Junischnee gelbe Blätter
Re: Junischnee gelbe Blätter
Ich finde die Vorstellung, wie eine Pflanze im Erdreich auf "Nahrungssuche" geht und dabei noch die Wurzeln "teilt" sehr belustigend. Verblüffend ist für mich jedoch die Tatsache, dass selbst bei Pflanzenpflege im Hobbybereich das Wissen um die physiologischen Vorgänge bei den Pfleglingen eher eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint.
Zuletzt geändert von Markus_56 am 08.04.2019, 00:04, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Junischnee gelbe Blätter
Also Markus, "the stage is yours...". Wie ist es wirklich? Die Ausgangsfrage war ja, ob man Bäume mit vielleicht geschwächter Wurzel düngen soll.

... der Lacher sei Dir von Herzen gegönnt. Ich hatte das - wie sagt man doch gleich? - "vereinfacht dargestellt".Stefan72 hat geschrieben: 06.04.2019, 19:41 Nein. Der Baum treibt, wann er will und wie er kann. In den nächsten 4 Wochen würde ich jedenfalls nicht düngen. Das merkst Du dann schon, wenn er wieder Kraft hat. Es gibt eine Theorie die besagt, dass Nährstoffknappheit eher dazu führt, dass Pflanzen mehr Feinwurzeln bilden, weil sie dann auch den letzten Winkel im Substrat erschließen müssen.
Zuletzt geändert von Stefan72 am 09.04.2019, 12:22, insgesamt 2-mal geändert.
Freundliche Grüße, Stefan
Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist in das Gelingen verliebt statt ins Scheitern.
Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist in das Gelingen verliebt statt ins Scheitern.
Re: Junischnee gelbe Blätter
Ich habe zwar angefangen, das Thema für Deinen obigen Link einmal ausführlich auszuarbeiten, aber hier eine Kurzfassung:
Eine Pflanze "ernährt" sich von Wasser, Luft (Co2) und Licht, nicht von Dünger.
Pflanzen (hier Bäume) sind relativ simpel konstruierte Organismen, deren Funktionsweise einem von den Wurzeln bis zum Blatt reichenden Wasserleitungssystem ähnelt. Unten geht rein, was oben rausgenommen wird. Unten ist keine Pumpe, die drückt sondern oben Blätter, die Verdunsten und einen Unterdruck erzeugen.
Nun zur Frage, ob man Bäume mit vielleicht geschwächter Wurzel düngen soll.
Unten geht weniger rein als oben rausgenommen wird. Dann mach ich Dünger (anorganisch) in den Boden, erhöhe also den Salzgehalt im Erdreich. Dieser Salzgehalt ist dann höher als in der Pflanze. Um den Unterschied auszugleichen gibt die Pflanze Wasser ab, bekommt also noch weniger Wasser als sie schon hat. Antwort auf die Frage also: Nein, nicht düngen, da sonst mehr unterversorgte, gelbe Blätter.
Nun zum Thema Dünger: Im Normalfall ist Dünger ein Supplement.
Man unterscheidet organischen und anorganischen Dünger.
Organische Düngung hat den Zweck, dem Boden entnommene Bestandteile zu ersetzen, nach Möglichkeit exakt diejenigen, welche durch die kultivierten Pflanzen entnommen wurden. Notwendig für die organische Düngung ist ein funktionierender Boden mit lebenden Organismen, welche den Dünger zersetzen. Ein wesentlicher Bestandteil ist ebenfalls die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe aufnehmen und speichern zu können (CEC). Hierbei haben sich Lehmböden als die fruchtbarsten und ertragreichsten bewährt.
Anorganische Düngung ähnelt dem Stopfen von Gänsen oder dem Einsatz von Hormonen beim Muskelaufbau. Die Aufnahme weniger Schlüsselnährstoffe in anorganischer Form schiebt die Pflanze in Richtung stärkeres Wachstum, man gaukelt ihr also einen besseren Boden vor als tatsächlich vorhanden. Das macht sich der Mensch zu Nutze, um höhere Erträge bei Nahrungspflanzen oder wie bei Bonsai, um mehr Wachstum als die Umgebung (Schale) hergibt zu erzielen.
"Im Normalfall" habe ich geschrieben, da die meisten Pflanzen in Erde oder erdähnlichem Substrat stehen. Es gibt aber Ausnahmen, in denen ein komplett unnatürliches Substrat zum Einsatz kommt. Die Ausführungen dazu würden aber den Rahmen hier sprengen.
Bemerken möchte ich noch, dass die Pflanze immer einen "kompletten Satz" an Bauteilen benötigt um sich optimal zu entwickeln. Ist dieser komplette Satz nicht vorhanden, entstehen Mangelerscheinungen.
