Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
- Herbert A
- Freundeskreis
- Beiträge: 2452
- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
- Kontaktdaten:
Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Servus an alle
In Belgien habe ich mir eine etwas vernachlässigte Sylvestris gekauft. Das Grün relativ weit vom Stamm entfernt.
Irgend jemand hat sich da einmal an einer Gestaltung versucht aber dann doch offensichtlich wieder aufgegeben.
So stand sie in Belgien.
Der linke Stamm hat sehr schöne Bewegungen und eine alte Borke. Der rechte Stamm ist kerzengerade und sehr schwierig zu gestalten damit das eine Einheit wird. Erschwerend kommt dazu dass der rechte Baum auch keine Krone hat und diese glaubwürdig im aufrechten Zustand nicht zu gestalten ist. Dazu setzen die Äste alle falsch an bzw. wäre dann die Krone zu hoch.
Es reizte mich trotzdem den Baum zu kaufen, weil einen schönen alten Doppelstamm bekommt man nicht so leicht.
Der Baum wurde auch schon sehr lange nicht mehr umgetopft. Der Wurzelballen war derart verhärtet dass ich schon dachte ich muss die Schale zerschlagen. Mittels eines Eisenstabes konnte ich den Baum schlussendlich doch aus der Schale hebeln.
Es hat mich gewundert dass sogar auf der Unterseite des Wurzelballens noch aktive Wurzeln waren. Das war insofern problematisch weil ich ja die im Kreis gewachsenen Wurzeln alle entfernen musste um an den Kernballen heranzukommen.
Der Baum hat im folgenden Sommer richtig durchgeatmet und er war im Herbst wieder richtig kräftig. Somit konnte ich das Risiko eingehen den Baum im Freien zu überwintern. Der viele Schnee des letzten Winters war dabei in sehr guter Schutz.
In Belgien habe ich mir eine etwas vernachlässigte Sylvestris gekauft. Das Grün relativ weit vom Stamm entfernt.
Irgend jemand hat sich da einmal an einer Gestaltung versucht aber dann doch offensichtlich wieder aufgegeben.
So stand sie in Belgien.
Der linke Stamm hat sehr schöne Bewegungen und eine alte Borke. Der rechte Stamm ist kerzengerade und sehr schwierig zu gestalten damit das eine Einheit wird. Erschwerend kommt dazu dass der rechte Baum auch keine Krone hat und diese glaubwürdig im aufrechten Zustand nicht zu gestalten ist. Dazu setzen die Äste alle falsch an bzw. wäre dann die Krone zu hoch.
Es reizte mich trotzdem den Baum zu kaufen, weil einen schönen alten Doppelstamm bekommt man nicht so leicht.
Der Baum wurde auch schon sehr lange nicht mehr umgetopft. Der Wurzelballen war derart verhärtet dass ich schon dachte ich muss die Schale zerschlagen. Mittels eines Eisenstabes konnte ich den Baum schlussendlich doch aus der Schale hebeln.
Es hat mich gewundert dass sogar auf der Unterseite des Wurzelballens noch aktive Wurzeln waren. Das war insofern problematisch weil ich ja die im Kreis gewachsenen Wurzeln alle entfernen musste um an den Kernballen heranzukommen.
Der Baum hat im folgenden Sommer richtig durchgeatmet und er war im Herbst wieder richtig kräftig. Somit konnte ich das Risiko eingehen den Baum im Freien zu überwintern. Der viele Schnee des letzten Winters war dabei in sehr guter Schutz.
Zuletzt geändert von Herbert A am 24.08.2019, 01:40, insgesamt 1-mal geändert.
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
- Herbert A
- Freundeskreis
- Beiträge: 2452
- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
- Kontaktdaten:
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
und jetzt komme ich auf den Titel dieses Threads "Eine halbe Sache" zurück.
Der linke Stamm war im Frühjahr 2019 problemlos zu gestalten. Das war ohnehin aufgelegt.
