Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

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migo
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von migo »

bonsaiheiner hat geschrieben: 07.07.2020, 20:00 ... wegen meiner lausigen Fotografierkünste.
Wenn Dich das tröstet, ich kann auch nur knipsen. :oops:
Tschüüss, Michael

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bock
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bock »

bonsaiheiner hat geschrieben: 07.07.2020, 20:00 ... wegen meiner lausigen Fotografierkünste.
Sorry, Heiner
Moin Heiner,

das Bild ist so schlecht nicht.
Der Baum, auch die Schale, erste Sahne!
Deshalb erlaube mir bitte eine Nachbearbeitung deines Bildes, zunächst mit Irfan View nur einmal "Autokorrektur" gemacht:

.
Besenzelkowe 26.6.20_heiner_autokorr_iv.jpg
Besenzelkowe 26.6.20_heiner_autokorr_iv.jpg (290.29 KiB) 2735 mal betrachtet
.

Mir kam das Bild immernoch zu hell vor (der Belichtungsmesser der Kamera rechnet nicht mit schwarzen Hintergründen sondern nimmt an, dass das Motiv 18% des einfallenden Lichtes reflektiert), anstatt die Helligkeit zu reduzieren habe ich eine Gamma-Korrektur mit 89% gemacht.
Das hat den Vorteil, dass die Kontraste erhalten bleiben und das Hauptmotiv nicht im Grau versinkt.

.
Besenzelkowe 26.6.20_heiner_gamma_089.jpg
Besenzelkowe 26.6.20_heiner_gamma_089.jpg (292.06 KiB) 2735 mal betrachtet
.

Nun könnte man noch den Farbton ändern oder die Spitzlichter reduzieren, aber ich denke, für den Anfang reicht es...

8)
liebe Grüße Andreas
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bonsaiheiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner »

Danke Andreas,
Gammakorrektur bei irfanvieuw sagt mir was, werde ich in Zukunft beherzigen.
An der Camera kann man doch sicher auch vorab etwas zur Korrektur einstellen (Nikon)
Kennst Du auch da den geheimnisvollen Knopf?
Gruß,
Heiner
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bock
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bock »

bonsaiheiner hat geschrieben: 09.07.2020, 17:07 ...
An der Camera kann man doch sicher auch vorab etwas zur Korrektur einstellen (Nikon)
Kennst Du auch da den geheimnisvollen Knopf?
Gruß,
Heiner
Moin Heiner,

ich knipse seit den Achtzigern mit Nikon.
Alle drei SLRs haben eine Belichtungskorrektur, der Knopf ist mit "+/-" markiert.
Im Normalfall fotografiere ich mit Zeitautomatik ("A") und stelle die gewünschte Blende (für die erforderliche Tiefenschärfe) an der Kamera ein. Bei den meisten Baumbildern mit dunklem Hintergrund stelle ich die Belichtungskorrektur auf "-0,7" (2/3 Blenden oder EV Unterbelichtung). Bei der Bildbearbeitung korrigiere ich dann bei Bedarf noch etwas nach. Hilfreich ist zur Vermeidung zu hoher Kontraste indirektes Licht, etwa bei leicht wolkenverhangener Sonne, oder die Aufhellung der dunklen Baumseite mit einem Reflektor, beispielsweise Rettungsfolie oder Styropor-Platte.
Eine andere Möglichkeit ist die Einstellung der Belichtungs-Meßmethode.
Üblicherweise ist Matrixmessung voreingestellt, dann werden alle Bildbereiche über einen Algorithmus zur Belichtung herangezogen.
Du kannst aber auch auf mittenbetonte Messung oder Spotmessung umschalten, dann wird nur der zentrale Bildbereich (60% resp. 10%) in die Belichtung eingerechnet. Der entsprechende Knopf ähnelt einem Monitor mit Fadenkreuz ("Tatort"-Titelbild).
Ob diese Einstellungen analog an den Coolpix- oder Z-Modellen möglich sind weiß ich allerdings nicht...
Meine Nikons heissen F4, D90 und D7200.

Ich hoffe, du kannst mit der Beschreibung etwas anfangen und wünsche dir ein schönes Wochenende!

