Stirbt meine alte Ulme?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Tieftaucher
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Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Tieftaucher »

Vorletzten Sommer/Herbst haben ein paar meiner Bonsais wohl einen Pilz abbekommen, den ich trotz mehrerer Behandlungsversuche nicht wegbekommen habe.

Bei der chin. Ulme haben sich die Blätter rot verfärbt, fast wie Herbstlaub und gegen Frühjahr sind nahezu alle gefallen. Seit der Infektion hat nicht mehr getrieben. Ich habe den Baum das Jahr über weiter gepflegt obwohl er tot aussieht.. aber noch grün unter der Rinde war. Auch diesen Winter habe ich den Baum ins Glashaus und weiter gepflegt in der Hoffnung, dass er neu treibt. Nun treiben alle meine anderen Ulmen schon schön aus, doch bei meiner kranken Ulme tut sich nichts... unter der Rinde ist er aber immer noch grün.

Macht es noch Sinn ihn weiter zu Pflegen? Der Baum wäre mir sehr wichtig. 45-50 Jahre alt und lange in meinem Besitz. Ein Foto an dieser Stelle bringt wohl nichts... ein Baum ohne Blätter :-(

Für Ideen und Ratschäge wäre ich sehr Dankbar..

Gruss ANDI
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mydear
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von mydear »

Hallo Andi,

Nur mit genauen Fotos kannst du hoffen Hilfe zu bekommen. Wie sieht die Rinde aus? Schneide sie mal ein wenig an ob sie noch grün , sprich aktiv ist.

Grüße
Rainer
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Harrybo
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Harrybo »

Hallo Andi,
Nach Deiner Beschreibung hört sich das schon ziemlich hoffnungslos an.
Ich würde sagen da gibt es nur noch einen Schritt,den Baum aus der Erde nehmen und eine genaue Wurzelschau
machen ! Die meisten Bäume sterben von unten und täuschen uns ungewollt, leben in den Ästen vor.
Sollte noch ein wenig gesundes Wurzelwerk zu sehen sein. würde ich den Wurzelballen komplett ausspülen und nach der Entfernung aller toten
Teile den Baum gut fixiert, in reines, mineralisches, durchlässiges Substrat setzen z.B. Lavagranulat.
Nun schattig aber gut belüftet aufstellen und täglich mehrfach übersprühen. So würde ich jetzt vorgehen.
Nichts zu machen und weiter nur hoffen, ist in diesem Fall wohl einfach zu wenig. Natürlich ist das eine hopp oder topp Entscheidung.
Dein weiteres Vorgehen und deren Ergebnisse würden mich schon sehr interessieren.
Gutes Gelingen und viel Glück.
Harrybo
.
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Manfred Jochum
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Manfred Jochum »

hallo Andi,

wenn du dich hinstellst und sagst:

mein Auto ist kaputt ....
wenn ich den Schlüssel rumdrehe, springt er einfach nicht an .... aber Benzin ist im Tank
was kann ich tun ?

wetten, du bekommst 100 völlig unterschiedlich Antworten, die dich wahrscheinlich nicht zufriedenstellen
Bei einem Problem mit Pflanzen ist das ähnlich.....
- es kann der Motor kaputt sein ... sprich Wurzel
- kann eine Erkrankung sein ( Pilz , Schädlinge )
- es kann Wassermangel sein
- es kann ein völlig falscher Standort sein
- es kann auch eine falsche Erde sein

Die Pflanze reagiert einfach nur auf einen bereits vergangenen Fehler bzw. schlechten Zustand.

Mach ruhig mal Bilder von Details .... wie Ästen , Knospen , Erdoberfläche, Wurzebild ( aber nur aus der Schale heben )
und schneid auch mal einen Ast richtig an, so dass du erkennst, ob der Anschschnitt nicht nur grün, sondern auch saftig ist .... und auch dass es darunter nicht braun und trocken ist... und davon dann auch ein Bild.

Natürlich kannst du jetzt auch die Wurzeln auswaschen und stark zurückschneiden...... das kann auch helfen .... das kann aber auch das sichere Todesurteil sein.... falls der Baum nicht sogar schon tod ist .....in dem Fall ist es aber auch egal , was du tust......... Tod ist tod.....

Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.
Tieftaucher
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Tieftaucher »

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Tieftaucher
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Tieftaucher »

Sie sieht jetzt natürlich wild aus. Seit ich gemerkt habe, dass etwas nicht stimmt habe ich sie nicht mehr geschnitten. Standort und Pflege war wie bei meinen anderen Ulmen auch... und denen geht es bestens. Ich hatte 3 weitere Bäume, die an Pilz erkrankt waren. Darunter auch 2 Azaleen... Alles entsorgt. Aber DIESER Baum ist mir wirklich wichtig.

