Pinus Sylvestris aus Arco
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Pinus Sylvestris aus Arco
Servus an alle
Bei uns in der Gegend ist es fast unmöglich gute Sylvestris in der Natur zu finden. Im Mai 2017 habe ich in Arco bei einem Händler eine Pinus Sylvestris gefunden die mein Interesse geweckt hat. Das war jetzt nicht der Baum meiner Träume, aber das Nebari und die ersten Bewegungen des Stammes haben mich zum Kauf motiviert. Die Problemzone des Baumes ist der zweite Stammabschnitt der nur angedeutete Bewegungen hat. Zum Grübeln wird mich auch noch die Tatsache bringen dass die Hauptäste alle ganz oben ansetzen.
Wie auf dem zweiten Bild zu sehen hat der Baum den Bergestress noch nicht überwunden. Partiell hatte er noch mickrige Knospen, aber sie waren aktiv. Also ein bis zwei Jahre Verwöhnprogramm hinsichtlich Standort und Dünger.
Am 14. April 2018 habe ich mir die Wurzeln angesehen um beurteilen zu können ob schon an ein umtopfen in eine Trainingsschale zu denken ist. Ja das geht. Am Schalenboden war ein Kranz sehr kräftiger und hochaktiver Wurzeln. Wenn ich den Baum jetzt nicht umtopfe, würden diese Wurzeln noch ein paar mal am Schalenboden im Kreis wachsen und müssten letztendlich doch abgeschnitten werden um den Baum in eine vernünftige Schale zu bekommen.
Auf diesem Bild sieht man es sehr deutlich. Die Wurzeln haben die natürliche Tendenz nach unten zu wachsen und dann eingeengt durch die Schale einen Wurzelkranz zu bilden.
Ein Lob an denjenigen, der den Baum ausgegraben hat. Es sind sehr viele Feinwurzeln vorhanden, die ein fast risikoloses Umtopfen möglich machen.
Ohne weitere Bearbeitung beim Grün wurde der Baum wieder an einen sonnigen Standort gestellt und während des Jahres gut mit Dünger versorgt.
Mitte November 2018 habe ich den Baum bei einem Workshop mit Alfredo Salaccione in San Giorgio (Italien) grundgestaltet. Wir haben uns geeinigt dass wir vorerst in das gerade Stammstück keine weiteren Biegungen machen. Das gerade Stammteil soll durch Nadelpolster unterbrochen und damit kaschiert werden. Wenn das Grün in den nächsten Jahren wieder zugelegt hat, werden noch einige Äste entfernt. Im Moment fehlt es dem Baum noch an Klarheit.
Aber es ist ja erst der Anfang.
So schaut der Baum nach der Grundgestaltung aus.
Ein schöne Woche
Herbert A
Bei uns in der Gegend ist es fast unmöglich gute Sylvestris in der Natur zu finden. Im Mai 2017 habe ich in Arco bei einem Händler eine Pinus Sylvestris gefunden die mein Interesse geweckt hat. Das war jetzt nicht der Baum meiner Träume, aber das Nebari und die ersten Bewegungen des Stammes haben mich zum Kauf motiviert. Die Problemzone des Baumes ist der zweite Stammabschnitt der nur angedeutete Bewegungen hat. Zum Grübeln wird mich auch noch die Tatsache bringen dass die Hauptäste alle ganz oben ansetzen.
Wie auf dem zweiten Bild zu sehen hat der Baum den Bergestress noch nicht überwunden. Partiell hatte er noch mickrige Knospen, aber sie waren aktiv. Also ein bis zwei Jahre Verwöhnprogramm hinsichtlich Standort und Dünger.
Am 14. April 2018 habe ich mir die Wurzeln angesehen um beurteilen zu können ob schon an ein umtopfen in eine Trainingsschale zu denken ist. Ja das geht. Am Schalenboden war ein Kranz sehr kräftiger und hochaktiver Wurzeln. Wenn ich den Baum jetzt nicht umtopfe, würden diese Wurzeln noch ein paar mal am Schalenboden im Kreis wachsen und müssten letztendlich doch abgeschnitten werden um den Baum in eine vernünftige Schale zu bekommen.
