Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
- Andreas Ludwig
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Pardon, der Anfang von Bonsai liegt nicht in Japan, sondern vermutlich in China. Die Koreaner sehen es nochmals anders, aber das tun sie immer. Genau wie die Schrift, die Essstäbchen und einiges anderes haben es jedenfalls die Japaner nur übernommen und weiterentwickelt. «Bonsai» ist eine Ausformung einer Kunstgattung, nur eine. In sich ist sie auch nicht so homogen, wie man denkt, «Literaten» waren mal eine Art Kulturprotest. Es ist durchaus denkbar, dass die schrägen Dingens von Aida Makoto oder die Traumstädte von Takanori Aiba* irgendwann in den Begriff «Bonsai» integriert werden. Der ist nämlich nicht einmal in Japan statisch. Weshalb es schon etwas abgehoben ist, Anja mal eben aussen vor zu lassen, bloss weil sie nicht nach den Regeln des BCD arbeitet. Denn diese erfassen nicht «Bonsai», sondern die Reduktion einer Eingrenzung, mehr nicht.
A propos: «erfreuen» ist auch eine eingrenzende, reduzierende Bezeichnung, die zum Beispiel den ganzen Themenkomplex des «sabi wabi», den man eher mit Melancholie als mit Freude umschreiben müsste, nicht mal streift. Womit wir wieder beim Kulturverständnis oder eben Unverständnis sind. Bonsai ist in Japan (jedenfalls dort, wo es Leute noch interessiert, es ist keinesfalls so allgegenwärtig, wie hier manchmal suggeriert wird) wesentlich mehr als gefälliger Raumschmuck. Es ist letztlich ein kleiner Spiegel eines Verständnisses von... tja... von allem? Eben.
*Aiba ist Architekt und Künstler. Er liefert folgendes Statement zu seinen «Städten»: Bonsai reflects the Japanese traditional aesthetic sense of expressing the magnificence of nature in a small potted plant. However, the density of decoration and the rich stories of my works contain extraordinary times and spaces which differ from the bonsai world determined by plants physiology. Das sind sehr genau und klug formulierte Sätze, finde ich.
A propos: «erfreuen» ist auch eine eingrenzende, reduzierende Bezeichnung, die zum Beispiel den ganzen Themenkomplex des «sabi wabi», den man eher mit Melancholie als mit Freude umschreiben müsste, nicht mal streift. Womit wir wieder beim Kulturverständnis oder eben Unverständnis sind. Bonsai ist in Japan (jedenfalls dort, wo es Leute noch interessiert, es ist keinesfalls so allgegenwärtig, wie hier manchmal suggeriert wird) wesentlich mehr als gefälliger Raumschmuck. Es ist letztlich ein kleiner Spiegel eines Verständnisses von... tja... von allem? Eben.
*Aiba ist Architekt und Künstler. Er liefert folgendes Statement zu seinen «Städten»: Bonsai reflects the Japanese traditional aesthetic sense of expressing the magnificence of nature in a small potted plant. However, the density of decoration and the rich stories of my works contain extraordinary times and spaces which differ from the bonsai world determined by plants physiology. Das sind sehr genau und klug formulierte Sätze, finde ich.
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Ist Präsentation nicht sowieso nur für die Ausstellung gedacht?
Mein Bonsaibalkon fällt jedenfalls nicht in diese Kategorie......
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Stil ist richtiges Weglassen des Unwesentlichen.
Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Hallo Kyrilla,
eine Präsentation ist nicht nur für eine Ausstellung gedacht.
Ich habe einen Bereich für eine Präsentation bei mir im Wohnzimmer und einen Bereich auch im Garten dafür vorgesehen. Natürlich verwende ich die schönen Holztische nicht im Garten. Da müssen Granit Säulen herhalten. Aber auch im BCD Arbeitskreis werden von den Mitgliedern monatlich neue Präsentationen vorgestellt und "spielerisch" mit dem Fundus verbessert.
Das alles sollte man hier gut besprechen und die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen können.
Ciao
Rainer
eine Präsentation ist nicht nur für eine Ausstellung gedacht.
