Optimaler Substrataufbau
Optimaler Substrataufbau
Vorwort
Nach dem Studium der vielen Beiträge über Bonsai-"Erden", Gießen usw. wurde soviel berichtet und kommentiert, dass der, der klare Informationen dazu sucht z.T. irritiert ist und z.T. auch falsch informiert wird.
Z.B. ist der Einsatz von Torf grundsätzlich ungünstig. Torf ist zwar brauchbar, aber, wenn Torf einmal ausgetrocknet ist, dauert es Tage, bis es in tieferen Lagen wieder feucht wird. Was fehlt, ist eine Zusammenfassung für eine optimale Lösung. Jeder, der hier berichtet hat, hat sein persönliches Rezept vermittelt, die auf Grund von gemachten Erfahrungen durchaus funktionieren, jedoch fehlen meist zusammenhängende Lösungen und Angaben.
Auch ich habe viele Substrat-Varianten (-Epochen) hinter mir, bis ich dass seit einigen Jahren angewandte Schichten-Prinzip anwende.
Bonsai haben ihre besonderen Anforderungen und bei der Gratwanderung der Bonsaihaltung sollte man schon eine optimale Lösung verwenden. Dazu ist es sinnvoll die Bonsai-"Erde" in verschiedene Schichten aufzuteilen. Diese Schichten müssen spezifische/zweckmäßige Eigenschaften haben.
Substratrezepte und Schichtenstruktur
In der folgenden Skizze sind die in der Beschreibung erläuterten Schichten dargestellt:
Ich beginne mal mit der untersten Schicht (Drainageschicht) und setze in meinen Erläuterungen mit den darüber liegenden Schichten fort.
1. Drainage; sie besteht entweder aus reinem Kies, auch Splitt oder auch geschlossenem Blähton; Körnung von 7 bis 12 mm; dient nicht nur dem Wasserabfluß sondern auch der Belüftung des Wurzelwerkes. Diese Schicht wird nicht in einer gleichmäßigen Höhe ausgebreitet, sondern liegt gehäuft über den Abzugslöchern und unter dem Stammansatz und nimmt in seiner Dicke zu den Ränder hin ab bzw. endet sogar auf Null. Andere Materialien (wie z.B. das "hässliche" Seramis) sollte man unbedingt vermeiden. Ich weiß, dass viele Seramis für ihre Erden verwenden und habe auch gelesen, dass manche es sogar als Drainageschicht verwenden, aber dieses Material sollte man wegen seiner Nicht-Eignung grundsätzlich aus seiner Rezepteliste streichen. Es hat zwar eine großartige Wasseraufnahmefähigkeit, gibt diese Feuchtigkeit jedoch nicht wieder her.
2. Drainage-Sperrschicht; Körnung 3 bis 6 mm; dient als Füllgut für die untere stark strukturierte Drainageschicht. Die Kombination aus Beidem sorgt für eine optimale, dauerhaft funktionierende Drainage und verhindert gleichzeitig das "Durchfallen" des wertvollen Pflanzsubstrates.
3. grobes Pflanzsubstrat; bestehend aus einer 1:1 Volumen-Mischung von Akadama und Pflanzgranulat (Bims, Zeolit, Lava); es kann auch Kiryu enthalten; Körnung 5 bis 7 mm.
4. Feines (mittelgroßes) Pflanzsubstrat, bestehend aus der selben Zusammensetzung wie im Pkt. 3, jedoch mit einer abgestuften Korngröße zwischen 2,5 und 4,7 mm. Hier kann auch 10-20 % Volumenanteil von Kokosfasern beigemischt werden.
5. Deckschicht, sie soll (hat die Aufgabe) als speicherintensivstes Material das unterliegende Substrat als "letzte" Trutzburg und Feuchtigkeitsindikator vor zu schneller Austrocknung schützen. Sie ist auch die Schicht, die als kleiner "Wasserspender" in der Lage ist, dosiert Feuchtigkeit nach unten abzugeben. Also so lange wie die oberste Schicht noch feucht ist, kann man davon ausgehen, dass die unteren Schichten noch genug Feuchtigkeit besitzen.
