Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

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abardo
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Verstehe. Mit den Kanten wirst du recht haben. Im rechten Bereich, bei dem gerundeten Abschluss sieht man, dass es eher Plättchen sind. Wenn diese Plättchen über die ganze Schale verteilt sind, spiegelt das für mich recht gut die Borke wieder.

Meine Überlegung war eher von der ässeren Form her angelegt, damit die rechte Rundung der Schale die Ausbuchtung des Stammes aufnimmt und das linke Abflachen der Schale den gleichen Fluchtpunkt wie die linke Aussenkante des Grüns hat.

Es sieht ja so aus, als ob der Baum nach rechts aus der Schale kippt. Der Stamm steht ja rechts über die Schale und links eben nicht einmal das Grün. Rechts wird er aber durch die "Mauer" aufgefangen und durch die Fluchtlinien links deutlich wieder nach links "geschoben". Für mich deshalb spannend und trotzdem stabil im Gesamten.
Zuletzt geändert von abardo am 03.07.2018, 15:29, insgesamt 2-mal geändert.
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HeikeV
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von HeikeV »

Frank,

weisst du was ich bei dieser Schale vermisse? Die Weite.

Mein inneres Bild oder Gefühl eines Literaten ist Einsamkeit und dieses Gefühl transportiert die dargestellte Schalenform für mich nicht.

Liebe Grüße
Heike
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abardo
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

HeikeV hat geschrieben: 03.07.2018, 15:09 Frank,

weisst du was ich bei dieser Schale vermisse? Die Weite.

Mein inneres Bild oder Gefühl eines Literaten ist Einsamkeit und dieses Gefühl transportiert die dargestellte Schalenform für mich nicht.
Interressant.

Und da hatte ich vorab schon ein ungutes Rumoren überhaupt etwas slabartiges drunterzusetzen (weils man so gewöhnt ist, das Literaten in einer Nanban- oder Trommelschale zu hocken haben). Mein Gefühl sagte mir nämlich auch, dass etwas noch viel breiteres und flacheres da nicht schlecht wäre, deshalb wohl auch als Erstes an Jan Culek gedacht ...

Mal sehen. Weiterdenken. Vielleicht noch mehr virtuals bauen ...
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abardo
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Nadeln zupfen, leicht nachdrahten, Totholz weg, weg vom Dreieck, hin zur Raute.

IMG_3832.JPG
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abardo
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Nur mal für die, die immer noch glauben, dass man Kiefern allein durch Kerzenkürzen (oder die sogar Nadeln schneiden *obm* ) weiter bekommt ...

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IMG_4423.JPG (206.32 KiB) 1800 mal betrachtet

Die Silvestris hatte im letzten Jahr nach dem Erstaustrieb ein komplettes Mekiri bekommen. Jetzt (Anfang Juni !) habe ich ihr die letztenjährigen Nadeln weggezupft, damit der Zweitaustrieb genügend Licht bekommt und den Erstaustrieb nur passend gekürzt.

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IMG_4424.JPG (94.16 KiB) 1800 mal betrachtet
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IMG_4425.JPG (210.88 KiB) 1800 mal betrachtet
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IMG_4426.JPG (116.81 KiB) 1800 mal betrachtet

Der Zweitaustrieb (logischerweise ausschliesslich als Rückknospung !) ist enorm. An jedem Zweig ein paar. Faktisch sind es nun doppelt so viele Zweiglein bzw. werden es doppelt so viele werden. Der Erstaustrieb ist nach dem jetzigen Kürzen maximal 2cm lang und hat immer noch 6-10 Nadelpaare. Der Zweitaustrieb wird jetzt noch ein bisschen aufholen und im Spätsommer vielleicht sogar gekürzt werden müssen. Es sind bis heute nicht einmal alle Knospen des Zweitaustriebs aufgegangen. Die Nadellänge ist jetzt so um die zwischen 0,5 und 1cm und wird wohl nicht mehr als 2-3cm erreichen (so viel dazu, dass man einer Sylvestris die Nadeln kürzen soll, um kurze Nadeln zu erreichen. Das taugt nur für eine Augenwischerei in der gleichen Saison) !

Wenn alle Nadeln die Maximallänge erreicht haben, kann gedrahtet und gestellt werden.