Auf diesem Bild sieht man es sehr deutlich. Die Wurzeln haben die natürliche Tendenz nach unten zu wachsen und dann eingeengt durch die Schale einen Wurzelkranz zu bilden.
Ein Lob an denjenigen, der den Baum ausgegraben hat. Es sind sehr viele Feinwurzeln vorhanden, die ein fast risikoloses Umtopfen möglich machen.
Ohne weitere Bearbeitung beim Grün wurde der Baum wieder an einen sonnigen Standort gestellt und während des Jahres gut mit Dünger versorgt.
Mitte November 2018 habe ich den Baum bei einem Workshop mit Alfredo Salaccione in San Giorgio (Italien) grundgestaltet. Wir haben uns geeinigt dass wir vorerst in das gerade Stammstück keine weiteren Biegungen machen. Das gerade Stammteil soll durch Nadelpolster unterbrochen und damit kaschiert werden. Wenn das Grün in den nächsten Jahren wieder zugelegt hat, werden noch einige Äste entfernt. Im Moment fehlt es dem Baum noch an Klarheit.
Aber es ist ja erst der Anfang.
So schaut der Baum nach der Grundgestaltung aus.
Ein schöne Woche
Herbert A
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Hallo,
wie immer steht die Gesundheit des Baumes bei deiner Gestaltung im Vordergrund.
Ich pers. hätte die Pflanze noch ein paar Jahre gepflegt und die große Biegung im Stamm zuerst vorgenommen.
Bin gespannt wie es weiter geht.
Gruß Oli
wie immer steht die Gesundheit des Baumes bei deiner Gestaltung im Vordergrund.
Ich pers. hätte die Pflanze noch ein paar Jahre gepflegt und die große Biegung im Stamm zuerst vorgenommen.
Bin gespannt wie es weiter geht.
Gruß Oli
Mosel-Riesling !
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
..wunderbarer Rohling und super Erstgestaltung. Es geht auch ohne weitere Biegung gut weiter...
LG, Lutz
LG, Lutz
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Das gerade Stammstück ist sicherlich die Problemzone dieser Sylvestris. Waldkiefern können aber gut gestaltet werden, sind biegsam und sind mindestens genau so starkwüchsig wie die Mugos, von denen Du uns schon viele Deiner Gestaltungen gezeigt hast. Da geht noch einiges und ich bin gespannt auf Updates.
LG,
F.
F.
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Hallo Herbert
ich habe mir auch Gedanken über deinen Baum gemacht.Ich bewundere hier immer deine Bäume.
Ich traue mich mal dir, einen so erfahren Bonsai Meister, einen Vorschlag zu machen.
Auf dem Bild wirkt der von mir Rot markierte Bereich als ob da Saftrückzug wäre. Wenn man diesen Bereich und weiter oben mit Totholz ausarbeiten würde könnte man das gerade Stück entschärfen!
LG Dilek
ich habe mir auch Gedanken über deinen Baum gemacht.Ich bewundere hier immer deine Bäume.
Ich traue mich mal dir, einen so erfahren Bonsai Meister, einen Vorschlag zu machen.
Auf dem Bild wirkt der von mir Rot markierte Bereich als ob da Saftrückzug wäre. Wenn man diesen Bereich und weiter oben mit Totholz ausarbeiten würde könnte man das gerade Stück entschärfen!
LG Dilek
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Wer den Weg der Wahrheit geht
Stolpert nicht.
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- Herbert A
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Servus an alle
den Thread habe ich ganz aus den Augen verloren.
@ Dilek:
Ich bin kein Bonsai Meister. Ich bin wie die meisten hier nur ein leidenschaftlicher Bonsaianer, der dieses wunderschöne Hobby ein bissl länger und intensiver betreibt.
Es war nicht eindeutig ob der Baum an der von dir vermuteten Linie einen Saftrückzug hat. Eine genauere Untersuchung mit kleinen Bohrungen (damit die dicke Rinde nicht beschädigt wird) hat ergeben dass hier kein Saftrückzug ist.
Seit der Erstgestaltung im November 2018 habe ich den Baum nicht mehr angerührt. Die kräftige Düngung im letzen Jahr hatte gutes Wachstum aber natürlich auch längere Nadeln angeregt.