Ich habe einen Bereich für eine Präsentation bei mir im Wohnzimmer und einen Bereich auch im Garten dafür vorgesehen. Natürlich verwende ich die schönen Holztische nicht im Garten. Da müssen Granit Säulen herhalten. Aber auch im BCD Arbeitskreis werden von den Mitgliedern monatlich neue Präsentationen vorgestellt und "spielerisch" mit dem Fundus verbessert.
Das alles sollte man hier gut besprechen und die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen können.
Ciao
Rainer
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www.Bonsaifreunde-Holledau.de
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Eben, Kyrilla, die Sache mit der Kultur...
Es ist ja nicht anzunehmen, dass die Japaner ihre Tokonoma aus dem Haus gesägt und rumgeschleppt haben. Also ist es plausibel, dass die heutigen «Ausstellungen», worauf man sich hier bezieht, mit den Preisverleihungen, die dann zu Regelwerken führen (muss ja irgendwie vergleichbar sein, was man prämiert), nicht das Ziel des Ganzen, sondern eine Folgeerscheinung davon waren, die sich erst später ergab. Was historisch auch so ist, obwohl es schon früh in China «Wettbewerbe» und Ausstellungen gab. Das mal zur Frage der grossen Ausstellungen.
Jetzt kann man es sich auswählen: Entweder macht man Bonsai mit dem Ziel, ein rotes Band dafür zu kriegen oder man macht Bonsai mit dem Ziel, sie nach (streng genommen viel traditionellerer) Art im ganz kleinen Kreis zu Hause auszustellen, weil man damit etwas darstellen oder ausdrücken möchte. Zum Beispiel die «magnificence of nature» oder die Jahreszeit oder beides. Auch das ist Präsentation, genau wie es Präsentation ist, ein Bild aufzuhängen. Dann ergeben sich aber etwas andere Regeln.
Genau genommen bin ich nicht sicher, dass es eine Tokonoma braucht. Die kam in Japan ins Spiel, weil man sie schon hatte, sie wurde nicht für Bonsai erfunden. Da konnte man auch eine Rüstung, den Ikebana-Strauss des Tages oder eine schöne Vase reinstellen. Dann war es ziemlich logisch, halt auch mal einen Bonsai reinzustellen. Als Vergleich: In Europa gab es eine Präsentationsmanier für Vasen, man stellte sie in die repräsentativen Treppenhäuser auf Treppenpfosten. Daraus abzuleiten, man müsse für die Präsentation von Vasen an Ausstellungen Treppenpfosten haben, fände ich einigermassen absurd. So gesehen finde ich die Tokonoma einigermassen absurd, wenn man nicht sowieso gerade eine hat. Ich kenne nicht eine hier herum.
Es ist ja nicht anzunehmen, dass die Japaner ihre Tokonoma aus dem Haus gesägt und rumgeschleppt haben. Also ist es plausibel, dass die heutigen «Ausstellungen», worauf man sich hier bezieht, mit den Preisverleihungen, die dann zu Regelwerken führen (muss ja irgendwie vergleichbar sein, was man prämiert), nicht das Ziel des Ganzen, sondern eine Folgeerscheinung davon waren, die sich erst später ergab. Was historisch auch so ist, obwohl es schon früh in China «Wettbewerbe» und Ausstellungen gab. Das mal zur Frage der grossen Ausstellungen.
Jetzt kann man es sich auswählen: Entweder macht man Bonsai mit dem Ziel, ein rotes Band dafür zu kriegen oder man macht Bonsai mit dem Ziel, sie nach (streng genommen viel traditionellerer) Art im ganz kleinen Kreis zu Hause auszustellen, weil man damit etwas darstellen oder ausdrücken möchte. Zum Beispiel die «magnificence of nature» oder die Jahreszeit oder beides. Auch das ist Präsentation, genau wie es Präsentation ist, ein Bild aufzuhängen. Dann ergeben sich aber etwas andere Regeln.