Sie besteht erst einmal aus der selben Zusammensetzung wie in Pkt. 3 und 4, jedoch in einer weiter abgestuften Korngröße von 1 bis 2,4 mm. Zusätzlich werden Kokosfasern oder anderes organisches Material beigemischt; deren Volumenanteil zu den hier benutzten Feststoffen bei ca. 1/3 liegt. Für eine bessere Wasserleitfähigkeit habe ich noch 10% Volumenanteil 1-mm-Aquarienkies beigemischt. Z.T mische ich auch verrotteten Pferdemist in diese oberste Schicht ein. Er wird getrocknet und zerkleinert, dass es durch ein Siebmaß mit Maschenweite 7 mm durchpaßt; natürlich werden die feinen Bestandteile unter 1 mm ausgesiebt. Dieser Pferdedung ist äußerst Strukturstabil im Gegensatz z.B. zu dem zu kaufenden Rinderdung. Bei Rinderdung besteht die Gefahr der Verschlämmung.
Fazit
Mit der hier aufgeführten Schichtenfolge sind somit optimale und zweckmäßige Anforderungen sowohl an die jeweilige Drainage- und Speicherfähigkeiten der jeweiligen Schichten erfüllt. Die Zweckmäßigkeit in diesem Schichtenaufbau liegt darin, dass
1. nach unten hin die Drainagefähigkeit und Belüftungsfähigkeit bis zum Optimum steigt.
2. nach oben hin die Speicherfähigkeit für Wasser bis auf ein Höchstmaß vorhanden ist.
Ein Absaufen ist beim Gießen somit überhaupt nicht möglich und eine Feuchtigkeitsgewährleistung im höchsten Maß gesichert.
Achtung! Das gilt aber nicht für alte verfizte Wurzelballen. Da kann die oberste Schicht feucht sein und der untere Bereich ist völlig ausgetrocknet. Diese Pflanzen müssen im Hochsommer mindestens einmal in der Woche getaucht werden, um sicher zu gehen, das der gesamte Ballen durchfeuchtet ist.
Dieses Schichten-Prinzip wende ich seit Jahren bei meinen Bonsai an und habe festgestellt, dass die Schichtstrukturen auf Dauer äußerst stabil bleiben, ohne dass eine auffällige Verschlämmung in den unteren Schichten festzustellen ist.
Natürlich können die inneren Schichten in ihrer Stärke und Zusammensetzung variiert werden, jedoch sollte dabei die Drainage- und Deckschicht unverändert bleiben, um dem Prinzip der otimalen Drainierung und "Schutz"-Wirkung gerecht zu werden.
Diese Rezeptur sollte an dieser Stelle als Orientierung dienen. Natürlich funktionieren auch andere Erdmischungen. So haben in den ersten Jahrzehnten meine Bonsai mit willkürlichen Erden auch überstanden. Im Grunde kann man auch Erde von der Müllkippe verwenden, es fragt sich nur wie lange die Pflanzen damit überleben.
Gute Bedingungen sorgen eben für ein langes Leben; das geht nicht nur den Menschen so sondern auch unseren kleinen Lieblingen. Ich habe auch einige Jahre z.B. meine Fächerahorne in der prallen Sonne zu stehen gehabt. Das haben sie auch durchgehalten, die Frage ist nur wieder, wie lange? Das hatte ich dann aber geändert und sie existieren immer noch und sind nun ca. 40 Jahre.
Gruß Heiner
Nach dem Studium der vielen Beiträge über Bonsai-"Erden", Gießen usw. wurde soviel berichtet und kommentiert, dass der, der klare Informationen dazu sucht z.T. irritiert ist und z.T. auch falsch informiert wird.
