Rotbuchenyamadori

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Herbert A
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Rotbuchenyamadori

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle

Was macht ihr eigentlich so am Muttertag?
Wahrscheinlich bei Muttern mit Blumen, Schokolade und einer geilen Torte vorbeischauen.
Meiner einer hat leider keine Mutter mehr und somit war ich dazu verdammt eine Yamadoritour zu machen.

Es war der perfekte Tag. Regen in strömen und auf 1700 Höhenmetern saukalt. Aber was macht man nicht im Gedenken an die Mutter.
Es war aber auch der perfekte Tag weil die Rotbuchen gerade dabei waren die Knospen leicht zu öffnen. Man konnte die grünen Spitzen schon sehen. Das ist dann der perfekte Zeitpunkt um Rotbuchen auszugraben.

Beispielbild
000 29.04.13.jpg
Eine halbe Stunde habe ich gesucht bis ich einen passenden Baum gefunden habe. Auf dem Bild schaut er ja harmlos aus, aber die Rotbuche ist 80 cm hoch und samt dem regennassen Wurzelballen waren dann schon so 20 - 30 kg zu schleppen.

10. Mai 2015
10.5. 2015
10.5. 2015
Der Baum war so unter Saftdruck dass er 6 Tage später alle Blätter ausgetrieben hat.
16.05.15
16.05.15
Wenn ein Laubbaum im Sommer nach dem ausgraben gut wächst und fit ist, kann er im drauffolgenden Frühjahr problemlos
umgetopft werden. Also war es am 20.4.2016 soweit. Der Baum kommt aus dem Trainingspot.

Der Plastiktopf hat einen Durchmesser von 60 cm.
20.04.2016
20.04.2016
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Herbert A
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Herbert A »

Auf dem nächsten Foto seht ihr auch schon warum ich es so eilig habe. Das Nebari ist wirklich nicht gut. Das Nebari besteht eigentlich nur aus 3 dicken Wurzeln die ziemlich senkrecht in den Boden gehen.
Das habe ich schon beim ausgraben gesehen. Aber das ist ein schönes Projekt für eine Abmoosung.
Stelzwurzeln
Stelzwurzeln
Also raus aus dem Pot.
Umtopfen
Umtopfen
Wurzelballen
Wurzelballen
Das rosarote Zeugs sind XPS-Platten. Ich nehme das als Füllmaterial wenn ich aufgrund langer Wurzeln eigentlich zu große Töpfe nehmen muss. Die Wurzeln lieben das Zeug. Es speichert offensichtlich Wärme und Wurzeln lieben Wärme. Ein weiterer positiver Effekt der XPS Platten ist dass im Substrat nicht zu viel Wasser gespeichert wird. Außerdem ist der Topf auch nicht so schwer.

Nach dem auswaschen des Wurzelballens.
20.04.2016
20.04.2016
Jetzt könnte man ja auch gleich abmoosen. Könnte ja, aber es würde nichts nutzen weil der Baum ja noch keine Blätter hat. Also würde man den Baum nur unnötig belasten.

Daher rein in eine neue, nicht mehr so große Trainingsschale.
Fünf Wochen nach dem umtopfen hat er wieder kräftig ausgetrieben.
26.05.2016
26.05.2016
Zuletzt geändert von Herbert A am 25.10.2016, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Herbert A
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Herbert A »

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Abmoosung.

