Ich habe hier zweimal von erfolglosen Versuchen der Wurzel-Neubildung mit Bohrablaktion + Sphagnummoos + Fahrradschlauch berichtet. Warum funktioniert es bei mir nicht?
Ich habe es seitdem auch an anderen Pflanzen versucht und diesmal öfter kontrolliert. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Stellen unter dem Fahrradschlauch immer trocken waren. Der Fahrradschlauch hat sich zu dicht über das Moos gelegt und verhindert, dass das Moos sich mit Wasser vollsaugen kann.
Abhilfe: an der inneren Seite des Schlauches kleine Steinchen unterlegen, so dass der Schlauch etwas absteht. Wasser kann vom Stamm her einfließen, das Moos dürfte dann genügend Feuchtigkeit bekommen um neue Wurzeln zu ermöglichen.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Ich habe bei zwei Pflanzen von mir die selben Technik angewandt und musste ebenfalls recht schnell feststellen, dass das Moos abtrocknet, jedoch die Teichfolie eine Bewässerung verhindert. Seither, was ziemlich früh der Fall war, wird beim Gießen immer die Folie angehoben und diese Stelle normal mit gewässert.
Ist eben etwas umständlich aber mit Beschwerung von Steinen darauf eine Leichtigkeit.
PS.: Bei 37C° und voller Sonnenbestrahlung vertrocknet trotzdem nichts so schnell, als dass es gefährlich würde bei 1 maligem Gießen. Aber sicher ist sicher, sodass ich das immer so handhabe. Im Herbst kann es natürlich zu viel werden.
Dieser Palmatum wurde 2014 am sonnenexponierten Gipfel abgemoost. An der Sonnenseite gab es kaum Wurzeln. Beim Umpflanzen in 2016 und 2017 wurde versucht durch starken Rückschnitt am fehlendem Segment neue Wurzeln zu provozieren. In 2018 habe ich Wurzeln ablaktiert und mit 2 kleinen Nägeln fixiert. Mal sehen was daraus noch wird.
2019
Vor lauter schnell-schnell habe ich die damalige Anplattungsstelle mit den beiden kleinen Nägeln nicht kontrolliert. Von unten sieht es auf jeden Fall nicht schlecht aus.
Grüße
Rainer
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März 2018
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Sept 2019: ich habe vergessen genauer nachzusehen, ob die Ablaktion geglückt ist oder nicht. Vermutlich sind die Nägel ins Nebari eingewachsen
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von unten sieht es viel besser aus
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Zuletzt geändert von mydear am 20.09.2019, 00:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Auch hier Abmoosung am sonnenexponierten Gipfel mit ungleichmäßiger Bewurzelung. Das Sphagnummoos ist scheinbar zwischendurch abgetrocknet. Ein Ast aus dem Ansatz ist nach dem ersten Winter abgestorben. Was mit so einem bescheidenen Nebari anfangen? Wegwerfen? Niemals! So langsam wird es.
Es soll euch Hoffnung machen mit schwierigen Wurzelansätzen zu arbeiten. Es lohnt sich in vielen Fällen.
Grüße
Rainer
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Drei Jahre später zeigt sich, dass die Wurzel-Anplattungen nicht angewachsen sind. Max „maexart“ hat mir durch Einsägen einer Nut weitere Anplattungen durchgeführt. Die 2-jährigen Sämlinge wachsen unter dem Stamm auf die andere Seite. Dieses Mal sieht es vielversprechend aus. Die Sämlinge dürfen 2 Jahre durchtreiben. Vielen Dank Max.
.
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März 2022: in eine vorgesägte Nut werden die Sämlinge eingepaßt und mit Reißnagel fixiert
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März 2022: Ergebnis ein vollständig radiales Nebari
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Zuletzt geändert von mydear am 24.03.2022, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Hier mal ein paar schöne Platanen-Nebaris aus Spanien. Die Bäume müssen sich den Wurzelraum mühsam erkämpfen, denn die Baumscheiben innen waren alle ausbetoniert
Grüße
Rainer
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Zuletzt geändert von mydear am 11.09.2020, 00:06, insgesamt 1-mal geändert.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
zum Abmoosen benutze ich kein Spaghnum mehr .... damit hat es bei mir wirklich noch niemals funktioniert.