An die Wurzeln komme ich heute wohl zeitmäßig nicht mehr dran. Ich hatte alle Bäume mit Aliette und noch einem anderen Mittel versorgt... ohne Effekt. War vielleicht der falsche Pilz.

Würde vielleicht ein KLEINER Wurzelschnitt zur Aktivierung helfen? ... so als Starttrigger... Normaler Weise würde ich da ja nichts mehr machen.

ANDI
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raga
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von raga »

Hallo ANDI,

Ich würde Harribos Vorschlag folgen den und den Baum einmal aus der Schale nehmen und mir die Wurzeln anschauen. Aber vorerst nichts schneiden und auch kein Substrat entfernen das nicht von alleine abfällt.
Mach ein paar Bilder und schau ob du lebendige Feinwurzeln erkennen kannst.

Wenn du die Bilder ohne die Vorgeschichte eingestellt hättest, wäre ich davon ausgegangen: "das ist ein gesunde Chinesische Ulme kurz vor dem Austrieb". Es ist für mich nichts Krankes oder ungewöhnliches zu erkennen.

Gruß Ralf
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Tieftaucher
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Tieftaucher »

So wie es aussieht ist seit dem letzten Wurzelschnitt nichts mehr nachgewachsen... Das ist locker ein Jahr her. Vermutlich hatte er VOR dem Schnitt schon ein unentdecktes Problem. Wo die ganzen Haarwurzeln abgeblieben sind, wissen die Götter. Das was an Wurzeln da ist, sieht gut aus. Nichts matschig oder muffig.

Ich habe jetzt doch mal die Wurzeln gespült und in Substrat aus Lava, Zeolith, Bims gesetzt. Ausserdem habe ich ein paar dünne Äste ringsum abgeschnittne. Sehen ALLE gut aus. Alle grün und keine Partien abgestorben... Abgesehen von den Wurzeln... sieht er absolut gesund aus...

Zum Austreiben bekommt er wohl zu wenig Wasser... verständlich. Wie bekomme ich die Wurzelung in den Griff. Ich mach ja schon ein paar Jahre Bonsais... aber sowas habe ich noch nie gehabt. Von alleine schafft er es wohl nicht. Kann ich da irgendwas düngertechnisches zugeben ohne weiter zu schädigen? ... kaliumlastig?
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raga
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von raga »

Das ist übel.
Die verbliebenen Wurzeln sehen größten teils abgestorben aus.

Für einen Rettungsversuch würde ich ihn deutlich tiefer einsetzen und in das Substrat 5 bis 10% fein geschnittenes Sphagnummoos mischen
und den Baum bei hoher Luftfeuchtigkeit (100%) möglichst hell aber ohne direkte Sonnen aufstellen. Das Substrat sollte immer nur mäßig feucht und nie nass sein.
Wenn sich ein paar Knospen öffnen kannst du versuchen mit milden Blattdüngungen ein paar Nährstoffe in den Baum zu bekommen.

Ulme können so einiges aber das wird wohl ne knappe Sache.
Im Herbst wird sich dann Zeigen ob du Ulmen von den Toten auferstehen lassen kannst. ;)

Gruß Ralf
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Harrybo
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Harrybo »

Hallo Andi,
wenn ich mir jetzt den Baum und seine Wurzeln ansehe, fällt es mir schwer noch an eine grüne Zukunft
zu glauben. Aus eigener leidvoller Erfahrung würde ich mir keine große Hoffnung mehr machen.
Da selbst die stärkeren Wurzeln, für mich eine deutliche Schrumpfung der Oberfläche zeigen, ist das ein
Zeichen für Austrocknung! Da sich keine neuen Haarwurzel gebildet haben, kann der Baum auch kein Wasser
aufnehmen und die sind wiederum abhängig von der Blattmasse, die er nun mal leider nicht mehr hatte.
Ich schätze, dass der Baum bereits im Winter, den Stoffwechsel für immer eingestellt hat.
Falls Du doch noch den Versuch starten willst, würde ich den Baum wenigstens um ein drittel zurückschneiden,
um ein einigermaßen ausgewogenes Verhältnis herzustellen,weiter bewirkt ein Rückschnitt eine mögliche Stoffwechselanregung
bei lebensfähigen Bäumen! Ich würde auch noch die mittleren Äste auf Elastizität überprüfen, wenn sie brechen ist das noch ein
Zeichen für das Ende.
Mit der Hoffnung, dass ich mich doch getäuscht habe, wünsche ich Dir viel
Erfolg für die Zukunft
Harrybo
Tieftaucher
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Tieftaucher »

Vielen Dank vorab für euere Tipps.

Ich habe jetzt mal ein gutes Stück zurückgeschnitten und mit Lavagranulat großzügig aufgefüllt... doch eines habe ich noch im Hinterkopf... Die Ulme war ja eine von Vier, die im vorletzten Jahr rote Blätter bekam und dann alles abgeschmissen hat. Gleichen Zustand hatte ich bei einer weiteren Ulme, die ich NICHT geschnitten habe und zwei weiteren Azaleen, wovon eine ein Prachtstück war.... ebenfalls NICHT geschnitten.

