Hallo Cowabunga,
Nach den Ratschlägen, die du hier schon gekriegt hast, komme ich jetzt auch noch mit meiner Meinung, etwas unterschiedlich zum Vorhergehenden. Immerhin habe ich gerade gezählt und festgestellt, dass ich so eine Handvoll Mädchenkiefern bei mir rumstehen habe, die ganz gut mit mir klar kommen, teilweise schon seit einigen Jahren
Die Frage, ob Mädchenkiefern frostfrei überwintern sollten, wurde hier im Forum schon reichlich und kontrovers diskutiert. Auch von Experten kannst du dazu unterschiedliche Ratschläge hören. Das Ergebnis ist ungefähr so:
Grundsätzlich gelten Mädchenkiefern (und zwar vor allem die Wurzelechten!) als absolut frostverträglich. Es wird die Meinung vertreten, dass Frost sogar erforderlich sei, um Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen. Andere werden dir sagen, dass auch frostverträgliche Kiefern den Frost nicht zwingend bräuchten und dass frostfreie Überwinterung jedenfalls der sicherere Weg sei.... und dass gepfropfte Mädchenkiefern (mit jap. Schwarzkieferwurzeln) keineswegs so zuverlässig frostverträglich seien wie wurzelechte, dafür aber besser mit Nässe zurecht kämen – alles klar?
Das Problem bei der Überwinterung ist nach meiner persönlichen Erfahrung unter Anlehnung an die Experten, mit denen ich mich natürlich nicht anlegen will, nicht der Frost an sich sondern vielmehr die Nässe. Das Mädchen sollte im Winter eher trocken stehen und daher in jedem Falle einen nässegeschützten und unbedingt gleichzeitig auch hellen (!) Überwinterungsplatz haben. Und wenn der helle und trockene Platz nicht anders zu haben ist als gleichzeitig weitgehend frostfrei (natürlich keineswegs warm), ziehe ich diesen Platz einer frostigen Überwinterung vor.
Den Topf in Rindenmulch zu packen, ist vermutlich nicht hilfreich, da du damit eigentlich nur einen Feuchtigkeitsspeicher schaffst, den die Kiefer nicht braucht.
Die Blütentriebe sind insofern problematisch, als man auf diese Weise sehr lange kahle Triebstücke erhält, an denen neue Nadeln nur an den Triebspitzen vorhanden sind. Für die Weiterentwicklung des Baumes ist solcher Austrieb unbrauchbar, zumindest unschön. Zu kürzen ist an solchen Trieben eigentlich nichts, da ja der benadelte Bereich ohnehin schon sehr kurz ist und nur in diesem Bereich mit der Entwicklung neuer Knospen zu rechnen ist. Wenn man allerdings die Blütentriebe gänzlich ausschneidet (oder ausbricht, egal), riskiert man, dass sich an den Schnittstellen und im Bereich der alten Nadeln keine neuen Knospen bilden, der Ast also auf Dauer abstirbt. Man kann aber auch Glück haben und erhält dort neue Knospen. Mit Rückknospung, also neuen Knospen im alten Holz, ist bei Mädchenkiefern nicht zu rechnen.
Es gibt sog. „Blühjahre“, wo die Kiefern einfach so ohne erkennbaren Grund einfach mal viele Blütenknospen haben. Die sind dann aber meist gleichmäßig über den ganzen Baum verteilt. In diesen Fällen habe ich es durchaus schon riskiert, die Blütentriebe sämtlich rauszubrechen und es bildeten sich für das Folgejahr reichlich neue Knospen....
Wenn es aber, wie du sagst, bei deinem Baum tatsächlich im unteren Bereich überhaupt keine neuen Kerzen bzw. keinen Neuaustrieb gegeben hat und im oberen Bereich fast nur Blütenknospen, wie es nach den Bildern den Anschein hat, ist das jedenfalls kein gutes Zeichen. Ob und was da zu machen ist, sollte sich ein Experte mal direkt am Baum anschauen. Wenn du den Baum aus dem Bonsaizentrum Hd hast und dort auch in der Nähe wohnst, würde ich doch dort direkt mal nachfragen.....