Z.B. ist der Einsatz von Torf grundsätzlich ungünstig. Torf ist zwar brauchbar, aber, wenn Torf einmal ausgetrocknet ist, dauert es Tage, bis es in tieferen Lagen wieder feucht wird. Was fehlt, ist eine Zusammenfassung für eine optimale Lösung. Jeder, der hier berichtet hat, hat sein persönliches Rezept vermittelt, die auf Grund von gemachten Erfahrungen durchaus funktionieren, jedoch fehlen meist zusammenhängende Lösungen und Angaben.
Auch ich habe viele Substrat-Varianten (-Epochen) hinter mir, bis ich dass seit einigen Jahren angewandte Schichten-Prinzip anwende.
Bonsai haben ihre besonderen Anforderungen und bei der Gratwanderung der Bonsaihaltung sollte man schon eine optimale Lösung verwenden. Dazu ist es sinnvoll die Bonsai-"Erde" in verschiedene Schichten aufzuteilen. Diese Schichten müssen spezifische/zweckmäßige Eigenschaften haben.
Substratrezepte und Schichtenstruktur
In der folgenden Skizze sind die in der Beschreibung erläuterten Schichten dargestellt:
Ich beginne mal mit der untersten Schicht (Drainageschicht) und setze in meinen Erläuterungen mit den darüber liegenden Schichten fort.
1. Drainage; sie besteht entweder aus reinem Kies, auch Splitt oder auch geschlossenem Blähton; Körnung von 7 bis 12 mm; dient nicht nur dem Wasserabfluß sondern auch der Belüftung des Wurzelwerkes. Diese Schicht wird nicht in einer gleichmäßigen Höhe ausgebreitet, sondern liegt gehäuft über den Abzugslöchern und unter dem Stammansatz und nimmt in seiner Dicke zu den Ränder hin ab bzw. endet sogar auf Null. Andere Materialien (wie z.B. das "hässliche" Seramis) sollte man unbedingt vermeiden. Ich weiß, dass viele Seramis für ihre Erden verwenden und habe auch gelesen, dass manche es sogar als Drainageschicht verwenden, aber dieses Material sollte man wegen seiner Nicht-Eignung grundsätzlich aus seiner Rezepteliste streichen. Es hat zwar eine großartige Wasseraufnahmefähigkeit, gibt diese Feuchtigkeit jedoch nicht wieder her.
2. Drainage-Sperrschicht; Körnung 3 bis 6 mm; dient als Füllgut für die untere stark strukturierte Drainageschicht. Die Kombination aus Beidem sorgt für eine optimale, dauerhaft funktionierende Drainage und verhindert gleichzeitig das "Durchfallen" des wertvollen Pflanzsubstrates.
3. grobes Pflanzsubstrat; bestehend aus einer 1:1 Volumen-Mischung von Akadama und Pflanzgranulat (Bims, Zeolit, Lava); es kann auch Kiryu enthalten; Körnung 5 bis 7 mm.
4. Feines (mittelgroßes) Pflanzsubstrat, bestehend aus der selben Zusammensetzung wie im Pkt. 3, jedoch mit einer abgestuften Korngröße zwischen 2,5 und 4,7 mm. Hier kann auch 10-20 % Volumenanteil von Kokosfasern beigemischt werden.
5. Deckschicht, sie soll (hat die Aufgabe) als speicherintensivstes Material das unterliegende Substrat als "letzte" Trutzburg und Feuchtigkeitsindikator vor zu schneller Austrocknung schützen. Sie ist auch die Schicht, die als kleiner "Wasserspender" in der Lage ist, dosiert Feuchtigkeit nach unten abzugeben. Also so lange wie die oberste Schicht noch feucht ist, kann man davon ausgehen, dass die unteren Schichten noch genug Feuchtigkeit besitzen.