Genau genommen bin ich nicht sicher, dass es eine Tokonoma braucht. Die kam in Japan ins Spiel, weil man sie schon hatte, sie wurde nicht für Bonsai erfunden. Da konnte man auch eine Rüstung, den Ikebana-Strauss des Tages oder eine schöne Vase reinstellen. Dann war es ziemlich logisch, halt auch mal einen Bonsai reinzustellen. Als Vergleich: In Europa gab es eine Präsentationsmanier für Vasen, man stellte sie in die repräsentativen Treppenhäuser auf Treppenpfosten. Daraus abzuleiten, man müsse für die Präsentation von Vasen an Ausstellungen Treppenpfosten haben, fände ich einigermassen absurd. So gesehen finde ich die Tokonoma einigermassen absurd, wenn man nicht sowieso gerade eine hat. Ich kenne nicht eine hier herum.
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Sehr interessant, diese Diskussion!
Einiges kommt doch sehr arrogant rüber.
Danke Andreas für deinen Freigeist!
Gruss Kathrin
Einiges kommt doch sehr arrogant rüber.
Danke Andreas für deinen Freigeist!
Gruss Kathrin
Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Pardon Andreas,"Andreas Ludwig"
Pardon, der Anfang von Bonsai liegt nicht in Japan, sondern vermutlich in China. Die Koreaner sehen es nochmals anders, aber das tun sie immer.
es geht nicht um Bonsai, sondern um die Präsentation von Bonsai
und die ist nun mal Japanischen Ursprung in einer Tokonoma und auf diese Präsentationsform
stützen sich die grossen und bedeutenden Ausstellungen, weltweit.
Übrigens ist das Zeigen von Bonsain in einer Tokonoma noch relativ jung,
während Ikebana und Suiseki da schon viel früher drin präsentiert wurden.
Regeln des BCD? Wer schreibt das und wo steht das?Andreas Ludwig
Weshalb es schon etwas abgehoben ist, Anja mal eben aussen vor zu lassen, bloss weil sie nicht nach den Regeln des BCD arbeitet. Denn diese erfassen nicht «Bonsai», sondern die Reduktion einer Eingrenzung, mehr nicht.
Anja außen vor lassen, wo steht das?
Es ging nur darum das Anja selbst schreibt das Sie Japan für Ihr Bonsai nicht benötigt
und das stimmt. Nur wie oben schon geschrieben ist die Präsentation von Bonsai Japanischen
Ursprungs und daher geht es ohne Japan eben nicht.
Bitte nicht etwas hinein interpretieren was nirgendwo steht Andreas, das wäre dann nämlich
der Moment wo ich mich hier ausklinke weil das dann wieder in irgendeiner Auseinandersetzung
endet die ich nicht brauche und die diesen Thread zerstören würde.
Viele Grüße
Holger
Nichts kann den Menschen mehr stärken,
als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Paul Claudel
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Ich möchte hier nur kurz einwerfen, dass auch in China Bonsai präsentiert wurden.
Wenn man sich alte chinesische Malereien ansieht, stehen sie auf Tischen im Haus, damit sich Gäste daran erfreuen können oder auch frei im Garten. Ursprünglich waren sie ja mal als Spiegel der Natur außerhalb der Gartenmauern gedacht. Schon die Art und Weise, wie sie gestaltet und aufgestellt wurden, ist in meinen Augen Präsentation.
Wenn man sich alte chinesische Malereien ansieht, stehen sie auf Tischen im Haus, damit sich Gäste daran erfreuen können oder auch frei im Garten. Ursprünglich waren sie ja mal als Spiegel der Natur außerhalb der Gartenmauern gedacht. Schon die Art und Weise, wie sie gestaltet und aufgestellt wurden, ist in meinen Augen Präsentation.
Taten geht das Wort voraus,
Worten die Gedanken.
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Seh ich nicht.Odoridori hat geschrieben: 14.07.2017, 12:53 ... ist nun mal Japanischen Ursprung in einer Tokonoma und auf diese Präsentationsform
stützen sich die grossen und bedeutenden Ausstellungen, weltweit.
Wenn jemand die langen Tischreihen mal so niedrig macht, dass man davor knien kann, das Tuch weglässt und für die Tische und den Hintergrund gute Hölzer verwendet und die Tische einzeln stellt, ja dann ... vielleicht
Grüße, Frank
___________
Ich will nur noch hupen !