Hier ein Bild vom Herbst 2019
Nächstes Wochenende fahre ich wieder zu einem Workshop mit Alfredo Salaccione nach San Giorgio in Italien.
Da werde ich dem Stamm eine starke Biegung geben.
Der Stamm ist an der Stelle ca 5 cm dick. Es ginge natürlich da eine Bewegung durch Spannen reinzubringen. Ich möchte aber eine starke Biegung machen. Da scheint mir die schonenste Methode einen Keil herauszuschneiden und den Stamm dann die gewünschte Bewegung zu geben. Wenn es mir wie beabsichtigt gelingt, wird auch keine sichtbare Verletzung bleiben, da die Stelle optimal ist.
Hier habe ich eingezeichnet wo der Keil herausgeschnitten wird.
Ich freue mich schon auf den Saisonstart in Italien.
lg
Herbert
den Thread habe ich ganz aus den Augen verloren.
@ Dilek:
Ich bin kein Bonsai Meister. Ich bin wie die meisten hier nur ein leidenschaftlicher Bonsaianer, der dieses wunderschöne Hobby ein bissl länger und intensiver betreibt.
Es war nicht eindeutig ob der Baum an der von dir vermuteten Linie einen Saftrückzug hat. Eine genauere Untersuchung mit kleinen Bohrungen (damit die dicke Rinde nicht beschädigt wird) hat ergeben dass hier kein Saftrückzug ist.
Seit der Erstgestaltung im November 2018 habe ich den Baum nicht mehr angerührt. Die kräftige Düngung im letzen Jahr hatte gutes Wachstum aber natürlich auch längere Nadeln angeregt.
Hier ein Bild vom Herbst 2019
Nächstes Wochenende fahre ich wieder zu einem Workshop mit Alfredo Salaccione nach San Giorgio in Italien.
Da werde ich dem Stamm eine starke Biegung geben.
Der Stamm ist an der Stelle ca 5 cm dick. Es ginge natürlich da eine Bewegung durch Spannen reinzubringen. Ich möchte aber eine starke Biegung machen. Da scheint mir die schonenste Methode einen Keil herauszuschneiden und den Stamm dann die gewünschte Bewegung zu geben. Wenn es mir wie beabsichtigt gelingt, wird auch keine sichtbare Verletzung bleiben, da die Stelle optimal ist.
Hier habe ich eingezeichnet wo der Keil herausgeschnitten wird.
Ich freue mich schon auf den Saisonstart in Italien.
lg
Herbert
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Hallo Herbert,
toller Baum
Deine angewendeten Technicken faszinieren mich immer wieder aufs neue, sei mir bitte nicht böse für die vielen Fragen!
Wie tief, und mit was wird geschnitten?
Kann mann dann so eine kräftige Biegung gleich machen, oder geht das über Minuten? (Ich meine biegen, warten, biegen...)
Wo Kambium auf Kambium kommt wird verwachsen und versorgt!?
Funktioniert das bei Fichten und Mugos genauso?
toller Baum
Deine angewendeten Technicken faszinieren mich immer wieder aufs neue, sei mir bitte nicht böse für die vielen Fragen!
Wie tief, und mit was wird geschnitten?
Kann mann dann so eine kräftige Biegung gleich machen, oder geht das über Minuten? (Ich meine biegen, warten, biegen...)
Wo Kambium auf Kambium kommt wird verwachsen und versorgt!?
Funktioniert das bei Fichten und Mugos genauso?
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
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- Herbert A
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Servus László,
Grundsätzlich habe ich die Erfahrung dass das Einschneiden und biegen für eine Kiefer kein großer bzw. riskanter Eingriff ist.
Voraussetzung ist natürlich immer dass der Baum fit ist.
Bei dieser Sylvestris habe ich letztes Jahr 2 Einschnitte am Stamm gemacht und ein paar Äste sehr stark nach unten gebogen.
Der Baum hat das ohne weiteres verkraftet und war im Wachstum kein Nachteil zu erkennen.
Hier wurde jedoch kein Keil herausgeschnitten, sondern mit einer Säge nur ein Schnitt (halbe Stammstärke) gemacht und der Baum aufgegebogen.
