Der gedrehte Ahorn
Der gedrehte Ahorn
Noch ein Beispiel für einen Beitrag aus dem "alten" BCD-Forum
Neben "richtigen" Bonsai-Aspiranten probiere ich gern immer mal wieder, aus sehr jungem Material "was" zu machen - und sei es, um daraus zu lernen. Deshalb poste ich das hier unter "Anzucht"
Diesen kleinen Berg-Ahorn hatte ich vor gut 10 Jahren auf meinem Grünplatz entdeckt und wegen seiner interessanten Stammbewegung mitgenommen. Schätzungsweise unter 10 Jahre alt, also eigentlich noch ein Sämling, stand er am Rand im groben Schotter - er hat sich offensichtlich mühsam aus den Steinen herausgewurstelt. Dann stand er ein paar Jahre bei mir so vor sich hin, wurde nur oben herum gestutzt,
um kürzere Internodien zu bekommen und weiter unten neue Austriebe zu provozieren - und ansonsten gut gefüttert.
Schon nach zwei Jahren war die Schale total durchwurzelt. Die nächsten Jahre hab ich ausschliesslich auf die Entwicklung eines guten Nebari geachtet, beim fast jährlichen Umtopfen
die Wurzeln entsprechend gekappt und auf einen flachen Wurzelballen hin gearbeitet. Wie man sieht, mit einigem Erfolg.
Dann stand ich - und stehe immer noch - allerdings vor der Frage: was mach ich nun damit?
Unten herum stimmts, den Wurzelansatz kann man so lassen, und der "Schlenker" im Stamm macht auch was her, denke ich.
Und oben herum hat sich durch Pinzieren und Schneiden eine fast akzeptable Verzweigung gebildet,
zumindest eine, mit der man sicher weiter arbeiten kann. Aber die lange gerade Strecke dazwischen, die ists, die mich etwas ratlos macht!
Der gesamte "Schlenker" gehört nämlich eigentlich nicht zum Stamm, sondern war Teil der früher unterirdischen Wurzel,
bei der seitliche Austriebe bisher nie erschienen und wohl auch nicht zu erwarten sind.
Was also tun?
Das Oberteil abmoosen und beim Unterteil warten, bis/ob trotzdem neue Äste kommen?
Oder Alles so lassen und einfach damit beginnen, die Krone zu gestalten . . .?
Mit einer Höhe von jetzt gut 35 cm ohne Laub fällt er wohl aus der Shohin-Klasse raus.
Es gab (sicher zu Recht) einige kritische Stimmen, warum nach so langer Zeit noch nichts "Gescheites"
aus dem Baum geworden ist. Aber ich muss zugeben, mir fehlte da immer noch die göttliche Eingebung . . .
Carmen und Volker hatten einige Vorschläge dazu: Und was meint Ihr dazu?
Neben "richtigen" Bonsai-Aspiranten probiere ich gern immer mal wieder, aus sehr jungem Material "was" zu machen - und sei es, um daraus zu lernen. Deshalb poste ich das hier unter "Anzucht"
Diesen kleinen Berg-Ahorn hatte ich vor gut 10 Jahren auf meinem Grünplatz entdeckt und wegen seiner interessanten Stammbewegung mitgenommen. Schätzungsweise unter 10 Jahre alt, also eigentlich noch ein Sämling, stand er am Rand im groben Schotter - er hat sich offensichtlich mühsam aus den Steinen herausgewurstelt. Dann stand er ein paar Jahre bei mir so vor sich hin, wurde nur oben herum gestutzt,
um kürzere Internodien zu bekommen und weiter unten neue Austriebe zu provozieren - und ansonsten gut gefüttert.
Schon nach zwei Jahren war die Schale total durchwurzelt. Die nächsten Jahre hab ich ausschliesslich auf die Entwicklung eines guten Nebari geachtet, beim fast jährlichen Umtopfen
die Wurzeln entsprechend gekappt und auf einen flachen Wurzelballen hin gearbeitet. Wie man sieht, mit einigem Erfolg.
Dann stand ich - und stehe immer noch - allerdings vor der Frage: was mach ich nun damit?
Unten herum stimmts, den Wurzelansatz kann man so lassen, und der "Schlenker" im Stamm macht auch was her, denke ich.
Und oben herum hat sich durch Pinzieren und Schneiden eine fast akzeptable Verzweigung gebildet,
zumindest eine, mit der man sicher weiter arbeiten kann. Aber die lange gerade Strecke dazwischen, die ists, die mich etwas ratlos macht!
Der gesamte "Schlenker" gehört nämlich eigentlich nicht zum Stamm, sondern war Teil der früher unterirdischen Wurzel,
bei der seitliche Austriebe bisher nie erschienen und wohl auch nicht zu erwarten sind.