Dass Dünger eine eher untergeordnete Rolle im Wachstum einer Pflanze (und im Wurzelwachstum) spielt zeigt sich sehr schön daran, dass ein Samen, welcher keinerlei Düngeraufnahme hat, austreibt oder Stecklinge und Steckhölzer Wurzeln Bilden, ohne die vielgepriesenen Düngergaben. Für das Wachstum (oder die Erholung geschädigter) vorhandener Wurzeln ist entscheidender, dass optimale Wasser- und Sauerstoffversorgung gewährleistet sind.
Gruß
Markus
P.S.: Habe es ein wenig ausführlicher Erklärt im Bietrag von obenstehendem Link.
Eine Pflanze "ernährt" sich von Wasser, Luft (Co2) und Licht, nicht von Dünger.
Pflanzen (hier Bäume) sind relativ simpel konstruierte Organismen, deren Funktionsweise einem von den Wurzeln bis zum Blatt reichenden Wasserleitungssystem ähnelt. Unten geht rein, was oben rausgenommen wird. Unten ist keine Pumpe, die drückt sondern oben Blätter, die Verdunsten und einen Unterdruck erzeugen.
Nun zur Frage, ob man Bäume mit vielleicht geschwächter Wurzel düngen soll.
Unten geht weniger rein als oben rausgenommen wird. Dann mach ich Dünger (anorganisch) in den Boden, erhöhe also den Salzgehalt im Erdreich. Dieser Salzgehalt ist dann höher als in der Pflanze. Um den Unterschied auszugleichen gibt die Pflanze Wasser ab, bekommt also noch weniger Wasser als sie schon hat. Antwort auf die Frage also: Nein, nicht düngen, da sonst mehr unterversorgte, gelbe Blätter.
Nun zum Thema Dünger: Im Normalfall ist Dünger ein Supplement.
Man unterscheidet organischen und anorganischen Dünger.
Organische Düngung hat den Zweck, dem Boden entnommene Bestandteile zu ersetzen, nach Möglichkeit exakt diejenigen, welche durch die kultivierten Pflanzen entnommen wurden. Notwendig für die organische Düngung ist ein funktionierender Boden mit lebenden Organismen, welche den Dünger zersetzen. Ein wesentlicher Bestandteil ist ebenfalls die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe aufnehmen und speichern zu können (CEC). Hierbei haben sich Lehmböden als die fruchtbarsten und ertragreichsten bewährt.
Anorganische Düngung ähnelt dem Stopfen von Gänsen oder dem Einsatz von Hormonen beim Muskelaufbau. Die Aufnahme weniger Schlüsselnährstoffe in anorganischer Form schiebt die Pflanze in Richtung stärkeres Wachstum, man gaukelt ihr also einen besseren Boden vor als tatsächlich vorhanden. Das macht sich der Mensch zu Nutze, um höhere Erträge bei Nahrungspflanzen oder wie bei Bonsai, um mehr Wachstum als die Umgebung (Schale) hergibt zu erzielen.
"Im Normalfall" habe ich geschrieben, da die meisten Pflanzen in Erde oder erdähnlichem Substrat stehen. Es gibt aber Ausnahmen, in denen ein komplett unnatürliches Substrat zum Einsatz kommt. Die Ausführungen dazu würden aber den Rahmen hier sprengen.
Bemerken möchte ich noch, dass die Pflanze immer einen "kompletten Satz" an Bauteilen benötigt um sich optimal zu entwickeln. Ist dieser komplette Satz nicht vorhanden, entstehen Mangelerscheinungen.
Dass Dünger eine eher untergeordnete Rolle im Wachstum einer Pflanze (und im Wurzelwachstum) spielt zeigt sich sehr schön daran, dass ein Samen, welcher keinerlei Düngeraufnahme hat, austreibt oder Stecklinge und Steckhölzer Wurzeln Bilden, ohne die vielgepriesenen Düngergaben. Für das Wachstum (oder die Erholung geschädigter) vorhandener Wurzeln ist entscheidender, dass optimale Wasser- und Sauerstoffversorgung gewährleistet sind.
Gruß
Markus
P.S.: Habe es ein wenig ausführlicher Erklärt im Bietrag von obenstehendem Link.
Re: Junischnee gelbe Blätter
Ich würde mir da keine Sorgen machen, er scheint dort ganz gut zu stehen.
Die sind halt ziemlich zickig wenn es um Licht geht, im Sommer immer schön raus in die volle Sonne und im Winter so viel Licht wie möglich...anbei meinem geht es auch nicht viel besser im Winter
das holt er im Sommer wieder auf...
Düngen mit wenig Stickstoff ✌
Sorry schlechte bilder...
Die sind halt ziemlich zickig wenn es um Licht geht, im Sommer immer schön raus in die volle Sonne und im Winter so viel Licht wie möglich...anbei meinem geht es auch nicht viel besser im Winter
Düngen mit wenig Stickstoff ✌
Sorry schlechte bilder...
- Dateianhänge
-
- 20191006_155531.jpg (348.12 KiB) 763 mal betrachtet
-
- 20191006_155234.jpg (271.8 KiB) 763 mal betrachtet
-
- 20191006_155135.jpg (323.94 KiB) 763 mal betrachtet