:-D
liebe Grüße Andreas
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bonsaiheiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner »

Die letzten kalten Nächte sind wohl vorbei
*updated*
Der Austrieb wird erwartet
Besenzelkowe alt 20.3.20.jpg
Besenzelkowe alt 20.3.20.jpg (184.99 KiB) 2362 mal betrachtet
Im 20-30 Jahresabstand scheint bei unserem Klima ein kräftiger Rückschnitt notwendig zu sein.
Später kommt nicht nur die Pflanzposition, sondern auch die Ansicht auf den Prüfstand
Besenzelkove alt, nach drastischem SchnittI 20.3.21.jpg
Besenzelkove alt, nach drastischem SchnittI 20.3.21.jpg (151.3 KiB) 2345 mal betrachtet
Besenzelkove alt, nach drastischem SchnittII 20.3.21.jpg
Besenzelkove alt, nach drastischem SchnittII 20.3.21.jpg (179.72 KiB) 2345 mal betrachtet
Besenzelkove alt, nach drastischem SchnittIII 20.3.21.jpg
Besenzelkove alt, nach drastischem SchnittIII 20.3.21.jpg (163.22 KiB) 2345 mal betrachtet
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Tofufee
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Tofufee »

Oh! :shock:

In der Tat ein drastischer Rückschnitt II!

Es ist die praktische Umsetzung deiner Ansicht, lieber Heiner, die du schon bei Walters Zelkowe geäußert hast (s. hier).

Ich muss gestehen, dass ich bei beiden Bäumen die Maßnahme nicht nachvollziehen kann und nicht ohne Skepsis auf die zukünftige Entwicklung lauere. Da ihr beide aber über genug Erfahrung verfügt, um zu wissen, was ihr tut und auch beide nicht mehr zum jungen Gemüse zählt, so dass ihr wohl auch in angemessener Zeit ein Ergebnis erwartet, das eine Verbesserung der jeweiligen Bäume gegenüber dem bis dahin erreichten darstellt, kann ich nur mit Geduld, Spannung und Neigier der weiteren Entwicklung entgegensehen.

Schönes Wochenende
Moni
Grüße
Monika
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bonsaiheiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner »

Genau liebe, Moni
Auch wenn sich Bäume schon der Ausstellungsreife nähern, heisst das nicht, dass man immer so weiter machen kann wie in den vergangenen Jahrzehnten. Die Pflegemaßnahmen bis dato waren sicher nicht grottenschlecht,
aber die Zelkowe hat trotzdem in den letzten Jahren deutliche Anzeichen der Vergreisung gezeigt
Ihre Aufteilung der Substämme kommt meinem Wunschbild immer näher. Leiten lasse ich mich von einem Traumbaum aus dem Bonsaizentrum in HD (Mitte der 80er Jahre). Der war für mich damals unerschwinglich und das Wissen hatte ich auch nicht, um dem Baum gerecht zu werden.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Rückschnitt mich meinem Ziel immer näher bringt. Ob ich das noch erleben werde, ist dabei nebensächlich.
Liebe Grüße,
Heiner
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mydear
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von mydear »

Wow Heiner,
da gehört Mut und Entschlossenheit dazu und die bewundernswerte Überzeugung einen noch besseren Baum zu erziehen.
Respekt für den Entschluss. Du kannst dir vieler neugieriger Mitleser sicher sein, die deinen weiteren Weg mit Argusaugen verfolgen. Um zu erkennen wie und wo deine entscheidenden Schritte im Verzweigungsaufbau gelegt werden. Da bin ich doch auch dabei... *dance*

Grüße
Rainer
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Tomsai 92
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Tomsai 92 »

Hallo Heiner,

die Aststrukturen im Zusammenspiel mit der leichten Biegung des Stammes bei der neuen Ansicht Nr 1 gehören für mich zu den natürlichsten und ausdrucksstärksten die ich je bei Zelkovenbonsai gesehen habe. Die klassische Besenform soll ja in der Theorie den Ausdruck idealisierter Laubbäume mit minimalistischen Mitteln widerspiegeln. Nur in der Praxis wirkt die Umsetzung auf mich oft künstlich, da entweder zu reduziert oder quantitativ überfüllt und damit zu distanziert von echten Baumproportionen. Die reine messbare handwerkliche Qualität vieler alter japanischer Zelkovengestaltungen (Verjüngung von Ästen, Reife, Borke, etc.) reichen da meistens nicht aus um mich so zu berühren und unweigerlich an reale würdevolle alte Bäume zu erinnern, wie es deiner Zelkove gelingt. Ich bin mir sicher, dass dieser Verjüngungsschnitt in Kombination mit der folgenden sehr aufmerksamen gestaltenden Pflege den Baum ins nächste Qualitätsniveau katapultieren wird.

