Schön wenn jeder seine eigene Erfahrung hat und damit in der Praxis auch zufrieden ist.
Dieses Forum soll niemanden überzeugen, zeigt einfach nur unterschiedliche Meinungen auf. Jeder kann sich davon das herausnehmen was ihn weiterbringt und dauerhaft überzeugt.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Ich habe nämlich auch bei den ersten Schnitten einfach ohne Wundverschluss gearbeitet, später mit. Dabei ist mir aufgefallen, dass ohne Wundverschluss erst mal die Rinde zurück trocknet und das Kernholz ein wenig darüber zum Vorschein kommt. Man erkennt eben, dass das weiche und das harte Gewebe sich "trennen". Verwachsen ist da noch nichts.
Bei den Schnitten mit jap. Wundknete sieht es dagegen ganz anders aus. Die Rinde wächst sofort zu und schließt die Wunde.
Ich kann mir vorstellen, dass eine Mischung beider Herangehensweisen die Optimale Lösung sein könnte?!
Nach dem Einsetzen der Wundversorgung vom Baum selbst und man also den Wulst erkennt, die Knete wieder zu entfernen.
Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass es einen Unterschied macht, ob man mit großen Bäumen arbeitet der einen Ast entfernt bekommt oder mit Jungpflanzen, die auf einen unteren Ast zur Stammfortführung abgesetzt wird.
Die Laubmasse ist im Verhältnis zur Wunde viel größer. Außerdem arbeitet Walter mit seinen Bäumen ja anders als manch einer. Er lässt viel mehr treiben, sodass ein Wundverschluss gefördert wird.
Ich werde es dann nach eurer Information für mich erst mal so halten, dass die Knete recht schnell wieder weg kommt. Also sobald erkennbar ist, dass der Wundrand seine Arbeit aufgenommen hat.
Kircherl hat geschrieben: 21.08.2018, 20:25
Ich habe an einer Rotbuche 3 in etwa gleich große Äste abgeschnitten.
Auf einer Stelle Wundknete, eine andere Stelle Wundpaste aus dem Baumarkt, und eine ohne Schutz.
Am besten war die Kallusbildung bei der unbehandelten Schnittstelle.
Geschnitten wurde im Frühling.
Verwende mittlerweile keine Wundmittel mehr, außer manches mal etwas Aluklebeband bei Herbst oder Winterschnitten.
Da würde mich interessieren, wo die unterschiedlichen Wunden genau am Baum verteilt sind und wie sie in der jeweiligen Saftbahn stehen. Gerade bei Rotbuchen kann da die Wundheilung sehr unterschiedlich sein (Stichwort "Apikaldominanz"). Wenn eine Wunde genau in der Saftbahn eines darüberliegenden Astes liegt, wird diese auch sehr viel schneller heilen, egal ob mit oder ohne Wundverschluss.
Naja, ist am Ende auch egal. Muss jeder selber wissen, welchen Weg er verfolgt. Komisch nur, dass offenbar gerade die Japaner so viel Wert auf Wundverschluss legen. Das kostet die genau soviel Zeit und Geld. Würden die das machen, wenn es nutzlos ist?
Kircherl hat geschrieben: 21.08.2018, 20:25
Ich habe an einer Rotbuche 3 in etwa gleich große Äste abgeschnitten.
Auf einer Stelle Wundknete, eine andere Stelle Wundpaste aus dem Baumarkt, und eine ohne Schutz.
Am besten war die Kallusbildung bei der unbehandelten Schnittstelle.
Geschnitten wurde im Frühling.
Verwende mittlerweile keine Wundmittel mehr, außer manches mal etwas Aluklebeband bei Herbst oder Winterschnitten.
Da würde mich interessieren, wo die unterschiedlichen Wunden genau am Baum verteilt sind und wie sie in der jeweiligen Saftbahn stehen. Gerade bei Rotbuchen kann da die Wundheilung sehr unterschiedlich sein (Stichwort "Apikaldominanz"). Wenn eine Wunde genau in der Saftbahn eines darüberliegenden Astes liegt, wird diese auch sehr viel schneller heilen, egal ob mit oder ohne Wundverschluss.
Naja, ist am Ende auch egal. Muss jeder selber wissen, welchen Weg er verfolgt. Komisch nur, dass offenbar gerade die Japaner so viel Wert auf Wundverschluss legen. Das kostet die genau soviel Zeit und Geld. Würden die das machen, wenn es nutzlos ist?
Da hast du mit Sicherheit recht mit der Saftbahn. Ich war einfach überrascht, dass die Heilung auch ohne Wundverschluß gut voran geht. Eine andere Rotbuche habe ich ziemlich früh nach dem Winter geschnitten, dort ist auch die Wundheilung sehr bescheiden.