Beim rechten Stamm werde ich versuchen den Ansatzwinkel gravierend zu ändern damit die Gabel weg ist.
Dazu habe ich den rechten Stamm direkt am Ansatz zur Hälfte eingesägt und nach unten gespannt. Jede Woche wurde heuer die Verspannung wieder um ein oder zwei Drehungen angezogen um den Stamm nach unten zu bringen.
Auf der Rückseite drohte der Stamm durch die Spannung einzureißen. Das ist weiters nicht schlimm. Eine Kiefer verkraftet so etwas problemlos. Um unkontrolliertes einreißen zu verhindern habe ich die Rinde an dem Stamm mit einem Schlauch geschützt und mit Draht verdrillt. So reißt das nicht mehr weiter wenn ich laufend weiter biege.
Am linken Stamm wurde ein paar unschöne Astansätze durch einschneiden und absenken korrigiert. Das verheilt jetzt schon und schaut in ein paar Jahren sehr natürlich aus.
Wie ihr auf dem nächsten Bild seht ist der rechte Stamm obwohl er zur Hälfte eingesägt wurde sehr kräftig gewachsen.
So, wie machen wir jetzt aus der "halben Sache" eine "Ganze".
Wie ihr seht setzen alle Äste an der Unterseite des Stammes an. Das wird noch ausgeprägter je weiter ich den Stamm abspanne. Da dann einen Kringel zu machen und damit eine Krone über den Stamm zu gestalten wäre einfach aber das widerstrebt mir aus optischen Gründen.
Ich werde im Winter oder erst im Herbst 2020 versuchen in den Stamm oben (kurz nach dem nach oben zeigenden Jin) eine Kerbe einzusägen und ihn dann zu falten. Bei 5 cm Stammdurchmesser nicht ganz einfach aber mit Gefühl und Zeit machbar. Damit hätte ich die Äste wieder in einer wesentlich besseren Stellung.
Wahrscheinlich wird aber noch eine weitere Richtungsänderung weiter oben erforderlich sein. Welche Technik ich da anwenden werde wird sich noch zeigen. Eventuell den halben Stamm spalten und um die eigene Achse drehen.
Bis es hier weitergeht wird es noch etwas dauern. Denn immer noch gibt der Baum das Tempo vor.
ciao
Herbert A
Der linke Stamm war im Frühjahr 2019 problemlos zu gestalten. Das war ohnehin aufgelegt.
Beim rechten Stamm werde ich versuchen den Ansatzwinkel gravierend zu ändern damit die Gabel weg ist.
Dazu habe ich den rechten Stamm direkt am Ansatz zur Hälfte eingesägt und nach unten gespannt. Jede Woche wurde heuer die Verspannung wieder um ein oder zwei Drehungen angezogen um den Stamm nach unten zu bringen.
Auf der Rückseite drohte der Stamm durch die Spannung einzureißen. Das ist weiters nicht schlimm. Eine Kiefer verkraftet so etwas problemlos. Um unkontrolliertes einreißen zu verhindern habe ich die Rinde an dem Stamm mit einem Schlauch geschützt und mit Draht verdrillt. So reißt das nicht mehr weiter wenn ich laufend weiter biege.
Am linken Stamm wurde ein paar unschöne Astansätze durch einschneiden und absenken korrigiert. Das verheilt jetzt schon und schaut in ein paar Jahren sehr natürlich aus.
Wie ihr auf dem nächsten Bild seht ist der rechte Stamm obwohl er zur Hälfte eingesägt wurde sehr kräftig gewachsen.
So, wie machen wir jetzt aus der "halben Sache" eine "Ganze".
Wie ihr seht setzen alle Äste an der Unterseite des Stammes an. Das wird noch ausgeprägter je weiter ich den Stamm abspanne. Da dann einen Kringel zu machen und damit eine Krone über den Stamm zu gestalten wäre einfach aber das widerstrebt mir aus optischen Gründen.