Sie besteht erst einmal aus der selben Zusammensetzung wie in Pkt. 3 und 4, jedoch in einer weiter abgestuften Korngröße von 1 bis 2,4 mm. Zusätzlich werden Kokosfasern oder anderes organisches Material beigemischt; deren Volumenanteil zu den hier benutzten Feststoffen bei ca. 1/3 liegt. Für eine bessere Wasserleitfähigkeit habe ich noch 10% Volumenanteil 1-mm-Aquarienkies beigemischt. Z.T mische ich auch verrotteten Pferdemist in diese oberste Schicht ein. Er wird getrocknet und zerkleinert, dass es durch ein Siebmaß mit Maschenweite 7 mm durchpaßt; natürlich werden die feinen Bestandteile unter 1 mm ausgesiebt. Dieser Pferdedung ist äußerst Strukturstabil im Gegensatz z.B. zu dem zu kaufenden Rinderdung. Bei Rinderdung besteht die Gefahr der Verschlämmung.
Fazit
Mit der hier aufgeführten Schichtenfolge sind somit optimale und zweckmäßige Anforderungen sowohl an die jeweilige Drainage- und Speicherfähigkeiten der jeweiligen Schichten erfüllt. Die Zweckmäßigkeit in diesem Schichtenaufbau liegt darin, dass
1. nach unten hin die Drainagefähigkeit und Belüftungsfähigkeit bis zum Optimum steigt.
2. nach oben hin die Speicherfähigkeit für Wasser bis auf ein Höchstmaß vorhanden ist.
Ein Absaufen ist beim Gießen somit überhaupt nicht möglich und eine Feuchtigkeitsgewährleistung im höchsten Maß gesichert.
Achtung! Das gilt aber nicht für alte verfizte Wurzelballen. Da kann die oberste Schicht feucht sein und der untere Bereich ist völlig ausgetrocknet. Diese Pflanzen müssen im Hochsommer mindestens einmal in der Woche getaucht werden, um sicher zu gehen, das der gesamte Ballen durchfeuchtet ist.
Dieses Schichten-Prinzip wende ich seit Jahren bei meinen Bonsai an und habe festgestellt, dass die Schichtstrukturen auf Dauer äußerst stabil bleiben, ohne dass eine auffällige Verschlämmung in den unteren Schichten festzustellen ist.
Natürlich können die inneren Schichten in ihrer Stärke und Zusammensetzung variiert werden, jedoch sollte dabei die Drainage- und Deckschicht unverändert bleiben, um dem Prinzip der otimalen Drainierung und "Schutz"-Wirkung gerecht zu werden.
Diese Rezeptur sollte an dieser Stelle als Orientierung dienen. Natürlich funktionieren auch andere Erdmischungen. So haben in den ersten Jahrzehnten meine Bonsai mit willkürlichen Erden auch überstanden. Im Grunde kann man auch Erde von der Müllkippe verwenden, es fragt sich nur wie lange die Pflanzen damit überleben.
Gute Bedingungen sorgen eben für ein langes Leben; das geht nicht nur den Menschen so sondern auch unseren kleinen Lieblingen. Ich habe auch einige Jahre z.B. meine Fächerahorne in der prallen Sonne zu stehen gehabt. Das haben sie auch durchgehalten, die Frage ist nur wieder, wie lange? Das hatte ich dann aber geändert und sie existieren immer noch und sind nun ca. 40 Jahre.
Gruß Heiner
Re: Optimaler Substrataufbau
Danke, danke, danke!
Das werde ich im Frühjahr anwenden!
Daniel
Das werde ich im Frühjahr anwenden!
Daniel
Liebe Grüße - Daniel
Re: Optimaler Substrataufbau
Hallo Heiner,
mag generell gesehen alles sinnvoll sein.
Eine Substratmischung hängt für mich aber immer auch von der Art des Baumes (besonders wenn man erreichen will, alle gleichzeitig giessen zu können), von der Grösse des Baumes (warum sollte man maximal eine 4,7mm-Körnung für einen Riesen-Yamadori mit einer 30cm hohen Schale und einem 80cm breitem Wurzelballen verwenden ?), vom Zustand des Baumes (Anzucht ? erste Schale ? Verfeinerungsphase ?) und von der Schale ab (bei einem Shohin oder einer Waldschale mit 1,5cm Innenhöhe stell ich mir es etwas schwer vor, so viele Schichten aufzuschütten).
