Fyud hat geschrieben: 10.06.2018, 12:30
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Zu Punkt 4) Triebschnitt: Soll also jeder neue/junge trieb auf 2 Blätter zurück geschnitten werden?
Das gilt nicht grundsätzlich, aber bei Bäumen, die eine gewisse Reife haben und noch Feinverzweigung aufbauen sollen.
Man lässt den Austrieb auf fünf bis sieben Blätter wachsen und schneidet dann zurück, je nach Klimazone und Baumart zwischen April und August, zu starke Triebe werden auf das erste Blatt zurückgeschnitten, entwickeln dann aber keine Verzweigung. Schwache Triebe schneidet man weniger, später oder garnicht zurück, wenn Äste entfernt wurden, ist es empfehlenswert, ein oder mehrere Jahre auf Rückschnitt zu verzichten.
Nach dem Laubfall im Herbst dünnt man zu dicht gewordene Verzweigung aus und kürzt zu lange Triebe ein.
Äste kann man nach dem Austrieb im Frühling zurückschneiden, ich mache es lieber im Juni, da kommt die Kallusbildung schneller in Gang.
Fyud hat geschrieben: 10.06.2018, 12:30Und muss ich in der Zeit aufs Düngen/ oder starke Sonneneinstrahlung achten? Wie empfindlich ist der Baum danach?
Mfg Fyud
Düngen nach Triebschnitt wie üblich, Sonneneinstrahlung kann dazu führen, dass innere Blätter fleckig oder braun werden. Es empfiehlt sich, den Baum nach dem Schnitt ein bis zwei Wochen halbschattig aufzustellen. Ich tue es nicht, viele Bäume reagieren darauf tolerant, bei der Hainbuche z.B. treten Verbrennungen an "Schattenblättern" auf, der Baum ist dadurch aber nicht gefährdet. Es sieht nur ein paar Wochen unschön aus. Bedenke, dass je nachdem wie groß der Anteil der entfernten Blätter an der Laubmasse des Baumes ist der Wasserverbrauch zurückgeht. Gerade bei lehmigem, organischem oder verdichtetem Substrat sollte man dann weniger gießen.
Viele Bäume schieben Ende Juni noch einen "Johannistrieb" nach, bei manchen Arten werden die Triebe dann eher grob, mit langen Internodien und teilweise an unerwünschten Stellen. Solche Triebe kann man noch bis etwa Mitte August entfernen.
Schnitte nach diesem Termin führen zum Austrieb von Zweigen, die bis zum Herbst nicht mehr ausreifen können und daher den Winter nicht überleben.
Zur Überwinterung: die Linde ist frostfest, es reicht also dazu ein wind- und sonnengeschützter Standort im Garten. In frostfreien Perioden überprüft man alle ein bis zwei Wochen die Feuchtigkeit im Substrat.