Winterschnitt

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
MB-82
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Winterschnitt

Beitrag von MB-82 »

Hallo!
Habe bis jetzt immer in meinen Bonsai Büchern gelesen, das die beste Zeit für einen Winterschnitt der Spätwinter ist.(Wenn die schlimmste Kälte vorberei ist, aber bevor die Knospen beginnen zu schwellen). So habe ich das auch letztes Jahr ohne Probleme durchgeführt. In der neune Bonsai Art (74) steht aber nun das die beste Zeit dafür ist, wenn der Baum die Blätter verliert. Was ist nun besser?

Gruß Michael
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Genau die Stelle ist mir auch aufgefallen :wink:


Ich schneide auch immer erst kurz vor oder während des Umtopfens. Vorm Einwintern kommen nur störende Zweige ab.


Vielleicht muß ein japanischer Bonsaimeister auch den Herbst nutzen und vorarbeiten, um im Frühling mit dem Umtopfen über die Runden zu kommen.
73 Anja
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Heike_vG
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Beitrag von Heike_vG »

Hallo,

meistens schneide ich die Laubbäume schon gleich nach dem Laubfall. Zum einen muss ich sie dann nicht unordentlich verwuchert bis zum Frühjahr anschauen und zum zweiten nehmen sie dann weniger Platz ein, wenn sie über den Winter unter den Dachüberstand passen müssen. Mit langen Opferästen, die ich an einigen Bäumen wachsen lasse, wäre das etwas umständlich.
Abgesehen vom Abschneiden überlanger Opferäste habe ich aber in manchen Wintern auch schon mit dem Schneiden bis zum Frühjahr gewartet.
Es hat zumindest bei mir keinen merkbaren Unterschied gemacht.
Höchstens könnte es sein, dass nach dem Schnitt im Herbst der Austrieb aus den verbliebenen kleinen Knospen eher in Gange kam. Beschwören kann ich das aber nicht, war vielleicht Einbildung oder Wunschdenken...

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Der Frühjahrsschnitt ist wegen der raschen anschließenden Überwallung der Wunden (Schnittstellen) bestimmt am besten!

Nach einem Herbstschnitt kann es im Winter u.U. zu einem Zurücktrocknen der Wundränder bzw. Zweige kommen ...... :?
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Erwin
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Beitrag von Erwin »

Dieser Winterschnitt ist mit ziemlicher Sicherheit der gleiche Blödsinn, wie der von den Gärtnern propagierte "Herbstpflanzung" von z. B. Immergrünen wie Thuja und Co. (die dann auch mal gerne verrecken)

Hat den Hintergrund, daß die Branche sonst im Herbst nichts zu tun hat. Aber welche Pflanze wurzelt im Herbst noch ein?

Das gleiche gilt vermutlich für den Schnitt: im Frühjahr ist sicher besser, aber das gibt kein Gärtner zu, weil er dann im Frühjahr zuviel und im Herbst zuwenig Arbeit hat. Das ist sicher okay für den Profi (aber nicht für die Bäume), aber wir schneiden ja selber und sollten die bessere Jahreszeit nutzen.

Erwin
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

:wink:
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Heike_vG
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Beitrag von Heike_vG »

Hallo Erwin, Wolfgang & Co.,

gehört und gelesen habe ich das auch immer wieder, dass dieses Zurücktrocknen passieren kann.
Ist mir aber in all den Jahren noch nie selbst passiert. :wink:
Deswegen habe ich wenig Skrupel, weiterhin im Herbst zu schneiden...