Dabei verwächst die Wunde natürlich nicht zur Gänze. Es soll hier aber dann auch durch Teilentfernung der Rinde ein Shari gemacht werden.
Bei dem Baum in diesem Thread werde ich einen Keil herausschneiden und durch die Biegung wieder optisch zusammenfügen. Schnittiefe halber Stamm und die Biegung wird dann so gemacht dass kein Spalt bleibt. Angeblich sollte der Baum entsprechenden Kallus bilden und die beiden Schnittstellen wieder zusammenwachsen. Da habe ich aber selber noch keine eigenen Erfahrungen, hoffe aber dass die beiden Teile sich wieder verbinden. Wie so oft in unserem Hobby ist Learning by doing angesagt.
Wie man dabei vorgeht hat Ryan Neil in einem Video demonstriert. Hier der Link dazu.
https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=y6YbjFb60Uo
Aber grundsätzlich weiß ich dass diese Technik wilder ausschaut als es ist und eine gesunde Kiefer damit kein Problem haben sollte.
Beim biegen sollte man langsam vorgehen. Das gilt auch für Biegungen ohne Einschnitt. Zwischendurch immer wieder einmal ein paar Minuten Pause einlegen. Durch das biegen entsteht ja ein Saftdruck. Wenn ich dem Baum immer wieder ein paar Minuten Zeit gebe, entweicht das Wasser an den Druckstellen aus den Zellen und der Baum ist nach ein paar Minuten wieder erstaunlich leicht zu biegen ohne dass die Zellen zu sehr geschädigt werden.
Die Technik funktioniert sicherlich bei Fichten und Mugos genauso gut. Die Frage ob das auch wieder zusammenwächst wird sich zeigen. Die Gestalter die ich gefragt habe sind der Meinung dass es zusammenwächst. Bilder oder einen Baum konnten sie mir aber
nicht zeigen.
We will see.
Ich werde darüber berichten.
lg
Herbert
Grundsätzlich habe ich die Erfahrung dass das Einschneiden und biegen für eine Kiefer kein großer bzw. riskanter Eingriff ist.
Voraussetzung ist natürlich immer dass der Baum fit ist.
Bei dieser Sylvestris habe ich letztes Jahr 2 Einschnitte am Stamm gemacht und ein paar Äste sehr stark nach unten gebogen.
Der Baum hat das ohne weiteres verkraftet und war im Wachstum kein Nachteil zu erkennen.
Hier wurde jedoch kein Keil herausgeschnitten, sondern mit einer Säge nur ein Schnitt (halbe Stammstärke) gemacht und der Baum aufgegebogen.
Dabei verwächst die Wunde natürlich nicht zur Gänze. Es soll hier aber dann auch durch Teilentfernung der Rinde ein Shari gemacht werden.
Bei dem Baum in diesem Thread werde ich einen Keil herausschneiden und durch die Biegung wieder optisch zusammenfügen. Schnittiefe halber Stamm und die Biegung wird dann so gemacht dass kein Spalt bleibt. Angeblich sollte der Baum entsprechenden Kallus bilden und die beiden Schnittstellen wieder zusammenwachsen. Da habe ich aber selber noch keine eigenen Erfahrungen, hoffe aber dass die beiden Teile sich wieder verbinden. Wie so oft in unserem Hobby ist Learning by doing angesagt.
Wie man dabei vorgeht hat Ryan Neil in einem Video demonstriert. Hier der Link dazu.
https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=y6YbjFb60Uo
Aber grundsätzlich weiß ich dass diese Technik wilder ausschaut als es ist und eine gesunde Kiefer damit kein Problem haben sollte.
Beim biegen sollte man langsam vorgehen. Das gilt auch für Biegungen ohne Einschnitt. Zwischendurch immer wieder einmal ein paar Minuten Pause einlegen. Durch das biegen entsteht ja ein Saftdruck. Wenn ich dem Baum immer wieder ein paar Minuten Zeit gebe, entweicht das Wasser an den Druckstellen aus den Zellen und der Baum ist nach ein paar Minuten wieder erstaunlich leicht zu biegen ohne dass die Zellen zu sehr geschädigt werden.