Ich werde im Winter oder erst im Herbst 2020 versuchen in den Stamm oben (kurz nach dem nach oben zeigenden Jin) eine Kerbe einzusägen und ihn dann zu falten. Bei 5 cm Stammdurchmesser nicht ganz einfach aber mit Gefühl und Zeit machbar. Damit hätte ich die Äste wieder in einer wesentlich besseren Stellung.
Wahrscheinlich wird aber noch eine weitere Richtungsänderung weiter oben erforderlich sein. Welche Technik ich da anwenden werde wird sich noch zeigen. Eventuell den halben Stamm spalten und um die eigene Achse drehen.
Bis es hier weitergeht wird es noch etwas dauern. Denn immer noch gibt der Baum das Tempo vor.
ciao
Herbert A
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
-
Michael 86
- Beiträge: 2234
- Registriert: 08.10.2016, 09:00
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Hallo
Herbert, danke für das Zeigen dieser nicht ganz so sanften Technik. Ich frage mich aber, wie das verwächst. Wird da ein Kallus diesen Spalt auffüllen? Da entsteht ja doch einiges an Hohlraum.
Jürgen, gute Frage, interessiert mich auch. Vielleicht wegen dem Grün das nur auf dieser Seite wächst? Zu viele Versorgungsbahnen verlaufen außen und würden durchtrennt? Ich bin auf die Auflösung gespannt
Herbert, danke für das Zeigen dieser nicht ganz so sanften Technik. Ich frage mich aber, wie das verwächst. Wird da ein Kallus diesen Spalt auffüllen? Da entsteht ja doch einiges an Hohlraum.
Jürgen, gute Frage, interessiert mich auch. Vielleicht wegen dem Grün das nur auf dieser Seite wächst? Zu viele Versorgungsbahnen verlaufen außen und würden durchtrennt? Ich bin auf die Auflösung gespannt
Grüße Michael 
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Bin zwar nicht Herbert, aber meine unmassgebliche Meinung dazu:Jürgen* hat geschrieben: 24.08.2019, 08:01. . .warum schneidest du den Stamm oben ein und nicht unten . . .
Schnitt oben: wird mit neuem Kallus verheilen - Unterseite wird gestaucht und stärkt die Verbindung.
Schnitt unten: Oberseite wird reissen beim weiteren Biegen - und dann ist der ganze Ast ab
- Herbert A
- Freundeskreis
- Beiträge: 2452
- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
- Kontaktdaten:
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Servus
Ihr habt die Antwort schon gefunden. Oben sind keine Äste also wird das für den Baum die schonendere Methode sein. Das wird und muss auch nicht "unsichtbar" verheilen. In welcher Weise das später in die Gestaltung einbezogen wird entscheidet der Baum durch mehr oder weniger Saftrückzug den ich erwarte.
Lg
Herbert
Ihr habt die Antwort schon gefunden. Oben sind keine Äste also wird das für den Baum die schonendere Methode sein. Das wird und muss auch nicht "unsichtbar" verheilen. In welcher Weise das später in die Gestaltung einbezogen wird entscheidet der Baum durch mehr oder weniger Saftrückzug den ich erwarte.
Lg
Herbert
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Wohl durchdacht, vom Kauf bis Erstgestaltung
Heuer habe ich auch einige Äste an Fichten und Scheinzypressen oben eingeschnitten und runtergebrochen, bin positiv überrascht wie gut solche Eingriffe die Bäume verkraften und wie schön sie weiterwachsen.
Auch wenn es länger dauert, ich bin gespannt wie es hier weitergeht.
Heuer habe ich auch einige Äste an Fichten und Scheinzypressen oben eingeschnitten und runtergebrochen, bin positiv überrascht wie gut solche Eingriffe die Bäume verkraften und wie schön sie weiterwachsen.
