Versuch 2 ein Buchsbaum

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Baum1000
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Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von Baum1000 »

Hallo hier noch einmal richtig

Ich bin Hauke und komme aus Pinneberg nach meinem ersten Versuch mit einem Ahorn (ich hoffe er schafft es doch noch) habe ich nun die Möglichkeit mir bis zu 3 Buchsbäume auszugraben >10 Jahre und 70-80cm hoch. Nun wollte ich nachfragen wie ihr vorgehen würdet. Ich würde mir große Töpfe besorgen und die Buchsbäume erstmal im alten Substrat belassen und im Frühjahr umtopfen. Die Äste würde ich kürzen und entfernen was mir nicht gefällt. Ist meine geplante Vorgehensweise richtig?
Im Frühjahr würde ich dann Bähton mit 20%Holzkohle als Substrat wählen.
Was sind so eure Erfahrungen mit Buchsbäumen? Eignen diese sich für Anfänger? Und was ist besonderes zu beachten?
Danke im voraus
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bock
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

Moin Hauke,

ich habe einen Buchsbaum 2016 Mitte April ausgegraben und zurückgeschnitten.
Danach zwei Wochen schattig aufgestellt.
Der hat es ganz gut verkraftet.
Vorteil: Buchsbaum ist schnittverträglich und winterfest.
Nachteil: Die Triebe werden recht schnell hart, so dass man schon bei dünnen Ästen Schwierigkeiten bekommt, diese zu drahten.
In Pinneberg sollte auch der Buchsbaumzünsler noch kein Problem sein.
Viel Glück!

:-D
liebe Grüße Andreas
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Baum1000
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von Baum1000 »

Danke für die schnelle Antwort.
Gibt es Bilder von deinem Baum?
Kann ich ihn direkt schneiden und umtopfenin neues Substrat oder wird das zu viel?
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bock
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

Mein Buchsbaum

Ich glaube zwar, dass er das im Prinzip überleben könnte (optimale Nachsorge vorausgesetzt), aber er hat einen besseren Start, wenn du zu dieser Jahreszeit die Wurzeln so wenig wie möglich störst.
Oder noch besser: du wartest bis Ende August.
Den Rückschnitt könntest du dann Anfang Juni machen, im Spätsommer dann nur Ausgraben, Wurzelschnitt und in frisches Substrat eintopfen.

Momentan steckt der Buchs alle Energie in den Austrieb, da dauert es länger, bis er nach dem Rückschnitt wieder ergrünt. Auch ist es zweifelhaft, ob er bis zum Sommer genug Feinwurzeln ausbildet, die den erhöhten Wasserbedarf decken können.

Geduld ist das Schwierigste, aber auch das Wichtigste bei Bonsai.
Buchsbaum ist aber eine lohnende Art.

;)
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Baum1000
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von Baum1000 »

Also ausgraben muss ich die morgen sonst kommen die weg.. Die frage ist bloß ob ich direkt einen Rückschritt mache oder nicht.. Wenn ich ihn nun ausgabe und zurück schneide kann ich dann im August einen wurzelschnitt durchführen?
Erhöhten wasserbedarf durch zurück schneiden oder weswegen?
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baeumchen
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von baeumchen »

wenn morgen ausgraben, dann ab in einen großen topf, oder in den boden, ohne die wurzeln zu schneiden
obenrum nur die sichtbar zu langen äste rausnehmen
dann bis kommendes jahr (2021) hätscheln ...
dann umsetzen mit wurzelschnitt und erster gestaltung

hat bei meinen 3 exemplaren aus dem nachbarsgarten wunderbar funktioniert
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der frank aus stuttgart

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bock
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

Der erhöhte Wasserbedarf entsteht durch die sommerlichen Temperaturen.
Wenn er raus muss, auf jeden Fall zurückschneiden. Bei Laubbäumen soll man beim Umtopfen ein Gleichgewicht zwischen erhaltener Wurzelmasse und verbleibendem Grün herstellen.
Ob er im August schon fit ist für einen Wurzelschnitt bezweifle ich. Gib ihm lieber ein Jahr mehr.
Bonsai ist kein Leistungssport, und Bäume sind keine Sprinter....

;)

edit @ Frank: wenn du obenrum wenig schneidest, reicht schattige Aufstellung für zwei Wochen eventuell nicht. Windgeschützt muss dann auch sein, u.U. sogar ein Verdunstungsschutz in Form einer klaren Plastikfolie, alternativ Gewächshaus.
Pinneberg ist nicht Stuttgart...

