Hallo acuLMa
einen schönen Metasequoia hast da da bekommen!
Wenn es meiner wäre würde ich ihn etwa folgendermaßen weiter entwickeln und würde gleich damit anfangen. Warum ein Jahr warten? Die Saison hat doch gerade erst angefangen und wir haben noch mindestens 4 Monate Wachtumszeit, die du für deinen Baum nutzen kannst.
Ich würde den Stamm an der markierten Stelle kürzen, nicht wegen der S-Form sondern weil er oben schon dicker geworden ist und mit den vielen Ästen dort immer mehr verdicken wird, was dich langfristig wahrscheinlich nicht zufrieden stellen wird. Also jetzt handeln.
Ich würde zunächt einen Stumpf stehen lassen, den rechten Ast aufrichten und daran festbinden und daraus die neue Stammverlängerung entwickeln. Den Kronenaufbau würde ich dann so entwickeln, wie es der natürlichen Wuchsform entspricht: zwar mit geschwungenem Stamm, aber die Äste dann wie für einen Nadelbaum typisch (z. B. wie eine Fichte, nicht wie eine Kiefer) seitlich-abwärts gerichtet. Äste und Zweige sind bei Metasequoia lange weich und lassen sich gut biegen.
Den linken, senkrecht aufstrebenden Ast würde ich bis auf einen wenige Millimeter langen Stummel abschneiden. Nach solch einem starken Schnitt wird der Baum wohl sehr viele frische Treibe aus dem Stamm, vorzugsweise an der Basis von Schnittstellen, treiben, aus denen sich dann neuen Äste ziehen lassen.

- hier würde ich jetzt schneiden, den Stumpf des Stamms zunächst zum Aufrichten der neuen Spitze nutzen und dann im Herbst oder im nächsten Jahr schräg entfernen
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- die neue Spitze aufrichten, links abschneiden (mit kleinem Stummel) und den rechten unteren Ast herunter ziehen oder ebenfalls abschneiden und neu entwickeln, wenn sich keine stammnahe Verzweigung bildet
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- so etwa könnte die neue Stammverlängerung geformt werden: geschwungen, aber mit einer guten Verjüngung und mit ausgewählten, gut geformten neuen Ästen
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Von Totholz-Gestaltungen würde ich bei dieser Baumart abraten; das Holz ist weich, Metasequoia bilden kein Harz und das Holz verrottet schnell. Bonsaiheiner hat dazu
seine leidvollen Erfahrungen berichtet. Bei meinem
Metasequoia-Wald habe ich am Hauptbaum die große Schnittstelle steil und ganz glatt gearbeitet, ich bestreiche sie gelegentlich mit Teebaumöl, um die Zersetzung zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Bislang funktioniert das.
Ansonsten würde ich den Baum kräftig düngen, immer gut wässern, ggf. mit einem Untersetzer das Austrockenen verhindern, wenn man tags nicht noch mal gießen kann, und regelmäßig drehen, damit er auf dem Balkon mit seitlichem Lichteinfall rundherum gut belichtet wird.
Viel Spaß mir dieser recht pflegeleichten Baumart und bitte weiter hier zeigen!