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
.HeikeV
Ich möchte hier nur kurz einwerfen, dass auch in China Bonsai präsentiert wurden
Das stimmt Heike nur in China heißen die Bäume Penjing und wurden
in den Chin.-Gärten auf Sockeln gezeigt. Ursprüngliche Penjing sind sehr groß
und weniger für die Wohnung gedacht und Sie haben eine etwas andere Bedeutung wie Bonsai.
Das gleiche gilt für die Gelehrten Steine sogenannten Scholar Rocks, die eine andere
Bedeutung haben wie die klassischen Suiseki. Auch hier wurden und werden sehr grosse Steine
in Marmor Schalen in den Gärten präsentiert und die kleineren im Haus auf einem Schreibtisch z.B.
Wenn wir heute über Präsentation reden, dann ist es die Japanische Form einen Bonsai
oder Suiseki zu zeigen.
Viele Grüße
Holger
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Frank, vielleicht gehst Du auch einfach auf die falschen Ausstellungen.abardo
... ist nun mal Japanischen Ursprung in einer Tokonoma und auf diese Präsentationsform
stützen sich die grossen und bedeutenden Ausstellungen, weltweit.
Seh ich nicht.
Viele Grüße
Holger
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Ich bedaure, Holger, dass du nicht stattgeben kannst, dass du die Sache mit Japan so siehst, sie aber in einem grösseren Kontext keineswegs für alle so gegeben ist. Mir scheint durchaus plausibel, dass auch Anja zur Frage der Präsentation etwas beitragen kann (darauf bezieht sich übrigens mein Vorwurf, du habest sie aussen vor gelassen, den Hinweis, sie könne hier nichts beitragen, empfand ich nunmal als grob und exklusiv im Wortsinn).
Wieso du deine Vorstellung von Präsentation als «einzig möglich und ewig festgelegt» betrachtest, verstehe ich nicht ganz. Das ist sie nicht, war sie nie, kann sie nicht sein. In Abrede zu stellen, dass es mannigfache Formen der Präsentation von «Bonsai» (hiess anders, war aber dieselbe Kunstgattung) lange vor der japanischen Hochblüte des Themas gab und bis heute gibt, etwa in China, auf Bali, in den USA, heute sogar in Japan, ist auch eigenartig.
Eigenartig ist für mich weiter, dass du suggerierst, deine Auffassung gelte weltweit für alle bedeutenden Bonsai-Ausstellungen. Das heisst vielleicht, dass alle anderen Ausstellungen für dich einfach nicht bedeutend sind, was aber ein argumentativer Zirkelschluss wäre: Deine Welt gilt, ist etwas anders, ist es nicht Teil deiner Welt. Wiederum exklusiv im Wortsinn. Aber andere Ausstellungen gab und gibt es nämlich schon ein paar. Manche waren schräg, gebe ich gerne zu, eine in den USA fand ich sogar ziemlich schauerlich, aber inspirierend war sie dennoch.
Wieso du deine Vorstellung von Präsentation als «einzig möglich und ewig festgelegt» betrachtest, verstehe ich nicht ganz. Das ist sie nicht, war sie nie, kann sie nicht sein. In Abrede zu stellen, dass es mannigfache Formen der Präsentation von «Bonsai» (hiess anders, war aber dieselbe Kunstgattung) lange vor der japanischen Hochblüte des Themas gab und bis heute gibt, etwa in China, auf Bali, in den USA, heute sogar in Japan, ist auch eigenartig.
Eigenartig ist für mich weiter, dass du suggerierst, deine Auffassung gelte weltweit für alle bedeutenden Bonsai-Ausstellungen. Das heisst vielleicht, dass alle anderen Ausstellungen für dich einfach nicht bedeutend sind, was aber ein argumentativer Zirkelschluss wäre: Deine Welt gilt, ist etwas anders, ist es nicht Teil deiner Welt. Wiederum exklusiv im Wortsinn. Aber andere Ausstellungen gab und gibt es nämlich schon ein paar. Manche waren schräg, gebe ich gerne zu, eine in den USA fand ich sogar ziemlich schauerlich, aber inspirierend war sie dennoch.
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Gibt es «falsche Ausstellungen»? Siehst du das so?Odoridori hat geschrieben: 14.07.2017, 13:20Frank, vielleicht gehst Du auch einfach auf die falschen Ausstellungen.