Auch wenn es länger dauert, ich bin gespannt wie es hier weitergeht.
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Zitat: „Der rechte Stamm ist kerzengerade und sehr schwierig zu gestalten damit das eine Einheit wird. Erschwerend kommt dazu dass der rechte Baum auch keine Krone hat und diese glaubwürdig im aufrechten Zustand nicht zu gestalten ist. Dazu setzen die Äste alle falsch an bzw. wäre dann die Krone zu hoch.“
Hallo Herbert,
hätte man bei dem geraden, rechten Stamm nicht einfach durch Drahten etwas Bewegung reinbringen können? Und Waldkiefern können mit der Zeit doch auch zurückknospen.?
Ich fand die Sylvestris vor der Bearbeitung eigentlich sehr gut, bin aber auf die Weiterentwicklung von diesem Doppelstamm sehr gespannt.
Ciao, Sanne
Hallo Herbert,
hätte man bei dem geraden, rechten Stamm nicht einfach durch Drahten etwas Bewegung reinbringen können? Und Waldkiefern können mit der Zeit doch auch zurückknospen.?
Ich fand die Sylvestris vor der Bearbeitung eigentlich sehr gut, bin aber auf die Weiterentwicklung von diesem Doppelstamm sehr gespannt.
Ciao, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
(Zitat von Gisela V.)
- Herbert A
- Freundeskreis
- Beiträge: 2452
- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
- Kontaktdaten:
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Servus Sanne
bei der Stammstärke von ca 5 cm ist es schwierig bis unmöglich schöne Biegungen zu machen. Bogen ja, aber Biegungen mit Charakter nein.
lg
Herbert
bei der Stammstärke von ca 5 cm ist es schwierig bis unmöglich schöne Biegungen zu machen. Bogen ja, aber Biegungen mit Charakter nein.
lg
Herbert
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
- Herbert A
- Freundeskreis
- Beiträge: 2452
- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
- Kontaktdaten:
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Servus an alle
die Kiefer ist über den Sommer kräftig gewachsen und ist fit genug für einen weiteren Gestaltungsschritt.
Der rechte Stamm würde über den Sommer immer wieder weiter nach unten gezogen. Alle paar Tage wurde der Draht weiter verdrillt.
Jetzt war es an der Zeit am rechten Stamm den zweiten Schnitt zu machen um wieder eine Bewegung nach oben zu bekommen.
Nach dem Schnitt legt man einen Spanndraht an und verdrillt vorerst einmal ein wenig. Nur so weit dass sich die Schnittstelle gerade öffnet und der Spanndraht schön auf Zug ist. Dann ist es Zeit dem Baum und dem Gestalter eine Kaffeepause zu gönnen. Während der Kaffeepause passiert folgendes. Die mit Wasser gefüllten Zellen verhindern beim ersten spannen dass der Ast sich gut biegen lässt. Während der Pause wird das Wasser aus den Zellen weiterbefördert und es kommt aber weniger Wasser von unten nach, da die Leitungsbahnen ja bereits beim ersten spannen verengt werden. Somit ist der Ast nach der Kaffeepause (15 Minuten) wieder entspannt und es kann gefahrlos weiter gebogen werden.
Während der nächsten Monate wird der Draht immer wieder ein Stück angezogen bis die Bewegung des Stammes in der richtigen Stellung ist.
Im Frühjahr wird der Stamm auch noch soweit um die eigene Achse gedreht dass die jetzt nach unten zeigenden Äste für den Aufbau einer Krone verwendet werden können. Mit dem zweiten Ast rechts habe ich dann geplant die Krone des rechten Baumes aufzubauen. Die Krone wird dann hinter dem linken Baum sein.
Da der linke Stamm der Hauptbaum wird, war auch hier noch eine Richtungsänderung nach vorne erforderlich. Auch die wurde mit einem Schnitt gemacht.