Nächstes Jahr wieder ein Mekiri.
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espanna
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von espanna »

Ich kenne mich mit Nadelbäumen (bis auf Eibe und Fichte) nicht aus, aber wie heißt es so schön:
"Wer heilt, hat recht!"

Über wieviele Jahre machst du das so Frank?
Gruß
László

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abardo
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Bei Schwarzkiefer-, Mugo- und Sylvestrisbonsai mache ich Mekiri fast von Anfang an, wohl jetzt seit 6 Jahren. Hat Andrea mir damals von erzählt (faktisch mache ich das im Garten aber, hm, seit 12 Jahren so, wusste aber nie, wann genau der richtige Zeitpunkt ist und auch nicht, dass es so heisst). JP hatte mir auf der letzten Bonsai-Generation dann nochmal bestätigt, dass er das seit wohl 15 Jahren so macht, als er das eine grösseren Gruppe erklärte (JP meint zwar, dass es bei Mugos nicht geht. Bei meinen geeht es genau so).

Kann man bei einem Baum alle 2 Jahre machen, wenn er kräftig ist. Irgendwann werden die aber zu dicht, bis jetzt habe ich es bei einem einzelnen Bonsai maximal 2x gemacht.

Hat auch den grossen Vorteil, dass ich diese Bäume, wenn die Grundstruktur sitzt, dann kaum noch drahte. Die Kerzen werden einfach "auf Silhouette" gekürzt und oder lang gelassen und abgespannt.


Da es so gut klappte, habe ich dann für meine Mädchen meine "zupfe-die-diesjährigen-Nadeln-ab"-Methode (ich brauche da echt mal einen Namen für *kopfkratz*) abgeleitet). Gleiche Grundlage: bringe den Baum in Stress und stoppe sein Wachstum am Ende der Triebe, um ihn zur Rückknospung zu zwingen.

WP arbeitet ja oft gegen Mythen an. Dann sag ich mal etwas provokant: wer nur Kerzen kürzt, arbeitet mit dem Wissen aus den 70igern, dass heute immer noch in diversen, alten Büchern und Workshops verbreitet wird.
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von espanna »

Wie weit Knospen die Mugos zurück?
Ich habe eine kräftige „Krücke“ bekommen mit langen Peitschen. Die Rückknospung sollte bei mir ca. 30-40 cm betragen *augenverdreh*
Gruß
László

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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Du musst immer Grün dranlassen, ich schneide dann meistens so, dass am Ende eine Verzweigung dran bleibt und an denen zwei Enden mindestens jeweils eine Knospe schon die Nadeln komplett ausgeschoben haben. Die dann mind. zwei Knospen erhalten dann den Saft im Restast.

Wie weit Mugos rücktreiben, hängt von den noch unbeknospeten Nodien ab. Wenn du vom Stamm zur dann letzten Verzweigung nur ein Internodium hast, passiert dort (sozusagen in der Mitte eines Internodiums) nur selten etwas. Die meisten Knospen kommen nämlich ein Jahr darauf während des Zweitaustriebs in der Nähe von Nodien (wie man an den Fotos oben bei der Sylvestris auch gut sehen kann).

Zwei Jahre später kannst du dann ja nochmal "zurückgehen".

Wenn eine Mugo nicht wirklich kräftigen Austrieb zeigt, sollte man ein Mekiri nicht an allen Zweigen machen, vielleicht so maximal an 50% über den ganzen Baum verteilt. Schwarzkiefern und Sylvestris kann man komplett zurückschneiden, selbst wenn die nicht ganz so kräftig sind.
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von espanna »

(nicht wirklich)-alles klar!

Ich werde wohl paar Fotos machen und dann sehe ich / sehen wir was geht, oder eben nicht. Danke bis dahin.
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von kressevadder »

Also nicht das ich das jetzt mit der Schere an einem guten Baum simulieren würde...

...aber mir haben letztes Jahr diese "Kiefermaden" ein paar lange Triebe Komplett im späten Frühjahr kahl gefressen und über den Sommer haben sich duzende Knospen dahinter gebildet, die dieses Jahr getrieben haben.

Leider nur an Zweigen, die dann vor drei Wochen ab mussten. Von Gestaltung haben die Viecher wohl keine Ahnung.