Das ist ein Versuch, die eine, optimale Lösung (in der Physik nennt man das ToE) für alles zu finden. Die gibt es einfach nicht ...
mag generell gesehen alles sinnvoll sein.
Eine Substratmischung hängt für mich aber immer auch von der Art des Baumes (besonders wenn man erreichen will, alle gleichzeitig giessen zu können), von der Grösse des Baumes (warum sollte man maximal eine 4,7mm-Körnung für einen Riesen-Yamadori mit einer 30cm hohen Schale und einem 80cm breitem Wurzelballen verwenden ?), vom Zustand des Baumes (Anzucht ? erste Schale ? Verfeinerungsphase ?) und von der Schale ab (bei einem Shohin oder einer Waldschale mit 1,5cm Innenhöhe stell ich mir es etwas schwer vor, so viele Schichten aufzuschütten).
Das ist ein Versuch, die eine, optimale Lösung (in der Physik nennt man das ToE) für alles zu finden. Die gibt es einfach nicht ...
Zuletzt geändert von abardo am 16.01.2017, 09:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Frank
___________
Ich will nur noch hupen !
___________
Ich will nur noch hupen !
Re: Optimaler Substrataufbau
Moin zusammen,
ich denke, jeder hat seine Erdmischung, die für ihn gut funktioniert und ist überzeugt davon.
Aber, ich denke auch, jeder muss für sich entscheiden womit er und vor allem seine Baumels am besten fahren in der Umgebung in der sie stehen.
ich denke, jeder hat seine Erdmischung, die für ihn gut funktioniert und ist überzeugt davon.
Aber, ich denke auch, jeder muss für sich entscheiden womit er und vor allem seine Baumels am besten fahren in der Umgebung in der sie stehen.
Viele Grüße,
Moya
******************************
- Arbeitskreis Aichtal
- Bonsai Club Deutschland
- BCD Kusamonogruppe
Moya
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-
bonsaiwilly
- Beiträge: 122
- Registriert: 13.03.2016, 10:44
- Wohnort: in der Nähe von Leipzig
Re: Optimaler Substrataufbau
Wenn das "hässliche" Seramis seine gespeicherte Feuchtigkeit nicht wieder abgibt, habe ich Bäume, die kein Wasser brauchen! Meine Bäume stehen seit mehreren Jahren in einer Mischung aus 80/20 Seramis und Kokos. Vertrocknet ist auch im Sommer noch keiner und jetzt erzählt mir nicht, das liegt an den 20% Kokos. Die würden in einer kleinen Schale an einem richtigen Sommertag niemals genügen....
LG Dieter
Die Schönheit eines Bonsai, liegt im Auge seines Schöpfers
Die Schönheit eines Bonsai, liegt im Auge seines Schöpfers
-
chris-git@rre
Re: Optimaler Substrataufbau
Und meine Bäume stehen seit über 5 Jahren in einem Gemisch wo auch Torf mit drinnen ist.
In der Mischung von der Bonsaischule Enger.
In der Mischung von der Bonsaischule Enger.
Re: Optimaler Substrataufbau
Das war auch mein erster Gedanke, als ich Heiners wissenschaftlich ausgearbeitetes "Rezept" gelesen hatte. Ok, man mag es als nützliches "Gerüst" für weiter gehende Gedanken übers Ein- oder Umtopfen benutzen, aber letzten Endes kennt jeder Bonsaianer im Laufe der Zeit das Verhalten und die Bedürfnisse seines Baumes selber am Besten - oder sollte es zumindest kennen.abardo hat geschrieben:(bei einem Shohin oder einer Waldschale mit 1,5cm Innenhöhe stell ich mir es etwas schwer vor, so viele Schichten aufzuschütten).
Bei meinen Kleinen und Kleinsten entscheide ich bei jeder einzelnen Pflanze, wie das Substrat aussehen soll. Von Fall zu Fall pflanze ich ältere Kandidaten (wie meine Tanzlinde z.B.) sogar nur in "modernes Substrat", d.h. in reinen Splitt ohne jede Beimengung. Neufunde kommen oft nur in die Original-Erde, die ich beim Bergen mitgenommen habe - einen flachen Kieselstein aufs Abzugsloch und fertig.
