Im April 2011 stolperte ich bei einer Wanderung über eine interessante Rotbuche, die mich insbesondere wegen ihres Totholzes in den Bann zog. Ich musste mich natürlich sofort an ihren Stammansatz machen, um zu prüfen, wie der Baum festhängt. Wegen des felsigen Untergrunds stellte ich bald den Horror eines jeden Sammlers fest. Der Baum hatte lediglich eine armdicke Wurzel, die seitlich vom Stamm verlief und im Stein endete. Ein Ausgraben war daher schier unmöglich und hätte für die Rotbuche den sicheren Tod bedeutet.
Da mir der Baum aber so gut gefiel, wollte ich mich mit dem Stehenlassen nicht abfinden und dachte dann an ein Abmoosen. Im Internet konnte ich darüber z.B. von Herbert Aigner einige wertvolle Berichte lesen, wie er Lärchen und Latschenkiefern erfolgreich an ihrem natürlichem Standort abmoosen konnte. Diese Berichte dienten mir als Leitfaden für das eigene Projekt.
Die Strapazen waren es mir wert, sodass ich das Werkzeug einpackte und mich neuerlich dorthin begab. Die Wurzel wurde dann mit Schnitzwerkzeugen geschält und an den Rändern mit einem Wurzelhormon behandelt. Mit Sphagnum Moos und Erde umwickelte ich die offene Stelle und goss alles kräftig an. Aufgrund meiner Sammler-Paranoia
Vorletzte Woche - also genau 7 Jahre nach dem genannten Eingriff - konnte ich mit Freude feststellen, dass der Baum an der Abmoosstelle viele neue Wurzeln gebildet hatte. Er wäre sicher schon lange vorher bereit gewesen zum Sammeln. Jetzt ergab es sich erst dieses Jahr.
Ganz schöne Grüße,
Igor
