im Norden regnet es seit geraumer Zeit dauernd (zumindest dann wenn ich zu Hause bin ) und ich wollte mal wissen wie ihr es mit dem flüssigen Düngen bei Regen handhabt?
Mein Bäume sind noch nicht so stark belaubt bzw. ausgeprägt, dass das Substrat bei Regen trocken bleibt, sondern wird dann besonders bei starken Regen gut durchspühlt.
Eigentlich müsste/würde ich gerne mal wieder düngen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass der Dünger zum größten Teil direkt wieder rausgewaschen wird...
Wie macht ihr das? Trotzdem düngen (bei normalen leichten Regen) oder auf die Regenfreie-Phase warten?
Meine stehen zwar immer unter einem Dach die regnets nur bei starkem Unwetter und Wind an, aber Flüssigdünger wirds nicht brauchen wenn du sie im Regen stehen hast.
Hallo Martin
ich verwende auch wie viele hier im Forum Biogold und diverse andere Dünger in pellet oder gekrümelter form...und wenn es vom Wetter her passt,
verabreiche ich zusätzlich noch flüssige Dünger...auch dünge ich des öftern über die Blätter mit eisen und Magnesium Düngern
Liebe Grüsse bonsi
Maddin.678 hat geschrieben: 29.06.2017, 20:02
Alles klar! Dann spare ich mir das, Danke
... andererseits muss man bei den Temperaturen ja auch vielleicht mehrmals am Tag giessen, da ist die Flüssigdüngergabe auch recht schnell durchgespült, falls sie nicht schon sofort aufgenommen wurde.
Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass ein Baum die Flüssigdüngergabe aufgenommen hat, wenn er eben auch das Wasser aufgenommen hat und das Substrat abtrocknet. Somit sollte also ein regenfreies "Fenster" von ein paar Stunden ausreichen.
Grüße, Frank
___________ Ich will nur noch hupen !
abardo hat geschrieben: 30.06.2017, 14:44
Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass ein Baum die Flüssigdüngergabe aufgenommen hat, wenn er eben auch das Wasser aufgenommen hat und das Substrat abtrocknet. Somit sollte also ein regenfreies "Fenster" von ein paar Stunden ausreichen.
Hängt das nicht auch von den Puffereigenschaften des Substrates ab?
Wenn man es genau wissen will, müsste man wohl den EC-Wert des ablaufenden Wassers vor dem Düngen messen, und danach bei jedem Gießvorgang erneut messen wie lange es dauert bis sich der EC-Wert wieder einpendelt, oder?
Aufgrund meiner Arbeit kam ich leider immer wenn es regnet nach Hause und jetzt regnet es seit gefühlt 48h dauerhaft, am WE soll es auch nicht besser aussehen, muss man sich zumindest keine Sorgen ums gießen machen
Interessant wäre natürlich schon zu wissen, wie lange ein regenfreies Fenster mindestens sein soll, damit der Baum genügend Dünger aufgenommen hat.. Aber ich glaube, dass wäre in meinem "absoluten Amateuerbereich" zu viel des Guten.
Pflanzen nehmen Flüssigdünger nach dem Prinzip der Osmose auf. Da Flüssigdünger aus verschiedenen Salzen besteht ist der Salzgehalt im Giesswasser höher als in den Wurzeln der Pflanze. Aus diesem Grund gehen die Düngersalze relativ schnell in die Pflanze über. 2 Stunden reichen da schon.
Ich habe das beobachtet an einer Phaleanopsis Orchidee. Seit Monaten giesse ich die so:
Wöchentlich einmal stelle ich die Orchidee mit dem Wurzelballen für ein bis zwei Stunden in einen Topf mit kalkfreiem Wasser. Dann gebe ich etwas Flüssigdünger dazu und lasse sie noch mal 2 Stunden im Wasser. Dann lasse ich das Wasser abtropfen und sie kommt wieder auf die Fensterbank. Die Orchidee dankt es mit üppigem Wachstum und vielen Blüten. Sie steht in Kieferrindenschnitzel als Substrat.
Meine Bäumchen stehen in modernem Substrat nach WP. Einmal wöchentlich bekommen die Flüssigdünger. Erst giesse ich normal mit dem Schlauch Regenwasser aus der Zisterne und dann nochmal mit der Giesskanne mit Dünger. Das klappt einwandfrei. Im Frühjahr nach dem Austrieb bekommen sie festen Dünger und im Herbst gibt es noch eine Gabe stickstoffreien, festen Dünger.
Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig.
W. Churchill
Das «Verhungern von Pflanzen in Regenperioden» wäre eine spannende Doktorarbeit. Denn da kommt ziemlich viel dazu: Durch Temperatursenkung und Beschattung reduzieren die Pflanzen die Photosynthese, durch hohe Luftfeuchtigkeit wird der Bedarf an Wasser deutlich reduziert. Der Gesamtumsatz in der Pflanze geht zurück. Sicher werden im Boden besonders die Chelate ausgewaschen, es wäre aber zu untersuchen, ob sich der eine oder andere Komplex oder auch Ionen ans Substrat anlagern und wie lange.
Dann wäre nicht uninteressant, was der Regen so einbringt. «Neutrales Regenwasser» ist eine Mär, tatsächlich enthält Regenwasser in Europa oft genug Nitrate, dass es einen deutlichen Einfluss etwa auf Magerwiesen hat. Vom übrigen herutergewaschene Zeugs wird auch das eine oder andere Düngecharakter haben. Allerdings halte ich die Angst vor dem Verhungern der Bäumchen für so übertrieben, dass ich mich sicher nicht an so eine Doktorarbeit machen werde...
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)