Ich habe tatsächlich den Anfängerkurs gekauft und angeschaut.
Das die anderen Kurse auf Englisch sind, hat mich etwas abgeschreckt. Ich würde zwar sagen, dass mein Englisch nicht schlecht ist, aber was die Fachsprache angeht, bin ich nicht so fit.
Nun hast du mich aber neugierig gemacht. Entweder warte ich ab, bis er auf mit deutschen Untertitel zu sehen ist, oder ich kann es nicht mehr abwarten und quäl mich langsam durch das Englisch .
Vielen Dank für den Tipp.
abardo hat geschrieben: 14.11.2019, 14:35
Naja, bei den üblichen Funguziden gibt es sehr unterschiedliche und man gibt diese zumeist nur, wenn man möglichst sicher ist, welcher Pilz gerade Ärger bereitet.
Aliette ist da wesentlich sanfter und zielt eben auf die generelle Stärkung der Abwehrkräfte des Baumes ab.
Einige Bonsaiprofis schwören drauf, ich nutze das seit Jahren für alle Bäume, die frostfrei überwintern. Bis heute starteten alle meine Bäume fit ins Frühjahr, geschadet hat es nicht. Obs wirklich einen Unterschied macht, habe ich nicht selbst testen können (ein stichhaltiger Vergleich wäre wohl auch recht schwer zu realisieren) und verlass mich da auch nur auf die Profis ...
Andere Profis empfehlen eine prophylaktische Kupferspritzung oder Spritzung mit Schwefel (also 1:30 verdünntes Jinmittel z.B.).
Danke für ausführlichen Informationen.
Das wusste ich auch nicht. Für mich war Fungizid gleich Fungizid.
Ich habe es direkt mal online bestellt und werde es ausprobieren.
Hallo Steffi,
es gibt wirklich gewaltige Unterschiede bei den Fungiziden. Aliette ist da ziemlich schonend (auch für die Mykorrhiza) und soll laut Beipackzettel z.B. auch vitalisierende Effekte auf Azaleen und Lebensbäume haben. Andere Fungizide, gerade systemische, können die Mykorrhiza schädigen und man macht sich dann gleich noch wieder ein unnötiges Problem, wenn man sowas vorsorglich spritzt.
Allgemein bin ich sehr dafür, wenn möglich nur bei Bedarf chemische Mittel anzuwenden. Einen schwächelnden Baum kann man gerne mal mit Aliette spritzen.
Ständige vorbeugende Spritzungen sehe ich aber sehr kritisch, zum einen möchte ich gar nicht so viel mit Giften hantieren (auch zum Wohl von Umwelt und sonstigen Gartenbewohnern) und zum anderen kann die häufige Verwendung der Pestizide die Entwicklung resistenter Schädlingsstämme fördern. Bei einer überschaubaren Sammlung mit wenig Fluktuation, guten Wachstumsbedingungen und guter Pflege und Versorgung der Bäume treten eigentlich nicht so viele Schädlinge und Krankheiten auf, dass man ständig vorsorglich spritzen müsste.
Oft ist die Lage ja bei den Profis ganz anders, bei denen ständig viele Bäume neu reinkommen und viele wieder verkauft werden und überhaupt ganz andere Mengen Bäume herumstehen. Bjorn hat mir mal erzählt, wie viele Bäume bei seinem Lehrmeister Fujikawa im Kouka-en monatlich rein- und rausgehen, die genaue Zahl, die er genannt hat, weiß ich nicht mehr, aber das ist enorm. Die Profis spritzen oft und ausgiebig, denn sie wollen sich weder den Bestand durch neu reingekommene Bäume verseuchen, noch ihre uralten kostbaren Meisterwerke gefährden, noch Einbußen und Ärger haben, wenn Verkaufsbäume nicht gesund sind. Aber ich denke, diese Probleme haben wir in unseren Privatsammlungen doch nicht im gleichen Maße.
Früher hatte ich einen kleinen Hinterhofgarten, der mit hohen Mauern eingefasst war und dessen Fläche zur Hälfte gepflastert war. Dort herrschte im Sommer trockene Hitze und wenig Luftbewegung. Dort hatte ich viel mehr Probleme mit Schädlingen und habe deswegen auch nach problematischen Jahren vorsorgliche Winterspritzungen (mit Weißöl und Jinmittel) gemacht. Heutzutage habe ich bessere Bedingungen für die Bäume und spritze praktisch nur noch im Bedarfsfall. Allerdings ist es immer gut, wenn man die Bäume im Winter schön saubermacht, dabei kann man auch eine ganze Menge eventueller Winterstadien loswerden. Stämme, Äste und Zweige mit Wasser und Zahnbürste, Hochdruckreiniger oder Biotreecleaner o.ä. reinigen, die Substratoberfläche von Blättern, Moos und alten Düngerresten, Schnakenlarven etc. befreien und ggf. etwas neues Substrat auffüllen.
Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...
Ich gehöre da auch eher zur sparsamen Fraktion und bin ein äußerst misstrauischer Mensch, was die Versprechen unserer Industrie angeht. Nur weil eine Biene auf der Verpackung ist, glaube ich noch lange nicht an die Bienenfreundlichkeit und wer weiß, welche Tiere dem Gift sonst noch zum Opfer fallen.
Ich versuche es auch mit so wenig Chemie, wie möglich.
Es zieht ja immer etwas nach sich und dessen versuche ich mir bewusst zu sein.
Allerdings habe ich hier im Moment auch mehr emotional wertvolle Bäume, die über den Rohlingsstatus noch nicht hinaus sind. Ich bin mehr mit der Pflege beschäftigt, als mit der Gestaltung. Gerade deswegen helfen mir solch ausführliche Antworten wirklich weiter. Dafür möchte ich mich nochmal bedanken.
Zumindest die unbelaubten Bäume werde ich mal gründlich reinigen. Da habe ich etwas zu tun in der Wachstumsruhe.
Liebe Grüße Steffi
Heike_vG hat geschrieben: 14.11.2019, 14:38
kennst Du die Internetseite "Bonsai Empire"? ….
Die Onlinekurse sind wirklich sehr gut, mit etlichen Stunden ausgezeichnetem Videomaterial.
Liebe Grüße,
Heike
Ich denke, dass man nicht gleich losbuchen muss, nur um Online Videos zu sehen.
Ein ganze Menge ist auch so per YouTube erreichbar: deutsch, englisch, japanisch mit engl. Untertiteln etc.
Als Kurs wäre nur sinnvoll, was über das Zeigen von Videos hinaus geht, also tatsächlicher Online Unterricht. Dafür würde ich dann auch etwas bezahlen, weil dein "Lehrer" sich mit dir und deinen Bäumchen individuell auseinander setzt.
Gibt es hier keinen Bereich, in dem YouTube-Videos vorgestellt oder geteilt werden? Ich habe nur etwas aus 2014 gefunden, was sehr schnell wieder eingeschlafen ist.
Gruss
Hallo Rizza,
danke, dass du dich auch nochmal zu dem Thema meldest.
Bei YouTube habe ich mir einiges angesehen. Sehr viele Beträge von „Bonsai für Anfänger“.
Es gibt aber auch viele Videos, wo Bäume gestaltet werden von Profis, die natürlich viel mehr Möglichkeiten haben und nicht unbedingt im „Urschleim“ beginnen, wie ich es bräuchte.
Da wäre sicher ein richtiger Kurs sinnvoll.
Ich schau mal welche Möglichkeiten sich im neuen Jahr zeigen.
Die Idee mit dem Sammeln von Online-Videos finde ich allerdings sehr gut.
Vielleicht gibt es ja ein paar gute Links.
Liebe Grüße Steffi
Hallo an Alle,
Anfang des Winters gab es hier eine, für mich interessante Diskussion, zum Thema Düngung immergrüner Bäume im Winter.
Ich habe versprochen, mich zu melden und meine Erfahrungen zu teilen.
Was ich letztendlich gemacht habe: Ich habe Biogold Dünger einmalig auf das Substrat gelegt, und auch mit großen Abstand, ein wenig Flüssigdünger gegossen.
Die Aleppo-Kiefer wurde mit Aliette behandelt.
Das Ergebnis, alle Bäume sind aus der Winterruhe erwacht und treiben nun gut aus.
Alle, bis auf die Kiefer. Die Kiefer verändert sich kaum.
Sie ist halbwegs grün und nach einer Behandlung mit Aliette wirkt sie deutlich frischer, aber ich habe das Gefühl, sie verändert sich nicht. Es gibt keinen Zuwachs.
Ich habe ja bereits erwähnt, dass sie in einem schlimmen Zustand zu mir kam und ich mir unsicher war, sie überhaupt über den Winter zu bekommen.
Nun werde ich einfach abwarten.
Den anderen Bäumen hat die leichte Düngung zumindest nicht geschadet.
Dazu gehören ein Liguster, eine Ulme, eine Carmona und eine Zitruspflanze.
Den beiden Letzten hat es sogar offensichtlich gut getan. Da die Blätter sich während des Winters verfärbten und mit der Düngung, wirkten sie deutlich vitaler.
Ich möchte mich nochmal bei Allen bedanken, die mir mit ihren Erfahrungen weitergeholfen haben.
Nun starte wieder in die neue Saison und werde hoffentlich noch Vieles dazulernen.
Liebe Grüße Steffi