Danke, Ihr Lieben,
für Eure netten Kommentare! Freut mich, dass Ihr den Bericht interessiert verfolgt.
Odoridori hat geschrieben: 11.01.2020, 12:43
deine chinesischen Teigtaschen heißen Wan Tan und die gibt es mit allerlei verschiedenen Füllungen.
Habe mich auch schon an Ihnen versucht

aber Du weißt ja wie ein Chin.-Tisch nach
dem Essen auszusehen hat, sonst hat es ja nicht geschmeckt.
Lieber Holger, mein chinesischer Begleiter hat nur von "dumplings" gesprochen und offenbar sehen Original-Wantan dann ja anders aus als die, die ich hier so aus dem Chinarestaurant kenne... aber China ist ja riesig und es gibt eh so viele regionale Unterschiede. Mir war es schon ein bisschen peinlich, an diesen Dingern mehr oder weniger zu scheitern, während meine jungen chinesischen Begleiter, die dann den Rest ratzfatz geschickt aufgegessen haben, als ich aufgegeben hatte, da natürlich gar keine Schwierigkeiten hatten.
Und ich wünschte, es hätte nur der Tisch ausgesehen wie Sau und nicht ich selbst! Es grenzt an Wunder, dass die Bluse, die tagelang in einer Tüte vor sich hin gemüffelt hat, zu Hause tatsächlich wieder sauber geworden ist.
Barbara hat geschrieben: 11.01.2020, 17:00
ich finde Deine Gestaltung klasse!
Vor Allem bewundere ich Deinen Mut, Dich in einem fremden Land, vor einem großen, fachkundigem Publikum an eine Demo zu wagen.
Danke Dir, liebe Barbara! So direkt vor der Demo hatte ich schon Angst vor der eigenen Courage... aber wenn ich so eine Reise gesponsert kriege, zum Preis, dass ich eine Demo mache, dann muss ich es einfach tun und durchstehen!
Barbara hat geschrieben: 11.01.2020, 17:00Aber, wie man sieht, hast Du das Know How, nicht nur was das Gestalten betrifft, sondern auch im Umgang mit den Leuten.
Da bin ich einfach immer ganz offen und mache alles mit. Ich habe die chinesischen Trinkrituale gelernt und mir schnell die Höflichkeitsregeln gemerkt (z.B. Glas beim Anstoßen immer schön tiefer halten als das des wichtigen Gegenübers, der allerdings höflicher Weise versucht, seins noch tiefer zu halten...), x-mal fleißig auf chinesisch versucht zu sagen: "Ich liebe dich, Bruder!" (leider inzwischen wieder vergessen...

) und Fan Shunli vorgesprochen: "Ich liebe dich, Schwester", wobei dieses Bruder und Schwester bedeutet, dass man sich nicht gegenseitig anmacht, sondern sich platonisch lieb hat. Als auf dem Galadinner die chinesischen Penjingmeister mich an ihren Tisch geholt haben und die Trinkerei wieder losging, wollte einer Brüderschaft mit mir trinken, habe ich auch mitgemacht. Die Chinesen haben tüchtig gelacht, viele Fotos gemacht und seine schöne junge Frau oder Freundin guckte ganz ärgerlich aus der Wäsche. Dann wollten weitere mit mir Brüderschaft trinken, habe ich auch gemacht, aber das ganze große Hallo kam mir schon seltsam vor. Ich habe dann später erfahren, dass ich mich mit all denen verlobt hatte...

Natürlich hat das keiner so ernst genommen und ich habe mich auch bemüht, die verärgerte Dame wieder fröhlich zu stimmen. Auf jeden Fall hatten alle einen gigantischen Spaß und das war doch die Hauptsache!
Der Reisschnaps hat übrigens zwischen 53% und 58% und da wir immer ziemlich edles Zeug hatten (die beteiligten Penjing-Meister waren alle recht wohlhabend), hat es wirklich gut geschmeckt und war auch ziemlich bekömmlich. Ich habe gelesen, dass der Billigschnaps, den die armen Chinesen trinken, in hohem Maße gesundheitsgefährdend sein soll, über den exorbitanten Alkoholgehalt hinaus. Übrigens heißt das chinesische Prost "Ganbei" soviel wie "Glas leeren", also bitte auf Ex.
mydear hat geschrieben: 11.01.2020, 17:23
Respekt Heike
in dieser stressigen Situation auf der Bühne ... den Baum zu schonen und deutlich mehr Zeit beim Nadelentfernen investieren - wer wohl von den anderen Gestaltern das Gleiche getan hätte? Da standen ja keine Neulinge auf der Bühne, zB Pedro Morales - war der nicht schon auf der Weltaustellung in Münschen 1996 dabei?
Danke, Rainer! Irgendwie kann ich da nicht aus meiner Haut, ich muss immer schonend arbeiten. Zwischendurch kam auch immer wieder der Moderator mit dem Mikro vorbei und fragte nach den Fortschritten und was ich aktuell gerade so tat. Da habe ich das auch erzählt, warum ich so gehandelt habe und warum ich auch am Ende die Nadeln nicht geschnitten habe.
Pedro ist wirklich ein alter Hase und ein super netter Kerl! Ich habe gerade mal nachgesehen, er war auf den World Bonsai Conventions 1997 in Florida, 2001 in München und 2005 in Washington DC einer der Headliner. Auch Bill Valavanis ist eine ganz große Nummer, Begründer des International Bonsai Arboretums in Rochester, New York, und Herausgeber der Fachzeitschrift “International Bonsai”, USA. Er ist auf allen großen Bonsai-Veranstaltungen zu Hause und hat gerade auf der Taikan-ten in Japan nicht nur in der Jury die Exponate mit bewertet, sondern auch Führungen auf Englisch durch die Ausstellung gegeben. Auch Bill ist unglaublich nett und immer super gut gelaunt, obwohl er gesundheitlich schwer gebeutelt ist. Euch sind ja vielleicht die seltsamen Stiefel aufgefallen, mit denen er immer herumläuft. Seine Füße brechen immer wieder, er sagte sie waren jetzt schon 8 mal gebrochen.
Von Bill ist mir jetzt auch noch ein Demobild im Fotoordner in die Finger gekommen. Bill hat absolut perfekte Arbeit abgeliefert bei seiner Demo, leider habe ich kein Bild vom Endergebnis.