Jetzt die Bilder dazu.
16.10.19 Nach dem Zwischenschritt in der Gestaltung des Baumes
Hier der Vergleich 2018 und heute
Zur optimalen Wundheilung wurde das gesamte Grün belassen und wird erst beim nächsten Schritt positioniert.
Die halbe Sache wird also weiterhin auf dem Regal stehen.
ciao
Herbert A
die Kiefer ist über den Sommer kräftig gewachsen und ist fit genug für einen weiteren Gestaltungsschritt.
Der rechte Stamm würde über den Sommer immer wieder weiter nach unten gezogen. Alle paar Tage wurde der Draht weiter verdrillt.
Jetzt war es an der Zeit am rechten Stamm den zweiten Schnitt zu machen um wieder eine Bewegung nach oben zu bekommen.
Nach dem Schnitt legt man einen Spanndraht an und verdrillt vorerst einmal ein wenig. Nur so weit dass sich die Schnittstelle gerade öffnet und der Spanndraht schön auf Zug ist. Dann ist es Zeit dem Baum und dem Gestalter eine Kaffeepause zu gönnen. Während der Kaffeepause passiert folgendes. Die mit Wasser gefüllten Zellen verhindern beim ersten spannen dass der Ast sich gut biegen lässt. Während der Pause wird das Wasser aus den Zellen weiterbefördert und es kommt aber weniger Wasser von unten nach, da die Leitungsbahnen ja bereits beim ersten spannen verengt werden. Somit ist der Ast nach der Kaffeepause (15 Minuten) wieder entspannt und es kann gefahrlos weiter gebogen werden.
Während der nächsten Monate wird der Draht immer wieder ein Stück angezogen bis die Bewegung des Stammes in der richtigen Stellung ist.
Im Frühjahr wird der Stamm auch noch soweit um die eigene Achse gedreht dass die jetzt nach unten zeigenden Äste für den Aufbau einer Krone verwendet werden können. Mit dem zweiten Ast rechts habe ich dann geplant die Krone des rechten Baumes aufzubauen. Die Krone wird dann hinter dem linken Baum sein.
Da der linke Stamm der Hauptbaum wird, war auch hier noch eine Richtungsänderung nach vorne erforderlich. Auch die wurde mit einem Schnitt gemacht.
Jetzt die Bilder dazu.
16.10.19 Nach dem Zwischenschritt in der Gestaltung des Baumes
Hier der Vergleich 2018 und heute
Zur optimalen Wundheilung wurde das gesamte Grün belassen und wird erst beim nächsten Schritt positioniert.
Die halbe Sache wird also weiterhin auf dem Regal stehen.
ciao
Herbert A
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Ich mag einfach ALLE deine Dokus, Danke fürs zeigen!
Herbert, sind die (in paar Jahren) komplett verheilten Schnittstellen genauso belastbar wie ein unbehandelter Ast?
Herbert, sind die (in paar Jahren) komplett verheilten Schnittstellen genauso belastbar wie ein unbehandelter Ast?
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
- Herbert A
- Freundeskreis
- Beiträge: 2452
- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
- Kontaktdaten:
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Danke. Das rinnt runter wie ein guter Wein und spornt an weiterhin an Dokus zu arbeiten.
Die Äste sind eigentlich sofort belastbar weil der Einschnitt ja in 45 Grad in den Stamm hinein gemacht wird. Da ist sofort genug Halt und man kann die Äste auch gleich drahten. Da passiert nichts wenn der Schnitt richtig angesetzt wird.
Lg
Herbert
Die Äste sind eigentlich sofort belastbar weil der Einschnitt ja in 45 Grad in den Stamm hinein gemacht wird. Da ist sofort genug Halt und man kann die Äste auch gleich drahten. Da passiert nichts wenn der Schnitt richtig angesetzt wird.