8)
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baeumchen
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von baeumchen »

bock hat geschrieben: 06.05.2020, 13:38
edit @ Frank: wenn du obenrum wenig schneidest, reicht schattige Aufstellung für zwei Wochen eventuell nicht. Windgeschützt muss dann auch sein, u.U. sogar ein Verdunstungsschutz in Form einer klaren Plastikfolie, alternativ Gewächshaus.
Pinneberg ist nicht Stuttgart...
ok - ist pinneberg so viel "wüstiger" als stuggi-town?
aber du hast recht, meine buchsbäume standen absonnig, windgeschützt und relativ kühl
gut dass du die sprache drauf bringst
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bock
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

wüstiger wohl net -
aber kühler, windiger und vor allem später (was Austrieb, Vegetationszeit und Schnittzeitpunkt angeht).

Beim Rückschnitt ist es immer ein Balance-Akt: der Baum braucht das Laub zum Anwachsen, andererseits müssen die Wurzeln das Laub auch versorgen können. Ich gehe da lieber auf Nummer sicher und schneide oben etwas mehr, wächst im Zweifel schneller wieder nach als ein überforderter Wurzelapparat.

;)
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von Baum1000 »

Kühler und windiger ist es hier auf jeden Fall. Bei den Buchsbäumen kam mireider einer zuvor.. Werde mir nun am Wochenende einen Wacholder aus dem Baumarkt besorgen. Hat da jemand einen Ratschlag für mich?
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bock
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

Moin Hauke,

du wohnst doch im Landkreis mit der größten Baumschuldichte bundesweit. Warum also Baumarkt?
Wacholder sind für Anfänger nicht sooo optimal.
Versuche es ruhig mal und frage nach einer Sorte, die resistent ist gegen Birnengitterrost.
Ich würde dir eher zu Hainbuche, Japanischer Lärche, Zierapfel, Kirschpflaume oder Feuerahorn raten. Ulmen, Weißdorn/Rotdorn (veredelt), Winterlinde, Zwergmispel, Heckenkirsche, Weide und Birke sind auch nicht schlecht.
Oder du holst dir im Arboretum in Ellerhoop ein paar Inspirationen...

;)
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von Baum1000 »

Wieso ist der wacholder nicht so geeignet? Habe gehört dass er recht robust ist. Ich dachte an wacholder da dieser wie ich finde schon recht früh Bonsai mäßig aussieht. Ich weiß Bonsai ist kein Wettlauf aber gerade am Anfang will man ja auch Ergebnisse sehen. Danke für die Vorschläge werde mit die Sorten mal anschauen.
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bock
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

Wacholder gehört zu den Koniferen und damit zu einer Gruppe von Pflanzen, denen man nur EINE Gemeinheit pro Jahr antun sollte.
Das kann die Geduld eines Einsteigers schon mal arg strapazieren.
Ich habe seit Jahren einen Wacholder, komme damit aber immer noch nicht zurecht. Aber vielleicht hast du ja das richtige Händchen für Wacholder.
Lärchen sind zwar auch Koniferen, ich finde sie aber deutlich leichter in der Pflege und Gestaltung.
Generell möchte ich dir raten, möglichst ein paar Pflanzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien anzuschaffen.
Es ist besser seinen Enthusiasmus auf mehrere Exemplare zu verteilen als bei ein, zwei Bäumchen die Finger nicht stillhalten zu können.
Bedenke, dass momentan weder ein günstiger Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen noch fürs Umtopfen ist.
Also sollten deine Neuerwerbungen erstens eingepflanzt sein (Containerware) und zweitens in dein Transportmittel passen.
Mitte Juni könntest du zu große Exemplare stark zurückschneiden, Ende August bis Mitte September könntest du deine Kandidaten in Trainingsschalen oder Teichpflanzkörbe verpflanzen.
Bis dahin gibt es hier viel zu lesen, über die Entwicklung eines guten Wurzelansatzes (Nebari), Stammverdickung (Mast) und -verjüngung (Rückschnitt auf Seitentriebe) sowie Bearbeitung von Astansätzen, Stammbewegung und Aufbau eines Grundgerüstes der Verzweigung.
Genau in dieser Reihenfolge solltest du die Erziehung deiner künftigen Bonsai angehen. Es zahlt sich langfristig aus.
bock hat geschrieben: 06.05.2020, 12:35 ...
Geduld ist das Schwierigste, aber auch das Wichtigste bei Bonsai.
...

