Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
Hallo Bonsaigemeinde,
ich bin ganz neu hier und möchte Euch einen "Siegertypen" vorstellen. Meine Wildpflaume hat völlig unerwartet
bei einer Bonsaiausstellung den Publikumspreis gewonnen. Obwohl sie erst seit kurzem so aussieht, wie auf dem Bild
und noch 10 Spanndrähte ( Angelsehne ) an ihr rumhängen, waren die Besucher begeistert.
Sie ist 19 Jahre alt und war ursprünglich etwa 3m hoch. Ein echter Stadtbaum auf einer sumpfigen Brache.
Jetzt wäre ich dankbar für ernstgemeinte Kritik! Höhe ohne Schale 75 cm. Bisher wurde nur geschnitten und abgespannt. Kein Ast ist gedrahtet.
hallo und willkommen erstmal im BFF .
das ist ein interessanter baum, den du da zeigst. vom habitus durchaus so, wie ein alter obstbaum aussieht. das totholz / shari wirkt noch ziemlich frisch, aber das wird ja mit der zeit reifen. das einzige, was momentan noch fehlt, ist eine krone. sieht halt ein wenig so aus, als sei die spitze beim sturm komplett abgebrochen . aber da wird ja genug neuaustrieb stattfinden, um die wieder aufzubauen. bitte mal wieder zeigen demnächst...
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten" chinesische Weisheit
Ich finde die jetzige Färbung des Shari-Bereiches überzeugender, als das Leichenfingergrau, daß ansonsten üblich ist.
Ich weiß ja, daß man Totholz an Laubbäumen nicht macht. Man spannt auch nicht mit Angelsehne ab. Und die Beleuchtung
soll schön neutral und gleichmäßig sein. Das Ausstellungspublikum war von den Regelverstößen begeistert.
ein interessanter Baum, sehr schön fotografiert!
Besonders gut gefällt mir der "Eichhörnchenschwanz" (erster Ast/Substamm rechts). Was ich anstreben würde bei der weiteren Entwicklung des Baumes wäre erstens der Wuchskraftausgleich (untere Äste stärken, obere etwas zurücknehmen, damit sie nicht dicker werden), zweitens im oberen Bereich der Krone ein ganz klein wenig Überlappung des Laubes mit dem Stamm und drittens den Wurzelansatz ausbauen. Momentan wirkt der, als hätte der Baum rechts eine starke und links zwei schwächere Wurzeln. Dazwischen wäre noch eine oder mehrere wünschenswert, eventuell kannst du beim Umtopfen eine von den linken mehr zur Ansichtsseite biegen oder mit Sphagnum-Moos und Fahrradschlauch vorn das Wachstum oberflächennaher Wurzeln fördern.
Gerade bei Obstbäumen sind Astlöcher und ausgehöhlte Stämme durchaus glaubwürdig, zeige doch bitte eine Detailaufnahme vom Totholz!
liebe Grüße Andreas Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! besucht mich auf flickr
das wundert mich nicht, dass der Baum Anklang fand, denn er erzählt eine Geschichte, die jeder einfach nachvollziehen kann.
Der obere Teil wurde im Sturm oder durch Blitzschlag abgerissen, es blieb nur ein alter Ast unten übrig, der daraufhin steil nach oben wachsen konnte. Der obere Teil hat aber dann doch noch für neue Äste sorgen können, die nun alle gleich alt sind (das unterstützt die Geschichte sehr stark, ich würde da für keinen Wuchsausgleich sorgen !). Und die drängen nun auch den alten Ast wieder zur Seite.
Zudem find ich die Schale passend und das Moos sieht natürlich aus.
Klar kannst du in den nächsten Jahren noch vieles dran verbessern (z.B. erschliesst sich mir in der Geschichte der unterste linke Ast nicht, der müsste eigentlich auch älter sein. Die obersten Äste müssten eigentlich auch mehr nach oben wachsen). Auch die sonstige Struktur der Zeige kannst du noch besser stellen und ausarbeiten, aber das bringt die Zeit. Oder am Nebari weiter arbeiten ...
Weiss angemalt würde die Geschichte schlechter. Pass nur auf, dass dir im "Blitzschlag" kein Wasser steht.
Grüße, Frank
___________ Ich will nur noch hupen !
Es fehlen tatsächlich vorn Wurzeln. Mit Anbohren und Fahradschlauchstück habe ich schon probiert. Aber die Löcher hat er wieder geschlossen.
Ich werde mal mit Locheisen drei kleine Löcher aus der Rinde stanzen und das wiederholen.
Nahaufnahme folgt noch.
Der Sharibereich ist unten abgerundet nach aussen. Nächstes Jahr gibt es ein neues Foto mit hoffentlich mehr Laub. Die abenteuerlich
verdrehten Äste werde ich so lassen. Besser als die Rehe, die sie so zurechtgeknabbert haben, bekomme ich das nicht hin.
Um die unteren Äste dicker zu bekommen, werde ich mal versuchen, einen Zweig daran wachsen zu lassen. Mit Neuaustrieb tut er sich unten schwer.
Die Aststellung dieser interessanten Gestaltung ist noch so, als wäre die Spitze noch da.
Eine tolle Momentaufnahme als Gestaltungsidee.
Nur müsste nach meinem Dafürhalten dann das Totholz auch frisch und rissig aussehen und nicht geglättet.
Zwei Jahre nach dem Unfall/Schadereignis sind die oberen Äste weiter aufgerichtet und durch Neutriebe ist die Krone wieder geschlossen. Das Totholz wäre dann aber immer noch rissig.
Insofern finde ich die Gestaltung in diesem Detail widersprüchlich.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Das ist mein erster Versuch mit Fräse. Das Ziel war, irgendwie eine Stammverjüngung und einen oberen Abschluss hinzubekommen.
Die Äste werden den Eingriff alle überleben. Ist überall neuer Austrieb gewachsen, während der Baum in der Ausstellung auf dem Podest
unter Kunstlicht stand - pro Tag 1 cm.
Das Holz hätte mehr abgebrochen aussehen sollen. Pflaumenholz ist echt zäh. Da habe ich mit meinen Baumarktfräsköpfen gekämpft und
teilweise durch Reibung das Holz angekokelt. Nun muss die Zeit dran arbeiten.
Die intensive Rotfärbung ist bei Nässe sofort wieder da. Am Anfang war das Holz hell.
Pflaume ist nicht sooo hart, Fasern müsstest du noch ziehen können, wenn auch nur kurze. Wird halt mühsam. Notfalls mal ein sog. Ufo für den Fräser kaufen, damit kann man Längsrisse gut simulieren. Anschliessend etwas anflammen und abbürsten.
Grüße, Frank
___________ Ich will nur noch hupen !