Der Baum wird später einmal stark aufgerichtet.
spätere Position
spätere Position
Die Abmoostechnik an den Wurzeln unterscheidet sich nicht vom abmoosen am Stamm. Die Rinde ringförmig anschneiden und abziehen.
025 26.05.16.jpg
030 26.05.16.jpg
Bei Wurzeln bis zum Durchmesser eines Fingers genügt es einen Draht anzulegen und das ganze gut verdrillen. Es soll Druck entstehen ohne die Rind zu sehr zu quetschen.
abmoosen mit Draht
abmoosen mit Draht
Aus Erfahrung lege ich auf das Substrat eine Teichfolie damit die neuen Wurzeln nicht ins alte Substrat wachsen. Das ergibt mit den alten Wurzeln zusammen nämlich einen wunderbaren Wurzelfilz. Der ist nur mehr schwer zu entwirren und man reißt zwangsläufig viele der neuen Wurzeln ab oder beschädigt sie zumindest stark.
Teichfolie
Teichfolie
Einen aufgeschnittenen Plastiktopf um die Abmoosstelle, mit einer 50:50 Mischung aus Bims und Akadama aufgefüllt und obenauf Sphagnummoos damit es auch schön feucht bleibt. Das sind die Zutaten um den Baum zur Wurzelbildung zu animieren.
033 26.05.16.jpg
Die Abmoosung habe ich am 26. Mai 2016 gemacht. Im August hat die Rotbuche schon kräftige Wurzeln gemacht. Einige haben entlang der Teichfolie den Weg ins alte Substrat gefunden. Es hat mich gewundert dass die Rotbuche so schnell neue Wurzeln gemacht hat.
Das sagt jetzt noch nicht viel über die Qualität der neuen Wurzeln aus. Es könnte ja nur eine einseitige Wurzelbildung stattgefunden haben.
Bis zum Frühjahr bleibt das noch das Geheimnis des Baumes. Dann wird nachgesehen.
Ich werde weiter berichten.

Liebe Grüße aus dem Salzburger Land
Herbert
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Herbert A
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Herbert A »

Eigentlich hätte ich diesen Bericht erst im Frühjahr 2017 gepostet. Aber weil es hier gerade etwas ruhiger ist habe ich ihn vorgezogen. Müsst ihr eben jetzt noch ein bissl warten bis das Ergebnis sichtbar wird.

lg
Herbert
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espanna
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von espanna »

Hallo Herbert,

sehe ich das richtig daß du die Buche nicht, oder kaum zurückgeschnitten hast?
Wusstest du dass er noch viele Wurzeln hat?
(oder hast du den immer besprüht?)
p.s. ich freue mich jetzt schon auf den Frühling(supdate)!
Gruß
László

"Wer arbeitet, macht Fehler."
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kressevadder
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von kressevadder »

Hallo,

da bin ich mal gespannt. Zwei Rotbuchen habe ich schon versucht abzumoosen. Leider immer nur Kalluswülste.

Ich drück die Daumen *daumen_new*
Ich fordere einen BioGreenHealthGenderPoliticalCorrectness freien Tag pro Woche - Erholung muß sein!

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Thorsten1504
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Thorsten1504 »

Mal wieder eine super lehrreiche Dokumentation von Dir Herbert. *daumen_new* *daumen_new* *daumen_new*

Danke dafür!!!

Gruß

Thorsten *wink*
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Herbert,
eine schöne Buche und ein spannendes Abmoosprojekt! Da können wir uns jetzt über den Winter schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr freuen. :-D *daumen_new*
Rotbuchen haben ja den Ruf, sich nicht so gut abmoosen zu lassen, daher finde ich dieses Projekt besonders interessant.
Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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camaju +
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von camaju + »

Herbert A hat geschrieben:Müsst ihr eben jetzt noch ein bissl warten bis das Ergebnis sichtbar wird.
Da wart ich doch mit Freude drauf. :-D
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Emkay
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Emkay »

Hallo Herbert,

es gibt sicherlich einen Grund, warum du an den Wurzeln abmoost! Warum aber nicht direkt oberhalb an Stamm? Erfolgsquote höher? Oder wäre das für mich nur anhand der Bilder die bessere stelle und in Realität nicht?!

Lg
Grüße, Marcel
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Carmen_G.
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo Herbert,

wieder ein sehr schönes und interessantes Projekt von dir!
Da freue ich mich auch auf eine Fortsetzung.

Beim durchlesen habe ich nur kurz gestutzt. " Jetzt ist die richtige Zeit zum abmoosen"....Blick auf das jetzige Einstelldatum 25.10. *kopfkratz*
Aber beim weiterlesen wird´s dann klar. :lol: :idea:

Finde ich gut, daß du jetzt in der ruhigeren Zeit solche Projekte zeigst. Im Frühjahr hat jeder wieder viel mit umropfen usw. zu tun, jetzt hat man mehr Zeit zum lesen und antworten und nicht zuletzt gleich selber planen für´s kommende Frühjahr. *daumen_new*