Viele Grüße,

Heike
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Heike,
wie kalt wird´s im Winter in Eurer Gegend ......... :?:
KHarry
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Beitrag von KHarry »

Das Problem mit dem Zurücktrocknen hatte ich bisher nur einmal (2003 bei 2 oder 3 Bäumen, bei uns fallen die Winter auch sehr mild aus). Ich schneide die Laubbäume weiterhin im Spätherbst zurück, allerdings unterlasse ich dabei Schnitte bis nahe an einen Zweigansatz, bzw. ich lasse einen längeren Stummel stehen und entferne den irgendwann im Sommer.
Ich muss dazu aber sagen, dass ich noch keine Bäume in der Verfeinerungsphase und mit hoher Zweigdichte habe. Da wäre dieses Nachschneiden wohl etwas mühsam.
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Heike_vG
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Beitrag von Heike_vG »

Hallo Wolfgang,

wir haben hier durchaus noch recht maritim bestimmtes Wetter, Nord- und Ostsee sind nicht weit.
Daher haben wir im Winter selten länger anhaltenden Frost, tagsüber bleibt es eigentlich nur wenige Tage im Winter unter 0°C.
Im Extremfall haben wir ein paar Kälteeinbrüche von 1 - 2 Wochen am Stück, wo es nachts auch mal -15°C gibt und tagsüber um den Gefrierpunkt oder knapp darunter ist.
Meine Terrasse befindet sich in einem kleinen Hof, der von drei Seiten mit Mauern geschützt ist und an einer Seite mit so einer Holz-Sichtschutzwand.
Die Regale, auf denen meine Bonsai überwintern, sind an der Hauswand, die sicherlich etwas Wärme abgibt (das alte Haus, Baujahr 1957 ist bestimmt nicht nach heutigem Standard isoliert) und unter dem Dachüberstand.
Diese Bedingungen scheinen den Bonsai für die Überwinterung gut zu tun, Verluste an Pflanzen oder auch nur einzelnen Trieben oder Ästen kenne ich hier eigentlich nicht.

Wie auch KHarry erwähnt hat, schneide ich auch meist nicht ganz bündig ab und entferne die kleinen Stümpfe im Jahr darauf.

Viele Grüße,

Heike
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Baumzwerg
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Beitrag von Baumzwerg »

Mir juckt es jedes mal in den Fingern, nach dem Blattabfall die Zweige
zu beschneiden. Gerade bei Ahornarten stören einem dann schnell
die senkrecht auf den Ästen gewachsenen Triebe die man im dichten Blattwerk übersehen hat. Man möchten dann ja auch im entlaubten
Zustand seine Freude an einem sauberen Kronenaufbau haben.
Hat man dann alles schön beschnitten besteht folgende Gefahr:
irgendwann im zeitigen Frühjahr treiben die Blattknospen und werden
länger und länger. Jetzt setzt unvermittelt Nachtfrost ein, die Schlepperei
in ein "wärmeres" Quatier beginnt. Gerade bei diesen Aktionen hat man
dann schnell wichtige Endknospen abgebrochen. Mir ist das einige mal
so passiert. Seit dem warte ich, zwar ungeduldig, man tut sich aber keinen Gefallen mit einem zu schnellen Rückschnitt.
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo zusammen!

Der Wolfgang hat das schon richtig beschrieben. Die Wunden werden im Frühjahr (also während der aktiven Wachstumszeit, darf ich das mal so unwissenschaftlich nennen?) vom baumeigenen Abwehrsystem abgeschottet und überwallt. Da passiert im Winter erstmal gar nix. Und sollte es noch warm genug (so wie in diesem Herbst) sein, so werden für die "Wundversorgung" Energiereserven aufgebraucht, die dann im Frühjahr beim Austrieb fehlen, der Baum also eine viel längere Anlaufphase braucht.
Für kleinere Schnitte halte ich das allerdings für etwas zweitrangig. Unsere Bäume befinden sich alle noch in ihrer Jugend, sie sind stark (oder sollten es sein) und können solche Fehler schneller verzeihen, als eine 200 Jahre alte Eiche...

@ Erwin: Ja, es gibt so einige Gärtnerlügen. Mir, wollte der, den ich hier nicht ausspreche weis machen, daß jetzt im Winter das Wurzelwachstum einsetzt, weil ja im Sommer das Überirdische wächst, weswegen die Herbstpflanzung die bessere sei. Und auch die Baumschulisten und Obstbauern schneiden auch nur im Winter, weil sie dann Zeit dafür haben....

Soviel zum Thema Winterschnitt.

