Ich beschäftige mich mittlerweile einige Jahre mit der Stecklingsvermehrung von Acer Palmatum. Zuletzt ist mir dieses Thema ein ernstes, da ich endlich unveredelte Jungpflanzen des Acer Palmatum Arakawa halten möchte, was aufgrund der Kork-Rinde und der unter der Veredelung befindlichen glatten Rinde verständlich sein sollte
Letzten Sommer hat es mit 2 Stecklingen geklappt. Zusammenfassung: Nässe, und mittlerweile habe ich gelernt, dass es für A.palmatum schon zu nass ist, wenn man denkt, dass es schon zu trocken ist, tötet Ahorn Stecklinge. Gesetzt wurde die Kleinen mit Clonex oder Rhizopon 2% in reines, lebendes Sphagnum Moos bei 100% Luftfeuchte. Das Substrat ist unkonventionell, bietet jedoch Vorteile in der Wasserregulierung und vor allem dem Luftaustausch, da es nicht verdichtet. Ich habe trotzdem viele Steckis verloren, da ich oft dachte, dass diese vertrocknen und nachhelfen wollte
Jetzt waren durch den starken Austrieb vom letzten Jahr schöne lange Triebe an meinen Pflanzen, die ich nutzen wollte. Im englischsprachigen Forum Bonsainut wurde zur Vermehrung von A.palmatum oft empfohlen, diese im Januar zu stecken. Bei der weiteren Recherche nach erfolgsversprechenden Bewurzelungsmethoden bin ich auf folgende Masterarbeit gestoßen, die sich der Vermehrung und Kultur von A.palmatum beschäftigt:
https://vtechworks.lib.vt.edu/bitstream ... sAllowed=y
Nennenswert ist hier, dass im Kapitel "Hartholz-Vermehrung", welche im späten Winter begonnen wird, ebenfalls die geringe Substratfeuchte angesprochen wird.
Als Substrat habe ich mir für diesen Versuch Vermiculite ausgesucht, da dieses ebenfalls luftig und feuchtigkeitsregulierend ist. Es wurde nur ganz leicht angefeuchtet.
Zum Einsatz kommt das folgende aeroponische System, wobei dieses als Minigewächshaus genutzt wird und das Wasserreservoir darunter nur zur Erzeugung von Luftfeuchtigkeit fungiert.
Das Gewächshaus wurde die letzten 3 Wochen ebenfalls bei 100 % Luftfeuchtigkeit gefahren, indem eine Öffnung zum darunterliegenden Reservoir offen blieb. Ich war erstaunt, dass ca. 80 % der Stecklinge einen gesunden Kallus gebildet haben, wie im folgenden Bild.
Jetzt hat sich das Blatt allerdings gewendet. Die Stecklingskontrolle ergab einen spontanen großflächigen Schimmelbefall der Stecklinge im Vermiculite. Die Kleinen werden von unten schwarz und der Schimmel bildet große Substratklumpen um den Steckling.
Lediglich eine handvoll Deshojo und Arakawas haben weiterhin kein Schimmel und gesunden Kallus, teilweise die erste Wurzel, die sich aus dem Kallus erhebt.
Da ich meinem Ziel sehr nah bin und mir auf der Zielgeraden wieder so ein Rückschlag droht, wende ich mich an euch nach guten Tipps und Vorgehensweisen.
Was kann zu dem Schimmelbefall geführt haben? Ist das Vermiculite durch die Luftfeuchte und Kondensation nass geworden?
Ich habe die letzten drei Tage nun ordentlich gelüftet und die Öffnung zum Reservoir geschlossen, damit kein Wasserdampf mehr nachkommen kann.
Wie gehe ich am besten weiter vor? Wie bringe ich die verbleibenden Stecklinge mit gesundem Kallus zur Wurzel und wie sieht die anschließende Kultur aus, wenn es draußen noch zu kalt und eventuell auch frostgefährlich werden kann?
Für eure Mithilfe bedanken ich mich jetzt schon!
Euer Pascal
