Die Unfall-Esche

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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Hanno
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Die Unfall-Esche

Beitrag von Hanno »

Im Jahr 2004 war ich mit unserer Bonsaifreundin Dagmar (kennt ausser Su und Maria hier wohl Niemand mehr) auf "ihrem" stillgelegten Bahndamm auf Yamadoritour. Neben einigen anderen Bäumen sammelte ich auch ein paar kleine - vielleicht 4-5 Jährige - Eschen, die sich zwischen den Schienen angesiedelt hatte.
Die kamen in einen TPK (Teichpflanzkorb) und durften ungehindert vor sich hin wachsen - ich gebe zu, unter dichten Büschen ziemlich unbeachtet in ihrer Ecke. Die meisten quittierten diese mangelnde Beachtung mit ihrem Dahinscheiden, aber "Einer kam durch" und wurde zur Belohnung immer wieder (im selben TPK) umgetopft.
Leider war die Astverteilung absolut besch . . . eiden, was mich allerdings nicht so störte, da es für mich immer ein reiner Erinnerungsbaum war, den ich eigentlich ungern als Bonsai bezeichnen mochte.

Bis 2017, also vor zwei Jahren:
der Baum stand wohl etwas zu sehr am Wegrand - ein Nachbar übersah ihn und seine geballten geschätzten 200 kg kappten ihn radikal - nur der abgesplitterte Stamm mit knapp 20 cm blieb übrig! :shock:
Der Nachbar war natürlich ziemlich betroffen, aber ich machte aus der Not eine Tugend.
Korrigierte also die Bruchstelle, indem ich den Stamm auf nun 12 cm kürzte.
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"Entwicklung" 2004 bis 2017
"Entwicklung" 2004 bis 2017
Esche_5_2004-2017.JPG (121.65 KiB) 1429 mal betrachtet

Und weil ich befürchtete, dass der zu erwartende Neuaustrieb nicht sehr harmonisch zu dem mittlerweile recht dicken Stamm passen würde, spaltete ich diesen einfach. So erreichte ich eine einigermassen glaubwürdige Verjüngung der beiden neuen "Äste"
Und der "Restbaum" bildet seitdem erfolgreich dicken Kallus, um die Wunde zu schliessen.

So sieht er heute aus: mit "Krone" 20 cm hoch, knapp 20 Jahre alt, zwei Jahre nach seiner "Wiedergeburt" . . .
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Gesamthöhe: 20 cm
Gesamthöhe: 20 cm
Esche_5_2019_08-10.JPG (273.56 KiB) 1429 mal betrachtet
Esche_5_2019_08-10-detail.JPG
Esche_5_2019_08-10-detail.JPG (214.21 KiB) 1429 mal betrachtet

Jetzt hat er endlich meine volle Aufmerksamkeit :oops: .
Das Nebari ist für die Grösse des Baums stimmig finde ich - nun gehts an die Feinverzweigung.

Naja, es ist immer noch kein Bonsai, aber ein Baum mit "Geschichte" . . .
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Barbara
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Re: Die Unfall-Esche

Beitrag von Barbara »

Ein Baum mit Geschichte... :wink: wie schön, Hanno.
Auf jeden Fall ist die Esche jetzt wesentlich interessanter, als vorher.

Was hast Du Dir als Gestaltungsziel gesetzt? Entwickelst Du eher eine Besenform, oder wird eine Seite stärker und größer gestaltet, damit die Symmetrie wegfällt?

Liebe Grüße,
Barbara
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Hanno
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Re: Die Unfall-Esche

Beitrag von Hanno »

Danke für Deine "Anteilnahme, Barbara *daumen_new*
Barbara hat geschrieben: 12.08.2019, 13:49. . . oder wird eine Seite stärker und größer gestaltet, damit die Symmetrie wegfällt?
In diese Richtung gehen meine (neuen) Überlegungen wirklich.
Zunächst sollen beide Seiten aber noch zulegen.
Und in diesem sowie im kommenden Jahr werde ich die Seitentriebe sehr frühzeitig kappen bzw. pinzieren.
Max. 25 cm - höher sollte der Baum nicht werden.
Die Grösse der Blattspreiten kann ich durch regelmässiges Umtopfen und entschlossenen Wurzelschnitt
eigentlich gut in diese Richtung steuern . . .
Jürgen*
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Beitrag von Jürgen* »

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Hanno
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Re: Die Unfall-Esche

Beitrag von Hanno »

Jürgen* hat geschrieben: 12.08.2019, 20:42. . . verwächst sich sicher. . . .
Nein, Jürgen, gerade das soll es nicht! Für mich wird das DAS Highlight der Gestaltung.
Um es einmal fisolofisch auszudrücken:
Das Leben schlägt uns doch auch manchmal tiefe Wunden, sichtbar bis zum Lebensende.
Sie "verwachsen" nicht, sie machen uns nur (ausdrucks)stärker . . . :oops:
Jürgen*
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Beitrag von Jürgen* »

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