Überigens hätten wir letzten Winter fast einen Kunden verloren, weil wir im November einen 4m Prunus laurocerasus auf ca. 2m gekürzt haben und der im Frühjahr so eine komische Herbstfärbung bekommen hat. Aber selbst der ist nicht verreckt, er treibt aus der Basis wieder aus, aber für die nächsten zehn Jahre ist der Baum hin...


Gruß

Holger
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Johannes
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Beitrag von Johannes »

Beobachtung bei Fächerahornern :

Selbst jetzt sind noch Wurzel sehr aktiv !
Weiße Spitzen schlängeln sich durchs Moos

Schnitt nur sofort nach Laubfall(feine,zu lange Zweige)
Zeitfenster max 2 Wochen - sonst bluten sie !
Grüße..
Johannes
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Arbeitskreis Bruchköbel-bei Hanau
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
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jost
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Beitrag von jost »

Hallo Zusammen,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Zeitfenster z.B. für Ahorne im Frühjahr sehr eng ist. Erfolgen größere Schnitte wenn die Knospen zu schwellen beginnen bluten sie meistens. Macht man die Großen Schnitte im Frühwinter oder Winter verheilen die Schnittwunden meistens nur sehr zögerlich. Am besten reagiert die Pflanze, wenn solche Schnitte im Frühjahr nach dem 1. Pinzieren erfolgen. Bis zum Herbst hat sich dann in der Regel schon kräftig Kallus gebildet. Das gilt auch für andere Laubbäume .

Für die Verfeinerungsschnitte spielt der Zeitpunkt im Winter m.E. nach keine Rolle, den mache ich dann, wenn Zeit ist. Gerade bei Laubbäumen will man sich im Winter ja auch mal an der unbelaubten Krone erfreuen.

Gruß, Joachim
Gruß, Joachim
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo zusammen!

Was eigentlich immer alle mit dem "Bluten" haben.
(Auch ich hatte diese "Probleme")

Hierzu nochmal ein Zitat aus Shigo's "Moderne Baumpflege" (S.95):

"Bei manchen Baumarten, z.B. Ahorn und Birke, führen auch korrekte Asrungsschnitte im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr zu Saftfluß [...]. Das ist bei diesen Arten eine normale Reaktion auf Verwundung. Der Saftfluß dauert einige Tage bis Wochen an und hört dann auf [...]. unsere Studien [...] konnten keine Nachteile dieses Vorgangs zeigen. Wenn aber der Saftfluß als unschön empfunden oder als Gefährdung angesehen wird, kann man kurz nach der vollen Blattentfaltung ästen. Verwechseln Sie nicht diesen normalen Saftfluß mit dem Schleimfluß aus Naßkernen, der mit bakterieller Infektion zusammenhängt [...]."

Erste Erfahrung machte ich damit, als ich einen Kugelahorn im Mai schneiden sollte, hatte super funktioniert. Inzwischen versuche ich komplett von Herbstschnitten abzusehen und zu schneiden, wenn der Baum (ob Bonsai oder großer Baum ist egal) genügend Energie liefern kann (also im belaubten Zustand, denn Energie wird fast auschließlich in den Blättern gewonnen und andere grüne :!: Pflanzenteile).
Welche Gefahr wird denn im Saftfluß überhaupt gesehen? Der Baum trocknet aus, weil der Saugdruck fehlt? In diesem Falle dürfte es ja auch nicht zu einer Blutung kommen. Der Saftstrom läuft über die Verwundung ab und die Blätter kriegen nichts mehr ab? Unwahrscheinlich, weil durch die Verdunstung über die Blätter das Wasser nachkommt? Worin soll also das Problem bestehen (außer, man kittet solche Wunden zu)? Zudem sorgt der Saftstrom ja auch für die Versorgung der Wunde mit Energie, um Ábwehrmechanismen in Gang zu setzen, das bleibt im Winter aus.
Und letztenendes schreibt Shigo da über richtig große Bäume und auch größere Schnittwunden, da müsste man schon einen ordentlichen Shari gestalten (wobei da natürlich die Gefahren größer sein können). Aber auch Entrindungen würde ich nicht im Winter vornehmen.

Schönen Gruß

Holger
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