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Wir ? Bestimmt nicht.Odoridori hat geschrieben: 14.07.2017, 13:14 Wenn wir heute über Präsentation reden, dann ist es die Japanische Form einen Bonsai
oder Suiseki zu zeigen.
Gibt es nicht für die Präsentationsform mit Tisch und Beisteller ein schönes japanisches Wort ?
Grüße, Frank
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Das hatte ich bisher nicht so verstanden - und würde es auch bedauern!Odoridori hat geschrieben: 14.07.2017, 13:14 ...
Wenn wir heute über Präsentation reden, dann ist es die Japanische Form einen Bonsai
oder Suiseki zu zeigen.
Viele Grüße
Holger
Mich interessiert das Thema ganz allgemein und ich finde es spannend zu verfolgen, wie hier verschiedene Ansichten aufeinander branden.
Bestimmt ist es wichtig, die japanischeN PräsentationsformEN zu berücksichtigen und man kann auch versuchen sie zu verstehen oder nachzuvollziehen. Wer in der Perfektion dieses Weges seine Erfüllung findet - bitte schön!
Ich bin vor allem neugierig, wie man ein Bäumchen durch Präsentation aufwerten kann, mit welchen Mitteln und Methoden auch immer. Dabei ist mir zweitrangig, ob dieses Bäumchen auch die Bezeichnung "Bonsai" verdient oder ob es ein Penjing oder ein Lenzobjekt ist, vielleicht ist es auch nur ein Bäumchen das seinem Pfleger gefällt. So wie meine Bäumchen.
Wie auch immer, macht bitte weiter - ich lerne gern dazu!
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos!
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Re: Mitmachen gewünscht - Meine Präsentation
Ehm... das wurde wieder mal eine kleine Völkerschlacht. Was zu erwarten war, eigentlich nicht schlimm ist (digitale Wunden bluten nicht), aber nicht viel bringt. Darum schlage ich mal etwas vor:
«Präsentation» scheint ja nun ein Thema, das sich eben nicht auf eine gewisse, definierte Vorgehensweise eingrenzen lässt. Was den einen die Tokonoma, ist den andern ein morsches Brett oder (ich schaue grad aus dem Fenster auf sowas und finde es sehr verlockend) eine ganz schmale Fensternische in einem gotischen Kirchturm. Das könnte eine Präsentation sein: All diese Nischen mit kleinen Bonsai bestücken, bloss so für einen Tag. Nur ein Beispiel.
Aber es ergibt sich daraus, dass man «Präsentation» (hier, jetzt, unter uns) hinter diese eine, gegebene, vermeintlich definierte japanische Form erfragt. Klingt etwas kryptisch, darum einfacher: Was ist die Absicht einer Präsentation, mal ganz losgelöst von tradierten Regelwerken?
Ich habe Vasen auf Treppenpfosten erwähnt. Da war die Absicht, «Reichtum» und «Kunstverstand» da herzeigen, wo die Besucher durchgingen. Das ist eine Präsentationsabsicht. Das ganze Treppenhaus war schon Präsentation: Man demonstrierte Grösse und wiederum Reichtum – und wie man sich als Besucher fühlt, wenn man diese Treppe hochgeht und der Hausherr kommt einem «von oben» entgegen, ist auch eine Präsentationsidee.
Ich habe exemplarisch zitiert, Bonsai sei die Darstellung der «magnificence of nature». Das kann eine Präsentationsidee sein. Es kann auch eine Präsentationsidee sein (nicht mal die übelste), eine ganz klassisch-japanische Präsentation hinzulegen. Wer mich dagegen kennt, weiss, dass ich ein Spielkind bin. Ich setze gerne Dinge zusammen, um einen neuen Zusammenhang zu erzeugen. Zum Beispiel Wurzelfritze. Das ist eine andere Präsentationsidee, man kann sie «Überraschung» nennen. Für alle diese Ideen folgen ganz unterschiedliche formale Kriterien. Es kann in Bezug auf die Idee der Überraschung richtig sein, ein Material zu wählen, dass im Rahmen einer anderen Idee total absurd wäre.
