Sog. Outdoors in der Wohnung?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Werner
Beiträge: 464
Registriert: 02.09.2005, 19:57

Beitrag von Werner »

So, die Kiefer ist drausen, schon etwas in die Erde eingesenkt, damit sie nicht erfriert. *muede* Muss da noch Laub drauf?
Kann mir aber jemand was zu Mädchenkiefern sagen? Oder ist das auch nur was für Erfahrene? :?:
Benutzeravatar
Andreas Ludwig
Mentor
Beiträge: 6756
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Andreas Ludwig »

Hi flu

auf die Schnelle:

Man begegnet Begriffen wie «range», «Bandbreite» etc. Das hat schon was. Eine Menge Pflanzen sind darauf eingerichtet, innerhalb eines «ranges» leben zu können, der wesentlich breiter ist, als wir uns das denken. Beispiele: Basilikum ist mehrjährig und ganzjärhig drinnen möglich. Ebenso Peperoncini und natürlich eine Reihe Exotica aus den Tropen. Das ist nichts neues. Ich hab irgendwo sogar eine Sschale mit meinem «Dauergras», ein ganz gewöhnliches Wiesengras, das seit fünf Jahren ohne Unterbruch indoor wächst.

Also bloss ran, wen sowas aus gegebenem Anlass interessiert. Aber das mit der Dauerpflege hat schon was: Der pH-Wert des Wassers, die Erde, die Umluft – man hat zu tun bei solchen Experimenten.

Die, die sowas unnatürlich finden: Eine anbrechende Eiszeit, der Untergnag eines Kontinents oder andere natürliche Vorgänge machen Pflanzen weit mehr zu schaffen. Also habt euch nicht so…

Bloss – wer schöne Bonsai will und nicht primär sein botanisches Gurndwissen erweitern, der hält sich vielleicht doch besser an die ubiquitären Pflegeanleitungen…
Benutzeravatar
Pet
Beiträge: 220
Registriert: 16.01.2004, 18:47
Wohnort: Nähe von Koblenz

Beitrag von Pet »

Wenn ihr so gerne austestet:
lasst doch einfach mal für euch den Schlaf ausfallen! Das ertragt ihr gewiss ähnlich gut wie der Baum die fehlende Winterruhe! :P
Nix für ungut, Jungs, aber... :twisted:
Liebe Grüße,
Pet
Benutzeravatar
Wolfgang
Ehren-Autor
Beiträge: 9765
Registriert: 05.01.2004, 14:19
Wohnort: Oberösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Wolfgang »

Danke Pet!

Die Menschheit "wettert" über Batteriehennen und glaubt gleichzeitig, Pflanze *schei..e* behandeln zu können ......... :?
Leider. :(

Pflanzen sind keine Versuchskaninchen :!: *nono*
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von holgerb »

Ich kann euch nur beipflichten!

Es gibt eine Grenze für das, was Pflanzen ertragen können!

Eine Frage an Dich Andreas:

Was hast Du davon, wenn Du eine Mädchenkiefer drinnen erfolgreich vegetieren lässt? Bei tropischen Bäumen sehe ich noch irgendwo eine Notwendigkeit in unseren Breiten, aber auch diese gehören im Sommer nach draussen, der Unterschied ist mit bloßem Auge zu erkennen.

Schönen Gruß

Holger
Benutzeravatar
Anja M.
Freundeskreis
Beiträge: 5825
Registriert: 05.01.2004, 17:52
Wohnort: Hamburg NW

Beitrag von Anja M. »

holgerb hat geschrieben:
Was hast Du davon, wenn Du eine Mädchenkiefer drinnen erfolgreich vegetieren lässt?

Vielleicht, damit er ein Stück weit erkennt, was unsere Welt im Innersten zusammenhält ? :wink:


Menschen haben in ihrer wissenschaftlichen Neugier doch schon die obskursten Sachen probiert, aber daß das einen Bonsai nicht weiterbringt, ist ja deutlich geworden.
73 Anja
Benutzeravatar
Andreas Ludwig
Mentor
Beiträge: 6756
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Andreas Ludwig »

Hi holger

Ich hab keine Mädchenkiefern drinnen. Aber spielen tu ich gern. Und den Pflanzen macht das nix aus, jede einzelne ist besser dran als ihre Verwandten draussen, schätze ich mal.