Und das kann sich durchaus im Leben dieser Pflanze verändern.
Frei nach dem Motto: Ein jeder (Baum) soll nach seiner Fasson selig werden . . .
- kressevadder
- Beiträge: 1580
- Registriert: 05.07.2009, 14:02
- Wohnort: Mannheim
- Kontaktdaten:
Re: Optimaler Substrataufbau
Liegt nicht am Kokos. Meine stehen alle in 100% Seramis. Egal welcher Baum, was ich damit erreichen will und welches Sternzeichen der Baum hat.Wenn das "hässliche" Seramis seine gespeicherte Feuchtigkeit nicht wieder abgibt, habe ich Bäume, die kein Wasser brauchen! Meine Bäume stehen seit mehreren Jahren in einer Mischung aus 80/20 Seramis und Kokos. Vertrocknet ist auch im Sommer noch keiner und jetzt erzählt mir nicht, das liegt an den 20% Kokos. Die würden in einer kleinen Schale an einem richtigen Sommertag niemals genügen....
Gruß
Manfred
Ich fordere einen BioGreenHealthGenderPoliticalCorrectness freien Tag pro Woche - Erholung muß sein!
Mein Bonsaitagebuch
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bonsaiwilly
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Re: Optimaler Substrataufbau
Also hast du auch Bäume, die KEIN Wasser brauchen 
LG Dieter
Die Schönheit eines Bonsai, liegt im Auge seines Schöpfers
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Michael 86
- Beiträge: 2234
- Registriert: 08.10.2016, 09:00
Re: Optimaler Substrataufbau
Hallo Leute
Aktuell mache ich mir auch wieder mal so meine Gedanken, was Substratzusammensetzung angeht.
Mich verwirrt, wenn ich ehrlich sein soll, die Bezeichnung "Seramis". "Seramis" ist wohl doch der Hersteller, der mehrere Produkte im Angebt hat. Zb habe ich im Baumarkt in der Pflanzenabteilung "gebrochenes Blähtongranulat des Herstellers Seramis" gefunden (jedoch nicht gekauft). Somit schließe ich für mich, wenn hier jemand über "Seramis" schreibt, dass nicht von dem selben Produkt die Rede sein muss.
Was ich persönlich sehr viel interessanter finde ist der unterschied zwischen Tongranulat und Lehmgranulat (speziell Akadama) und ob es nicht auch einheimisches Lehmgranulat zu kaufen gibt. So viel anders kann ja unser Lehm im Vergleich zu japanischem Lehm auch nicht sein.
Zudem frage ich mich, warum Tonbaustoffe so viel verwendet werden aber bei Lehm sieht es schon schlechter aus. Da findet man höchstens Lehmputz als Pulver. Wenn jemand eine Idee hat, wo man Lehmgranulat her bekommt, würde ich damit mal experimentieren.
PS: Von diesem Schichtprinzip habe ich durchaus schon einmal gelesen, speziell was die feinere Körnung als Deckschicht angeht. Jedoch kommt mir da bei der Zusammensetzung der Deckschicht spontan das Thema Kapillarwirkung. Ich hätte da als Anfänger zumindest auf saugfähige Materialien verzichtet.
Danke für deine Mühe für den Beitrag
Aktuell mache ich mir auch wieder mal so meine Gedanken, was Substratzusammensetzung angeht.
Mich verwirrt, wenn ich ehrlich sein soll, die Bezeichnung "Seramis". "Seramis" ist wohl doch der Hersteller, der mehrere Produkte im Angebt hat. Zb habe ich im Baumarkt in der Pflanzenabteilung "gebrochenes Blähtongranulat des Herstellers Seramis" gefunden (jedoch nicht gekauft). Somit schließe ich für mich, wenn hier jemand über "Seramis" schreibt, dass nicht von dem selben Produkt die Rede sein muss.
