nachdem ich schon etwas länger dieses Forum und auch das Internet bezüglich der Behandlung von Wacholder Yamadori nach dem Ausbuddeln durchsucht habe, (meine Fragen aber nicht wirklich beantwortet werden konnten) habe ich mich nun doch entschlossen hier einmal ein Thema diesbezüglich zu erstellen. Finde das Thema Bonsai mega spannend und versuche mich seit knapp 2 Jahren immer wieder an kleineren Bäumchen. Wirkliches Fachwissen konnte ich mir allerdings bisher noch nicht so richtig aneignen, deswegen hoffe ich hier im Fachforum ein paar Antworten zu finden
Nachdem in meinem Dorf ein Stadionbestuhler Insolvent gegangen ist, habe ich beim vorbeifahren einen alten Wacholder in einem Steintrug entdeckt, den ich unbedingt haben wollte. Nach viel herumtelefonieren habe ich dann die Erlaubnis bekommen, den Baum auszubuddeln. Nachdem das generell mein erster "Yamadori" war und mir das Ausbuddeln nur an diesem einen Tag genehmigt wurde, musste es also Anfang Februar sein.
Letzten Endes war es dann doch ein ganz schöner Kampf. Entgegen meiner Hoffnung dass die Wurzeln sehr kompakt und flach sind, kam dann bald die Überraschung, dass der Steintrug keinen Boden hatte und der Baum somit mit mehreren bis zu 2 Finger dicken Wurzeln in den Boden gewurzelt war. Diese habe ich dann sauber und glatt mit einer Astschere gekappt. Dass das Kappen dieser Wurzeln zu dieser Jahreszeit ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt ist, war mir dann auch schon durch den Kopf gegangen. Aufgeben wollte ich ihn dann trotzdem nicht.
Habe ihn dann in einen großen Bottich getopft mit der Originalerde vom vorherigen Standort. Die Baumkrone ist knapp 1,5m breit und der Baum im Bottich einen guten Meter hoch.
Jetzt haben sich für mich einige Fragen bezüglich des weiteren Vorgehens ergeben, da ich sowas noch nie gemacht habe und der Baum doch etwas größer ist:
- Die Erde vom ursprünglichen Standort ist sehr lehmig/tonig und meiner Meinung nach nicht wirklich durchlässig. Habe teilweise gelesen, dass ein luftdurchlässiges Substrat bei Yamadori empfohlen wird. Ist das auch für diesen Wacholder gut oder sollte ich ihn erstmal da drin lassen?
- Wie oft würdet ihr empfehlen den Baum zu gießen? Besonders jetzt im Frühjahr? Der neue Bottich hat leider keine Bodenlöcher, ich habe zwar eine 4cm dicke Kiesschicht am Boden, wie gut das dann im Endeffekt funktioniert und ob der Baum das überhaupt übersteht ist allerdings fraglich. Zudem steht auf vielen Webseiten, dass diese Wacholderart einen trockenen Boden bevorzugt was sich mit dem Lehmboden ja etwas beißen würde.

- Der Baum hat sehr viele Äste und Grün. Sollte ich diese großzügig zurückschneiden, um die Verdunstungsfläche zu minimieren, oder ist der Eingriff nach dem Ausgraben dann zu groß und ich stelle ihn einfach schattig und windgeschützt hinters Haus?
- An drei Ästen hatte er den Birnengitterrost. Die Äste habe ich nun großzügig gekappt. Ich denke mal es ist nicht auszuschließen, dass er das auch in Zukunft haben wird oder? Es handelt sich hier scheinbar sowieso um die besonders anfällige Art "Juniperus Sabina". Zudem war sein alter Standort Luftlinie nur 300m weit von meinem Zuhause entfernt.
- Denkt ihr nach dem Kappen der tiefen Wurzeln um diese Jahreszeit besteht überhaupt eine Chance, dass der Baum das überlebt? Zwar ist der ganze Bottich komplett mit kleineren Wurzeln gefüllt, nur frage ich mich ob der Baum seine Säfte nicht tiefer gespeichert hat und dann im Frühjahr eingeht.
Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen und mir etwas Klarheit verschaffen. Freue mich über jede Antwort!
Vielen dank schonmal
