Lange ist es her, dass hier mal was schrieb, und viel ist auch nicht mehr übrig, von all meinen Pflänzchen damals. Die Geschichte von dieser Pflanze hier ermutigt vielleicht manche, die so wie ich eine gewisse Meisterschaft im Bäumchen-Töten erlangt haben. Ausgerechnet ein Geldbäumchen hat im Laufe vieler Jahre mein Herz erobert. Meine Oma hatte so eins, und ich habe es nicht gemocht, total verkrautet und hässlich. Aber mit dickem Stamm.
Herkunft: Griechenland, irgendwann so vor etwa 8-9 Jahren. Naja, denkt jetzt wohl manch einer, da fndet sich ja bestimmt auch tolles Rohmaterial. Genau. Im Discounter, zwei Euro neunundneunzich, drei mickrige Pflänzchen im Blechtöpfchen so groß wie ein Eisbecher. Solcherlei tolles Rohmaterial findet man auch hier.
Im Gegensatz zu all den in vielen Jahren dahingeschiedenen Beinahe-Bonsai habe ich mir aber nie die Mühe gemacht, den Pflanzen meinen Willen aufzuzwängen. Sie schienen es einfach nicht wert, sich groß Mühe zu machen. Also kein Draht, keine Wurzel-Gestaltung, anfangs nichtmal eine Bonsaischale. Nur die Schere hat gestaltet, wenn's mir zu dolle wurde, und zwar nach ganz einfachen Grundregeln. Was senkrecht nach oben oder unten aus einem Ast kommt gehört meistens weg. Ebenso was zum Stamm hin wächst, statt weg davon. Und so weiter. Irgendwann waren zwei von drei Pflanzen hinüber, und was übrig war, hat mich dann verblüfft. Da gab es die erste Schale. Inzwischen die zweite im gleichen Stil, rund, mit wunderbarer Musterung, handgemacht, 20-mal so teuer die das Pflänzchen damals.
Der Erfolg ist in erster Linie auch darauf zurückzuführen, dass diese Pflanze anspruchslos ist. Ich habe keine Möglichkeit, Bonsai gut zu überwintern. Draussen geht's nicht und drinnen auch nicht. Die Crassulla hat alles klaglos mitgemacht, weder Spinnmilben noch Trockenheit konnten ihr im Winter im Wohnzimmer etwas anhaben. Im Sommer steht sie auf dem Balkon.
Fazit: Altbackene Pflanze, aber einen Versuch ist es doch wert, oder?