Was ich persönlich sehr viel interessanter finde ist der unterschied zwischen Tongranulat und Lehmgranulat (speziell Akadama) und ob es nicht auch einheimisches Lehmgranulat zu kaufen gibt. So viel anders kann ja unser Lehm im Vergleich zu japanischem Lehm auch nicht sein.
Zudem frage ich mich, warum Tonbaustoffe so viel verwendet werden aber bei Lehm sieht es schon schlechter aus. Da findet man höchstens Lehmputz als Pulver. Wenn jemand eine Idee hat, wo man Lehmgranulat her bekommt, würde ich damit mal experimentieren.
PS: Von diesem Schichtprinzip habe ich durchaus schon einmal gelesen, speziell was die feinere Körnung als Deckschicht angeht. Jedoch kommt mir da bei der Zusammensetzung der Deckschicht spontan das Thema Kapillarwirkung. Ich hätte da als Anfänger zumindest auf saugfähige Materialien verzichtet.
Danke für deine Mühe für den Beitrag
Grüße Michael 
Re: Optimaler Substrataufbau
Das japanische Lehmgranulat (= Akadama) kommt bisher endemisch in Japan vor. Das sind durch die Lagerung zusammengebackene Kügelchen, die in der Schale 2 bis ca 5 Jahre stabil bleiben. So kommt Lehm bei uns nicht vor. Mit der Zeit und durch Frosteinwirkung noch ein wenig schneller zerfallen die in die normal weltweit vorkommente Pampe. Und die ist nicht gut für die Bäume.Michael 86 hat geschrieben:
Was ich persönlich sehr viel interessanter finde ist der unterschied zwischen Tongranulat und Lehmgranulat (speziell Akadama) und ob es nicht auch einheimisches Lehmgranulat zu kaufen gibt. So viel anders kann ja unser Lehm im Vergleich zu japanischem Lehm auch nicht sein.
Zudem frage ich mich, warum Tonbaustoffe so viel verwendet werden aber bei Lehm sieht es schon schlechter aus. Da findet man höchstens Lehmputz als Pulver. Wenn jemand eine Idee hat, wo man Lehmgranulat her bekommt, würde ich damit mal experimentieren.
Unser Tongranulat sind richtig gebrannte und gebrochene Tonkügelchen, die nicht bzw kaum zerfallen. Auch nicht zu verwechseln mit dem 'gebrannten' Akadama aus Japan. Das ist ein Übersetzungsfehler. Gemeint ist da nur einfach oder doppelt gekennzeichnetes Substrat je nach Stabilität und somit Qualität. Auch das 'doppelt gebrannte' Zeug zerfällt, den da wird nichts gebrannt, sondern nur getrocknet, wie uns schon vor Jahrzehnten Bonsaihändler berichteten, die vor Ort das ganze mit eigenen Augen besichtigt haben.
73 Anja
Re: Optimaler Substrataufbau
Hallo Heiner
Danke das Du Dir die Mühe gemacht hast das Grundprinzip eines Substrataufbaus
ausführlich zu beschreiben.
Man kann es auf 2 Schichten reduzieren, aber das Prinzip bleibt halt.
@ Frank - ja mit 1,5cm Innenhöhe hat man so seine Probleme,
allerdings stellt sich mir die Frage, wer solch flache Schalen nützt.
mfG Dieter
Danke das Du Dir die Mühe gemacht hast das Grundprinzip eines Substrataufbaus
ausführlich zu beschreiben.
Man kann es auf 2 Schichten reduzieren, aber das Prinzip bleibt halt.
@ Frank - ja mit 1,5cm Innenhöhe hat man so seine Probleme,
allerdings stellt sich mir die Frage, wer solch flache Schalen nützt.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
-
Michael 86
- Beiträge: 2234
- Registriert: 08.10.2016, 09:00
Re: Optimaler Substrataufbau
Danke Anja
Was die Wirkung im Boden angeht, ist Akadama also nicht zu ersetzen mit anderen einfachen Bestandteilen?