Was also tun?
Das Oberteil abmoosen und beim Unterteil warten, bis/ob trotzdem neue Äste kommen?
Oder Alles so lassen und einfach damit beginnen, die Krone zu gestalten . . .?
Mit einer Höhe von jetzt gut 35 cm ohne Laub fällt er wohl aus der Shohin-Klasse raus.
Es gab (sicher zu Recht) einige kritische Stimmen, warum nach so langer Zeit noch nichts "Gescheites"
aus dem Baum geworden ist. Aber ich muss zugeben, mir fehlte da immer noch die göttliche Eingebung . . .
Carmen und Volker hatten einige Vorschläge dazu: Und was meint Ihr dazu?
Re: Der gedrehte Ahorn
Die Idee finde ich klasse!
Ist nur die Frage wie Du ihn zum Schluß siehst....
Die andere Variante,die Krone bis nach der Drehung kappen wäre keine Option?
Natürlich müßte man die Krone völlig neu aufbauen....
Ist nur die Frage wie Du ihn zum Schluß siehst....
Die andere Variante,die Krone bis nach der Drehung kappen wäre keine Option?
Natürlich müßte man die Krone völlig neu aufbauen....
Stil ist richtiges Weglassen des Unwesentlichen.
Re: Der gedrehte Ahorn
Moin Hanno,
eine Abmoosung würde in meinen Augen keinen Sinn machen, mir gefällt das "Obere" nicht.
Kappen wäre meine Lösung.
Falls du den Baum nicht riskieren möchtest, könntest du oben einen Trieb wachsen lassen, und im nächsten Jahr könntest du eine Bohrablikation machen (dann brauchst du keinen anderen Baum zusätzlich).
eine Abmoosung würde in meinen Augen keinen Sinn machen, mir gefällt das "Obere" nicht.
Kappen wäre meine Lösung.
Falls du den Baum nicht riskieren möchtest, könntest du oben einen Trieb wachsen lassen, und im nächsten Jahr könntest du eine Bohrablikation machen (dann brauchst du keinen anderen Baum zusätzlich).
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Der gedrehte Ahorn
Danke für die Tipps!
Ich glaube, ich werde tatsächlich im Frühjahr ablaktieren - auch wenn ich das noch nie gemacht habe.
Zum Kappen ist mir die Pflanze eigentlich zu schade. Einerseits ist mir das Risiko denn doch zu gross, den ganzen Baum zu verlieren und anderseits müsste ich wieder ganz von vorn anfangen mit der Krone.
Passende Sämlinge zum Probieren hatte ich schon im Herbst gesammelt und separat in einen Topf gesetzt, die dann wohl eingewurzelt sind - genug zum Aussuchen. Und wenn das nicht klappt - ich weiss, wo noch etliche solcher Jungspunde stehen, nämlich auf unserem Friedhof
Werde natürlich weiter berichten . . .
Ich glaube, ich werde tatsächlich im Frühjahr ablaktieren - auch wenn ich das noch nie gemacht habe.
Zum Kappen ist mir die Pflanze eigentlich zu schade. Einerseits ist mir das Risiko denn doch zu gross, den ganzen Baum zu verlieren und anderseits müsste ich wieder ganz von vorn anfangen mit der Krone.
Passende Sämlinge zum Probieren hatte ich schon im Herbst gesammelt und separat in einen Topf gesetzt, die dann wohl eingewurzelt sind - genug zum Aussuchen. Und wenn das nicht klappt - ich weiss, wo noch etliche solcher Jungspunde stehen, nämlich auf unserem Friedhof
Werde natürlich weiter berichten . . .
Re: Der gedrehte Ahorn
Habe mich bislang selbst zwar weder an Bohrpfropfung noch Ablaktion gewagt, aber so vom persönlichen Empfinden her erscheint mir die Bohrpfropfung besser. Da wächst der neue Ast mittig aus dem Stamm und wirkt nicht so seitlich angeklebt.
Ist aber nur meine persönlich Meinung ...sollte ich mal so einen Kandidaten haben würde ich die Bohrpfropfung versuchen.
Ist aber nur meine persönlich Meinung ...sollte ich mal so einen Kandidaten haben würde ich die Bohrpfropfung versuchen.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
Re: Der gedrehte Ahorn
Hallo Hanno,
warum läßt Du nicht einen der unteren Äste des Baumes wachsen und nimmst den dann zum ablackieren?
Ich würde den Baum ja einfach kappen, aber ich bin in solchen Dingen auch eher eine "Wildsau"......
Im ersten Jahr in eine größere Schale umtopfen damit er Schwung bekommt und im nächsten Frühjahr zurückschneiden.......