Die Grenzen sind eh fliessend: Wenn du ab September einen Eimer um sieben abends über deinen Weihnachtstern stülpst und um neun morgens wieder wegnimmst, gibts rote Blätter und Blüten, sonst nicht. Unnatürlich? Nö – Imitation der natürlichen Verhältnisse dort, wo die Dinger wachsen.

Oder hast du was gegen Pflanzenlampen, Dünger und so? Warum dann nicht auch gegen Töpfchen und Wurzelschnitt?

Dein Naturbegriff ist – pardon – romantisch, aber unreflektiert. Ebenso sind es alle Vergleiche mit Tieren oder Menschen. Wer so argumentiert, hat Pflanzen noch nicht verstanden. Und Anja – doch, man kann durchaus was rausholen hie und da fürs Thema Bonsai. Da gibts einheimische Arten, denen es u. U. durchaus gut tut, wenn man sie bei plus 5 überwintert statt bei minus 5. Wegen der künstlich veränderten Bedingungen, die eine Schale darstellt. Weil manches in Sachen Bonsai eben bloss natürlich ausschaut, aber total forciert ist. Oder die Sache mit der Erde. Jahre hats gedauert, bis die traditionell-natürlich-romantisch Denkenden endlich kapiert haben, dass ein Baum gar keine Erde braucht, sondern bloss ein Substrat. Tja. Womit wir wieder beim Thema wären – fliessende Grenzen.

Ich mach lieber zwischendurch mal was, worüber andere den Kopf schütteln. Dafür hab ich gute Überlebensquoten bei Yamadori, kaum Abgänge bei den Eingetopften. Auch was wert. An die Grenzen kann nur gehen, wer mal drüber war.

:o)
Benutzeravatar
Anja M.
Freundeskreis
Beiträge: 5825
Registriert: 05.01.2004, 17:52
Wohnort: Hamburg NW

Beitrag von Anja M. »

Jetzt sind wir wieder mehr oder weniger über den unreflektierten Begriff 'Indoor' gestolpert bei dieser Unterhaltung. Das Kalthaus ist sicher nicht die 'häusliche Umgebung', um die es im ursprünglichen Posting ging. Wir saßen wohl eher mit der Kiefer im Wohnzimmer oder Schlafzimmer.
73 Anja
Werner
Beiträge: 464
Registriert: 02.09.2005, 19:57

Beitrag von Werner »

Und jetzt kommt's: Irgentwann Mitte Oktober oder so (die Blätter waren auf alle Fälle schon abgefallan) habe ich meinen Katsura Ahorn etwas beschnitten (kein Bonsai, sondern das ist der Baum/Strauch mit der hässlichen Pfropfnarbe, den ich mäste, um Teile abzumoosen). Ein paar der abgeschnittenen Zweige habe ich in einen Untersetzer für Bonsaischalen in Akadama getan, das Wasser stand fast immer bis zum Rand (fragt nicht, woher ich das hab, das ist eine lange Geschichte...). Einer der Stecklinge hat jetzt eine Wurzel bekommen und treibt an einer Stelle (die anderen machen gar nichts). Das in der Wohnung, nach Abwurf aller Blätter. Was mach ich jetzt mit dem? Hoffen, dass er den winter überlebt und dann versuchen ihn wieder einen normalen Rhytmus zu bringen?
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von holgerb »

Hallo Andreas!

Hatte mich mit der Mädchenkiefer verguckt!