Die Ursache für dies liegt als nicht ausschließlich am Wurzelschnitt. Ich hatte ja auf einen Pilz getippt. Leider waren auch andere Gartenpflanzen davon betroffen. Wenn man in diese Richtung denkt, gibts da noch was zu sagen?
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Harrybo
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Harrybo »

Hallo Andi,
kann es sein, dass die Pflanzen im letzten Herbst ,kurzeitig Frost ausgesetzt waren ?
Eine plötzliche Rotfärbung der Blätter könnte darauf hinweisen!
Eine so geschwächte Pflanze hätte dann eine besondere sofortige Maßnahme gebraucht!
Gruß Harrybo
Tieftaucher
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Tieftaucher »

Kann ich Dir nicht genau sagen... Allerdings standen 2 Weitere Ulmen in unmittelbarer Nähe und denen ist nichts passiert... Natürlich weiß keiner welche Ulme aus welcher Region kommt und was aushält. Aber ein großer Gartenstrauch (winterhart) hatte dann auch rote Verfärbungen... von einem dunkelbraunen Punkt ausgehend... also der bereits genannte Pilz.

Was mir halt nicht in den Kopf geht ist, dass die Ulme sooooo lange wohl irgendwie weiterlebt. Fast ein Jahr ohne Blätter und trotzdem leben in JEDEM Ast. Aber mehr kann ich nun wohl nicht machen

Gruss ANDI
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Harrybo
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Harrybo »

Hallo,
dass ist ja genau das fatale , dass die bereits toten Bäume durch ihr Grün in den Zeigen, leben vorgaukeln und uns in
guter Hoffnung lassen.Es kann Monate dauern bis das Grün in den Ästen/Stamm verschwindet und uns die Wahrheit angezeigt wird.
Besonders musste ich das schon bei Kiefern erleben, besonders in den Wintermonaten.
Es ist zwar hart, aber da wir uns mit lebender Kunst beschäftigen, müssen wir auch unerklärliche Verluste hinnehmen ohne
aufzugeben!!!
Harrybo
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Manfred Jochum
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Re: Stirbt meine alte Ulme?

Beitrag von Manfred Jochum »

schaut wirklich nicht gut aus....

bzw. die Äste sehen besser aus , als die Wurzeln....... hmm
ich glaube auf dem ersten Bild des Wurzelballens noch ein paar feine Haarwurzeln zu erkennen ( kann auch auch täuschen )
Nach dem Auswaschen ist der Eindruck aber komplett weg.... ob das totale Auswaschen gut war, oder nicht wird sich zeigen.
Ich vermute dass die Pflanze das letztjährige Umtopfen nicht gut verkraftet hat.... warum auch immer..... und dass die Rotfärbung eine Reaktion auf das Umtopfen war.
Im Prinzip wurde dem Baum ein vorzeitiger Herbst vorgegaukelt, bei dem der reduzierte Saftfluss durch fehlende Faserwurzeln eine mögliche Ursache war.
Eine Pilzinfektion ausschließen kann man zwar nicht, aber auf einen einfachen Eindruck würde ich mich nicht verlassen wollen.

Warum Pflanzen nach dem Umtopfen so reagieren bzw. schlecht anwachsen oder kaum Faserwurzeln bilden kann auch viele Ursachen haben.
Zeitpunkt d. Umtopfens
Zustand vor dem Umtopfen ( Kranke oder geschädigte Pflanze )
Umgang des Wurzelballens während des Umtopfen ( kurzzeitiges Austrocknen der vorhandenen Faserwurzeln )
gravierende oder ungeeignete Erdumstellung ( z.B. falscher PH Wert )
schlechte Fixierung der Pflanze ( Pflanze wackelt im Wind )
zu frühe bzw. Überdüngung
Gießfehler nach dem Umtopfen ( voriges Jahr war ein sehr trockenes und warmes Jahr )

lass den frisch getopften Baum jetzt keinen Frost mehr bekommen, stell ihn geschützt und warm auf..... und lass ihn in Ruhe.
Keínen Dünger oder sonstige "Mittelchen" verabreichen...
Sollte er sich nochmal erholen und Faserwurzeln bilden können..... hast du wirklich Glück gehabt.

Übrigens hatte ich auch einen ähnlichen Fall bei einer Hainbuche...... ein Jahr elastische grüne Zweige ohne Blätter......
Ausschlaggebend war in der Tat ein Gießfehler nach dem Umtopfen -> Blattabwurf im Sommer, keine Knospenbildung oder Neuaustrieb mehr, im nächsten Frühjahr natürlich auch keinen Austrieb mehr und im Sommer war sie dann endgültig Tod.......

Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.
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