Die Technik funktioniert sicherlich bei Fichten und Mugos genauso gut. Die Frage ob das auch wieder zusammenwächst wird sich zeigen. Die Gestalter die ich gefragt habe sind der Meinung dass es zusammenwächst. Bilder oder einen Baum konnten sie mir aber
nicht zeigen.
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Ich werde darüber berichten.
lg
Herbert
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Vielen Dank für die Erklärung Herbert!
Das Video habe ich sogar schon mal gesehen.
Ich werde deine Doku mit Interesse verfolgen (und parallel meine Fichte quälen).
Das Video habe ich sogar schon mal gesehen.
Ich werde deine Doku mit Interesse verfolgen (und parallel meine Fichte quälen).
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Hi László,
aber bitte darüber berichten. Wir können alle davon lernen.
lg
Herbert
aber bitte darüber berichten. Wir können alle davon lernen.
lg
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Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Servus an alle
Am Wochenende habe ich den Stamm bei einem Workshop mit Alfredo Salacccione gebogen.
Ursprünglich wollte ich einen Keil herausschneiden und so die Bewegung in den Stamm bringen. Das wäre auf alle Fälle die schnellste Methode um einen starken Stamm zu biegen. Außerdem wollte ich diese Technik einmal anwenden um damit Erfahrung zu sammeln.
Der Nachteil ist allerdings dass ich niemand kenne der mit zeigen kann wie das nach ein paar Jahren aussieht. Insbesondere ob das wieder zusammenwächst. Wenn nicht, würde ja durch den Saftrückzug die Rinde abgehen und dann schaut ein Schnitt wahrscheinlich nicht besonders schön aus.
Bei der Besprechung des Baumes mit Alfredo hat er mir eine Technik erklärt, die ich so auch noch nicht kannte. An der Innenseite der Biegung werden mit einem 6mm Bohrer Löcher im Abstand von 0,5 -1 cm gemacht. Hier entsteht eine Sollbruchstelle bzw. kann das Zellgewebe zusammengedrückt werden. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch dass der Saftfluss erhalten bleibt. Die Löcher sieht man auch kaum bei einer Kiefernrinde.
Aber Fotos sagen mehr als Worte.
Erstgestaltung im August 2018
Nach dem Biegen des Stammes Februar 2020
Die Äste wurden nur leicht in die Position gebogen, weil sie durch die Biegung eine andere Position eingenommen haben. Die richtige Drahtung erfolgt erst im Herbst 2020.
Die Technik
In dem zu biegenden Bereich haben wir mit einem 6 mm Bohrer in knappem Abstand 9 Löcher versetzt gebohrt. Dabei muss natürlich das Kernholz durchbohrt werden.
Nach dem biegen.
Durch das einspreizen eines Holzstückes kann ein exakter Druckpunkt erzeugt werden.
Die Veränderung des Baumes: April 2018, August 2018 und Februar 2020
Die Technik einen Stamm durch heraustrennen eines Keils zu biegen werde ich natürlich an einem anderen Baum anwenden. Bei einer meiner Wanderungen werde ich mir im Gebirge einen Baum suchen und das ausprobieren.
Liebe Grüße
Herbert
Am Wochenende habe ich den Stamm bei einem Workshop mit Alfredo Salacccione gebogen.
Ursprünglich wollte ich einen Keil herausschneiden und so die Bewegung in den Stamm bringen. Das wäre auf alle Fälle die schnellste Methode um einen starken Stamm zu biegen. Außerdem wollte ich diese Technik einmal anwenden um damit Erfahrung zu sammeln.
Der Nachteil ist allerdings dass ich niemand kenne der mit zeigen kann wie das nach ein paar Jahren aussieht. Insbesondere ob das wieder zusammenwächst. Wenn nicht, würde ja durch den Saftrückzug die Rinde abgehen und dann schaut ein Schnitt wahrscheinlich nicht besonders schön aus.
Bei der Besprechung des Baumes mit Alfredo hat er mir eine Technik erklärt, die ich so auch noch nicht kannte. An der Innenseite der Biegung werden mit einem 6mm Bohrer Löcher im Abstand von 0,5 -1 cm gemacht. Hier entsteht eine Sollbruchstelle bzw. kann das Zellgewebe zusammengedrückt werden. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch dass der Saftfluss erhalten bleibt. Die Löcher sieht man auch kaum bei einer Kiefernrinde.
