Lonski hat geschrieben: 10.04.2020, 14:18
Einmal umgetopft und Wurzeln zurückgeschnitten habe ich nach einem Jahr bereits (wurde mir so in Artikeln übers Umtopfen geraten). Ab und zu habe ich ein paar welke/bräunliche Blätter abgeschnitten.
Umtopfen, Wurzeln schneiden und ordnen und danach weiter gut Pflegen. Das ist bei Jungpflanzen leider die ersten Jahre so ziemlich das einzige was man machen kann. Mir wurde deshalb als Anfänger auch empfohlen sich zusätzlich einen reiferen Baum zuzulegen damit ich die jüngeren mit Ungeduld nicht überfordere/umbringe.
Lonski hat geschrieben: 10.04.2020, 14:18
Jetzt die Überlegung: Besonders der Jacaranda und der Benjamin sehen für mich irgendwie schon ziemlich hoch aus, so als ob sie bereits normale Bonsaihöhe erreicht hätten. Was meint ihr, wird es bei manchen von denen vielleicht Zeit für den ersten Rückschnitt? Oder würdet ihr die noch weiter wachsen lassen?
Aufjedenfall noch wachsen lassen. Nur so kann sich der Stamm noch verdicken. Wie Achim schon geschrieben hat gibt es dazu mehrere Methoden. Bzgl. der normalen Bonsaihöhe ist immer die Frage welche Endhöhe du anstrebst.
Lonski hat geschrieben: 10.04.2020, 14:18
Eine weitere Überlegung: Bisher sieht es so aus, als würden sie deutlich stärker in die Höhe als in die Breite wachsen. Wie macht man das, wenn man noch mehr Breite möchte und dafür aber "zu viel" Höhe in Kauf nehmen muss?
Die meisten Bäume haben eine Apikaldominanz. Das heißt sie wachsen mehr in die höhe als in die breite. Das liegt in ihrer Natur. Im Prinzip ist diese Höhe am Anfang egal da das meiste wieder weg kommt. Wichtig ist das sich der Stamm verdickt und dazu braucht er Wachstum.
Soll heißen:
- Man lässt den Baum mal wachsen (viel höher als er mal sein sollte, können manchmal auch 1-2m sein)
- je nach gewünschter Endhöhe schneidet man den Stamm bis oberhalb eines geeigneten Astes wieder ab
- dieser Ast wird dann den Stamm fortführen. So bekommt man dann auch eine schöne Bewegung im Stamm und man hat nicht einfach einen geraden Stock (Besenstiel)
- dies wird alle paar Jahre wiederholt, so entsteht eine schöne Verjüngung (Stamm ist unten dick und wird nach oben hin dünner)
Die Schnittwunden des alten Stammes verheilen wieder. Deshalb ist auch ein sauberer Schnitt notwendig. Und wen er danach wieder frei in die Höhe wachsen darf verheilen sie umso schneller.
Lonski hat geschrieben: 10.04.2020, 14:18
Stamm bei der gewünschten Höhe abschneiden? Das dürfte doch ein unschönes abruptes Ende des Stamms zur Folge haben, oder?
Du schneidest eigentlich unterhalb der gewünschten Höhe, lässt einen neuen Trieb wachsen, schneidest wieder, bis du irgendwann die entgültige Höhe und die gewünschte Stammdicke erreicht hast. Je nach Methode (ob Freiland oder Topf etc. wie Achim schreibt) kommt es zu größeren oder kleineren Schnittwunden. Wen du jedes Jahr zurück schneidest hast du zwar sehr kleine Schnittwunden, es dauert allerdings länger bis sich der Stamm verdickt. Wen du ihn alle 2-3 Jahre zurück schneidest - größere Schnittwunde - aber auch schnellere Stammverdickung.
Ich weiß nicht ob ich alles verständlich erklären konnte.
Aber hier im Forum sind viele sehr hilfreiche Artikel die mit sehr geholfen haben die Grundprinzipien und Vorgehensweisen zu verstehen. Lies dir diese mal durch. Da bekommst du dann auch eine Ahnung davon auf welchen Zeitraum du dich ungefähr einstellen musst. Aber es macht richtig Spass die jungen Bäume zu Pflegen und zu beobachten wie sie heran reifen.
Der Fachwissen Index mit eine Menge hilfreicher Artikel:
bff_fw_index.php
Folgende Artikel beschreiben sehr gut, inkl. Bildern, die Vorgehensweisen mit Jungpflanzen.
viewtopic.php?t=20039
viewtopic.php?t=20141
viewtopic.php?t=20040