es hat bloss einen schlechten Ruf.
*dance*
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Heike_vG
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Heike_vG »

Das heißt eigentlich Sagina und nicht Sabina. Aber ist auch egal. 8)
Meiner Meinung nach hat das Zeug seinen schlechten Ruf absolut zu Recht und ich finde es absolut widerlich. In meinen Blumenkübeln und Pflasterritzen habe ich immer wieder damit zu kämpfen. In den Bonsaischalen habe ich es im Griff, da werden sofort die ersten Hälmchen und Rosetten eliminiert, denn wenn es sich erst einmal etabliert hat, wird man es kaum wieder los, die Wurzeln gehen richtig tief und verknoten sich mit denen des Baums. Ich brauche wirklich keine Studie, um das Mastkraut als Plage zu befinden.
Die meiste Zeit bin ich froh, wenn das Substrat der Bäume schnell genug trocknen kann. Wenn ich jedoch bei einem Baum die Verdunstung aus dem Substrat verringern möchte, lege ich lieber Moos auf. Aber jeder wie er meint! :wink:

Liebe Grüße,
Heike
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Andreas Ludwig
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Heike_vG hat geschrieben:Das heißt eigentlich Sagina und nicht Sabina. Aber ist auch egal. 8)
Nicht wirklich, aber ok... Recht hast du jedenfalls. Mein Rechtschreibprogramm ist manchmal etwas übereifrig. Manmade...
Heike_vG hat geschrieben: Meiner Meinung nach hat das Zeug seinen schlechten Ruf absolut zu Recht und ich finde es absolut widerlich. In meinen Blumenkübeln und Pflasterritzen habe ich immer wieder damit zu kämpfen. In den Bonsaischalen habe ich es im Griff, da werden sofort die ersten Hälmchen und Rosetten eliminiert, denn wenn es sich erst einmal etabliert hat, wird man es kaum wieder los, die Wurzeln gehen richtig tief und verknoten sich mit denen des Baums. Ich brauche wirklich keine Studie, um das Mastkraut als Plage zu befinden.
Sagina tut – richtig gehalten – nichts Böses. Ist bloss da. Etwa so wie Ligusterhecken, Rasenflächen, Kräuterwiesen oder Unterholz. Die Wurzeln richten keinen Schaden an, da alles buchstäblich im Überfluss da ist. Sonst wären alle Waldpflanzungen in Schalen die reine Katastrophe mit ihrem Wirrwarr. Aber ich unterschätze vielleicht, welch geringen Rang Penjin und Saikei hier haben.
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Heike_vG
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Heike_vG »

Ach nein, Res, ich glaube nicht, dass das irgendwas mit den hierzulande (leider) nicht genug wertgeschätzten Landschaftsgestaltungen in der Schale zu tun hat. :wink:
Ich will sicherlich nicht bestreiten, dass man unter bestimmten Bedingungen etwas Sinnvolles mit dem Mastkraut / Sternmoos / Sagina procumbens anfangen kann. Wenn ich mich richtig erinnere, hattest Du es auch bei Deiner legendären Landschaft mit der polierten Marmorplatte, die Wasser so überzeugend darstellte, verwendet, richtig?
Da hat es mich auch nicht gestört, das Gesamtwerk war so überzeugend und faszinierend.

Was ich für möglich halte ist, dass das Sternmoos je nach Region und Klima unterschiedlich stark wächst. Vielleicht ist es hier in Norddeutschland aggressiver als in trockeneren, heißeren Gegenden.

Liebe Grüße,
Heike
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zopf
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von zopf »

Für mich ist ein optimales Substrat, ein offenes Substrat,
das morgens gegossen wird und am Abend abgetrocknet ist.
"Sternmoos" verdichtet die Substratoberfläche, erschwert das Eindringen von Wasser
und verhindert somit meine Wunschvorstellung bezüglich eines offenen Substrats.
2 meiner Wälder sind komplett verunkrautet (kein "Sternmoos)
und trocknen daher nicht mehr richtig ab.
Längerfristig wird dies zum Absterben von Wurzeln führen.
mfG Dieter
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Andreas Ludwig
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Heike_vG hat geschrieben:Wenn ich mich richtig erinnere, hattest Du es auch bei Deiner legendären Landschaft mit der polierten Marmorplatte, die Wasser so überzeugend darstellte, verwendet, richtig?
Jepp. Ist immer noch drin. Wird zwei Mal wöchentlich kontrolliert, genau wie die Minze, die Gräser, Veronica etc.
Ein stabiles Gleichgewicht als lang andauernden Zustand kriegt man in einem Saikei sowenig hin wie in einem Gemüsebeet.
Ein dynamisches Gleichgewicht, in dem alles gedeiht aber schon. Man braucht aber zusätzlich zu den ganzen Bonsai-Werkzeugen etwa ein Sezierbesteck und ziemlich viel Zeit.

zopf – «langfristig» sind bei einigen Schalen jetzt zehn Jahre. Das reicht, um zu vertrauen, dass es nicht schadet (am meisten Arbeit macht mir im «Moor» nach wie vor die Sicheltanne, die geradezu wuchert...). «Ideal» ist ein schwieriger Begriff, wenn grosse Bandbreiten möglich sind. Da erinnere ich einfach daran, dass die so bewunderten Krüppelkiefern in den Bergen eigentlich alles andere als ideal stehen, im Gegenteil, sie mäkeln sich am untersten Rand des Möglichen gerade noch so durch.
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Georg
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Georg »