Gruß Achim
warum läßt Du nicht einen der unteren Äste des Baumes wachsen und nimmst den dann zum ablackieren?
Ich würde den Baum ja einfach kappen, aber ich bin in solchen Dingen auch eher eine "Wildsau"......
Im ersten Jahr in eine größere Schale umtopfen damit er Schwung bekommt und im nächsten Frühjahr zurückschneiden.......
Gruß Achim
Re: Der gedrehte Ahorn
Hallo Hanno,
ein Jahr ist vergangen. Hast Du ablaktiert oder hast Du gekappt?
Das würde nicht nur mich interessieren. Wenn Du ein Bild hast, fände ich interessant.
Ich habe einmal ablaktiert mit einem Ast der gleichen Pflanze. Ich muss mich nur mal trauen, den Ast zu kappen.
grün isser noch 
Michael
ein Jahr ist vergangen. Hast Du ablaktiert oder hast Du gekappt?
Das würde nicht nur mich interessieren. Wenn Du ein Bild hast, fände ich interessant.
Ich habe einmal ablaktiert mit einem Ast der gleichen Pflanze. Ich muss mich nur mal trauen, den Ast zu kappen.
Michael
Re: Der gedrehte Ahorn
Nein Michael, weder noch.
Wir haben ja erst bis vor zwei Wochen hin und her überlegt, was zu tun ist.
Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, werd ich mir den Ahorn und die Ablaktier-Kandidaten vornehmen und mein Glück versuchen, bevor die Knospen zu dick werden. (Der dünne Bohrer liegt schon bereit)
Wir haben ja erst bis vor zwei Wochen hin und her überlegt, was zu tun ist.
Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, werd ich mir den Ahorn und die Ablaktier-Kandidaten vornehmen und mein Glück versuchen, bevor die Knospen zu dick werden. (Der dünne Bohrer liegt schon bereit)
Re: Der gedrehte Ahorn
Oops... 
Meiner Zeit voraus... tztztz
Meiner Zeit voraus... tztztz
Re: Der gedrehte Ahorn
Hanno, einen 5mm-Bohrer und aufwärts wirst Du wohl dennoch brauchen.Hanno hat geschrieben:Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, werd ich mir den Ahorn und die Ablaktier-Kandidaten vornehmen und mein Glück versuchen, bevor die Knospen zu dick werden. (Der dünne Bohrer liegt schon bereit)
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Re: Der gedrehte Ahorn
Gary hat geschrieben: Hanno, einen 5mm-Bohrer und aufwärts wirst Du wohl dennoch brauchen.
Für viele ist das ein dünner Bohrer, geradezu Uhrmachertechnik.
73 Anja
Re: Der gedrehte Ahorn
Okay Anja, man merkt ich arbeite eben selten an Kirchturmuhren.Anja M. hat geschrieben:Für viele ist das ein dünner Bohrer, geradezu Uhrmachertechnik.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Re: Der gedrehte Ahorn
Heute hat mir mein Sohn eine kleine "Sammlung" gebracht. Ich denke, der Richtige ist dabei.Gary hat geschrieben:Hanno, einen 5mm-Bohrer und aufwärts wirst Du wohl dennoch brauchen.
Die Kandidaten stehen auch schon bereit - bald kanns losgehen . . .
- Frank Abbing
- Beiträge: 2704
- Registriert: 30.12.2012, 14:31
- Wohnort: Münsterland
Re: Der gedrehte Ahorn
Ablaktiert habe ich noch nicht. Aber bei der Bohrpfropfung kann man trennen, wenn der Ast am Austritt deutlich dicker ist als am Eintritt.MichaelL hat geschrieben:Ich habe einmal ablaktiert mit einem Ast der gleichen Pflanze. Ich muss mich nur mal trauen, den Ast zu kappen.grün isser noch.
Liebe Grüße
Frank
Frank
Re: Der gedrehte Ahorn
Heut wars soweit - ich hab mich getraut.
Die Löcher (2x6 mm, 1x8 mm) sind mit Kit abgedichtet, die Pötte gegen Verwackeln gesichert.
Das Ganze steht nun die nächsten Monate wind- und sonnengeschützt.
Sieht jetzt "abenteuerlich" aus, aber mit dem Anblick kann ich leben.
Und im nächsten Jahr wird alles entfernt, was zu viel ist.
Und aus den abgeschnittenen Unterteilen kann ich sogar noch Shohin oder Mame machen . . .
Das Ganze steht nun die nächsten Monate wind- und sonnengeschützt.
Sieht jetzt "abenteuerlich" aus, aber mit dem Anblick kann ich leben.
Und im nächsten Jahr wird alles entfernt, was zu viel ist.
Und aus den abgeschnittenen Unterteilen kann ich sogar noch Shohin oder Mame machen . . .
