Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

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FlorianKirsch89
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Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Hallo:)

Ich habe mal eine Frage zwecks der Kapillarwirkung bei einer Bonsaischale. Ich gieße grundsätzliche meine Bonsais immer so lange bis das Wasser aus den Drainagelöchern heraus tropft bzw läuft. Nun ist mir aber öfters schon aufgefallen das wenn die Schale in der Wagerechten steht kein Wasser mehr durch die Drainagelöchern kommt, wenn man die Schale aber ein wenig schräg hält wieder Wasser aus den Löchern tropft.
Ist das normal das wenn die Schale Wagerecht steht immer ein Wasserfilm unten in der Schale stehen bleibt? Und wenn ja ist das Schädlich für den Baum an sich wenn dort Wurzeln wachsen würden?
Ich arbeite Grundsätzlich bei all meinen Bäumen eine dünne Drainageschicht unten ein, ich nehme mal stark an das genau diese Schicht dafür sein soll?

Gruß Florian
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Walter Pall
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von Walter Pall »

Florian, das hat zu tun mit der Fähigkeit des Substrates, Wasser zu halten. Je nach Zusammensetzung des Bodengrundes hält sich eine Wassersäule von bestimmter Höhe ohne dass weiter überschüssiges Wasser abrinnt nach dem Gießen. Nehmen wir an, das ist eine 5-cm-Wassersäule in einem Subtrat, das 7 cm hoch steht. Dann ist es zwei Zentimeter unter der Oberfläche feucht, oben ist es trocken. Wenn man nun die Schale kippt, dann muss die Wassersäule vom tiefsten Punkt hoch gerechnet werden. Gleich nach dem Kippen ist dann aber die Wassersäule deutlich mehr als 5 cm hoch. Also rinnt alles raus, was höher als 5 cm ist, weil das Subtrat mehr nicht halten kann.

Dieses Phänomen wird genutzt um Bäume zu retten, die in der Schale 'ersaufen' wegen falscher altmodischer Erde oder zu dauerfeuchtem Akadama. und wenn ein Umtopfen zur Zeit nicht angesagt ist. Ein Holzklotz wird unter die Schale auf einer Seite gesetzt, so dass sie dauerhaft schief steht. dann rinnt Wasser aus, das sonst in der Schale geblieben wäre.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
hwolf
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von hwolf »

... allerdings bin ich für diesen Effekt in der Sonnenzeit ganz dankbar! Man muss es nur einkalkulieren ;)

Lieben Gruß
Heinrich
FlorianKirsch89
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Hallo Herr Pall:)

Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort. Also sollte ich nach jedem Gießen die Schalen auf jeden Fall für einige Minuten Schräg stellen ist das richtig? In den Bonsaischulen wird das aber bestimmt nicht so gemacht oder? Jedenfalls habe ich noch nie gesehen das dort irgendwelche Schalten schräg gestellt sind, und die verwenden ja eigentlich auch kein anderes Substrat als ich bei meinen Bonsais hier zuhause habe. Wie machen sie das bei sich?

Meine Substratmischung 25% Akadama 25% Bims 25% Lava und 25% Rindenhumus mit Fruhstorfer Mix. Denken Sie das diese Mischung ok ist?
Gibt es denn überhaupt irgendeine Möglichkeit um diesen Effekt komplett zu umgehen dass das Wasser gehalten wird solange man die Schale nicht schräg stellt?
Diese 3 Bäume habe ich heute umgetopft und da ist es mir wieder besonders aufgefallen dieses Phänomen.

Gruß Florian
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Walter Pall
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von Walter Pall »

Dein Substrat ist in Ordnung. Du musst überhaupt nichts machen. Du hast nach dem Effekt gefragt. Der wurde erklärt - er stört hier nicht. Kein Mansch macht das, wenn er nicht muss.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von Walter Pall »

doppelt
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Artur
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von Artur »

Hallo Florian,

am Anfang ist es schwer die Feuchtigkeit abzuschätzen.
Wasserdurchlässigkeit und Staunässe schließen sich nicht aus. Die Kapillarwirkung im Substrat ist oft eine unterschätzte Fehlerquelle.
Die Kapillarwirkung ist hauptsächlich abhängig vom Hohlraum zwischen den Substratbestandteilen. Aber auch von der Form, der Wasserhärte, Temperatur, Dünger und ….
Wenn Du wissen willst, ob dein Substrat gut ist, hilft nur messen.

Mein Tipp zum Wasserhaltung prüfen: Eine durchsichtige Bonsaischale.
Einfachste Lösung Deckel von CD-Spindel!
Loch rein bohren, umdrehen, Netz einsetzen, bevorzugtes Substrat einfüllen, wässern!
Zuschauen!

Für mich wars der Aha-Effekt.
Die Schale schräg stellen ist eigentlich nur ein Test, ob es passt.
Wenn man dann die Bäume lange genug gepflegt hat, braucht man das nicht mehr.
Dann sieht man einfach ob wässern notwendig ist.