Da das Sternmoos eigene Gestaltungen dominant anstrebt, die mir nicht gefallen, bekämpfe ich es wirkungsvoll mechanisch biologisch korrekt. ;-)
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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zopf
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von zopf »

Wie ist die prozentuale Überlebensrate der Krüppelkieferen ?
Anders geschrieben, wie viele Kiefern haben nach Ihrer Keimung dies hohe Lebensalter erreicht ?
Das bei Dir ein paar Bäume damit klar kommen,
das einige Kiefern unter schlechtesten Bedingungen überleben können,
streite ich in keinster Weise ab.
Wissenschaft orientiert sich am n-Dimensionalen Wahrscheinlichkeitsraum, sollte Sie zumindest tun.
Die von Dir genannten Beispiele sind nicht gerade ein Peek in diesem Raum.
Daher kann sein, ist aber unwahrscheinlicher.
grüsse an die bewohner von melmac
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Andreas Ludwig
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Sternmoos bildet Ableger, die jeweils neue Wurzeln bilden. Ich unterscheide drei mögliche Vorgehen:

– eher isolierte Sternmoosballen werden gezupft oder geschnitten, solange sie eine akzeptable Grösse behalten.

– einzelne Sternmoospflänzchen, die als Miniatur-Akzente herumstehen, werden regelmässig von den meisten Ablegern befreit. Man kann die mit einer Pinzette sehr gut aus dem Substrat ziehen. Sind sie langsam alt, werden sie durch einen ihrer Ableger abgelöst, das Verfahren bleibt bei diesem gleich.

– Sternmoosteppiche in unmittelbarer Nähe von Holzpflanzen oder drumherum werden gegen Saisonende ausgedünnt und auf ein «Rasterfeld» von Ablegern reduziert.

Dasselbe mit Gräsern, deren Ballen man leicht teilen kann bis zu Einzeltrieben. Also jäten, jäten, jäten – sofern einem solche Gestaltungen halt gefallen. *schulter zuck* Dann stellt sich die Prinzipfrage ja nicht mehr, bloss die des Vorgehens.
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Andreas Ludwig
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Andreas Ludwig »

zopf hat geschrieben:Wissenschaft orientiert sich am n-Dimensionalen Wahrscheinlichkeitsraum, sollte Sie zumindest tun.
Ich denke, es ist ein Unterschied, ob eine Pflanze oben, hinten oder unten in diesem Wahrscheinlichkeitsraum besser oder schlechter lebt (aber lebt), oder ob man die grössten Zuchtbullen wünscht – das ist alles, was ich sagen wollte.

Bei vielen Pflegetipps hier sollte die Eingangsformulierung stehen: «Zur maximalen Ertragsoptimierung empfehle ich, …». Das ist ok, aber eher ökonomisch/olympisch gedacht als wissenschaftlich. 8)
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zopf
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von zopf »

Hier bei Bonsaipflege (Basic-Bonsaipflege) sollten kein isolierten Spezialfälle aufgeführt werden.
Mit Deiner Aussage zwingst Du mich zu reagieren,
da Dein Ruf auch den der Glaubwürdigkeit beinhaltet.
Es ist sinnvoller, dem größeren Teil der hier Lesenden einfach dienlicher,
die Empfehlung zu geben, jeglichen Unkrautbewuchs zu unterbinden.
Wenn Du diesen und anderen unerwünschten Begleiter in Deinen Gestaltungen nutzen kannst,
zeugt Das von Deiner Creativität, bekundet Deine Einstellung.
Mir stellt sich aber die Frage ob es hier und jetzt angebracht ist.

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =9&t=44108
grüsse an die bewohner von melmac
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Andreas Ludwig
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Re: Lärchen schneiden (aber wie ist es richtig?)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Ich hielt es für die Sparte «Pflege» eines Fach-Forums.
Man entschuldige mein Missverständnis.
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achim73
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Re: Sternmoos - Pest oder Preziose ?

Beitrag von achim73 »

/mod: habe dieser interessanten diskussion mal ein eigenes thema gewidmet.
Gruss, Achim
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Andreas Ludwig
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Re: Sternmoos - Pest oder Preziose ?

Beitrag von Andreas Ludwig »

Danke Achim. Ich komme bei Gelegenheit (in Monaten!) auf das Thema zurück.

Hier mal zwei Links, die ein bisschen verdeutlichen, dass es nicht darum geht, ob man Unkraut hat oder keines, sondern wieviel wo – und was es aus gestalterischer Sicht kann. Sind aber natürlich keine Bonsai.

http://www.baikoenbonsai.com/single-pos ... kei-Master
http://www.davesavage.com/my-saikei-min ... rdens.html

Hier ein paar Ausführungen zum Thema – bezeichnenderweise gibt es den Artikel nicht in der deutschen wiki:
https://en.wikipedia.org/wiki/Saikei
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abardo
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Re: Sternmoos - Pest oder Preziose ?

Beitrag von abardo »

... dann lass uns Saikei auch mal hier zum Thema machen. Find ich auch super-interessant, mangels Zeit aber noch nicht mit so einem Garten angefangen.
Grüße, Frank
___________
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