Irgendwo da gehts lang: Formale Kriterien zu entwickeln, die der spezifischen Idee helfen, den Empfänger zu erreichen. Ich behaupte jetzt mal frech, wir würden dann bei altbekanntem, gestaterisch-handwerklichem Rüstzeug landen: Klarheit, Deutlichkeit, Reduktion, Proportion. Ich finde, Sanne hat das sehr gut verstanden und umgesetzt. Sie ging dabei in die Richtung einer klassisch-japanischen Präsentation. Unsere Aufgabe wäre nun, ganz unvoreingenommen, nach ganz allgemeinen, formalen Kriterien jede andere Richtung einschlagen zu können, jede andere Präsentation ebenso geduldig, im Detail und unvoreingenommen zu begleiten. Was voraussetzt, dass man den privaten Geschmack beiseite legt, sich in die Aufgabe versetzt, die Idee zu verstehen und ihr zu helfen. Das wäre dann m.E. echt valable Hilfestellung zu «meiner Präsentation».
«Präsentation» scheint ja nun ein Thema, das sich eben nicht auf eine gewisse, definierte Vorgehensweise eingrenzen lässt. Was den einen die Tokonoma, ist den andern ein morsches Brett oder (ich schaue grad aus dem Fenster auf sowas und finde es sehr verlockend) eine ganz schmale Fensternische in einem gotischen Kirchturm. Das könnte eine Präsentation sein: All diese Nischen mit kleinen Bonsai bestücken, bloss so für einen Tag. Nur ein Beispiel.
Aber es ergibt sich daraus, dass man «Präsentation» (hier, jetzt, unter uns) hinter diese eine, gegebene, vermeintlich definierte japanische Form erfragt. Klingt etwas kryptisch, darum einfacher: Was ist die Absicht einer Präsentation, mal ganz losgelöst von tradierten Regelwerken?
Ich habe Vasen auf Treppenpfosten erwähnt. Da war die Absicht, «Reichtum» und «Kunstverstand» da herzeigen, wo die Besucher durchgingen. Das ist eine Präsentationsabsicht. Das ganze Treppenhaus war schon Präsentation: Man demonstrierte Grösse und wiederum Reichtum – und wie man sich als Besucher fühlt, wenn man diese Treppe hochgeht und der Hausherr kommt einem «von oben» entgegen, ist auch eine Präsentationsidee.
Ich habe exemplarisch zitiert, Bonsai sei die Darstellung der «magnificence of nature». Das kann eine Präsentationsidee sein. Es kann auch eine Präsentationsidee sein (nicht mal die übelste), eine ganz klassisch-japanische Präsentation hinzulegen. Wer mich dagegen kennt, weiss, dass ich ein Spielkind bin. Ich setze gerne Dinge zusammen, um einen neuen Zusammenhang zu erzeugen. Zum Beispiel Wurzelfritze. Das ist eine andere Präsentationsidee, man kann sie «Überraschung» nennen. Für alle diese Ideen folgen ganz unterschiedliche formale Kriterien. Es kann in Bezug auf die Idee der Überraschung richtig sein, ein Material zu wählen, dass im Rahmen einer anderen Idee total absurd wäre.
Irgendwo da gehts lang: Formale Kriterien zu entwickeln, die der spezifischen Idee helfen, den Empfänger zu erreichen. Ich behaupte jetzt mal frech, wir würden dann bei altbekanntem, gestaterisch-handwerklichem Rüstzeug landen: Klarheit, Deutlichkeit, Reduktion, Proportion. Ich finde, Sanne hat das sehr gut verstanden und umgesetzt. Sie ging dabei in die Richtung einer klassisch-japanischen Präsentation. Unsere Aufgabe wäre nun, ganz unvoreingenommen, nach ganz allgemeinen, formalen Kriterien jede andere Richtung einschlagen zu können, jede andere Präsentation ebenso geduldig, im Detail und unvoreingenommen zu begleiten. Was voraussetzt, dass man den privaten Geschmack beiseite legt, sich in die Aufgabe versetzt, die Idee zu verstehen und ihr zu helfen. Das wäre dann m.E. echt valable Hilfestellung zu «meiner Präsentation».
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