Aber Fotos sagen mehr als Worte.
Erstgestaltung im August 2018
Nach dem Biegen des Stammes Februar 2020
Die Äste wurden nur leicht in die Position gebogen, weil sie durch die Biegung eine andere Position eingenommen haben. Die richtige Drahtung erfolgt erst im Herbst 2020.
Die Technik
In dem zu biegenden Bereich haben wir mit einem 6 mm Bohrer in knappem Abstand 9 Löcher versetzt gebohrt. Dabei muss natürlich das Kernholz durchbohrt werden.
Nach dem biegen.
Durch das einspreizen eines Holzstückes kann ein exakter Druckpunkt erzeugt werden.
Die Veränderung des Baumes: April 2018, August 2018 und Februar 2020
Die Technik einen Stamm durch heraustrennen eines Keils zu biegen werde ich natürlich an einem anderen Baum anwenden. Bei einer meiner Wanderungen werde ich mir im Gebirge einen Baum suchen und das ausprobieren.
Liebe Grüße
Herbert
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Klasse Herbert,
das sieht jetzt schon super aus und scheint auch wesentlich schonender als die Keilschnitt-Methode zu sein
Grüße
Rainer
das sieht jetzt schon super aus und scheint auch wesentlich schonender als die Keilschnitt-Methode zu sein
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Vielen Dank für den spannenden Einblick!
Lieben Gruß
Heinrich
Lieben Gruß
Heinrich
- rolfmaier67
- Beiträge: 352
- Registriert: 29.11.2016, 12:18
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
interessante Technik, dem Baum steht die Biegung auf jeden Fall gut.
LG
LG
Re: Pinus Sylvestris aus Arco
Hallo, Ihr Lieben,
Serge Clemence hat mir auch mal erzählt, dass er bei stark zu biegenden Stämmen einige Bohrungen macht und diese mit Bauschaum ausfüllt. Das gibt dann Biegsamkeit und doch Stabilität.
Michael Hagedorn hat 2013 bei der Gestaltung eines Lärchenfloßes für einen BA-Artikel einen Lärchenstamm (wenn auch einen nicht sehr dicken) eingesägt, den Spalt zusammengezogen, wieder an derselben Stelle gesägt, Spanndraht nachgezogen etc., bis er die gewünschte Biegung erzielt hatte. Er sagte, das sei sicherer, weil man beim Heraussägen eines Keils oft hinterher die Kambiumschichten nicht hundertprozentig genau passend aufeinander bekommt. Außerdem arbeitet man beim wiederholten Sägen in kleinen Schritten und sieht genau, wann es genug ist. Ich stelle mal ein paar Fotos dazu in einen gesonderten Thread. Das Floß habe ich vor einiger Zeit nochmal gesehen, man sieht überhaupt keine Spuren von dem Eingriff.
Hier der Link: viewtopic.php?f=9&t=50062
Liebe Grüße,
Heike
Serge Clemence hat mir auch mal erzählt, dass er bei stark zu biegenden Stämmen einige Bohrungen macht und diese mit Bauschaum ausfüllt. Das gibt dann Biegsamkeit und doch Stabilität.
Michael Hagedorn hat 2013 bei der Gestaltung eines Lärchenfloßes für einen BA-Artikel einen Lärchenstamm (wenn auch einen nicht sehr dicken) eingesägt, den Spalt zusammengezogen, wieder an derselben Stelle gesägt, Spanndraht nachgezogen etc., bis er die gewünschte Biegung erzielt hatte. Er sagte, das sei sicherer, weil man beim Heraussägen eines Keils oft hinterher die Kambiumschichten nicht hundertprozentig genau passend aufeinander bekommt. Außerdem arbeitet man beim wiederholten Sägen in kleinen Schritten und sieht genau, wann es genug ist. Ich stelle mal ein paar Fotos dazu in einen gesonderten Thread. Das Floß habe ich vor einiger Zeit nochmal gesehen, man sieht überhaupt keine Spuren von dem Eingriff.
Hier der Link: viewtopic.php?f=9&t=50062
Liebe Grüße,
Heike