Um auf Emkay´s Frage einzugehen.... bei schwer abzumoosenden Bäumen habe ich mit Wurzelabmoosung auch leicht bessere Ergebnisse erzielt, aber ich denke hier möchte Herbert wohl auch die Verbreiterung des Nebaris dadurch mitnehmen und die Ansätze der jetzigen Wurzeln behalten.
Liebe Grüße
Carmen
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Herbert A
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Herbert A »

espanna hat geschrieben: sehe ich das richtig daß du die Buche nicht, oder kaum zurückgeschnitten hast?
Wusstest du dass er noch viele Wurzeln hat?
(oder hast du den immer besprüht?)quote]

Hi László. Ob ich bei einem ausgegrabenen Baum zurückschneide oder nicht entscheide ich erst nach dem eintopfen. Wenn sich der Baum mit dem Austrieb schwer tut, dann erst schneide ich zurück. Die Rotbuche hatte noch dazu mehr als ausreichend Wurzeln. Das habe ich beim ausgraben gesehen und beim tragen gemerkt :-)
Ich glaube besprühen im Freien bringt nichts. Ich stelle die Yamadoribäume ein paar Tage schattig. Wenn sie antreiben, kommen sie in die Sonne. Etwas anderes ist das im Gewächshaus wo eine permanent hohe Luftfeuchtigkeit erzeugt wird und somit die Verdunstung reduziert wird.
Heike_vG hat geschrieben:Rotbuchen haben ja den Ruf, sich nicht so gut abmoosen zu lassen, daher finde ich dieses Projekt besonders interessant.
Heike, nach der Meinung vieler scheint das so zu sein. Deshalb will ich es auch einmal probieren. Das sagte man vor 10 Jahren auch von Mugos und Mugos sind nun wirklich sehr leicht abzumoosen.
Emkay hat geschrieben:es gibt sicherlich einen Grund, warum du an den Wurzeln abmoost! Warum aber nicht direkt oberhalb an Stamm? Erfolgsquote höher? Oder wäre das für mich nur anhand der Bilder die bessere stelle und in Realität nicht?!
Marcel, ich habe schon öfters mit gutem Erfolg Rotbuchen an den Wurzeln abgemoost. Deshalb nicht am Stamm. Wie Carmen auch geschrieben hat, möchte ich die Wurzelansätze gleich als Verbreiterung des Nebaris mit einbeziehen.

ciao
Herbert
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Opa Lutz
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Opa Lutz »

Hallo Herbert,

wiedereinmal eine sehr schöne und lehrreiche Doku! *daumen_new*

Danke dafür!
Schöne Grüße,
Lutz

Ich freue mich über jeden Gedanken von Euch zu meinen Bäumen. *daumen_new*
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Martin_S
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von Martin_S »

Mal ganz abgesehen davon, und das bejubeln die Kolleginnen und Kollegen zu recht, dass das mal wieder eine gut gemachte Doku ist, finde ich die Idee mit der Teichfolie super clever!
Das, so denke ich, steht eher nicht bei FB, oder? ;)
Well done
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
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migo
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Re: Rotbuchenyamadori

Beitrag von migo »

Ein lehrreicher Thread, Herbert!

Ich persönlich beschäftige mich auch schon über 20 Jahre mit wechselhaften Erfolgen mit Rotbuchen - da habe ich natürlich auch Abmooseversuche dabei gehabt. Allerdings nie an den Wurzeln, immer nur am Stamm. Tja... und da hat es manchmal bis zu drei Jahre gedauert, bis da genug und auch an den richtigen Stellen gewachsen war.

Momentan unterstütze ich einen Freund, einen von mir ausgegrabenen Yamadori durch Abmoosen in eine Floßform zu bringen. Habe ihm den recht großen Baum geschenkt, da ich nach Umzug nur noch einen Balkon zur Verfügung habe. Leider ist das deshalb auch nicht gut dokumentiert - sprich kaum Fotos. Aber nächstes Frühjahr geht diese Aktion ins dritte Jahr und ich hoffe endlich auf genug Wurzeln, um den Baum so zu bearbeiten, dass er in eine flache Schale passt.

Ach ja, noch was: Ausgraben mache ich hier (Sauerland und Umgebung) auch schon im März. Da ist an den Knospen noch nichts zu sehen, aber bis zum Austrieb Ende April/ Anfang Mai macht der Baum schon gut neue Wurzeln im Topf.

Für Dein Projekt mit der Wurzelabmoosung wünsche ich Dir schnellere Erfolge, als ich das so kenne. *daumen_new*
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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