Viele Grüße
Tom
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Georg
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Georg »

Du kennst Deinen Baum sehr gut und daher bin ich zuversichtlich, dass er einen weiteren Qualitätssprung machen wird.
Ich freue mich auf die nächsten Jahre.
Dein Mut wird sich lohnen!
Anerkennende Grüße
Rüdiger
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Barbara
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Barbara »

bonsaiheiner hat geschrieben: 20.03.2021, 17:41 Ich bin der festen Überzeugung, dass der Rückschnitt mich meinem Ziel immer näher bringt. Ob ich das noch erleben werde, ist dabei nebensächlich.
Liebe Grüße,
Heiner
Das wollen wir aber schwer hoffen, dass Du das noch erlebst, lieber Heiner.
Auf jeden Fall ist das doch ein ganz großer Anreiz, ein langes Leben anzustreben. :wink:

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Gast

Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Gast »

Auch, wenn dieser Thread schon seit einigen Jahren weniger die Technik diskutiert (und viel mehr Heiners wunderschöne Zelkova) - hier ein Detail, das womöglich hilfreich ist: Im Gegensatz zu der Ulme kann die Zelkove keine Triebe aus dem Kallus durch Reembryonalisierung bilden.

Hat man bei einer Ulme mit einer V-Einkerbung Glück, bilden sich Triebe an der Kalluswulst oben, also "bündig" mit dem Stamm, oder sogar etwas weiter innen, wenn man viel Glück hat. Bei der Zelkova hat man einen Austrieb nur aus schlafenden Knospen, die zwangsweise erst einmal nach außen wachsen müssen. Demetsprechend wird es bei der Zelkova immer eine anfängliche Verdickung geben. Je dicker der Stamm, umso geringer der "Überschuss".

(Die Verdickung kann man übrigens auch an der hier zitierten Takeyama-Zelkova sehen, wenn man genau hinschaut - das stört nur i.d.R. nicht, weil es bei großen Bäumen in der Natur auch so ist.)

VG
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mydear
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von mydear »

Data_Scientist hat geschrieben: 27.11.2023, 19:34 Im Gegensatz zu der Ulme kann die Zelkove keine Triebe aus dem Kallus durch Reembryonalisierung bilden.
Hallo Datenwissenschaftler,
was du schreibst kann ich bestätigen. Der Begriff Reembryonalisierung ist mir fremd. Doch was die Bilder zeigen habe ich genau so erlebt. Deshalb habe ich 2023 mal nach japanischer Tradition ganz früh begonnen: viewtopic.php?p=626475&hilit=zelkova+steckling#p626475

Grüße
Rainer
ps: Heiner, wie sieht deine Zelkove nach 2 Jahren aus?
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Gast

Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Gast »

Hi Rainer,

kurz zur Reembryonalisierung: Normalerweise entstehen Sprosse aus dem Meristem, das aus einigen undifferenzierte Zellen besteht, die an der Spitze jeder Sprossachse sitzen. Wird ein Trieb verletzt, bildet sich dort Abschlussgewebe, aber nicht aus dem Meristem.

Dieses (differenzierte) Abschlussgewebe kann sich aber reembryonalisieren, d.h. zu einer Vorstufe werden, die Meristeme hervorbringen kann. Beim Abmoosen macht man sich gerade den Umstand zunutze, dass sich Kallus zu Wurzelgewebe wandeln kann.

Bei Sprossachsen scheint das aber nur bei wenigen Baumarten möglich zu sein, eben bei Ulmen. Bei starker Kallusbildung sieht man dort oft regelrecht, wie Myriaden kleiner "Punkte" erscheinen, die, wie ich vermute, alle irgendwo zwischen Abschlussgewebe und Spross liegen, bis dann einige von ihnen das Rennen machen, sozusagen.


Bei (guten) Zelkoven habe ich oft solche gesehen, bei denen man entweder sehr früh begonnen hat, die Primäräste aufzubauen, wie in dem von Dir gezeigten Beispiel. Oder, es wird ein dickerer Stamm (und oft nur etwa 10cm über dem Wurzelansatz) gekappt, der dann aber noch jahrelang gemästet wird, denn dann gleicht sich die entstehende inverse Verjüngung aus. Aber das ist natürlich recht zeitintensiv.

VG

PS: Heiner, bitte fühle Dich nicht gedrängt, Bilder posten zu müssen, aber falls Du welche zur Hand hast, würde ich auch gerne wissen, wie es um das Bäumchen steht!
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Arian
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Arian »

Hallo Heiner,

mich würde sehr interessieren, wie es mit deiner wundervollen Zelkove weitergeht. Ich hatte den Thread interessiert mitverfolgt und mir jetzt nach langer Überlegung auch einen jungen Zelkoven-Besen im Shohin-Format zugelegt. Dieser hat m.M schon eine gute Astaufteilung, nun geht es aber an die Feinverzweigung.

Vielen Dank fürs Zeigen.

Lieben Gruß
Arian
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