Hab letztes und dieses Jahr zum ersten Mal aus der Not heraus weil ich kein Moos hatte, mit Terra von Lechuza gearbeitet .... alle Abmoosungen gelungen, es haben sich super Wurzelballen entwickelt.
Bin gespannt wie es weitergeht .... 3 Bäume dieses Jahr getrennt.
Viele Grüße,
Moya ******************************
- Arbeitskreis Aichtal
- Bonsai Club Deutschland
- BCD Kusamonogruppe
Moya hat geschrieben: 20.09.2019, 06:47
zum Abmoosen benutze ich kein Spaghnum mehr .... damit hat es bei mir wirklich noch niemals funktioniert.
Hab letztes und dieses Jahr zum ersten Mal aus der Not heraus weil ich kein Moos hatte, mit Terra von Lechuza gearbeitet .... alle Abmoosungen gelungen, es haben sich super Wurzelballen entwickelt.
Bin gespannt wie es weitergeht .... 3 Bäume dieses Jahr getrennt.
Hallo Moya,
ich verwende seit Jahren kaum mehr Sphagnummoos zum Abmoosen, es klappt ohnehin mit fast allen Substraten. Am liebsten verwende ich Akadama/Bims-Gemische.
Ausnahme: in viel direktem Sonnenlicht reicht Akadama nicht aus um über den Tag feucht zu bleiben. Besonders wenn die Bewurzelung einsetzt, dann braucht sie deutlich mehr Wasser als vorher. Da sind mir schon einige Abmoosungen bei der brutalen Hitze Juni-Juli vertrocknet. Die bekommen entweder Anteile oder komplett Sphagnumoos. Auch als oberste Schicht im Folienbeutel kommt oft Sphagnummoos drauf. Analog wenn die Abmoosung nicht regelmäßig kontrolliert werden kann.
Sphagnummoos ist sowieso am besten zum Auflegen bei frisch umgetopften Pflanzen um die Oberfläche länger feucht zu halten.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Ein weiteres Update beim Palmatum Nr. 8: zuerst Anbohren, dann Anplatten und aktuell Bohrablikation... der läßt sich ganz schön bitten
Hier geht es direkt zu Nr. 8: viewtopic.php?f=9&t=45129&p=520964#p520964
Ich bin zuversichtlich, dass es diesmal klappt
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Diese Zelkova entstand durch Abmoosung. Das Nebari soll durch Anplattung von Wurzeln weiter verbessert werden. Bislang habe ich immer die neuen Wurzeln mit kleinen Nägeln fixiert und mit einem kleinen Hammer eingeschlagen. Eine knifflige Sache, da immer ein oder zwei Finger im Weg sind. An zwei Acer palmatum hat es 2018 nicht geklappt - die Wurzeln sind nicht angewachsen. Entweder waren die Wurzeln zu klein und schwach um anzuwachsen, oder ich war zu grob beim Fixieren.
Hier habe ich es mit einem Bosch-Elektrotacker probiert. Die Schlagstärke kann von 1 - 6 variiert werden. Ich habe mit „1“ begonnen, was die 6mm-Klammern nicht genügend eingetrieben hat. Mit „2“ war es dann optimal. Ich hatte den Eindruck, dass die Wurzeln NICHT verletzt worden sind. Bem.: am Palmatum ist mir dagegen gleich die erste Wurzel bei „2“ abgerissen, dort würde ich eher mit der schwächsten Einstellung anfangen. Palmatum-Wurzeln sind empfindlicher.
Ich werde in 2 Jahren berichten ob es geklappt hat.
Kleine Lücke im Nebari
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mit Skalpell oder Cuttermesser leicht einschneiden. Die Wurzel muss nicht angeschnitten werden!! Das verwächst auch so.
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mit 6mm-Klammer fixiert und links daneben ein weiterer Einschnitt
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2. Wurzel fixiert, rechts hielt die Klammer mit Schlagstärke „1“ nicht, also nochmals mit „2“ getackert
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hier eine weitere Wurzel-Anplattung?