PS: Die fressen die Nadeln halt nicht komplett runter, sondern lassen so einen 3 Tage Bart stehen. Ich muss mir mal irgendwo ne Mugo besorgen, an der ich das vielleicht wirklich ausprobieren kann.
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abardo
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Das ist keine Hightech-Wissenschaft. Jeder Laubbaum wird aussen zurückgeschnitten, geht bei den meisten Nadelbäumen halt auch. Und irgendwann muss man das sowieso machen, sonst werden die ja immer grösser.

@kressevadder: das passiert ja auch an allen Bäumen in der Natur und an unseren Bonsai. Trocken-, Feuchte-, Fress- oder Schädlingsschaden etc. Wenn aussen einiges weg ist, treibt der Baum innen aus, wenn er noch stark genug ist. Muss er ja. Wie soll er sonst überleben ? Wie sollte er sonst weiterwachsen ? Und Bäume müssen wachsen. Wo genau, kann man halt steuern. Also geht es nur darum, dass an den Bäumen zu einem optimalen Zeitpunkt zu machen. Stress schon, aber eben kräftig genug dafür. Und der Saftfluss muss erhalten bleiben, sonst trocknen die Triebe zu weit zurück und gewünschte Verzweigung ist dann halt verloren.
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Die Krone der portugiesichen Eiche sitzt nun deutlicher in meine Wunschrichtung. Ein Jahr noch, dann steht die Grundstruktur.

Immer noch keine Schale in Sicht ... (Ideen habe ich genug, aber entweder sind die wirklich richtig teuer oder kaum ein Töpfer bekommt hin, was mir vorschwebt)

Was auf dem Foto vom Laub her etwas gedrungen aussieht, ...
Was auf dem Foto vom Laub her etwas gedrungen aussieht, ...
IMG_4461.jpg (175.57 KiB) 1448 mal betrachtet
... hat 45 Grad gegen den Uhrzeiger gedreht einfach nur Tiefe.
... hat 45 Grad gegen den Uhrzeiger gedreht einfach nur Tiefe.
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von abardo »

Lange, lange hatte ich gesucht, um eine passende Schale zu finden. Jetzt ist es ein Tablett von Christian Fritz geworden.

Ein Umtopfmarathon von 4 Stunden in Bildern ...

Schale
Schale
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der Ballen hatte sich noch gar nicht bis zum Rand ausgebreitet und konnte drastisch reduziert werden
der Ballen hatte sich noch gar nicht bis zum Rand ausgebreitet und konnte drastisch reduziert werden
IMG_4676.JPG (132.93 KiB) 1153 mal betrachtet
das, was mir als Knubbel vorab Sorge bereitet hatte, konnte locker weg
das, was mir als Knubbel vorab Sorge bereitet hatte, konnte locker weg
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auch Laubbäume haben gute Pilze
auch Laubbäume haben gute Pilze
IMG_4680.JPG (140.38 KiB) 1153 mal betrachtet
toll, wenn man bis zum Stammfuss (das Loch in der Mitte) vordringt und auch noch dicke Strünke findet, die später freigelegt werden können
toll, wenn man bis zum Stammfuss (das Loch in der Mitte) vordringt und auch noch dicke Strünke findet, die später freigelegt werden können
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noch ein paar Zentimeter vom Stamm gefunden
noch ein paar Zentimeter vom Stamm gefunden
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mehr Wurzeln brauchten nicht weg
mehr Wurzeln brauchten nicht weg
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einen Ketorand gebastelt
einen Ketorand gebastelt
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bemoost
bemoost
IMG_4687.JPG (228.86 KiB) 1153 mal betrachtet
mit 95cm passt der leider nicht mehr auf meinen Fotoplatz
mit 95cm passt der leider nicht mehr auf meinen Fotoplatz
IMG_4690.jpg (171.37 KiB) 1153 mal betrachtet

Jetzt darf er erstmal bis Juli einwachsen und dann werden Etagen und Polster rausgeschnitten ...
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Re: Literaten von Frank (#B36, #B49 ...)

Beitrag von kressevadder »

Also irgendwie gefällt mir das nicht so, das sieht aus, als würden Baum und "Untergrund" garnicht zusammen gehören. Das wirkt wie ein Klostümpel (unten).

Ich kann dir aber beim besten Willen nicht rational erklären, woran das liegt. Zu flache Platte? Zu symetrisch? Der Hügel zu steil?

Keine Ahnung
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