Viele Grüsse
Artur
FlorianKirsch89
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Okay dann ist ja gut, mein denken war einfach nur das die Bäume nasse Füße bekommen könnten wenn ich dieses kurzzeitige Schräg stellen der Schale nicht mache um das restliche Überschüssige Wasser ablaufen zu lassen. Normalerweise steht das Wasser ja unten in der Drainageschicht, aber Gesetz dem Fall man hat in seiner Schale nicht so eine Drainageschicht wäre das doch bestimmt nicht gerade so gut für die Wurzeln die dann dauerhaft unten am Schalenboden im Wasser liegen.
FlorianKirsch89
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Hallo Artur

Das mit dem Deckel einer CD Spindel ist eine super Idee, das werde ich mal ausprobieren:)
Also bedeutet das selbst wenn ich ein rein Mineralisches Substrat verwende was noch so durchlässig ist könnten meine Bäume unter Staunässe leiden?
Für mich ist das im Moment noch etwas schwierig zu verstehen muss ich ganz ehrlich sagen.

Was meinst du mit dem Test. Heißt wenn ich die Schale schräg Stelle und kein Wasser raus läuft passt das Substrat egal wieviel und wielange ich Vorher gewässert habe?
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Artur
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von Artur »

Der Test ( Schale schräg stellen) sagt nur aus ob eine stehende Wassersäule vorhanden war.
Das ist oft sogar erwünscht. Z. B. bei großer Blattmasse im Sommer.
Das sagt aber nichts über die sonstige Wasserhaltung aus. Das merkt man dann bei der Pflege.
Wie lange dauert es bis die Substratoberfläche abtrocknet.

Eine stehende Wassersäule wird erst zur Staunässe wenn eine Zersetzung von organischem Material ohne Sauerstoff stattfindet. Das geht auch ohne Wassersäule (z.b. zuviel Torf in der Schale), dauert aber eine gewisse Zeit.
Beim ausreichenden Gießen und durchlässigem Substrat wird die Schale ausgeschwemmt, damit läuft die Zeit neu.

Zur Durchlässigkeit und Staunässe:
Nimm eine Hauswasserleitung, die ist gut durchlässig,
trotzdem ist immer Wasser drin.
Läuft lange genug kein Wasser wird es auch schlecht. Dauert aber länger wie in der
Bonsaischale, ist auch weniger organische Masse vorhanden.
FlorianKirsch89
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Also schadet im Prinzip eine stehende Wassersäule in der Bonsaischale nicht. Mein denken war immer wenn Wasser in der Schale steht wie jetzt in diesem Fall durch diese Wassersäule kommt automatisch kein Sauerstoff an die Wurzeln, denn diese sind ja komplett vom Wasser umhüllt und dadurch entsteht dann Staunässe.
FlorianKirsch89
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Aber im Prinzip ist ja eine Wassersäule in der Schale Überschüssiges Wasser was das Substrat nicht mehr aufnehmen kann weil es mit Wasser gesättigt ist und nur noch in der Schale von der Haltekraft des Subtrates gehalten wird richtig?
Ich stelle mir das im Sommer äußerst nützlich vor da man ja weniger gießen muss aber im Winter könnte das schon Probleme geben oder sehe ich das falsch?
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Walter Pall
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von Walter Pall »

Ntürlich ist eine Wasersäule im Substrat sehr wünschenswert. Ohne sie müssten wir ja merhfach am Tag giessen. Aber das Substrat muss luftdurchlässig sien, so dass kein Sumpf entsteht.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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bonbon-sai
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von bonbon-sai »

Hi,

Wer kippt eigentlich die Erde, wenn es viel geregnet hat? *ironie*

Bitte nicht übel nehmen, aber gegen die Physik kann man nix machen - und vor allem muss man es auch nicht.

Wie Walter und andere geschrieben haben: es wird erst zum Problem, wenn es sich über längere Zeit staut.

Schöne Grüße
Maik

P. S. Ich bin ein wenig erstaunt wieviele gute Bäume du hast und worüber du dir Sorgen machst. Darf ich fragen wie lange du das Hobby schon betreibst?
Schöne Grüße
Maik
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Mit den Menschen ist es wie mit den Autos - Laster sind schwer zu bremsen.
Heinz Erhardt
FlorianKirsch89
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Re: Kapillareffekt in einer Bonsaischale?!

Beitrag von FlorianKirsch89 »

Danke erstmal für das Kompliment einiger guter Bäume, bin auch sehr stolz darauf diese zu besitzen. Also ich bin 31 Jahre alt und ich habe das Hobby bonsai also Jugendlicher schon einmal betrieben, habe es aber leider dann aufgegeben da ich andere Sachen im Kopf hatte.
Mein Vater betreibt das Hobby nun schon über 15 Jahre und daher bin ich nie so ganz weggekommen davon und jetzt bin ich erst seit einem halben Jahr wieder voll dabei und versuche mir so viel und so gut es geht wissen anzueignen. 8 Bäume habe ich im Moment davon 1 Tropischer 3 Subtropische und 4 Freiland Bonsai.

Ich mache mir immer zuviel Gedanken glaube ich, habe immer etwas schiss etwas falsch zu machen denke ich. Daher nehmt es mir bitte nicht für übel wenn ich manches etliche Male hinterfrage.
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