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erneuter Einschnitt in die Rinde: der Schnitt sollte die Wurzel im richtigen Winkel aufnehmen (was leichter gesagt als getan ist)
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fertig, jetzt gaaaaaanz vorsichtig einpflanzen... bein Eintopfen habe ich dann NICHT wie üblich das Substrat mit einem Stäbchen in die Wurzeln eingearbeitet. Stattdessen nur am Rand leicht geklopft und am Ende gründlich eingewässert.
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UPDATE:
März 2022: keine der 3 Wurzel-Anplattungen ist angewachsen. Max „maexart“ hat mir eine weitere Anplattung gemacht. Er hat eine Nut eingesägt, einen einjänrigen Steckling eingepaßt und mit Reißnagel fixiert. Die Methode wurde in japanischen Youtube-Beiträgen erfolgreich gezeigt. Danke Max, sieht vielversprechend aus.
März 2022: bei den Heftklammern waren 2 Anplattungen, die nicht angewachsen sind
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März 2022: schlecht sichtbar, doch die Anplattung aus 2019 ist nicht angewachsen. Stattdessen verbergen eine Wurzel von links und 2 von rechts die Nebarilücke
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Grüße
Rainer
Zuletzt geändert von mydear am 24.03.2022, 16:20, insgesamt 2-mal geändert.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Ein schneller Blick zeigt, dass die Bohrablaktion angewachsen ist. Es zeigt sich allerdings, dass diese Wurzelarbeiten mindestens zwei Jahre brauchen, bis sie richtig integriert sind.
Dazu ein Update mit einer Wurzelablikation Februar 2023.
Grüße
Rainer
Dateianhänge
Sept 2019
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Sept 2020
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Feb 2023: die 2019 eingezogene Wurzel ist angewachsen und hat sich verdickt. Links daneben fehlt noch eine Wurzel
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Feb 2023: 3,5 mm Bohrloch am Austritt
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Feb 2023: 4,5 mm Bohrloch am Eingang
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Feb 2023: ein dreijähriger Sämling wird eingeschoben. Der Sämling ist an der Basis 4,25 mm, und 5 cm weiter oben nur 3,2 mm dick. Um die Austrittsseite klein zu halten wurde unterschiedlich dick gebohrt. Mit Frischhaltefolie werden die empfindlichen Knospen geschützt. Insbesondere wenn sie schon angetrieben haben. Sind 2 Knospen gegenüber bereits abstehend, so entferne ich präventiv eine davon.
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Feb 2023: recht unauffällige Ergebnis
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Feb 2023: die zwei „Neuen“
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Zuletzt geändert von mydear am 17.04.2025, 21:41, insgesamt 2-mal geändert.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
mydear hat geschrieben: 10.09.2020, 23:37
Ein schneller Blick zeigt, dass die Bohrablaktion angewachsen ist.
Es zeigt sich allerdings, dass diese Wurzelarbeiten mindestens zwei Jahre brauchen, bis sie richtig integriert sind.
Rainer, wie so oft, gilt eben auch hier: "Gut Ding will Weile haben!".
Gut gemacht.
Gary hat geschrieben: 11.09.2020, 11:44
Rainer, wie so oft, gilt eben auch hier: "Gut Ding will Weile haben!".
Gut gemacht
Danke Harald, das mit der Geduld.... du weißt schon ...
Ich dachte, dass im Spätsommer begonnene Wurzelablikationen noch Im gleichen Jahr Wurzelwachstum haben könnten. Diese Bohrung war erfolgreich, dafür sind einige Wurzel-Anplattungen nicht angewachsen, sondern vertrocknet. Ich frage mich, ob diese im Frühjahr besser anwachsen, oder ob es an meiner Technik lag?
Grüße
Rainer
Georg hat geschrieben: 11.09.2020, 15:17
Du hast sie aber bestimmt wieder zugedeckt...
Ja Rüdiger, nach dem Foto wurde gleich wieder mit Moos abgedeckt. Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn direkt bei den neuen Wurzeln organischer Dünger aufgelegt wurde.
Grüße
Rainer
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