Du schreibst, daß Du "schätzt", daß es Deinen Pflanzen drinnen besser geht als draussen und wirfst mir vor ich hätte Pflanzen nicht verstanden?????!!!! Entschuldigt, wenn ich ein wenig erbost reagiere, aber ich beschäftige mich beruflich seit 10 Jahren mit Pflanzen, ich weiß wie manche ihre Pflanzen vergewaltigen und wie man es eigentlich machen sollte. Meine Einstellung zu Pflanzen finde ich keineswegs "romantisch" und ich weiß, daß Vergleiche zu Mensch und Tier hinken, aber erklär Du doch mal, daß auch ein Baum Energie braucht und verwundet wird und (Standort-) Bedürfnisse hat. Das Problem ist doch, daß viele noch glauben: "Ist doch egal, wächst doch wieder nach!" Ganz so einfach, wie Du es Dir hier machst ist es aber nicht. Pflanzen und speziell Bäume sind hochkomplizierte Systeme, sie sind die einzigen Lebewesen die ihre Energie selbst erzeugen können (ja und alles was sonst noch Chlorophyll besitzt).
Mit allem anderen hast Du natürlich Recht!
Aber, der Weihnachtsstern ist hier auch nicht einheimisch, also muß ich die passenden Bedingungen schaffen, aber wir waren bei einheimischen in der Wohnung halten. Kein Fachmann tut das, es werden keine einheimischen Bäume im Winter in der Baumschule ins Wohnzimmer geholt, weil sie da besser weiterwachsen...
Sicherlich hast Du auch damit Recht, daß man einen Baum in einer Schale oder in einem Topf vor Frost schützen muss, gerade bei anfälligen Arten, aber ich sage es noch einmal, darum ging es hier nicht!
Zuletzt noch folgendes:
Ich habe was gegen Pflanzenlampen, weil ich das für eine Kostenexplosion halte, die ich für mein Hobby nicht aufbringen möchte.
Dünger ist nun mal notwendig, aber auch hier nehme ich Depotdünger, oder was halt gerade so da ist, ich weiß was ich tue. Biogold ist mir zu teuer, ich könnte sogar nebenan zum Reitstall gehen und Pferdemist bekommen, der ist schön abgelagert supergut. Aber erklär meiner Frau, warum es in der Küche (für die, die im Winter rein müssen) nach Pferd riecht. Wurzelschnitt ist bei Topfpflanzen nun mal unumgänglich, aber richtig muß man es machen.

Das hat nix mit Romantik zu tun und ich nehme Deinen Schuß volley:
Dann erklär doch mal die Pflanzen, hier und jetzt! Ich bin gespannt!



Gruß

Holger


<<Und der Fuchs sagte zum kleinen Prinzen: "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen. Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens verantwortlich für alles, was du dir gefügig gemacht hast.">>

Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz[/u]
Benutzeravatar
Wolfgang
Ehren-Autor
Beiträge: 9765
Registriert: 05.01.2004, 14:19
Wohnort: Oberösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Wolfgang »

holgerb hat geschrieben:<<Und der Fuchs sagte zum kleinen Prinzen: "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen. Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens verantwortlich für alles, was du dir gefügig gemacht hast.">>

Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz
*up*


Holger,
nur nicht drüber aufregen, sondern hoffen, dass bei manchen die Vernunft siegt :!:
Werner
Beiträge: 464
Registriert: 02.09.2005, 19:57

Beitrag von Werner »

Bei aller Vernunft, einen Fächerahornstechkling kann ich wohl jetzt schwer nach draußen bringen, bis zum Frühjahr muss das irgentwie gehen, hoffe ich zumindest. Nur wenn mir jemand dazu Tipps geben kann, wäre das nicht schlecht...
Benutzeravatar
Wolfgang
Ehren-Autor
Beiträge: 9765
Registriert: 05.01.2004, 14:19
Wohnort: Oberösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Wolfgang »

Du könntest ihn so kalt wie möglich, aber frostfrei stellen. - Aber bitte nicht ins Wohnzimmer :!: :P :wink:
Werner
Beiträge: 464
Registriert: 02.09.2005, 19:57

Beitrag von Werner »

Was soll ich versuchen zu erreichen: Dass er in einen Ruhezustand kommt und seine Blätter abwirft, oder dass sich nur der Stoffwechsel verlangsamt?
Wie viel Grad wären denn optimal?
Benutzeravatar
Andreas Ludwig
Mentor
Beiträge: 6756
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Andreas Ludwig »

holger

setz dich einfach zu deinen Pflanzen und schau ihnen zu. Mach was, warte. Hier, da. So, so. Dann mal anders und von vorne. Und so weiter.

Dann kommt dieser ganze Om-Schrott: «Der ideale Zeitpunkt, einen Baum zu giessen, ist einen Tag, bevor er zu trocken hat». Woff - wieder was begriffen und so.

Aber ich glaub, du machst das so. Wie ich auch. Mein ich, jedenfalls. Vielleicht mein ich das falsch. Oder du. Oder wir meinen das gleiche. Ist doch egal. Meine Bäume wissen nicht mal, dass es uns gibt. Also…

(Sorry, ich taug einfach nix für Glaubenskämpfe. Ich stör auch nicht wieder. :wink:)
Antworten