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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von Baum1000 »

Ah okay also kann der wacholder nicht so viel ab wie ich dachte.
Ich bin nun am überlegen mir folgende Pflanzen amzuschaffen:
Zierapfel
Böschungsmyrthe
Zwergmispel

Diese würde ich mir aus einer baumschule besorgen (günstiger als gedacht)
Nun meine Frage wie suche icb die richtigen Bäume aus? also was ist ein gutes nebari, nach langem suchem finde ich da nicht den richtigen Beitrag, und worauf ist sonst zu achten?
Was wären die ersten Schritte Sie vorzubereiten? Ich denke erstmal nur Gießen und wie von Andreas erwähnt Mitte Juni zurück schneiden?
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Re: Versuch 2 ein Buchsbaum

Beitrag von bock »

*up*

Ein guter Wurzelansatz ist nah unter der Erdoberfläche allseitig gleichmäßig.
Da lohnt sich längeres Suchen im Angebot der Baumschulen. Oft haben die Pflanzen oberflächennah eine starke Wurzel und darunter etwa zehn bis zwanzig Zentimeter Pfahlwurzel - ganz schlecht. Oder Wurzeln, die sich oberflächennah mehrfach eng um den Stamm ringeln. Fürchterlich! Ich habe dereinst eine Olive gekauft, die hatte einen stark durchwurzelten Topf. Um an den Wurzelansatz heranzukommen, habe ich den Ballen in der Mitte durchgesägt (quer!). Damit habe ich den Baum umgebracht, denn der Stamm ging bis zum Topfboden herunter und alle Wurzeln wuchsen nach oben... :roll:
Also nimm einen Zungenspatel oder einen Eisstiel mit und kratze bei sympathisch wirkenden Bäumen die Erde oberflächlich am Stammansatz weg. Das erspart dir unliebsame Überraschungen...
Wichtig ist auch, dass die Kandidaten gesund sind. Zu dieser Jahreszeit erkennst du das am gleichmäßigen Austrieb, kräftg grünes Laub und keine Parasiten unter den Blättern.
Zieräpfel gibt es in Zig Sorten. Evereste ist beliebt, weil die Früchte lange am Baum bleiben. Red Jade hat hängende Äste, Pomzai einen gedrungenen Wuchs und Lizet ist auch recht beliebt.
Die Böschungsmyrte (Lonicera pileata, hier im Forum auch als Heckenkirsche zu finden) ist unkompliziert, frohwüchsig und in kurzer Zeit in ansehnliche Form zu bringen.
Zwergmispeln gibt es auch in vielen Sorten, da würde ich zu aufrecht wachsenden Exemplaren mit kleinen Blättern raten.

Hast du deinen Neuerwerb zuhause, stellt sich erstmal die Frage nach dem richtigen Standort. Alle drei vertragen volle Sonne, besonders die Äpfel sind als durstig bekannt, aber auch Lonicera und Cotoneaster haben einen recht hohen Wasserbedarf. Cotoneaster verträgt auch halbschattige Standorte, Lonicera sogar halbschattig bis schattig.
Alle drei sind winterhart, brauchen also keine besonderen Schutzmaßnahmen - nur schattig und windgeschützt aufstellen nach dem Laubfall. Lonicera (und teilweise Cotoneaster) behält das Laub, da muss auch im Winter gelegentlich die Substratfeuchte kontrolliert werden.
Dann lernst du deine Pflanzen erst mal kennen, hilfst ihnen beim Wachsen und studierst ihren Wuchs. Ob dieses Jahr schon etwas geschnitten werden muss oder kann entscheiden wir am Besten gemeinsam anhand von aktuellen Fotos deiner Schützlinge.
Vorteil eines frühen Schnitts ist die erzielbare Verjüngung bei möglichst kleinen Wunden. Nachteil ist das Bremsen des Dickenwachstums.
Das will bei jedem Baum gut überlegt sein.
Spätestens nächstes Frühjahr - ich würde zum kommenden Spätsommer raten - würde ich in Trainingstöpfe oder TPK umpflanzen. Alle drei genannten Arten sind kalkverträglich, also wähle kein zu saures Substrat.
Was das angeht, findest du reichlich Informationen hier im Forum. Auch zum Wurzelschnitt, aber das hat ja noch Zeit...

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Einkauf!

:-D
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