Ich kenne die positiven Eigenschaften von Lehm im Substart bereits aus dem Teichbau. Allerdings ist Verdichtung dort für die Pflanzen kein Problem, weil das in ihrer Natur so vorkommt
Was die Wirkung im Boden angeht, ist Akadama also nicht zu ersetzen mit anderen einfachen Bestandteilen?
Ich kenne die positiven Eigenschaften von Lehm im Substart bereits aus dem Teichbau. Allerdings ist Verdichtung dort für die Pflanzen kein Problem, weil das in ihrer Natur so vorkommt
Grüße Michael 
Re: Optimaler Substrataufbau
Viele arbeiten erfolgreich ganz ohne Akadama, dafür wird aber mit einer sehr viel regelmäßigeren Düngung gearbeitet bis hin zum täglichen Einsatz (Tomatenweg). Händler nehmen für heimische Mischungen gern eine Handvoll mit rein. Dann lassen sich auch besser Hügel dauerhaft anhäufen und der Ballen zerfällt nicht jedesmal, wenn man sich nur mal die Wurzeln ansehen will, denn Lehm klebt nunmal.
Was nicht zu ersetzen ist, ist Kanuma für die Moorbeetpflanzen. Selbst von Rhodo-Züchtern ist schon berichtet worden, die darauf zählen.
Was nicht zu ersetzen ist, ist Kanuma für die Moorbeetpflanzen. Selbst von Rhodo-Züchtern ist schon berichtet worden, die darauf zählen.
73 Anja
- Andreas Ludwig
- Mentor
- Beiträge: 6756
- Registriert: 29.03.2005, 16:50
- Wohnort: Schweiz
Re: Optimaler Substrataufbau
Exakt. «Seramis» ist wie «Kinderschokolade», «Nivea» oder «BMW». Die Frage ist jeweils, welches. Da gibt es grosse, runde Kugeln mit ein, zwei Zentimetern Durchmesser, eher glatt, auch dunkle, fast glasiert, dann eben das gebrochene, feinkörnige, rote Zeugs. Das ich durchaus tauglich finde.Michael 86 hat geschrieben:Mich verwirrt, wenn ich ehrlich sein soll, die Bezeichnung "Seramis". "Seramis" ist wohl doch der Hersteller, der mehrere Produkte im Angebt hat. Zb habe ich im Baumarkt in der Pflanzenabteilung "gebrochenes Blähtongranulat des Herstellers Seramis" gefunden (jedoch nicht gekauft). Somit schließe ich für mich, wenn hier jemand über "Seramis" schreibt, dass nicht von dem selben Produkt die Rede sein muss.
«Gebranntes» Akadama gibt es, wie Anja erwähnt, nicht. Da haben irgendwelche Leute das englische Wort «Brand» falsch übersetzt. Dieses bedeutet «Marke» und kommt aus der Zeit, als man Teekisten mit glühenden Eisen markiert hat, die ersten «Logos» der Güterindustrie. Ein «brand» ist ganz einfach eine Warenmarke, wie eben Kinderschokolade, Nivea oder BMW.
Die Frage, ob Akadama unersetzlich ist, halte ich für ausreichend kommentiert und beantwortet. Interessant dagegen finde ich die Frage, ob der Baum realisiert, dass er in einer ausgetüftelten Schichtstruktur steht oder, wie Bäume das nunmal tun, da einfach mit seinen Wurzeln drin rumwurstelt.
Darum ist der Satz
ein wertvoller Hinweis. Ich halte es ebenso. Nicht zuletzt stelle ich mir die Frage, wie das Oberflächen-Volumen-Verhältnis ist, denn ein Supersubstrat nützt mir auch nicht viel, wenn die Schale am Mittag schon ausgetrocknet ist. «Je kleiner, umso feiner» ist mein flapsiger Merkspruch dazu.Hanno hat geschrieben:Bei meinen Kleinen und Kleinsten entscheide ich bei jeder einzelnen Pflanze, wie das Substrat aussehen soll.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
(Thoreau)