Lg
Herbert
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Hallo Herbert,
ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen - wieder eine überaus spannende und lehrreiche Doku mit einem Material, mit dem ich wenig anzufangen gewusst hätte (zumindest mit den rechten Stamm).
Bin gespannt wie Du den Stamm verdrehen wirst, kann mir das selber bei der Dicke nicht ganz vorstellen, bin aber sicher, dass Du das schaffen wirst.
LG
Robert
ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen - wieder eine überaus spannende und lehrreiche Doku mit einem Material, mit dem ich wenig anzufangen gewusst hätte (zumindest mit den rechten Stamm).
Bin gespannt wie Du den Stamm verdrehen wirst, kann mir das selber bei der Dicke nicht ganz vorstellen, bin aber sicher, dass Du das schaffen wirst.
LG
Robert
Liebe Grüße
Robert
Bonsaifreunde Franken e. V.
Robert
Bonsaifreunde Franken e. V.
-
Michael 86
- Beiträge: 2234
- Registriert: 08.10.2016, 09:00
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Danke Herbert,
dass du das so gut dokumentierst. Nur selten (oder hab ich das überhaupt mal) sieht man solche Bearbeitungen, wie du sie ausführt so gut dokumentiert. Ich denke da noch an die Buche mit Bohrlöchern....
Neugierig wie ich bin, erinnere ich mich zurück an die Frage, warum der untere Schnitt aufgebogen wurde, und nicht nach außen gekeilt und geschlossen wurde. Wenn ich das richtig gedeutet habe, war die Aufklärung, dass dort kaum Saftbahnen vorhanden sind, die Äste versorgen müssen.
Deswegen bin ich jetzt umso erstaunter, dass nun direkt unter den Ästen doch noch ein Schnitt aufgebogen wurde. Ich bin schon gespannt, wie das mal aussehen wird.
Du scheinst zu wissen was du machst, aber trotzdem bin ich von deinem Mut solche Eingriffe ganz selbstverständlich durchzuführen erstaunt. Da bekommt man ja schon fast Lust, das mal selbst zu versuchen… Kann man das an jedem Baum machen oder empfehlen sich speziell Nadelbäume? Gibt es irgendwie eine Möglichkeit diese Techniken anzueignen und sich einzulesen? Bin bis jetzt noch über nichts der Art gestoßen. Danke und weiter so.
dass du das so gut dokumentierst. Nur selten (oder hab ich das überhaupt mal) sieht man solche Bearbeitungen, wie du sie ausführt so gut dokumentiert. Ich denke da noch an die Buche mit Bohrlöchern....
Neugierig wie ich bin, erinnere ich mich zurück an die Frage, warum der untere Schnitt aufgebogen wurde, und nicht nach außen gekeilt und geschlossen wurde. Wenn ich das richtig gedeutet habe, war die Aufklärung, dass dort kaum Saftbahnen vorhanden sind, die Äste versorgen müssen.
Deswegen bin ich jetzt umso erstaunter, dass nun direkt unter den Ästen doch noch ein Schnitt aufgebogen wurde. Ich bin schon gespannt, wie das mal aussehen wird.
Du scheinst zu wissen was du machst, aber trotzdem bin ich von deinem Mut solche Eingriffe ganz selbstverständlich durchzuführen erstaunt. Da bekommt man ja schon fast Lust, das mal selbst zu versuchen… Kann man das an jedem Baum machen oder empfehlen sich speziell Nadelbäume? Gibt es irgendwie eine Möglichkeit diese Techniken anzueignen und sich einzulesen? Bin bis jetzt noch über nichts der Art gestoßen. Danke und weiter so.
Grüße Michael 
Re: Pinus Sylvestris - Eine halbe Sache
Ich machs kurz: Ein super Beitrag, mit sehr vielen konkreten Schritten und aussagefähigem Bildmaterial. Sehr inspirierend und hilfreich für die eigene Arbeit. Unbedingt weiter dokumentieren.
