ich hab mich mal in die Shohin-Abteilung verirrt
Vorstellen wollte ich gerne einen kleinen Wacholder, der mich quasi seit dem Start ins Bosai-Hobby begleitet. 2012 ist der Baum auf einem Anfängerworkshop "gestaltet" worden. Es ist quasi der Bruder von diesem Wacholder. Über das Ergebnis brauchen wir nicht groß zu reden, der fortgeschrittene Gestalter wird aber bestimmt schon die Schwachstelle erkennen und vorausschauen können, wie es weitergeht.
Ich möchte bewusst keine peinlichen Zwischenschritte auslassen, somit gibt es weiter ordentlich was auf die Augen. 2013 war ich wohl schon soweit zu erkennen, dass das alles ziemlich Murks ist. Also hab ich mir gedacht, ich verbiege einfach möglichst wild alle Äst und lasse ihn wachsen. Machen die Japaner ja auch so
2014 habe ich dann den langen und geraden Stammabschnitt erkannt und den Wacholder auf das untere Grün eingekürzt. Auf dem folgenden Bild seht ihr die rechte Seite der aktuellen Ansicht. Der linke Ast ist noch gefallen, aus dem Rest wurde der Baum dann aufgebaut. Der eigentliche Hauptstamm versteckt sich hinter dem Totholz
Nochmal die heutige Rückseite, hier erkennt man den Hauptstamm.
Eigentlich müsste man jedes Jahr Fotos von allen Seiten machen damit man die Entwicklung ordentlich dokumentieren kann. Ich habe es die nächsten zwei Jahre noch nicht mal geschafft, auch nur eine Seite zu fotografieren. Wir springen daher ins Jahr 2016. Zwischenzeitlich war ich auf die Idee gekommen, den Baum deutlich zu neigen und eine Halbkaskade zu gestalten. Richtig ernsthaft durchgedrahtet habe ich ihn aber nie. Hier der ungefähre Entwurf zu dieser Idee
So kam der Wacholder in eine Mondschale und hat mir (von der Idee her) zwei drei Jahre auch ganz gut gefallen. Letztenendes habe ich aber immer nur Laubpflege betrieben, eine richtige Gestaltung bis in die Spitzen hat er nie erhalten. Bilder habe ich wiederum keine. Irgendwie war ich ihm unterbewusst wohl nicht so wohlgesonnen, habe ihn teils stiefmütterlich behandelt. Lustig, heut ist er fast mein Geheimfavorit, ich erwische mich immer wieder dabei, ihn öfter zu betrachten als andere Bäume.
Eine entscheidene Wendung kommt noch. Die Mondschale ist letztes Jahr während eines Sturms runter gefallen, der sich über den Baum lehnende Teil ist abgebrochen. So kam es, dass ich den Wacholder mit dem Rest der Schale immer mal wieder etwas aufgerichtet habe. Einen Winter hat es gedauert, dieses Frühjahr habe ich den Baum wieder aufrecht in eine normale Schale gepflanzt. Und immer noch nicht gestaltet
Irgendwie so stell ich mir einen Wacholder im Freistand vor, der nicht gerade auf 2000 Meter widrigsten Bedingen trotzen muss...
Was sagt ihr, ist das jetzt ne Basis, mit der man es wagen kann, endlich mal richtig zu gestalten? Freue mich auf eure Kommentare.
viele Grüße
Benny
